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Reisebericht 3-Länder-Tour, Teil 2 Cote, Alpes-Provence


loeffel123 am 22 Jul 2017 14:51:50

Hier nun der zweite Teil unserer 3-Länder-Tour, diesmal von der Côte in die französischen Alpen. Teil 1 findet ihr im Italien-Forum.

Tage 8–10: Côte d’Azur

Trotzdem stand unser Entschluss fest, morgens den Weg in Richtung unseres geliebten Frankreichs aufzunehmen. Das Ziel war Villeneuve Loubet Plage, günstig gelegen, um einige Ausflüge an der Côte zu unternehmen. Außerdem für die Küste sehr günstig. Hier entschieden wir uns ab Menton für den Umweg über die Grande Corniche. Dies war zwar eine sehr schöne Strecke, mit atemberaubenden Blicken auf das Meer und Städte wie Monaco (was ich aber weiterhin total hässlich finde). Jedoch fuhr ich letztmals die Strecke vor vielen Jahren mit dem Motorrad, das war dann doch schon etwas anderes. Mit einem dicken Womi hält es sich eben schlechter einfach so am Straßenrand als mit einem im Vergleich dazu doch sehr kleinen Motorrad. Somit hatte nur meine Familie etwas von den Ausblicken, ich achtete lieber mehr auf die Straße. Trotzdem muss ich sagen, dass die Straße gut zu befahren war, ihr solltet vielleicht vorher die Bremsen geprüft haben. Runter von der Corniche durch Nizza erreichten wir dann nach einiger Zeit den Camping de L’Hippodrome (--> Link). Im Vergleich zur italienischen Küste war es hier schon deutlich leerer (Frankreich ist nach dem 15. August einfach erträglicher) und günstiger (um die 35 €, Nebensaison-Tarif. Übrigens nur Barzahlung möglich.

Der Platz war ca. 10 Gehminuten vom Strand entfernt und recht klein. Er besteht aus zwei Teilen, die durch eine Straße getrennt sind. Für Familien nicht unbedingt perfekt geeignet wenn man nicht auf der Hauptseite steht. Aber bei uns war schon alles ziemlich leer, wir konnten somit auf der richtigen, rechten Seite stehen. Zum Angebot gehörte auch ein schöner Pool mit Whirlpool (der aus mir rätselhaften Gründen nicht von Kindern benutzt werden darf. Glücklicherweise war der Platzwart nicht ständig anwesend so dass meine Jungs trotzdem Spaß darin hatten.) Leise war es aber auch hier wieder nicht. Die bereits vorhin beschriebene Straße war bis in die Abendstunden gut befahren und ebenso gut zu hören.

Die Stadt an sich ist wie so viele Örtlichkeiten an der Côte ziemlich hässlich mit den üblichen Bettenburgen und sonstiger Neubauten. Trotzdem konnte man abends sehr schön am Strand sitzen und den Lichterglanz an der Küste bewundern. Und die Meeresluft? Na ja, wer wird da nicht sentimental und vergisst das Drumherum? Weiterer Pluspunkt: Ein riesiger Supermarkt in Platznähe, der einfach alles an Köstlichkeiten anbot. Da gingen uns als gebürtige Saarländer, für die das Essen mit zu den schönsten Sachen der Welt gehört, das Herz so was von auf! Essen gehen mit quengelnden Kindern konnte man sich hier sparen, am Womi kochte man sich entspannt zum Beispiel leckeres Meeresgetier mit dazu passenden Wein, zum Nachtisch die typisch französischen süßen Schweinereien und so fort.

Blick auf Menton:
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Villeneuve-Loubet-Plage:
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Intermezzo: Ausflug nach Nizza und Antibes

Ein sehr gutes Angebot für Stadtausflüge gibt es bei den Öffis: Mit den Bussen der Lignes d'Azur (--> Link) fuhren wir für einen Spottpreis nach Nizza (für uns 4 glaube ich um die 5 €). Diese Stadt hat es mir seit meinem ersten Besuch in den 90ern angetan. Die Mischung aus italienischer und französischer Kultur bzw. Bauweise hat etwas. Ich spreche hier jedoch nur von der Altstadt. Auch hier sind die Banlieus der totale Kontrast mit ihren Zweckbauten. Dadurch dass ich diese Stadt so mag hat mich das furchtbare Attentat auf der Promenade des Anglais besonders getroffen. Die Spuren der feigen Tat waren in der Stadt immer noch zu sehen: Die Stadt trug Trauer, sie blutete weiterhin aus einer offenen Wunde. An einigen Türen waren Gedenkbilder von dort wohnhaften Opfern zu sehen, außerdem war die Stelle des Attentats immer noch übersät mit Blumen, Stofftieren, Botschaften. Kaum zu glauben, dass einige Menschen da Selfies machen, wie abgestumpft kann man nur sein? Somit wurden auch meine Kinder mit den schlimmen Seiten des heutigen Lebens konfrontiert. Aber man kann und soll es nicht von ihnen fernhalten, daher war auch ein sehr ernstes und trauriges Gespräch über das was in dieser wunderschönen Stadt angerichtet wurde ein Teil unseres Tages.

Trotz dieser Trauer konnte man auch wieder normales Leben feststellen. Die Bistros waren teilweise gut besucht und auch das Lachen ist den Bewohnern zum Glück nicht vergangen. Unsere Wanderschaft ging hoch zum Schlosshügel (Colline du Château) von wo aus ein wunderbarer Panorama-Blick für den Aufstieg bei großer Hitze entschädigte. Neben diesem üblichen Pflichtbesuch ließen wir uns aber einfach durch die Stadt mit ihren vielen kleinen Gassen treiben, das reichte vollkommen aus. Einziger Wehmutstropfen war der Blumenmarkt, der an diesem Tag ein reiner Flohmarkt ohne eine einzige Blume war.

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Von Nizza fuhren wir wieder mit dem Bus nach Antibes. Europas größten Yachthafen wollten wir unseren Jungs nicht vorenthalten. Und wir wurden auch nicht enttäuscht, es lagen einige prachtvolle Brummer vor Anker. Je größer um so weiter weg von den für normale Passanten begehbaren Stege. Gleich um die Ecke die klassische südliche Altstadt. Auch hier wieder viele kleine Gässchen, Petanque-Spieler (mit erstaunlich viele Frauen, der Süden wird zum Glück auch emanzipierter), historische Stadtmauern. Leider waren wir dann doch etwas zu spät dran so dass wir nicht sehr viel erkunden konnten. Ein späterer Besuch außerhalb der Ferienzeiten würde sich hier bestimmt lohnen.

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Tage 11-14: Alpes-Provence

So schön die Küste am Mittelmeer auch war, es war aber trotzdem immer noch ganz schön laut und voll. Daher zogen wir nun ins Landesinnere mit dem Ziel Veynes in den provenzalischen Alpen, diesmal aber nur auf Landstraßen. Und siehe da, wir waren vielleicht 10 Kilometer vom Campingplatz entfernt und schon war alles total leer. Wirklich faszinierend was so ein paar Kilometer ausmachten. Erst einmal ging es durch Grasse, der Welthauptstadt der guten Düfte. Eigentlich auch ein lohnendes Ziel, aber dafür war zu wenig Zeit und wahrscheinlich standen in dem kleinen Ort nicht genügend Parkplätze für Wohnmobile zur Verfügung. Nach Grasse ging es dann gleich steil aufwärts und ein ganz anderes Klima bzw. eine andere Landschaft erwartete uns. Sehr schroff, mit schönen Aussichten auf die Berge und Täler und ziemlich frisch. Auf dieser Route Napoleon soll der Kaiser damals seinen Weg nach der Rückkehr aus dem Exil marschiert sein.

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Die (rechtzeitigen) Höhenwarnschilder auf den Straßen sollte man beachten :ja:
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In Veynes angekommen eine weitere positive Überraschung. Der Platz Les Rives du Lac (--> Link) lag äußerst schön an einem Badesee mit tollen Bergen drumherum. Und: Er war total leer (vielleicht 10 weitere Camper auf dem großen Gelände) so dass wir uns gar nicht entscheiden konnten, welcher Platz denn nun der allerbeste sei. An der Rezeption empfing uns der sehr nette Platzbetreiber, der zwar auch gut deutsch konnte, mit dem ich aber (nach vorheriger Warnung) in meinem Schulfranzösisch ganz gut parlieren konnte (etwas Übung schadet ja nie). Zudem war der Preis für das Gebotene ein Witz, um die 25 € für uns 4. Einziger Nachteil des Platzes: es gab dort keinen Laden, dafür aber einen Baguettes-Service am Morgen. Perfekt war natürlich der erfrischende See, mit kleiner Insel drauf auf der die Jungs großen Spaß hatten (von wegen Pirateninsel mit vergrabenem Schatz und so). Ebenso stand ein kleines Hallenbad zur Verfügung sowie die üblichen Sportstätten wie Fussball, Tischtennis, Petanque etc.

Der Ort (mit guten Einkaufsmöglichkeiten) war zu Fuß allerdings schon recht weit entfernt (gute halbe Stunde), mit dem Fahrrad aber kein Problem. Er machte auf uns einen etwas „aussteigermäßigen“ Eindruck. Recht viele Ökobauern und sonstige alternative Geschäftsleute hatten sich hier angesiedelt. Es herrschte eine sehr angenehme und entspannte Stimmung. Vor allem auf dem Wochenmarkt wurde man mit vielen Aromen erfreut.

Das Gute an dieser Gegend ist das angenehme Klima: tagsüber ist es zwar auch sehr warm, dafür kühlt es in der Nacht gut ab so dass es im Womi wieder zu erträglichen Temperaturen kommt. Besonders beeindruckend wieder mal der abendliche Sternenhimmel. Durch die einsame Lage gab es keine Lichtverschmutzung, im Vergleich zu heimischen Gefilden war hier viel mehr zu sehen. So war unser Abendprogramm dann auf der Decke liegend die Sternenshow am XXXXL-Bildschirm mit unzähligen Sternschnuppen. Und siehe da: Heute kann ich sagen, dass mein damaliger, immer wieder gedachter einziger Wunsch in Erfüllung gegangen ist! :)

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Leider waren unsere Urlaubstage begrenzt so dass wir weiter in Richtung Heimat fahren mussten. Das Ziel war Villeneuve am Genfer See. Die erste Entscheidung musste auf dem Weg Richtung Grenoble gefällt werden: Um der Rampe von Laffrey auszuweichen verließen wir die Route Napelon und fuhren die etwas westlicher gelegene D 1075. Diese Strecke über den Col de la Croix-Haute war aber überhaupt kein Nachteil, auch diese Route war landschaftlich sehr reizvoll.

Anschließend wählten wir , um die doch recht lange Strecke schneller fahren zu können, wieder teilweise die Autobahn. Dadurch war nicht viel Zeit, die umliegenden Bergriesen bewundern zu können. Aber die kurzen Blicke auf Montblanc und Matterhorn waren schon toll. Auf so einer Fahrt findet man immer wieder neue Reiseziele, wenn man doch mehr Urlaubstage hätte…

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Weiter geht’s mit Teil 3 im Schweiz-Forum

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