Hallo zusammen,
ich möchte mich kurz vorstellen, da das meiner erster Beitrag ist... Ich komme aus dem Süd-Westen Deutschlands und möchte meinen kleinen Campingbus (Minivan) mit einer optimierten Elektronik ausstatten.
Aktuell ist eine zweite "Nass-Batterie" mit einem fernsteuerbaren Lastrelais verbaut, d.h. laden nur über die Lima.
Zugegeben ist das nicht optimal, die Batterie hat aber nichts gekostet und das System hat so gut 2 Jahre funktioniert ;-)
Kurz gesagt: "Jetzt reicht es nicht mehr." Die Batterie ist dafür ja auch nicht ausgelegt.
Jetzt kommt was neues rein!!!
Nach Wochenlangem Mitlesen, auch des ("Mutter-Threads", was LiFePo4 angeht), bin ich gerade am Komponenten zusammenstellen und habe als Anfänger natürlich ein paar Fragen.
Geplant ist folgendes:
- Winston LiFePo4 mit 60Ah-100Ah (je nach Lust und Laune, bzw. Platz) auf 12V Basis
- Ein BMS mit UVP und OVP
- Laden über die Lima (80A max.)
- Optional Laden über Solar (ca. 100W)
Ich würde mich als Kleinverbraucher beschreiben.
Der höchste Strom wird beim Laden über die Lima fließen (geschätze 30-50A, parallel zur Starterbatterie). Als Verbraucher hängt ein (Kompressor)kühlschrank dran, der umgerechnet ca. 1-2Ah verbraucht, Beleuchtung (LEDs) und halt die Standard-Ladegeräte (Tablet, Smartphone) --> Nichts wildes also.
Ok, ein 150W Wechselrichter noch, aber der wird nur bei Bedarf eingeschaltet...
Wir wohnen nicht in dem Fahrzeug und sind abgesehen von wochenlangen Sommerurlauben nur sporadisch unterwegs.
Zusammenfassend könnte man an der Stelle sicher schon sagen, dass LiFePo4 gar keinen Sinn macht und ich mit einer Blei/AGM Lösung (auch über Jahre) billiger wäre....
Aaaaaber:
- Ich bastle gerne
- Ich beobachte die Technologie schon seit 4 Jahren (hatte da aber keine Verwendung)
- plane Langfristig (daher vllt. schon 100Ah) für das nächste (größere) Fahrzeug --> Somit die Kosten gerechtfertigt.
- .... und will es haben! ;-) --> Nachdem in Portugal letztes Jahr kein Saft mehr zum Kühlen da war.
Habe mir daher aus den gesammelten Informationen 4 verschiedene Systeme überlegt und suche noch nach Vor- und Nachteilen.
Natürlich so günstig wie möglich, aber ohne Sicherheitseinbußen.
Vorab noch kurz eine allgemeine Frage zu den Balancern:
Die meisten arbeiten ja ab 3,6V. Was passiert beim überladen, z.b. zwischen 3,6 und 3,9V? Also ein Laden mit der Lima, wo der Ladestrom höher als die Balancerleistung ist.
Werden nach Abschluss des Ladevorgangs (durch OVP oder Stillstand) alle Zellen, die über 3,6V liegen wieder so weit entladen?
Die Frage geht in die Richtung: "Wird da Kapazität verschenkt/vernichtet?" Oder zählt der Akku mit 3,6V als 100% voll??
So jetzt aber zu den Ideen:
Variante Nr.1 --> Celllog/Powerlog mit Lastbalancer
Einzelzellen- und Gesamtpaket Überwachung mit dem Junsi CellLog 8S oder dem Junsi Powerlog (hat Ausgänge die "on Hold" gesetzt werden können). Balancen passiert dann über einfach Lastbalancer ab 3,65V.
Mir ist bei der Abschaltung klar, dass es hier viel Spielraum, für Interpretation gibt.
Solange ich nur die Lima zum laden habe, kann ich das verbaute Trennrelais nutzen und über einen NC am Alarmausgang mit einer Selbsthaltung eine Trennung herbeiführen. Quittiern dann über einen Taster. Das Szenario sollte jedoch kaum auftauchen, da die Lima nicht über 14,2V lädt - Es sei denn ein Balancer arbeitet nicht.
Wenn später noch Solar dazukommt, würd ich einfach das vorhandene Lastrelais zur Lima lassen und manuell abschalten.
UVP würde ich dann getrennt mit einem zweiten Junsi CellLog 8M (ohne Logging für 20€) machen. Auch hier evtl. eine Selbsthaltung um ein Toggeln zu vermeiden?
Variante Nr.2 --> Celllog/Powerlog mit 3in1 Balancer
Den Vorschlag habe ich im "Mutter-Thread" auf Seite 54 mit Bild (User: biauwe) gesehen.
Unter der Annahme, dass bei meinen geringen Verbräuchen ein Zelldrift als ehr klein erwartet wird, könnte das eine günstige Alternative zu den Lastbalancern sein.
Mit dem Vorteil, dass die Balancer Spannung abhängig von Ladequelle applizierbar ist. Natürlich ist der Balancerstrom sehr gering, aber zum Schutz der Zellen, gibt es ja wie bei Variante Nr.1 auch einen OVP und UVP Schutz.
Bin mir nur nicht sicher, ob sich das Balancen damit automatisieren lässt, oder immer manuell angestoßen werden muss?
Variante Nr.3 --> LiPro 1-3
Die vermutlich am meisten diskutierte Variante hier im Forum, weil technisch am Besten/Professionellsten?
Hier sind OVP und UVP, abgestimmt auf Winston schon perfekt umgesetzt, der Balancerstrom ist hoch, der Schaltstrom auch.
Eine Hysterese ist berücksichtigt, und es ist viel Erfahrung hier im Forum gesammelt worden.
Die einzige Frage, die sich hier stellt: Lohnt sich der geringe Aufpreis für die RS485 Schnittstelle um ggf. die Balancer-Spannung anzupassen?
Was kann ich damit parametrisieren? Auch UVP, OVP?
Und mit welchem Tool kann ich Anpassungen vornehmen? Geht das nur in Verbindung mit z.B. dem Greencontroller? Oder ist das ein eigenständiges System?
Variante Nr.4 --> EV-Power CM60/CM90
Wurde hier auch schon vorgestellt ("Variante Ev-Power mit Sonderprogrammierung").
Wenn ich es richtig verstanden habe, können hier die Module zusammen durchgeschliffen werden, was eine vorgegebene OVP und UVP Auslösung bei unter 2,5V und über 4,0V betätigt. Ich habe nicht vor eine zentrale Steuereinheit einzusetzen.
Was ich dabei nicht verstehe, auch machen Bildern sind die Module mit Temp.-Senoren verbunden... Wie funktioniert denn sowas? Und was sind das für Senoren, wo bekomme ich die passenden?
Wie hoch ist dabei der erlaubte Schaltstrom?
Hysterese ist ja auch hier ein Thema, das es zu lösen gilt.
Trotzdem sehr attraktiv. Günstig und kompakt mit geringem Verkabelungsaufwand.
Was in dem Vergleich natürlich auch noch eine Rolle spielt, bei so einem "kleinen" Akkusystem ist der Ruhestromverbrauch. Ich habe nicht zu jedem Bauteil Daten gefunden, sind hier große Unterschiede zu erwarten?
Kostenübersicht:
V1: 45€ + 36€
V2: 45€ + 15€
V3: 160-200€ (mit RS485?, Kühlkörper?)
V4: 80€
Kleinmaterial und Trennstellen nicht mitgerechnet, da das praktisch bei allen Varianten anfällt und später noch betrachtet wird.
Meine erste Überlegung war übrigens das BMS V3.1 von LiTrade, das aktuell aber leider nicht lieferbar ist (oder nur mit langen Lieferzeiten).
Was haltet ihr von den 4 Vorschlägen? Das waren jetzt viele Gedanken und noch mehr Fragen... ;-)
Bin für jede Rückmeldung dankbar!
Danke und noch einen schönen Sonntag!
Gruß gaskocher

