
1. Tag
unser Ziel heute ist die Talsperre Pirk bei Ölsnitz. Dort gibt es einen Campingplatz im Naherholungspark. Wir fahren am Dreieck Vogtland von der A9 auf die A72 und an der Abfahrt 5 (Pirk) dann rechts über die Autobahn und gleich wieder rechts auf die S311. Nach ca. 400 m geht es dann rechts wieder unter der Autobahn durch. Die Unterführung hat keine Beschilderung, wie hoch die Durchfahrt ist, aber 3,20 m passen auf jeden Fall drunter durch, wir haben es getestet. Direkt nach der Unterführung geht es links in die Starße „Am Strand“ und nach weiteren 300 m dann auf den Parkplatz vor der Schranke des Campingplatzes. Das waren heute dann 320 km die wir dank guten Wetters und wenig Verkehr in 4 Stunden geschafft haben. Nach dem Einchecken fahren wir das Mobil auf den Stellplatz. Der Boden ist etwas uneben, Keile bringen unsere Betten in die Horizontale. Dann noch die Stühle, Tisch und Grill raus, Markise rauskurbeln und dann wird entspannt.

Ein paar Steaks aus dem Vorrat müssen dran glauben. Dann setzen wir uns noch ein wenig an den Kiosk am Platz und lassen uns das lokale Bier schmecken.

Die Kioskbetreiber sind sehr freundlich. Erst erzählt uns der Papagei dort seine Geschichten…

…und dann die Dame vom Grill was man so alles hier am Stausee unternehmen kann. Schwimmen gehen, das werden wir morgen früh.
Obwohl man die Autobahn hört ist die Nacht relativ ruhig und wir schlafen gut.
2. Tag
Wir gehen ausgiebig schwimmen, frühstücken gemütlich und brechen so gegen 10 Uhr auf in Richtung Chemnitz. Dort wechseln wir auf die A4 Richtung Dresden. Kurz vor Dresden wechseln wir auf die A17, die wir an der Ausfahrt 6 (Pirna) verlassen. Auf der B172a geht es über die Elbe und danach rechts ab. Die Bastei ist hier schon gut ausgeschildert. Wir fahren ca. 190 km bis zur „SteinReich – Erlebniswelt sächsische Schweiz“, hinter der sich der P+R Platz Bastei befindet. Auf diesem P+R gibt es auch Tickets für die Übernachtung. Wir sind nach der Schranke die zweite Gasse rechts abgebogen und ganz nach hinten bis in den nicht mehr asphaltierten Teil gefahren. Dort standen wir ganz alleine und es war auch kein Problem, die Möbel neben dem Mobil aufzustellen. In der Hauptsaison ist es hier sicher voller. Weiter oben auf dem Parkplatz wird es lauter, da führt die Hauptstraße vorbei. Öffentliche Toiletten sind am Platz, die werden aber Nachts abgeschlossen.

Die Erlebniswelt --> Link bietet neben einem lokal ein Museum zur Region, Veranstaltungen und einen Erlebnispark für Kinder mit ZwergenWerk und Wechselgassen Labyrinth.

Vor dem P+R-Platz startet auch das Busshuttle zur Bastei. Wir waren gestern und heute lange genug gesessen und möchten den Weg zu Fuß marschieren. Das sind etwa 3,5 km, nach einer dreiviertel Stunde kommen wir an der Bastei an. Und sind überwältigt. Einmal von den vielen Leuten hier, wie muss es da in der Ferienzeit im Sommer aussehen?






Dennoch, wir genießen die Zeit hier und wandern durch die Felsen. Nach jeder Ecke treffen wir auf neue, schöne Ausblicke, auf andere Felsspitzen oder hinunter auf die Elbe. Wir schreiben noch unsere obligatorischen Ansichtskarten und nehmen dann doch den Bus zurück zum Parkplatz. Dort angekommen stecken wir den Grill an und bereiten uns zwei Steaks. Ein schönes Bier aus dem Kühlschrank, noch ein bisschen reden und dann ins Bett – Reisen mit dem Wohnmobil ist einfach herrlich.
3. Tag
Die Nacht war herrlich ruhig und wir starten nach dem Frühstück Richtung Bad Schandau. Dort, kurz nachdem wir an der Elbbrücke vorbeigefahren sind ergänzen wir unsere Vorräte beim Disounter. Wir fahren weiter auf der B172 und kommen kurz nach Schmilka über die Grenze nach Tschechien. Wir haben auf dem Navi eingestellt, dass wir keine mautpflichtigen Straßen fahren möchten und kaufen daher kein Maut-Gerät, ein Fehler wie sich später herausstellen soll.
In Hrensko, dem nächsten Ort nach der Grenze, biegen wir links ab hinauf nach Mezni Louka, wo es einen Campingplatz gibt. Schon auf dem Weg dorthin beschließen wir, dass wir uns Hrensko auf jeden Fall anschauen werden.
Das Kamp Mezni Louka erreichen wir nach 30 km und einer knappen Stunde. Es ist „urig“ das Sanitärgebäude aber sauber und das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Nachdem wir das Mobil abgestellt haben machen wir uns auf den Weg zu nahen Bushaltestelle und fahren zurück nach Hrensko.


Das ist ein netter Ort. Wir kehren ein und testen das lokale Bier, sehr gut! Von hier aus starten die Kahntouren in die Edmunds-Klamm --> Link, die sollte man nicht versäumen. Dummerweise war der Akku von meiner Kamera leer und so haben wir keine Bilder von der Kahnfahrt.
Wir schlendern danach noch über den Markt und nehmen unser Abendessen in einem der Lokale dort ein, gut und preiswert. Der Bus bringt uns wieder zurück nach Mezni Louka, wo wir eine ruhige Nacht im Mobil verbringen.
4. Tag
Heute werden wir vom Campingplatz aus zum Prebischtor wandern, einfache Strecke ca. 3 Stunden. Wir brechen gegen 9 Uhr auf und wandern auf dem Gabrielensteig.

Über den gut ausgebauten und ausgeschilderten Weg geht es entlang sehenswerter Felsformationen.

Am Prebischtor angekommen haben wir Hunger und Durst. In die Felswand gebaut gibt es dort ein Lokal. Es wurde schon 1826 gebaut und 1881 zu einem Hotel umgebaut und erweitert. Dort ist es nicht teuer und das Essen, es gibt böhmische Knödel, sehr gut. Wir entscheiden uns erst mal was zu essen, bevor wir die Gegend um das Prebischtor erkunden.


Gestärkt zahlen wir den Eintrittspreis, etwa 3 Euro. Wir wandern die verschiedenen Wege um das Prebischtor ab und sind immer wieder begeistert von dieser Laune der Natur. Der Prebischbogen ist die größte Sandstein-Felsbrücke Europas. Mit einer Spannweite von ca. 26 m und einer Höhe von 16 m wirkt der Bogen aus jedem Blickwinkel beeindruckend.


Von den Wanderwegen aus haben wir immer wieder einen herrlichen Blick über das Naturschutzgebiet in dem wir uns hier befinden.



An der kleinen Touristinfo am Bogen erfahren wir, dass ab Hrensko heute noch mehrere Busse zurück nach Mezni Louka fahren und so entscheiden wir uns nicht den Gabrielensteig zurück zu wandern sondern wählen den Weg hinunter nach Hrensko. Nach guten 2 Stunden erreichen wir Hrensko...

...und fahren nach einem gemütlichen Bier mit dem Bus, der kostet gerade mal 70 Cent, zurück nach Mezni Louka.
Am Campingplatz angekommen packen wir den Grill aus und brutzeln uns ein paar saftige Steaks. So klingt der Tag mit einem guten Essen und einem Bier aus und wir verbringen eine weitere ruhige Nacht hier auf dem Platz.
5. Tag
Wir starten Richtung Jetrichovice, da wir etwas von der Gegend sehen und die Mautstraßen meiden möchten. Es geht weiter über Srbska Kamenice und dann durch Tetschen ins Tal der Elbe. Das Tal ist landschaftlich wunderschön. Wir fahren weiter auf der 261 über Aussig, wo wir die Elbe überqueren und auf der 62, dann 30 weiter nach Vanov fahren. Und dort sehe ich an der 9 plötzlich das Schild des tschechischen Mautbetreibers, was wohl soviel heißt, als dass diese Straße mautpflichtig ist. Im Navi wird sie nicht als mautpflichtig angezeigt. Die Maut-Portale über der Straße bestätigen mir, dass wir nun offiziell Mautpreller sind. In Prackovice endet die Mautpflicht auf der 30 wieder. Wir fahren in Lovosice ab auf die 15. Die weitere Route geht dann über Libochovice und Slany. Dort legen wir nach gut 2 Stunden einen Halt ein und essen zu Mittag.
Die Geschichte mit der Maut macht mich doch etwas nervös und so frage ich mal Google, was man für Möglichkeiten hat. Ich lese dort, dass die Kennzeichen der Mautpreller bei der Ein- und Ausreise abgeglichen werden und man so auch nach Jahren noch zu dann erheblichen Geldstrafen herangezogen werden kann. Nicht gut. Doch als ich weiter recherchiere finde ich heraus, dass es tatsächlich die Möglichkeit gibt die Maut nachzuzahlen. Bei diesen Infos gibt es auch die Telefonnummer einer Hotline, die ich dann auch gleich mal anrufe. Das Gespräch wird registriert und wenn ich nun innerhalb 48 Stunden zahle, dann sollte ich auch später wieder beruhigt nach Tschechien reisen können.
Deutlich entspannter fahren wir weiter. Die Route führt uns über Kacice und Krivoklat, mit einer sehr schönen Burg entlang dem Fluss Berounka durch das Landschaftsschutzgebiet Krivoklatsko nach Pribam. Dort passiert uns das gleiche, wie schon in Vanov: Viel zu spät ist zu erkennen, dass die Straße nun plötzlich wieder Maut kostet. Abfahren ist nicht mehr möglich und schon wieder fahren wir durch Mautportale. Nun ja, jetzt wissen wir ja, dass wir nachzahlen können und fahren weiter Richtung Krumau. Dort biegen wir ab und fahren weiter nach Cerna v Posumavi, wo wir nach knapp 4 Stunden Fahrt das Kemp Villa Bohemia anlaufen.

Ein sehr schöner Platz, der direkt am Lipno-Stausee liegt. Hier ist die Moldau aufgestaut und es wird Wassersport in vielen Varianten angeboten. Auch jetzt in der Nachsaison ist der Platz noch gut belegt ist.
Nach einem längeren Spaziergang am Ufer des Vodni Nadrz Lipno I, so heißt der Stausee hier, gönnen wir uns eine Pizza und ein oder zwei Bier im Lokal am Platz. Die Pizza und das Bier, beides schmeckt hervorragend. Mit der nötigen Bettschwere begeben wir uns zurück zum Mobil.
6. Tag
Es geht zurück, schade, hier könnten wir durchaus ein paar Tage verbringen. Auf dem Rückweg stoppen wir in Lenora an einer Tankstelle und begleichen unsere Mautschulden. Geht relativ einfach, wir kaufen an der Tankstelle eine Myto-Box und lassen davon gleich die gefahrenen Strecken abbuchen. Die Box behalten wir, da wir planen in den nächsten 12 Monaten noch zweimal nach Tschechien zu fahren. Unser Heimweg führt uns über Freyung, Passau, Bad Grießbach und Moosburg nach Hause. Das war wieder eine schöne Reise mit vielen Eindrücken und bald soll es schon wieder auf die nächste Reise gehen.
Vielen Dank, dass Ihr uns auf dieser Reise begleitet habt! Bis bald und
herzliche Grüße
Gabi und Gerhard

