Tourenbericht
Zeitraum: Sonntag, 28.05.2006, 16 Uhr bis 01.06.2006, 21 Uhr
Wochenlang haben wir Karten studiert, Prospekte gelesen und Bücher gewälzt. Inzwischen waren wir der Meinung uns super in Belgien auszukennen. Viele nützliche Hinweise haben wir von freundlichen Gleichgesinnten im Internet bekommen. Man fühlt sich wie in einer großen Familie. Bereits als wir das WOMO von einem Freund abgeholt haben, wurden wir auf dem Heimweg von einem anderen WOMO-Fahrer freundlich per Hand gegrüßt.
Diesen Grüß kannten wir nur von Motorradfahrern. Wir gewöhnten uns schnell an diese freundliche Geste.
Wir machten das WOMO wohnlich und räumten unsere nützlichen Dinge ein. Die Stimmung stieg und mit ihr die Anspannung. Meine Frau hatte nen Problem mit WOMO. Ihr war es überhaupt nicht Recht mit einem fremden WOMO zu fahren und dann noch ins Ausland und auch dort evtl. wild zu campen. Dies alles verursachte ein komisches Gefühl im Bauch. Waren wir doch bis dato immer in einem Hotel, Ferienwohnung oder Pension untergebracht.
Nun ja, jetzt hat sie uns gepackt die Abenteuerlust. Oder besser mich und unseren Sohn. Mit Verspätung geht es dann endlich von Beverungen los.
Gegen 16 Uhr beginnen wir unsere erste Fahrt mit einem WOMO. Die Autobahn ist frei und es sind trotz recht schönem Wetter wenige Autos unterwegs. Unser Sohn ist zufrieden, malt und spielt, was das Fahren doch erheblich erleichtert. Schließlich fährt man ja nicht jeden Tag einen „Bus“ mit 7 Metern Länge. Nur die Windböen machen mir und dem WOMO etwas zu schaffen. Naja, wir können langsam fahren. Sind bereits mit Verspätung von Beverungen weg gekommen und haben uns kein festes Ziel für heute Abend vorgenommen.
Wir kommen ganz gut vorwärts. An Dortmund vorbei, Köln und auf Aachen zu. Die Autobahnen sind gut ausgeschildert. An Baustellen allerdings mangelt es nicht.
Wir erreichen die belgische Grenze. Unweit von Aachen befindet sich auf der belgischen Seite eine Burganlage – Burg Eyneburg. (--> Link) Vor Wochen habe ich die Anlage in einem Spielfilm gesehen. Eine beeindruckende Festung, von der ich gerne hätte einige Fotos gemacht. Da es spät war blieb mir so eigentlich nur der nächste Morgen.
Einen schönen Stellplatz hatten wir auch schon gefunden. Es ist inzwischen 20 Uhr. Als ich den Motor abstellen will, bringen meine Frau und auch mein Sohn Bedenken hervor. Es ist so still. Kein Mensch hier. Keine Autos. Und nur wir drei allein in dieser „Wildnis“. Das konnte und durfte nicht sein. Nach einigen Wortwechseln entschloss ich mich weiterzufahren. Schließlich wollte ich nichts riskieren und erst recht nicht, dass meine Frau die Fahrt abbrechen könnte oder vielleicht schlimmeres……
Wir fahren mit dem WOMO weiter durch wirklich schöne Dörfer. Nur die Straßen lassen zu wünschen übrig. Viele Schlaglöcher und enge Straßen erschweren die Fahrt. Wir erreichen Eupen. Im Reiseführer habe ich davon gelesen. Wir schlagen nach. Suchen unsere Landkarte heraus. Es kommt wie es kommen musste. Meine Frau kann keine Karte lesen. Wir verfahren uns. Wir wollen zum Stausee in Eupen. Viele Schilder verwirren. Straßen sind angeblich gesperrt. Immer mit dem Gedanken: Wir fahren hier ein WOMO mit 7 Metern Länge, fährt man nicht so einfach in irgendeine Straße hinein. Müde und inzwischen doch leicht genervt überwinde ich mich und fahre in die gesperrte Straße. Und siehe da, nix von Sperrung. Wir sind auf dem Weg zum Stausee Eupen. Die See ist das größte Trinkwasserreservoir von Belgien. Wir folgen der Beschilderung eines Parkplatzes. Serpentinen durch einen Wald erinnern uns an einen Urlaub mit einem Bus in Italien. Wir müssen mit unserem WOMO über die Staumauer. Rasches Überlegen. Wie hoch, wie breit und wie schwer sind wir? Alles passt. Wir fahren bei Dämmerung über die Staumauer. Alle Gedanken schießen mir durch den Kopf.
Auf der anderen Seite angekommen, fühle ich mich doch sichtlich erleichtert. Wir sehen den großen Parkplatz. Es ist inzwischen schon 21.45 Uhr. Ein weiteres WOMO steht bereits auf dem Parkplatz. Hier verbringen wir die Nacht. Auch meine Frau und mein Sohn sind nun zufrieden mit dem Standort. Es ist ein großer und ruhiger Parkplatz und kostenlos dazu. Wir decken den Tisch und essen zu Abend. Gegen 22.45 Uhr ist nun endlich Nachtruhe angesagt. Trotz eines doch recht sicheren Platzes bekomme ich nicht so sehr ein Auge zu. Gegen Morgen muss ich dann doch eingeschlafen sein.
Montagmorgen, 29.05. 4.30 Uhr
Unser Kleiner wird wach. Kann schon wieder vor Aufregung nicht schlafen. Nach einer kurzen Ansprache schläft er bei uns im Bett wieder ein. Gegen 5 Uhr erwacht der Tag. Es wird hell und die Vögel beginnen an zu zwitschern. Um halb sieben stehen wir auf. Meine Frau schläft noch. Um 7 Uhr frühstücken wir bereits. Meiner Frau viel zu früh. Aber wir wollen was sehn und wir haben noch etliche Km vor uns. Nach dem Frühstück gehen wir ein Stück. Wir wollen wissen wo wir denn nun geschlafen haben. Wir gehen über die Staumauer der Wesertalsperre. Und staunen über die Ruhe. Unsere „Nachbarn“ schlafen noch als wir uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg machen.
Wir fahren noch einmal durch Eupen und stellen fest, wir hätten auch auf einem großen Parkplatz im Zentrum schlafen können.
Nachdem wir getankt haben, fahren wir Richtung Dinant. Kurz vor Dinant an der Maas erreichen wir einen kleinen Ort Namens Falmignoul. Auch diesen hatte ich im Führer und im Internet gelesen. Hier befindet sich eine alte Brauerei, die ihr Bier noch richtig auf Feuer braut. Wir machen einen kurzen Abstecher und schauen uns die Brauerei Caracole an. Beim Anschauen allein bleibt es nicht. Wir kaufen einige Flaschen Bier.
Inzwischen sind wir 170 km am heutigen Tag gefahren. Wir sind kurz vor unserem ersten Etappenziel.
Ich stelle meiner Frau die Frage, wie breit sind wir? Vor uns tut sich ein riesiger Felsen auf. Die Frage ist nicht unberechtigt. Die Durchfahrt ist 2,70m breit. Auf beiden Seiten unseres WOMO´s bleiben nur noch wenige cm. Geschafft. Das Herz klopft wie ein Presslufthammer auf Hochtouren.
Vor uns liegt die schöne Stadt Dinant an der Maas.
Die Zitadelle hoch über Dinant wirkt unerreichbar. Unten duckt sich ein adrettes Städtchen. Kein Zweifel, Dinants Silhouette ist die schönste an der Maas. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die Häuser an den Kais. Nur der Stiftskirche Notre-Dame wurde etwas mehr Platz zugestanden. Ihr schiefergedeckter Zwiebelturm krönt seit dem 16. Jh. Dinants Schauseite zum Fluss. Der Weg hinauf zur Zitadelle beginnt direkt hinter Notre-Dame. Wer die 408 Stufen überwindet wird mit einem wunderschönen Panorama belohnt. Aber auch eine Seilbahn führt hinauf.
Wir versuchen einen Stellplatz zu finden. Mit meinem PKW hätte ich mich einfach an den Straßenrand gestellt. Mit einem „Bus“ muss man schon etwas schauen. Dank guter Hinweise im Reiseführer hatten wir einen groben Überblick, wo wir was finden würden. Und so war es auch. Direkt an der Maas befinden sich Parkplätze. Dort könnte man auch gut übernachten wenn man wollte. Es ist 12.30 Uhr. Wir gehen über die Brücke ins Zentrum. Dabei genießen wir den Blick auf die Zitadelle und die Kirche. Wir ziehen durch die Straßen. Schauen nach Postkarten und Leckereien in Bäckereien. Die Straßen sind eng, die Häuser sind alt und doch hat diese Stadt ein gewisses Flair. Unser Sohn würde gern auf die Zitadelle hinauf. Von der Zeit her schaffen wir es nicht und von Geld her wollen wir es nicht. Gegen 14 Uhr fahren wir weiter. Wir fahren durch den Ort und entdecken eine Straße, in der wir bei unserem Rundgang nicht waren. Wir entdecken dabei das Geburtshaus von Adolph Sax. Sax hat das erste Saxophon erbaut. Wir ärgern uns ein wenig. Fahren an ein großes Saxophon vorbei. Rechts kommen wir an der Abtei Leffe vorbei. Hier wurde bis vor einigen Jahren noch Bier gebraut. Heute ist es ein Museum.
Wir fahren Richtung Yvoir. Kurz vorher biegen wir ab und gelangen über einen etwas besseren Feldweg nach Purnode. Hier finden wir die Brasserie du Bocq. Eine Führung in deutscher Sprache ist leider nicht möglich und Bier kaufen kann man auch nicht. Man verweist uns auf einen Getränkeladen hin. Dort werden wir fündig und decken uns mit Bier ein. Meine Frau kauft reichlich Bier für besondere Geschmäcker. Bier mit Himbeere oder Erdbeere. Wir schauen uns den Laden ausgiebig an und unser Portemonnaie wird erschreckend leer.
Wir fahren weiter denn wir wollen unser heutiges Ziel Namur erreichen. Wir versuchen auf dieser Seite der Maas zu bleiben. Bei einem Versuch bleibt es dann auch. Eine Höheneinschränkung und eine Gewichtseinschränkung machen uns zu schaffen. Kurzerhand bleibt uns nichts anderes übrig auf offener Straße „in drei Zügen“ zu wenden. Auf der anderen Maasseite durchfahren wir viele kleine Orte.
Gegen 16 Uhr erreichen wir Namur. Auf den ersten Blick ein nettes Städtchen, doch leider mit viel Verkehr. In das Zentrum zu kommen ist unmöglich. Wieder Höheneinschränkung und von unserem Gewicht ganz zu schweigen. Vielleicht bin ich auch einfach nicht mutig genug. Aber wir wollen nichts riskieren und fahren hinauf zur Zitadelle.
Von hier aus hat man einen super Ausblick. Vom Parkplatz aus müssen wir zu Fuß weiter. Die Brücke im Hintergrund lässt es nicht zu mit unseren 3,5t darüber zu fahren. Und wenn ich ehrlich bin, traue ich ihr unser Gewicht auch wirklich nicht zu.
Wir besuchen dort eine Parfumwerkstatt.
Wenn meine Frau gewollt hätte, hätten wir hier unser Nachtlager aufgeschlagen.
Wir fahren weiter. Suchen suchen suchen!!!
Wir fahren zurück zur Zitadelle. Diesmal jedoch von der anderen Seite. Dort finden wir einen großen Parkplatz. Ein Womo steht bereits dort. Wir stellen uns neben den Schweizern. Die Nacht wäre gesichert.
Wir genießen noch ein wenig die Abendsonne.
Gegen 21.15 Uhr ist nach vielen Km endlich Nachtruhe.
Dienstagmorgen, 7 Uhr
Die Nachtruhe ist zu Ende. Unser Sohn hat eine schwache Blase. Nachdem wir gefrühstückt haben fahren wir weiter.
Wir haben uns entschlossen die kleinste Stadt der Welt „zu suchen“. Kurz hinter Namur ist ein Campingplatz ausgeschildert. Etwa 5 km von der Hauptstraße entfernt erreichen wir den Platz. Wir müssen unsere Toilette leeren, das Abwasser entsorgen und neues Frischwasser auffüllen. Theoretisch bin ich das mit dem Besitzer des Womos öfter durchgegangen. Nun wird es sich zeigen. Nach sprachlichen Schwierigkeiten mit dem Platzwart klappt die Ent-und Versorgung reibungslos. Für 2,50 Euro haben wir wieder Frischwasser für den Rest der Fahrt.
Auf der Weiterfahrt kommen wir an den Gärten von Annevoie vorbei. Eine sehr sehenswerte Anlage. Als einziger Wassergarten Belgiens und zweifellos einer der schönsten Europas ist Annevoie ein wichtiges Kulturerbe der Wallonie und lädt Sie zu einer Wanderung über 2 km auf dem 28 ha großen Parkareal ein. Es erwarten Sie ein ständiges Schauspiel fließenden und aus Fontänen sprudelnden Wassers sowie das anmutige Rauschen von Wasserfällen in den Gärten.
Wir fahren weiter. Um 11.45 Uhr erreichen wir die Abtei Maredsous. Die Abtei von Maredsous, die 1872 im schönen Molignée-Tal gegründet wurde und in der Bendiktinermönche leben, besticht durch ihre schöne neogothische Architektur.
Wir sind beeindruckt von dieser Abtei. Wir kaufen vor Ort Käse, frisches Brot und fehlen darf das Bier von Maredsous auch nicht. Wir nehmen die gleiche Strecke zurück und entdecken noch weitere nette Fleckchen.
Dann setzen wir unsere Fahrt Richtung Durbuy, der kleinsten Stadt fort.
Wir verfahren uns kräftig bis ich einen Donnerwetter los lasse und meine Frau sich beim Kartenlesen größte Mühe gibt.
Um 16 Uhr erreichen wir Durbuy.
Direkt an dem romantischen Fluss Ourthe liegt Durbuy, die kleinste Stadt der Welt. Angeblich soll das alte Residenzstädtchen ganze 300 Einwohner haben. Mit seiner malerischen Altstadt und seinen Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jh. ist Durbuy überwiegend den Fußgängern vorbehalten. Nicht verpassen sollte man das Schloss der Grafen von Ursel - eine aus dem 11. Jh. stammende Schlossburg etwas oberhalb von Durbuy gelegen. Wir finden auf Anhieb einen schönen Parkplatz. Wir beschließen einstimmig hier heute Nacht zu bleiben. Wir schauen uns das verträumte Städtchen an und ziehen durch jede kleine Gasse. Wie ein Museumsdorf und noch von Touris verschont in dieser Jahreszeit ist diese Stadt immer ein Besuch wert. Auch hier kaufen wir wieder belgisches Bier ein.
Am Abend machen wir dann noch einen Spaziergang durch den Ort und gehen etwas trinken.
Neben unser WOMO hat sich ein weiteres gesellt. Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz.
Mittwoch, 31.05.2006
Unser Sohn wird wie fast jeden Morgen als erster wach. Auch heute ist wieder unsere Zeit knapp. Wir wollen noch viel sehn und so fahren wir bereits kurz nach dem Frühstück los. Schnell kauft meine Frau noch einige frische und selbstgemachte Pralinen ein und dann geht’s um 8.15 Uhr los. Diesmal verfahren wir uns nicht und wir erreichen schnell wieder den Fluss Maas. Es ist 9.45 Uhr. In Dinant machen wir noch einmal kurz Rast, um doch noch ein Foto mit Adolph Sax zu bekommen.
Dann fahren wir weiter. Unterwegs müssen wir noch einmal anhalten. Meine Frau hat eine Bäckerei gesichtet. Nur schwer kommt man an einer Bäckerei in Belgien vorbei. Nicht nur der Duft lockt einen an, auch die leckeren Törtchen, Pralinen und Backwaren. Wir können nicht widerstehen. Von Dinant nach Namur sind es 29 km. Dann geht es weiter. Wir wollen uns das Hotel Mercure in Louvain-La-Neuve anschauen, indem wir im September schlafen werden. Von Namur bis zum Hotel sind es 52 km. Das Hotel liegt etwa 30 km von Brüssel entfernt.
Nachdem wir uns das Hotel angesehen haben und sehr mit unserer Wahl zufrieden sind, fahren wir weiter nach Brüssel. Auch hier wieder die Devise, wir riskieren nix. Und so fahren wir nicht nach Brüssel herein. Zeitlich würden wir es auch kaum schaffen. Die Innenstadt heben wir uns für September auf. Auf dem Autobahnring umfahren wir Brüssel und verlassen die Autobahn am Expo-Gelände. Hier genießen wir unseren ersten Blick auf das Atomium. Gewaltig, so hatten wir es uns nicht vorgestellt. Auf Bildern wirkt es immer so klein. Wenn darunter steht, fühlt man sich als Ameise. Mein Sohn und meine Frau wollen gern ins Atomium. In der obersten Kugel befindet sich ein Restaurant. Bis dort oben fährt ein Fahrstuhl. 92 Meter hoch. Ich suche nach Ausreden. Die Höhe ist einfach nichts für mich. Es gelingt mir beide zu überreden nicht dort hinein zu gehen. Stattdessen besichtigen wir den Mini-Europa-Park. Viele Sehenswürdigkeiten aus ganz Europa findet man dort in Miniatur. Unser Sohn ist begeistert und hat seinen Spass.
Ich werde überredet. Jetzt sind wir schon in Brüssel und wir gehen nicht ins Atomium??? Das konnte es wohl nicht sein. Ich fasse jeden Mut zusammen. Wir lösen ein Ticket und rasen in 92 Meter Höhe. Brüssel liegt uns zu Füssen. Von hier oben sehen wir unser Womo. Klein, ganz klein. Das Fußballstadion von Brüssel sehen wir und Mini-Europa noch kleiner. Angst habe ich immer noch und je mehr wir uns bewegen umso größer wird diese. In die anderen Kugeln gelangt man durch Treppen oder Rolltreppen. Die Kugeln bewegen sich und dadurch entsteht ein komisches Gefühl im Bauch. Man muss es erlebt haben. Obwohl es für mich schon sehr unangenehm war, war es ein Erlebnis und ich bereue es nicht mich überredet haben zu lassen.
Wir verlassen die „magischen Kugeln“. Meine Frau möchte nicht in Brüssel übernachten. Wir fahren aus Brüssel heraus. Machen kurz Zwischenstopp in Grimbergen. Sehr verlassener Ort wie uns schien und so fahren wir weiter. Waterloo reizt uns. Wir fahren los und suchen den Löwen. Endlich haben wir ihn gefunden. Ein großer Parkplatz befindet sich neben dem Informationszentrum. Es ist bereits dämmerig. Fotos würden nicht unbedingt schön werden. Die würde ich an nächsten Morgen machen, dachte ich mir. Wir stellen unser Womo auf. Wir stehen alleine auf einen großen Platz. Bäume und Sträucher darum. In einer Ecke steht ein altes kaputtes Auto. Ein alter roter Bulli fährt vor. Ein ebenso alter und dreckiger Mann steigt aus. Irgendetwas hat dieser Platz. Es knistert im und am Womo. Mit dem Stellplatz sind wir nicht glücklich. Im Sommer mag es super sein, wenn auch das ein oder andere Womo ebenfalls dort campt, aber zu dieser Jahreszeit. Wir packen unsere Sachen und fahren weiter. Namur hat uns gut gefallen. Wir fahren auf die Zitadelle. Dort stehen wir zwar auch alleine, aber immer noch besser als in Waterloo. Mein Schwiegervater meinte bei unserer Rückkehr, dass ist der Geist von Napoleon. Ich habe fast das Gefühl, das er damit Recht hatte. Zum Tagesabschluss macht meine Frau Ravioli. Nachtruhe!
Donnerstag, 01.06.2006
Unser letzter Tag ist angebrochen. Wir stehen wieder einmal früh auf. Um 8 Uhr fahren wir bereist los. Von Namur nach Lüttich sind es 62 km. Es ist verdammt frisch heute Morgen. Es sind nur 7°C. In der Nähe von Lüttich befindet sich ein Kloster. Leider findet dort keine Führung in Deutsch statt. Wir schauen uns ein wenig um und fahren dann in den Ort Aubel. Dort kaufen wir leckere Pralinen und Bier.
Nun fahren wir weiter. Wir fahren noch einmal Eupen an. Dort besuchen wir eine Schokoladenfabrik und decken uns mit Köstlichkeiten ein. Da es schon spät ist, fahren wir auf dem direkten Weg nach hause. Unterwegs kommen wir in den einen oder anderen Stau. Am Abend sind wir in Beverungen wieder zurück. Und wann fahren wir wieder?????

