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Solarmodule kleben - Sikaflex 252 oder 252i


Wooody am 10 Jul 2017 20:13:12

Hallo!
Ich hoffe, ich bin mit meine Frage im richtigen Unterforum.

Ich habe mir einige Komplettsysteme von Solaranlagen fürs Wohnmobil (Kastenwagen-)Dach angesehen.
EInige Anbieter haben im Set Sikaflex 252 (ohne "i") mit Reiniger und Primer dabei, andere wieder Sikaflex 252i ohne Reiniger+Primer.
Zudem habe ich auf solarkontor.de folgenden Text zum Sikaflex 252i gefunden:

"Brauch ich für den Kleber einen Primer? Der Sika ist ein Einkomponentenkleber, somit bedarf dieser keines Primers oder Cleaners.
Muss ich die Oberfläche vorbereiten? Wir empfehlen die zu verklebende Oberfläche vorab zu reinigen (zB. mit Spiritus) um so Schmutzreste und Fettreste zu beseitigen."

Heißt das nun, dass ich mir mit dem 252i den teuren Primer sparen kann?
Hat jemand von euch neben eigenen Erfahrungen technisches Hintergrundwissen dazu?

Danke!
W.

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HobiTobi79 am 10 Jul 2017 21:23:24

Guten Abend Wooody,

also erstmal der Unterschied zwischen dem 252 und 252i. Im Grunde ist es der gleiche Kleber, nur das der 252i die Weiterentwicklung OHNE Lösungsmittel ist.
Technische Details sind sonst fast identisch soweit ich mich erinnern kann...für den Zweck des Verklebens ist das aber hier unrelevant.

Sooo, primern und reinigen. Das muß man so erklären. Der Kleber hat eine gewisse maximale Klebekraft die er auf einem perfekt vorbereiteten Grund (gereinigt und geprimert) entwickelt. Zudem ist die Klebekraft von der Kontaktfläche abhängig.
Das heißt, die maximale Klebekraft sinkt entweder mit der Klebefläche oder durch die Beschaffenheit des Untergrundes.
Was heißt das jetzt für Dich....wenn du was großflächiges verklebst, kannst Du theoretisch aufs primern verzichten da du dann mit der Klebefläche eine hohe Klebekraft erzeugst. Um die gleiche Haltbarkeit bei kleinen Flächen zu erreichen mußt du dazu die Oberfläche verbessern...durch primern.
Also bei den relativ kleinen Kontaktflächen der Solarmodulhaltern Primer verwenden!

Meine Meinung und Erfahrung... ;D

Grüße
(Sir) Tobi

WomoTechnikService am 10 Jul 2017 21:41:49

Wenn Du Dekaseal MS5 nimmst, brauchst Du keinen Primer. Damit kleben wir beim Händler Solarmodule und Satanlagen direkt und ohne Schrauben.

LG Peter

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HobiTobi79 am 10 Jul 2017 23:19:36

WomoTechnikService hat geschrieben:Wenn Du Dekaseal MS5 nimmst, brauchst Du keinen Primer. Damit kleben wir beim Händler Solarmodule und Satanlagen direkt und ohne Schrauben.

LG Peter


-> oder wie Peter schreibt eben ein anderer Klebstoff. Meine Ausführung bezieht sich rein auf das Sikaflex!
Nicht das Du jetzt durcheinander kommst.
Andere Hersteller haben andere Spezialkleber :ja:

Grüße
(Sir) Tobi

kurt2 am 11 Jul 2017 10:16:22

Hallo,
Frage an die Experten:
Wie verhält es sich denn, wenn man ein GFK- DAch im Klebebbereich abschleift (aufrauht) und dann mit Sika 252 oder 252i klebt?

M.E. hätte man dann doch die Oberfläche optimal vorbereitet, oder genügt das nicht?

xbmcg am 11 Jul 2017 10:32:50

Die Fläche muss sauber, staubfrei und Fettfrei sein. Der Primer verbessert die Klebeeigenschaften.

Wenn Du die maximale Haftkraft errreichen willst, musst Du beide Flächen vorbehandeln, mit Activator
bestreichen und gut ablüften lassen, nicht zu kurz und nicht zu lange.

Das ist wichtig bei kleinen Flächen und großen Kräften.

Der Sika-Kleber hällt nicht auf allen Materialien gleich gut. Ich hatte eine Kunstoff-Kabeldurchführung,
die habe ich nur angeschliffen und mit Spiritus gereinigt, nach 4 Wochen konnte ich sie von der
Klebefläche abheben (ich wollte eigentlich nur die Schrauben nachziehen für die Kabel).
Die neue Durchführung habe ich vorbehandelt und zusätzlich verschraubt.

Alu auf Farbe / Aludach hällt Bombenfest, auch Kunststoff (flexible Panele) lassen sich nur mit Mühe
und nicht zerstörungsfrei entfernen. Wie es auf GFK aussieht, kann ich Dir nicht sagen.

Ich habe Alu-Spoiler für meine Glas-Module genommen und mit Sika252 verklebt.

WomoTechnikService am 11 Jul 2017 11:01:12

kurt2 hat geschrieben:Wie verhält es sich denn, wenn man ein GFK- DAch im Klebebbereich abschleift (aufrauht) und dann mit Sika 252 oder 252i klebt? M.E. hätte man dann doch die Oberfläche optimal vorbereitet, oder genügt das nicht?


Der Seminarleiter einer "Kleberschulung" für Caravantechniker hat mal gesagt: "Ihr braucht die Fläche zum Kleben nicht aufrauhen - aber wenn Ihr sie aufraut, habt Ihr nichts falsch gemacht, dann ist sie nämlich sauber..."

Ich klebe ohne aufrauhen, mache aber vorher das Dach an den Klebestellen ordentlich sauber, erst mit Spüliwasser der Dreck und dann mit Bremsenreiniger eventuelle Fett oder Wachsreste...

LG Peter

kurt2 am 11 Jul 2017 12:04:40

Danke euch beiden.

Das Problem, meine Frage betreffend, ist nur:
"xbmcg" hat keine Erfahrung mit GFK und "Peter" nimmt nicht Sika252 sondern Dekaseal MS5.

Auf der sicheren Seite ist man ohne Primer dann offenbar mit "Dekaseal MS5" als Klebstoff.

DAnke

ChiliFFM am 11 Jul 2017 13:52:10

Anschleifen bedeutet, dass man die GfK Oberfläche angreift.
Genau das will man ja eigentlich mit dem Kleben vermeiden.
Wenn man eh sein GfK Dach mechanisch beschädigen möchte, dann kann man auch gleich zu Schrauben greifen.

Meine Meinung.

kurt2 am 11 Jul 2017 14:15:05

Hans,
die Schleifstelle wird doch aber mit dem Kleber wieder vollständig verschlossen. (Natürlich nur leicht anschleifen, nicht gleich durch bis zur Laminierung).

Ich kenne das so dass, gleich welches Material, eine angeschliffene/aufgerauhte und anschließend gereinigte und entfettete Klebestelle einen wesentlich höheren Kraftschluss ermöglicht als eine glatte (auch wenn gereingt und entfettet).

Meist steht das Anschleifen sogar in der Klebeanleitung.

xbmcg am 11 Jul 2017 14:21:49

Wie gesagt, es hängt sehr vom Material ab, wenn Di Gelcoat hast, das ordentlich gewachst ist,
wird der Kleber weniger haften, als bei einer vorbehandelten angerauhrten und aktivierten Fläche.

Es kommt doch wirklich auf die Oberfläche an, und wieviel Last die Klebestelle abkönnen muss.

Wenn Du flexible Module mit 3 kg auf einer Fläche mit 0.7 m² mit Zahnspachtel vollflächig verklebst,
dann mußt Du noch nicht mal den Dreck wegmachen, das klebt auch so. Wenn Du aber ein 15-20 kg
Solarmodul auf einer Fläche von nur 0.04m² (3cm breit, 70cm lang *2) verklebst und Du die dynamischen
Belastungen durch 120km/h Windböen berücksiichtigst, dann solltest Du vielleicht etwas mehr putzen
und die Klebestellen vorbereiten. So ein Panel kann schnell zum Geschoß werden.

HobiTobi79 am 11 Jul 2017 16:31:20

Mein Reden zu Anfangs.....
Entweder brauchts eine große Klebefläche zur Herstellung der Haftung oder je kleiner diese Fläche muß ich halt die Oberfläche vorbehandeln....
Das was der Hersteller halt in seine Verarbeitungshinweise rein schreibt.

Grüße
(Sir) Tobi

ChiliFFM am 11 Jul 2017 17:07:58

kurt2 hat geschrieben:Ich kenne das so dass, gleich welches Material, eine angeschliffene/aufgerauhte und anschließend gereinigte und entfettete Klebestelle einen wesentlich höheren Kraftschluss ermöglicht als eine glatte (auch wenn gereingt und entfettet).
Meist steht das Anschleifen sogar in der Klebeanleitung.

Das ist auch so, keine Frage.
Aber das Haftvermögen ist auch so wirklich mehr als ausreichend, so dass ICH auf eine mechanische Beschädigung verzichten würde.

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