lang1609 am 03 Mai 2017 15:11:05 Hallo zusammen, bei mir sind im Aufbau 2 x 95AH Varta AGM Batterien verbaut. Die Batterien sind nun 2 Jahre alt. Da wir auch gerne autark stehen sind bei uns auch noch eine 160 Wp PV Anlage mit MPP-Regler, ein 45A Votronic Ladebooster und ein 1500/3000W Wechselrichter verbaut. Überwacht wird die ganze Chose mittels eines Batteriecomputers MT 4000 IQ. Die Batterien wurden bislang bis max. 120 Ah entladen. Am Wochenende haben wir frei gestanden und als ich morgens die dritte Ladung Toasts mit unserem Toaster (70A Last) zubereiten wollte, schaltete der EBL wegen Unterspannung ab, der Wechselrichter gab einen entsprechenden Warnton von sich. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich lt. Computer noch eine Restkapazität von 144 Ah in den Batterien. Zeichnet sich hier der langsame Tod der Batterien ab oder kann ich etwas tun, um diesem Spannungsabbau entgegen zu wirken ?
xbmcg am 03 Mai 2017 15:16:03 Da wird die Anzeige nicht stimmen oder die Batterien sind wirklich tot, wenn sie nach 40Ah in den Begrenzer gehen. Wie ist denn die Batteriespannungnach der Aktion?
Wie ist der Batteriecomputer angeschlossen? Misst er den Strom vom Wechselrichter mit, oder hast Du den WR direkt an die beiden Pole der Batterie angeschlossen? Das ist leider ein sehr häufiger Fehler bei der Installation von WR oder anderen Verbrauchern, die die Leitungen direkt an die Batterie klemmen und nicht hinter dem Shunt..
lang1609 am 03 Mai 2017 19:06:06 Sowohl EBL als auch der Computer zeigen, beide gleich, direkt nach der Aktion eine Spannung von deutlich unter 12V an. Und alle Verbraucher, auch der WR, laufen über den Messshunt. Deshalb kann ich die Stromentnahme auch im WR-Betrieb ja genau überwachen und kontrollieren. Demnach gehen die Batterien schlicht und einfach in die Knie, obwohl nur ca. 25 % Energie entnommen wurden.
xbmcg am 03 Mai 2017 19:12:44 Falls Du Kein Batterieprüfer hast, dann lass die Batterien mal beim Boschdienst oder in der Werkstatt Deiner Wahl prüfen. Vielleicht haben die einen Schaden.
Beim Altern verlieren die Batterien ihre Kapazität und der Innenwiederstand steigt. Sie erscheinen dann schneller voll, und sind schneller leer.
Messen kann man das durch eine CCA Messung (Eigentlich ist das eine Abschätzung des Kaltstartstromes durch Differenzmessung des Innenwiederstandes einer geladenen Batterie)
Wenn die Kapazität / CCA unter 60% der Nennkapazität / des Nennwertes sinkt, dann gelten sie als verschlissen.
biauwe am 03 Mai 2017 19:13:10 lang1609 hat geschrieben:1500/3000W Wechselrichter verbaut
Einfach überlastet. Stress für jeden Bleiakku mit zu geringer Kapazität.
lang1609 am 03 Mai 2017 19:31:35 Welche Kapazität wäre für meine Installation denn deiner Meinung nach erforderlich ? Gibt es hierzu irgendwelche Formeln oder Empfehlungen ?
xbmcg am 03 Mai 2017 19:37:00 Das hängt sehr von den AGM Batterien ab.
Es gibt Starterbatterien, Deep Cycle Batterien, Dual Purpose Batterien, Versorgungsbatterien... Sie unterscheiden sich signifikant voneinander in der Dicke und Bauform der Platten sowie der Menge an Blei.
Wenn die Varta Batterien reine Starterbatterien sind, dann kann es durchaus sein, dass sie bei dem Nutzungsprofil sterben. (die sind für kurzzeitig hohe Ströme und geringer Entladung gebaut, dünne Platten mit großer Oberfläche, wenig Bleigehalt)
P.S. Batterien sind Verbrauchsmaterial....
biauwe am 03 Mai 2017 20:12:33 Hier steht alles: --> LinkPS.: und deine Ladegeräte liefern bis zu 14,8 V?
suennele am 03 Mai 2017 20:25:57 Grundsätzliches, bei höheren Entladeströmen kann die angegebene Ah Anzahl nicht erreicht werden. Die angegebene gilt meist für C/20, das würde hier bedeuten 190Ah/20 gleich ca. Entladestrom von nur 10A! Bei C/3 (=63A) hat man nur noch ca. 75% und bei C/1 (=95A Entladestrom) nur noch 65% von 190Ah, somit ca. 123Ah. So dies war der eine begrenzende Faktor. Dann gibt es noch die Entladetiefe, je höher desto weniger Entladezyklen "überlebt" der Akku. Normalerweise sollten die Zyklen nicht tiefer als ca. 50%, würde im obigen Fall bedeuten, nicht mehr als ca. 70Ah entnehmen, dann wieder laden! Wird mehr entnommen z.B. 80% (110Ah, habe C/2 angenommen mit ca. 70% somit ca. max. mögliche 140Ah.) so fällt die mögliche Zyklenanzahl von z.B. 600 auf weniger als 400. Dies alles bei optimaler Lagerung (25°C, ohne Vibrationen, perfektem Ladegerät, ..) ohne echte Tiefentladungen hinunter auf 10V. Ja, die obingen "Annahmen" habe ich einer Tabelle eines AGM (nicht Gel!) Akkus entnommen, eines bekannten Lieferanten, mit der Zusatzbezeichnung "deep cycle"! Das sind einfach die Grenzen der Akku-Familie. Gel-Akkus sind in diesem Strombereich zum Teil entwas besser, aber nicht um Welten. Um zu bestimmen wie gross der Akku nun sein muss, kann man nun seine gewünschten Parameter einsetzen. Ausgehend von der Stromgrösse der hauptsächlichen Dauer mit gewünschten gesamt Tagesverbrauch (Ah).
z.B. 100A, gesamt 100Ah -> für 50% Entladetiefe 200Ah nötig, für Korrektur Entladestrom durch 70% ergibt ca. 285Ah. Für sonstige ideale Bedingungen, dann erreicht man eventuell die angegebenen Zyklenanzahl. Entladetemperatur nicht bei 5°C oder ähnlichem. Dann müssten nochmal 20% bis 30% draufgeschlagen werden, ergo somit gesamt nötig ca. 350Ah! Das ist heftig oder? Lg
lang1609 am 03 Mai 2017 20:29:14 Laut Hersteller sollten die Teile hoch zyklenfest sein und wurden vor 2 Jahren von Hymer in unser Neufahrzeug eingebaut. Hier hatte man angeblich nachgebessert, weil die vorher verbauten Banner Batterien deutlich mehr Probleme bereiteten. Und ja, sowohl Zusatzlader, als auch Solarregler und Ladebooster arbeiten mit 14,8 V Ladeschlußspannung.
lang1609 am 03 Mai 2017 20:32:34 Danke suennele für die Infos. Die muss ich jetzt mal erst hochkant lesen und begreifen.
suennele am 03 Mai 2017 20:34:12 Nachtrag, die Angabe von "nicht unter 10V" war wärend eines Entnahmestromes von C/2 gedacht (hier 100A), nicht für z.B. 10A. Dort läge die Spannung dann deutlich höher, ca. 11V! Lg
suennele am 03 Mai 2017 20:40:02 suennele hat geschrieben:....Dann gibt es noch die Entladetiefe, je höher desto weniger Entladezyklen "überlebt" der Akku...... Lg
Meinte natürlich, je tiefer entladen wird, also je kleiner die Restladung. Sorry. Lg
suennele am 03 Mai 2017 20:45:29 .. hatte noch einen Tippfehler.. C/1 ist natürlich 190A nicht 95A, hat aber bezügl. dem restlichen Geschrieben keine Auswirkung.
xbmcg am 04 Mai 2017 09:32:16 Der Batteriecomputer müsste eigentlich die Rest-Kapazität in Abhängigkeit vom Entnahme-Strom annähernd richtig berechnen können.
geralds am 04 Mai 2017 11:09:39 xbmcg hat geschrieben: P.S. Batterien sind Verbrauchsmaterial....
Hallo ja das ist so. In meinem alten Womo habe ich nach 19Jahren die 4. Starterbatterie eingebaut. Immer die gleichen Varta. Die mit der kürzesten Lebensdauer hielt nur 27 Monate. Die anderen hielten also durchschnittlich 5-6Jahre. Kann mal vorkommen. Von meinen beiden Banner Solarbatterien war die erste nach 2 Jahren defekt und die zweite verabschiedete sich im 3. Jahr. Meine danach eingebaute Sonnenschein Gel SB12 hielt bis zu 9 Jahre (vertrug aber keine hohen Ströme und ist für Toaster oder Fön eher nicht geeignet, es sei denn man würde die Batteriekapazität nahezu verdoppeln). Grundsätzlich kann man sicher sagen dass u.a. hohe Ströme eine Batterie schneller altern lässt. Wenn Du des öfteren Ströme von 70A (Toaster) oder mehr (Fön) entnimmst ist eine Erhöhung der Kapazität bei gleichem Batterietyp sinnvoll oder Du suchst Dir einen anderen Batterietyp aus. Optimal wäre da natürlich eine Li-Batterie, aber auch die teuerste Variante. Nach meiner Erfahrung streuen die Batterien sehr stark. Auf die angegebenen Daten kann man sich also nur als grobe Richtwerte verlassen oder sie zum Vergleich unterschiedlicher Batterien heranziehen. Gruß Gerald
biauwe am 04 Mai 2017 11:45:58 Es gibt Li-Akkus, die für solche Ansprüche preiswert zu ersteigern sind: Elektro Golf Trolley Ersatz Lithium Akku Caddy Golfwagen LiFePO4 Batterie 16/22A 170€ mit allen Drum und Dran.
Ich nutze seit über 3 Jahren Li-Akkus parallel zum Gel-Akku.
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