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Hallo, ich suche für die Ermittlung der sogenannten Schleppkurve (kleinste überstrichene Fläche beim Rangieren/Wenden vor- und rückwärts) den maßgeblichen Lenkeinschlagwinkel. Leider verliefen bisher alle Recherchen und auch die Nachfrage beim Hersteller, div. Werkstätten u. Kfz-Sachverständigen ergebnislos. Da das Fahrzeug noch nicht ausgeliefert wurde, ist also auch noch keine Fahrgestell-Nr. etc. verfügbar. Ich denke aber, dass trotz gewisser Modelljahr- und Ausrüstungs-Unterschiede der Lenkeinschlagwinkel in gewissen Grenzen (ohne Kommastellen reicht) bekannt sein sollte. Leider ist vor Ort ein praktisches Ausprobieren auf Grund der Geländeverhältnisse und Wegeverhältnisse nicht möglich, da der geplante Wendeplatz erst mit Hilfe dieser Schleppkurve positioniert und dimensioniert sowie das dazu notwendige Auffüllungen eines Grabens erst geplant werden kann. Bevor noch mehr Zeit verstreicht, wende ich mich an das Forum mit der Hoffnung, doch einige Freaks zu finden.
Karhu hat geschrieben:Hallo, ich suche für die Ermittlung der sogenannten Schleppkurve (kleinste überstrichene Fläche beim Rangieren/Wenden vor- und rückwärts) den maßgeblichen Lenkeinschlagwinkel.
Gib in Google "Sprinter 319 CDI, 4x4, Mod 2018, Wendekreis" ein und öffne das PDF "Mercedes-Benz Sprinter 319 CDI Euro 6 - Busmagazin" dann findest Du "Wendekreis: 13 400 mm". (Ziemlich unhandlich das Ding.)
lg günter
Gast am 28 Aug 2017 20:08:19
Bei Oberaigner stehen die Werte für den Wendekreis drin: 14,2 m für Radstand R2, jetzt kannst Du mit den anderen Werten des Fahrzeugs Dein CAD anwerfen! :D
Hallo Günter, danke für Deine Info. Ja, die 13,40 m sind " nicht ohne" ;-), aber bei einem Radstand von 3,665 m nicht anders machbar. Der Wendekreis und auch der sog. Spurkreis sind nur ein Teil dieser "Schleppkurve". Mit beiden Kreisen kann man per Definition leider nur den Weg der am weitesten herausstehenden Fahrzeugteile bzw. des entsprechenden Rades ermitteln, nicht jedoch den "Weg" der nach- oder vorlaufenden Hinterräder beim Einschlagen bei Vorwärts- und/oder Rückwärtsfahrt (zusätzlich erschwert durch den langen Hecküberhang beim WoMo) in der Kurve (z.B. wie bei einem Wendehammer) und der ist bei uns im unvermessenen, bewaldeten Gelände eben der Kritische, das Ganze auch noch bei verschneiten, schlecht geräumten, schmalen Waldwegen oder bei nach starken Regenfällen aufgeweichtem Boden. Wir haben schon andere WoMo-Freunde auf Grund eines falschen oder unbedachten Lenkeinschlags, kombiniert mit Frontantrieb, mühselig mit dem Traktor herausziehen müssen. Mit dem Lenkeinschlagwinkel u. anderen Parametern kann ich dann ein spezielles Computerprogramm "füttern" und das plottet dann diese Schleppkurve, die ich wiederum mit Luftaufnahmen überlagern muss, um genau die geeignete Stelle zu finden ... Dabei ist es nicht egal, in welche Richtung - linksherum oder rechtsherum - man ankommt, abbiegt, wendet, zurückfährt. Alles ist wirklich etwas trickreich. Deswegen hoffe ich noch weiter auf Wortmeldungen aus dem Forum. Sollten wir diesen Winkel nicht erfahren, werden wir uns einen großen Parkplatz o.ä. nach frisch gefallenem Schnee suchen und das Ganze 1:1 simulieren und grob vermessen, aber das ist erst mal Plan "B". LG Karhu
Karhu am 28 Aug 2017 20:31:12
Hallo Thomas, ebenso vielen Dank für Deine Nachricht. Ich hatte eben Günter die ursprüngliche Beschreibung in meiner Anfrage noch etwas detailliert. Du wirst diese inzwischen sicherlich schon gelesen haben. Grüße Karhu
Das einzige fehlende Mass sollte der Einschlagwinkel sein.
saltun am 29 Aug 2017 09:56:11
Karhu hat geschrieben: Der Wendekreis und auch der sog. Spurkreis sind nur ein Teil dieser "Schleppkurve".
Für einen Umkehrplatz, den Du bauen willst, brauchst keine Schleppkurve. Da auch der Sprinter wahrscheinlich eine Servolenkung hat, kannst Du in den Platz einfahren, im Stand voll einschlagen und mit dem vollem Einschlag weiterfahren. Du folgst dann unweigerlich dem Wendekreis. Die Schleppkurve braucht man Strassenbau, da dort dieses Prozedere ziemlich unpraktisch wäre. In meiner Jugend gab es da Schablonen, aber jetzt sollte jedes CAD damit zurecht kommen.
Aber mit dem Plan B brauchst Du nicht bis zum Winter warten- ein grosser Parkplatz, ein Lot und eine Kreide sollte genügen.
lg günter
Karhu am 29 Aug 2017 11:20:15
Lieber Günter, lieber Thomas, danke für Eure erneuten Hinweise - ich sehe an der Zeit der Nachrichten, dass auch Euch das Ganze "über Nacht" beschäftigt hat ;-). Der Vorlesungsauszug zum "Stabmodell" ist sehr interessant, obwohl er ja auch wieder auf die Schleppkurve/Radeinschlagwinkel hinausläuft, werde es aber trotzdem überdenken und prüfen. Jedoch liefert dieser Text viele weitere Hintergrundinformationen für mich. Von welcher FH stammt denn diese Vorlesung? Ich habe inzwischen auch frühere Kollegen "vom Bau" mit eingebunden - mal sehen, welche Hinweise von dort noch kommen. Der Tipp "mit Kreide und Lot" hat was, erspart uns zumindestens kalte Finger ... und macht so eine Simulation auch unter wärmeren Verhältnissen machbar. Den Tipp mit dem vollen Lenkeinschlag im Stand und erst dann die Einleitung einer Fahrbewegung werden wir auf jeden Fall prüfen. Mir ist halt immer noch eine Lenkbewegung ohne Fahrzeugbewegung ein Graus, aus der Zeit in der ich noch LKW ohne Servo fahren durfte und es bei derartigen Aktionen immer "eins auf den Hinterkopf" gab ... Aber diese Rangiererei kommt künftig ja glücklicherweise nicht jeden Tag vor. Was halt die ganze Sache weiter erschwert ist, dass bei Arbeiten zur Befestigung des Weges noch Grundstücksgrenzen, eine Wegegenossenschaft, die Wendemöglichkeit eines Traktors mit Schneefräse/Schild, Landstromkabellänge, etc. beachtet werden müssen, d.h. das parkende WoMo wäre auf dem normalen Waldweg, selbst auf dem eigenen Grundstück, ein Hindernis - deswegen ist ein wegnaher, grenznaher, tragfähiger und kostengünstiger Abstell-/Wendeplatz erforderlich, bei dem möglichst keine oder nur wenige größere Bäume gefällt werden müssen. Ich hoffe, unsere Diskussion ruft weitere Freaks auf den Plan. Liebe Grüße Karhu
krischan am 29 Aug 2017 13:58:03
Mercedes hat hier --> Link die Spurkreise für die einzelnen Radstände mit Normalrahmen angegeben. Daraus läßt sich rein geometrisch betrachtet und unter der Annahme, dass die gedachte Verlängerung der Hinterachse durch den Mittelpunkt des Spurkreises geht, der Lenkeinschlagwinkel für das kurvenäußere Rad berechnen.
Lenkeinschlagwinkel = arcsin(2*Radstand/Spurkreis) = 36,9°, für 3665mm Radstand
Vielleicht ist das ein Anhaltspunkt für dich. Gruß krischan
Karhu am 29 Aug 2017 16:24:36
Hallo Krischan, danke für Deine Nachricht - ich hatte nämlich schon den gleichen Gedanken verfolgt, die Ursprungsformel nach dem Lenkeinschlag-/Radeinschlagwinkel umzustellen, um überhaupt mal zu einer Größenordnung, bzw. zu einer theoretischen Obergrenze für diesen Winkel zu kommen. Heute Morgen stieß ich leider auf nicht verifizierbare 35°. Vor wenigen Minuten rief mich ein großer Mercedes-Händler aus dem Umland an, um mir mitzuteilen, dass es alle möglichen Angaben zum Sprinter gäbe - nur eben nicht den erwähnten Winkel. Man sollte nicht meinen, dass das Fahrzeug irgendwann mal per CAD konstruiert und dann gebaut worden ist, das es einzustellende Lenkeinschlagssensoren etc. gibt ... Ich weiß nur, dass bei der Vermessung der Achsen bzw. der Lenkung bei Gutachten eine Messanordnung bei 20° gewählt wird. Also wird die Wahrheit wahrscheinlich zwischen 20° ... 35° liegen. Als ich dem Herrn die 35° nannte, hat er nur tief durchgeatmet und gemeint, dieser Winkel wäre doch viiiiel zu groß. Bei so einer Reaktion müsste man ja nun davon ausgehen, dass jetzt "... aber mit xx° liegen Sie aus Erfahrung aus unsrerer Sprinterpalette bestimmt auf der sicheren Seite ..." kommt - leider wieder Fehlanzeige. Mittlerweile habe ich auch so etwas wie eine grobe Leitlinie (s. heutige feedbacks u. link dazu) händig aus den Luftaufnahmen gewonnen, vielleicht kriege ich diese noch als Polylinie in ein CAD-Programm. Sollten meine Bemühungen um Softwarezugang erfolgreich sein, werde ich versuchen, die Schleppkurve dann etwa mit Abstufungen von 2°erstellen lassen, um mal zu sehen, an welchen Stellen die Kurve in Wirklichkeit "kritisch" wird. Außerdem muss man im Winter von vereisten Radkästen ausgehen, da her muss ich sowieso Abstriche machen, wüsste eben nur gern was den 100% sind. Ich habe ja noch immer die Hoffnung, dass unser Forum auch mal von DB-Leuten angeschaut wird... Auf ein tel. zugesichertes Feedback vom Hersteller warte ich immer noch. Hier noch ein Hinweis zu den heutigen Infos von Günter und Thomas - der Waldweg an der für den Stellplatz/Wendeplatz gedachten Stelle ist schmaler als die Fahrzeuglänge von 6,98 m. Im Winter haben wir durch die Schneefräse tatsächliche "Begrenzungswände" entlang des Weges, nämlich aus Schnee und Eis von locker mal 1,50 m Höhe und für den Rest gibt es große Schaufeln ... Herzliche Grüße Karhu
saltun am 29 Aug 2017 18:32:38
Karhu hat geschrieben:Hier noch ein Hinweis zu den heutigen Infos von Günter und Thomas - der Waldweg an der für den Stellplatz/Wendeplatz gedachten Stelle ist schmaler als die Fahrzeuglänge von 6,98 m.
Dann ist das Wenden in einem Zug sowieso nicht möglich, da du dann eine Breite von 13,40m brauchst. Mit einer Breite von weniger als 7m wirst Du sowieso mehrfach reversieren müssen. Wenn Du hier einen Lageplan einstellst , wäre es leichter Dir zu helfen.
Karhu am 29 Aug 2017 20:42:30
Hallo Günter, Thomas und Krischan, danke nochmals für Euer Engagement. Ja es ist wirklich kniffelig! Das ein mehrfaches Reversieren notwendig sein könnte, war uns von Anfang an klar und wäre sicher bei durchgefrorenem Waldboden auch kein größeres Problem, jedoch bei aufgeweichtem Boden, Schneematsch, etc. (ca. 6 cm Grasnarbe ohne Verbund auf extrem feinkörnigen organischen Sedimenten - Mudde - sind dann wie ein Schwamm) gräbt sich das Fahrzeug allein auf Grund der Raddrücke und der Fahrdynamik binnen Sekunden selbst ein, da nützt dann wahrscheinlich auch kein 4x4 mit untergelegten Sandblechen mehr was :cry: . Durch das Missgeschick mit einem 3,5-Tonner Frontantrieb; 15"-Reifen, von Freunden vor wenigen Wochen an einer Stelle (bis zur endgültigen Bergung dauerte es ca. 5 Stunden), die zur ursprünglich auserkorenen, geplanten und eigentlich einfach zu erreichenden Abstellfläche ohne Wendemanöver führte - wissen wir nun, wohin und wo entlang wir nicht mehr fahren sollten, bzw. dahin keinen 4,05-Tonner mehr abstellen zu können. Eine solche Tiefdruck-Wetterlage, wie zu dieser Zeit, hatten wir seit über 23 Jahren nicht, was nicht heißt, dass wir nun wieder so lange Ruhe haben werden. Daher sollten wir also mehrfaches Reversieren unbedingt vermeiden, bzw. nur auf einen befestigten Bereich begrenzen. Somit ist das Wendethema also erst wenige Tage alt und wir sind noch mitten im Brainstorming. Um so wichtiger ist unter den bereits beschriebenen Verhältnissen, möglichst genau den geeigneten Bereich auswählen und diesen von der Bodentragfähigkeit kostengünstig (allein der Transport von Schotter geht über 80 km, einfach) konditionieren zu können. Wenn der Lageplan soweit "vorzeigbar" ist, stelle ich diesen natürlich gern zur Verfügung. Ich freue mich über jede weitere Hilfestellung. Vor wenigen Minuten, während des Schreibens, erreichte mich eine Antwort von Mercedes aus Maastricht, also hier beim 313 CDI KaWa/Radstand 3,665 m; beträgt der Winkel am Außenrad 37° - jetzt brauche ich nur noch den 319 CDI ... Das Mail geht gleich noch raus.
Hier der Link vom screenshot aus einem Teil der Unterlagen vom o.ä. Fahrzeug:
Ich freue mich natürlich über jede weitere Hilfestellung, aber der Anfang ist nun gemacht. Liebe Grüße Karhu
Karhu am 13 Sep 2017 19:47:25
Hallo Günter, Thomas und Krischan, sowie hallo an alle Interessierten, eben kam auf meine erneute Anfrage bei MB die Antwort, der Lenkeinschlagswinkel beim 319 CDI sei wie bereits oben genannt bzw. dargestellt: äußeres Rad 37°/inneres Rad 46°.
Dank nochmal an alle, die mir bis hierher mit Ideen helfen konnten. Herzliche Grüße Uwe