Da wir mit Freunden vor deren Abfahrt zur Überwinterung in Portugal noch eine kleine Tour unternehmen wollten und uns die Weingebiete als klassische Herbstziele zu überlaufen sind, hatten wir uns vorgenommen, die Belgischen Ardennen und speziell das Amblèvetal zu erkunden.
Unsere Strecke ging über Verviers und Theux nach Remouchamps und von dort über die N 633 durch das Tal der Amblève Richtung Malmedy. Die zu Recht sehr bekannten Grotten vom Remouchamps hatten wir von einem früheren Besuch in guter Erinnerung, eine sehr interesante Wanderung durch das Innere des Berges mit der Bootsfahrt über den unterirdischen Fluß als Abschluß.
Die Amblève ist ein sehr naturbelassener stellenweise fast idyllischer Fluß, der nur am Ortsrand von Remouchamps durch Dauercampingplätze verschandelt ist. Sehr schön ist der Fluß an der "Fond de Carrée" einer Flußstrecke von ca. 1 km, die voll riesiger Felsbrocken liegt und Gelegenheit zu einem schönen Spaziergang bietet.
Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz des Friedhofs von Stoumont, ein schönes Plätzchen mit guter Aussicht, das wir aber nach ruhiger Nacht früh verließen, um nicht von den Anwohnern als pietätlos angesehen zu werden.
Der nächste Halt waren die Wasserfälle von Coo, zwei nebeneinanderliegende Wasserfälle von 13 und 15 m Höhe, von denen einer natürlich ist, der andere im 19. Jhd. angelegt wurde. Zusammen bieten sie ein eindrucksvolles Schauspiel und die großen Wassermengen verursachen einen Höllenlärm. Da die Saison mit dem September zu Ende ist, war der sommerliche Touristenrummel vorbei und von ca. 10 Restaurants gerade noch 2 geöffnet, so daß wir die Womos direkt über den Wasserfällen am Fluß parken konnten und dort den Abend und die Nacht in herrlicher Ruhe verbringen konnten, wenn man vom Rauschen des Flusses absieht, das aber eher schlaffördernd gewirkt hat.
Die letzte Station war Malmedy, eine sehr schöne beschauliche Stadt mit einem einzigartigen Blumenschmuck, der dem der "Villes fleuris" in Frankreich in nichts nachstand. Die Stadt liegt im traditionell deutschsprechenden Teil Belgiens, so daß auch französischsprachige Bewohner zumindest etwas Deutsch können, das ist auch mal ganz nett. Ein offizieller kostenloser Stellplatz mit V/E ist jetzt noch auf dem Hof des ehemaligen Klosters direkt an der Kathedrale ausgewiesen, nicht besonders schön, aber man kann alles Wesentliche zu Fuß erreichen und nachts ist es sehr ruhig. Bis zum nächsten Jahr soll allerdings ein schönerer neuer Stellplatz mit Strom etc. fertig sein, den wir bestimmt auch besuchen werden.
Auf der Heimfahrt haben wir noch die Stadt Herve - ca. 15 Min. von Aachen - besucht, um den bekannten (sehr kräftigen) Herver Käse zu kaufen, den man tatsächlich zusammen mit Lütticher Sirup aus Birnen, Äpfeln und Datteln isst, was wir jetzt zuhause gern tun.
Diese Tour war kurz aber einrucksvoll und für uns entfernungsmäßig eine Art von Naherholung.

