quote:
Der Fornello in der Murgia in Apulien.
„Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gutgegessen hat."
Es war im Jahr 1929, als Virginia Woolf in einem ihrer bekanntesten Essays („A Room of One's Own",dt.: „Ein Zimmer für sich allein") die Bedeutung des Essens als Quelle der Lustunterstrich. Von dieser Überzeugung bestärkt, wollen wir die Tradition und die Geschichte der Fornelli Apuliens näher kennenlernen. Früher einmal galt Fleisch als jenes Lebensmittel, das die größte Energiezufuhr bescherte. Aber nicht alle sozialen Schichten konnten sich die erlesenen Stücke leisten. Und so kam es, dass weniger wohlhabende Menschen in die Beccheria (Fleischerei)gingen, um die nicht so edlen, wenn nicht gar als Abfall geltenden Lamm Innereien zu kaufen oder sich schenken zu lassen. Einige findige kleine Fleischereien in der apulischen Murgia kamen dann auf die Idee, Lamm Innereien anzubieten, die in Därme zu appetitlichen Rouladen gewickelt über glühenden Kohlen in kleinen Steinöfen, den Fornelli, sanft gegart worden waren. Der nun unaufhaltsamen Lauf der Zeit trotzend, ist diese Tradition bis in unsere Tage unverändert erhalten geblieben. ln etlichen geschichts-trächtigen Dörfern der Murgia hat man auch heute die Möglichkeit, zu wirklich volksnahen Preisen, bequem in den Lokalen der Fleischereien sitzend, die Köstlichkeiten aus dem Fornello zu genießen. Koteletts, Gnuma-riedd/ (Rouladen mit Lamminnereien, griechisch „Kokoretsi“), Salsicce (aus ganz fein haschiertem oder mit dem Messer gehacktem Brät aus Schweinefleisch oder aus gemischtem Fleisch) und Animelle (Bries) sind nur einige der schmackhaften Empfehlungen, die ihnen diese einfachen, aber gemütlichen Stätten bieten können. Freuen Sie sich auf die Gelegenheit, köstliche Fleischspezialitäten zu genießen und damit eine uralte gastronomische Tradition wieder aufleben zu lassen, die in der Geschichte eines einstmals armen, aber immer schon gastfreundlichen, großzügigen und lebendigen Landstrichs verwurzelt ist.

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