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Bei der Beschreibung von Ladeparametern bei AGM-Batterien wird im Forum immer wieder der Begriff AGM1 und AGM2 verwendet. Hab aber in keinen Batteriedatenblatt bis jetzt diese Begriffe gefunden. Wo ist das definiert was eine AGM1 oder AGM2 Batterie ist ? Gibt es dazu eine Norm ? Gruß Erik Nein, aber die Ladeeinstellungsschalter vieler Netzladegeräte und Solarregler benützen diese Unterscheidung. Es gibt auch für Nass, Gel, oder Bleikristall keine Norm, es gibt nur die interpretierbaren Vorgaben der Batteriehersteller in Verbindung mit C-Wert, Ladephasen I/UoU und Ladedauer. Gruß Andreas AGM1 = 14,4 Volt Ladeschlußspannung AGM2 = 14,7 Volt Ladeschlußspannung Ob das eine Norm ist, kann ich Dir nicht sagen. Je nach dem, welche Ladeschlußspannung Deine Batterie braucht, stellst Du den Lader/Booster/Solarregler entsprechend ein. Meine Yellow-Tops brauchen 14,7 Volt laut Datenblatt, also Einstellung AGM2. Wolltest Du das wissen? Ups, Andreas war schneller. Die fetten amerikanischen AGM1 Batterien vertragen keine so hohe Spannung, die fangen früher an zu gasen, deshalb (und wegen diversen Klagen und Garantieansprüchen in den USA - das kann teuer werden + großer Hitze in den Südstaaten und in der Karibik) haben die Hersteller sie mit einer Ladeschlußspannung von 14.4V spezifiziert. Es ist ein Mythos, dass AGM Batterien sterben, wenn sie nicht bis zu Ladeschlußspannung von 14.8V geladen werden. Je nach Umgebungstemperatur kann die Schlusspannung variieren. Es geht meist darum, die Gasungsspannung auf keinen Fall zu überschreiten. Du kannst eine AGM2 genau so gut voll laden mit 14.4V ohne dass sie Schaden nimmt. Du kannst sie aber auch zerstören durch überladen über den 14.8V (z.B. durch ein eingeschaltetes Reconditionierungsprogramm mit 15.6V Gasungsspannung) oder durch Tiefentladung über Wochen beim Abstellen oder duch länger andauernde starke Ströme (Wechselrichter Betrieb). Ihr macht Euch viel zu viel Sorgen um die Schlußspannung, die wichtigeren Dinge lasst Ihr außer Acht.
Hallo xbmcg Bin gleicher Meinung! Das mit der AGM2 Ladeschlußspannung von 14,7 -14,8Volt wird meines Erachtens nur von den Herstellern von Ladegeräten und Lade- Boostern in Gespräch gebracht um neue Geräte zu verkaufen, die in vielen Fällen überhaupt nicht notwendig sind. AGM2 Batterien mit 14,4V Ladeschlussspannung zu Laden dauert halt ein paar Minuten länger bis sie zu 100% geladen sind, das aber in den meisten Fällen überhaut keine Rolle spielt. Gruß Erik
Hallo, interessanter Einwand, den ich gerne vom Experten erklärt haben möchte, bitte.
... bspw. die Temperatur(zunahme) beim Laden... :oops:
Oh Gott, das bringt mich jetzt aber wieder völlig durcheinander. Ich dachte bisher, dass die Batterie das Primärkriteruim darstellt und das Ladegerät die von der Batterie benötigte Ladeschlussspannung, hier: AGM 2 mit 14,7V Ladeschlussspannung (LSSg), erreichen muß um sie voll zu bekommen. Demnach dürfte ein Ladegerät mit 14,4 V Ladeschlußspannung eine AGM2, die 14,7V LSSg benötigt nie voll laden können. Richtig oder liege ich daneben?
Du liegst daneben! Solange Ladestrom in die Batterie fliest wird die Batterie geladen. Die Ladespannung muss nur grösser als die Batterie-Ruhespannung von 12,8 Volt plus der Oberflächenspannung von ca. 1Volt sein. Das sind 13,8 Volt ! Es fließ halt dann ein kleinerer Ladestrom.Die Vollladung dauert halt mit 13,8 Volt noch länger als mit 14,4Volt. Gruß Erik
Ich hoffe, dass Du niee neben Deiner Batterie liegen musst... :idea: Hallo,
Das ist mir klar, die Frage ist nur, wie lange sie geladen wird und ob diese Ladung ausreicht um sie auch voll zu bekommen.
Ich kenne das so: Wenn ein Ladegerät (IUoU- Kennlinie) an Landstrom hängt, lädt sie die Batterie doch entsprechend der Ladecharakteristik erst mal bis zum Erreichen der im Ladegerät festgelegten „Ladeschlussspannung“. Deshalb denke ich heißt die auch so und ist je nach Batterieart einstellbar. Sonst bräuchte man ja keine Nass-Gel-AGM- Einstellung. Nach Erreichen der Ladeschlußspannung schaltet das Ladegerät auf Erhaltungsladung (13,8 V). Lädt nun ein Ladegerät das nur 14,4V Ladeschlußspannungen kann, schaltet es doch bereits bei Erreichen der 14,4 Volt auf Erhaltungsladung. Somit wird die Batterie m.E. nie richtig voll. Sollte es anders sein, müsste ich mich schon gewaltig täuschen. ät Bernie: Das bleibt mir GsD erspart.
Nach Erreichen der Ladeschlußspannung kommt erst die Ladephase „Absorption"(Konstantspannungsphase) und erst danach wird Zeitgesteuert auf Erhaltungsladung umgeschaltet. Während der Absorption-Phase wird die Batterie zu annähernd 100% geladen. Gruss Erik
Das ist sicherlich richtig. Schaudt hat das Spiel bis vor kurzem nicht mitgemacht, wurde dafür aber in den Foren gescholten. Der geneigte Kunde will allerdings (aufgrund der hohen Entnahme) seine zu klein konzipierte Batteriekapazität so schnell wie möglich auf 100% bringen und fordert deshalb kurze Ladezeiten. Eine 100A Batterie bei 80% Entladetiefe und einer C10-Ladung (80A in 10h) braucht halt ca. 10-12 Stunden für die beiden Ladephasen. Gruß Andreas
Wer macht denn sowas? Das grenzt ja schon eine Misshandlung der Batterie(n). Da hilft auch keine tolle Ladetechnik. Wenn man bei einigen in den Foren ließt was die so mit 25 bis 50Kg Blei alles betreiben und wie lange, (frage mich immer warum ich 200Kg Blei dafür brauche) da kann ich Andreas nur beipflichten.
Tja, meist von den sogenannten (selbsternannten) Batt. Experten. :lach:
Selbst wenn ich nur eine Nacht auf einen Stellplatz stehe (Ankunft 18 Uhr, Abfahrt 9 Uhr morgens) habe ich doch 15 Stunden Zeit zum Laden der Batterien. Oder seit ihr alle auf der Flucht im Urlaub. Und die Versorgungs-Batterie wird doch auch noch zusätzlich während der Fahrt mit der Lichtmaschine geladen. Was ist eine "C10-Ladung (80A in 10h)" ? 80A 10 Stunden lang Laden ! Gruß Erik
Um dieses Thema dreht es sich hier nicht und auf ein solches Thema habe ich auch nicht geantwortet Es handelt sich einfach um eine Berechnungsgrundlage möglicher Ladezeiten und der Chance einer 100% Vollladung im normalen Reisebetrieb ohne B2B-Lader (nicht Standbetrieb). Alles andere ist zusätzlicher Ausbau und individuell zu betrachten. Und die 80% Entladung, ausgehend von 100% voll, ist genau das was alle Händler/Hersteller zugrunde legen. Und wenn man hier aufmerksam mit liest stellt man ganz schnell fest, das gefühlte 70% der User hier so handeln. Vielleicht wissen sie es nicht, vielleicht rechnen sie nicht nach, aber 100Ah Batterie mit 1800W WR und 1500W Nesspresso 3x täglich und die restlichen Gewohnheiten führen schon in diese Nähe einer 80% Entladung. Gruß Andreas
:daumen2: :daumen2: :daumen2: mein Reden seit Jahren :oops: Zur trockenen Theorie von Andreas noch die Bestätigung aus der WR 1500 - Nespresso - Praxis: Drei mal ein Nespresso für jeweils zwei Personen täglich vermindern die Kapazität der Batterie um ca 20 Ah! :eek: Ist zwar etwas o.t. - aber ggf erleuchtend für einige user! Ja Acki, paßt auch für meinen Bosch Vollautomaten, Einschalten/ Boiler Aufheizen rund 2A pro Tasse (Pott) 2,5A dann schnell Ausschalten, sonst Weiterbelastung durch ständiges Nachheizen. das drei mal täglich macht 21A Und das bei richtiger Peukert Einstellung für ein 700A Batt. Paket, habe allerdings beim Victron BC nur 500A eingestellt, weil die Batt. zusammen durch Alterung garantiert keine 100% Nennkapazität haben.
was dann schon 40% von dem sind, was man max. aus einer 100Ah-Batterie entnehmen sollte! :eek:
Hallo Erik, danke für die Erklärung. Nicht böse sein, aber mich interessiert es einfach: Ich frage mich: Warum hat man denn dann überhaupt die Einstellmöglichkeit Nass, AGM, Gel mit den verschiedenen Ladeschlussspannungen? Wenn die Absorption-Phase die Batterie zu annähernd 100% lädt, würde doch auch ein einfacher Lader ohne Umschalter mit z.B. 14,4V LSSp reichen. Die beiden Ladespannungen AGM1 und AGM2 Gelten im Grunde für jede Bleibatterie. Viele Ladegeräte besitzen diese Einstellung. Das Problem ist das bei der hohen Spannung die Batterie im Sommer zu Gasen beginnen kann und bei der kleine Spannung bei großer Kälte die Batterie nicht genug Eigenwärme erzeugt um eine Bleibatterie Voll laden zu können. Auf manchen Ladegeräte ist die AGM2 Stellung auch einfach durch eine Schneeflocke gekennzeichnet. Aber im Grunde kenne ich keine Bleibatterie die dauerhaft mit 14,7V geladen werden darf. Selbst dann nicht wenn das der Hersteller draufschreibt. Der Hersteller kann die 14,7V nur drauf schreiben wenn die Batterie über eine interne thermische Strombegrenzung verfügt. Z.B bei einer Bleicarbon Batterie sind im Grunde bereits die 14,4V zu viel weil die nach einen Jahr oder weniger in eher warmen Regionen ihre "Froststopfen" ausspuckt. Was es dann wohl für die Batterie gewesen sein dürfte. Und das obwohl die Bleicarbonbatterie mit zu den besten zählt. Sie besitzen nur nicht den Bekanntheitsgrad da sie eher nicht als Startbatterien taugen. Da die verbaute Kohle als Kondensator wirkt. Und ein Kondensator seine wirklich riesige Leistung nur einmal abgeben kann und danach wieder geladen werden muß und damit die Bleicarbon Batterie eine zusätzliche sehr spezielle Beschaltung bedarf damit sie als Startbatterie taugt. Und Leute die das nicht wissen können nur extrem schlechte Bewertungen abgeben. Aber richtig angewendet sind sie nahezu unzerstörbar. Selbst bei -35°C wo jede andere Batterie schon lang die Segel gestrichen hat. Ich möchte mal folgenden Gedanken ins "Spiel" bringen: Manch einer möchte seine Kapazität im Aufbau etwas aufpeppen, indem eine LiFePO4-Batterie parallel zur AGM-Batterie geschalten wird oder die AGM-Batterie ersetzt werden soll. Die Ladekennlinie und die Ladeschlußspannung sollten da für beide Batterietypen passen. Eine Ladeschlußspannung von 14,7 oder 14,8 V ist aber für LiFePO4-Batterien zu hoch, d.h. die Lebensdauer wird bei dieser Ladeschlussspannung verkürzt. Also ist es besser, gleich eine Ladeschlussspannung von 14,4 V einzustellen.
Die Ladekennlinie passt nie, sie besteht ja nicht nur aus einer richtigen Spannung zum richtigen SoC sondern auch aus einem Zeitfaktor zur Ladedauer. Und der ist für LI Batt weitaus kürzer als für Blei. Wenn man Li und Pb als Hybrid zusammenschaltet ist das immer ein Kompromiss, der aber keiner der Batterietypen schadet soweit die Ladeschlussspannung (auch Winter temperaturkompensiert) nicht über 14,6V steigt. Gruß Andreas |
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