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Südafrika mit dem Mietmobil


Kletterin am 21 Jun 2018 10:03:18

Moin liebes Forum,

ich hatte erst überlegt, ob ich hier überhaupt noch einen Reisebericht tippen soll. Aber jetzt habe ich grade Lust drauf, warum also nicht?
Wir waren Ende März/Anfang Apri (Osterferien) in Südafrika unterwegs. Leider nicht mit unserem eigenen mobilen Zweitwohnsitz, sondern mit einem Leihfahrzeug von Avis. Genauer gesagt, mit einem 4x4 Ford Ranger mit Dachzelt und Bodenzelt (ja, ist kein Wohnmobil, aber so was ähnliches ;))

Erst nachdem wir letztes Jahr relativ einen Flug nach Johannesburg gebucht hatten und den Mietwagen bestellt hatten, haben wir von den vielen Wasserproblemen in Südafrika gehört bzw. es erst dann richtig wahr genommen. Glücklicherweise hatten wir auch einen Flug nach Johannesburg gebucht und nicht nach Kapstadt. So waren wir wenigstens im "feuchten" Teil des Landes.

Nachdem wir die Reise gebucht hatten, sprachen uns viele Leute drauf an, dass die Osterferien ja Hauptsaison seien in Südafrika. Wir sollten also besser unsere Übernachtungsplätze buchen. Auch unsere Freunde aus Südafrika, die wir auf unserer Rumänienrundreise im letzten Sommer kennenlernten bestätigten die Hauptsaison zu dieser Zeit.
Also machten wir das, was wir sonst niemals tun: wir buchten tatsächlich Übernachtungsplätze zum campen. Und das aus über 8500km Entfernung. Ob das gutgehen würde?

Geflogen sind wir mit Ethiopian Airlines. Kann ich übrigens sehr empfehlen. Leckeres Essen an Board, guter Service und die Zwischenlandung in Addis Abeba war gut, um sich mal die Füße zu vertreten.

Nach der Landung wurden wir am Flughafen abgeholt und übernahmen unser Fahrzeug. Ein bisschen bla, bla und den Papierkram machen und schon saßen wir im Auto. Das Fahrzeug an sich war ziemlich cool. Ausgestattet mit 270° Markise, Dachzelt, Bodenzelt, 1-Flammen-Kocher, großer Kühl- und Gefrierbox, Solar, 60 Liter-Wassertank (aus dem wir sicherheitshalber nicht tranken), großem ausziehbarem Staufach für unsere Lebensmittel, Kochgeschirr, Geschirr, Besteck, Tassen und einem Grill. Das nötigste Werkzeug, Decken, Kissen, Handtücher und (theoretisch) Isomatten waren auch dabei. Wir mussten also nur mit unseren persönlichen Sachen anreisen und hatten im Grunde nur kleines Gepäck dabei. Das Kletterzeug ließen wir ausnahmsweise zuhause, weil wir uns auf Game Drives und Safaris konzentrieren wollten.
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Der erste Schock kam aber, als wir am Abend das Zelt aufgebaut hatten. Das hatten wir nicht in Augenschein genommen bzw. aufgebaut. So hatten wir ein feuchtes und ziemlich eklig riechendes Zelt, für das wir nicht genügend Isomatten hatten, damit drei Leute darin Platz finden. Unser Jüngster, Tim, musste deshalb die ersten Nächte im Auto auf dem Rücksitz schlafen, bis wir eine alternative Isomatte gefunden hatten.
Nachdem das Zelt ein paar Stunden ausgelüftet hatte und getrocknet war, war glücklicherweise der Modergeruch weg. Jetzt konnte der Urlaub beginnen.

Am zweiten Tag in Südafrika fuhren wir dann den ersten Nationalpark an. Den Pilanesberg National Park. Und hier hat uns auch das erste Gewitter überrollt. Deshalb beschlossen wir, statt das Zelt auf dem Campingplatz außerhalb des Parks aufzubauen, dort gleich ein wenig herumzufahren. Schließlich hatten wir ein 4x4 Fahrzeug und nasse, schlammige Wege sollten ihm nichts ausmachen. Im Park hatten wir gleich jede Menge Tiere und jede Menge andere Jeeps gesehen. Es kam uns fast schon vor, als wären wir in einem Zoo.
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Am nächsten Tag ging es weiter in den Marakele National Park. Hier war unser Campingplatz direkt im Park. Und auf dem Platz besuchten uns in den drei Tagen unter anderem mehrere Strauße, Warzenschweine und ein Nashorn. Gefühlt hunderte Impalas kamen über Nacht auf den Campingplatz. Wahrscheinlich war den scheuen Tieren die Gesellschaft der Menschen nachts lieber als die der Hyänen, die wir hören konnten.
Der Campingplatz wirkte nicht nur leer, er war es auch. Ein echt großer Platz mit sauberem Waschhaus, Grill- und Feuerstellen und atemberaubender Aussicht - und zeitweise keine Menschenseele außer uns. Herrlich.
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Natürlich machten wir hier auch einige Safari-Touren und sahen ganz viele Tiere - nur leider keine Raubkatzen. Aber von Zebra über Kapgeier und Nashorn bis hin zur kleinen Zwergmanguste (die ich übrigens sehr ins Herz geschlossen hatte) waren alle möglichen Tiere dabei.
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Nach drei Tagen sah unser Plan vor, weiterzuziehen. Über das kleine Ohrigstad Dam Reserve, wo wir eine Nacht verbrachten und Flusspferde beobachteten, ging es zum Blyde River Canyon. Der Blyde River Canyon ist der drittgrößte Canyon der Welt und wirklich sehenswert - vorallem weil er im Gegensatz zu den Canyons, die man sonst so im Kopf hat, wirklich grün und gut bewachsen ist.
Wir fuhren weiter bis Sabie. Das Städtchen ist vorallem durch die vielen Wasserfälle drum herum bekannt. Leider wurde das Wetter schlecht, sodass wir die Wasserfälle nicht besucht haben, sondern am Regentag lieber wieder weitergezogen sind. Wenigstens hatten wir es geschafft, vorher am Abend in Graskop einen kleinen Ausritt mit den Kindern zu machen und uns dort die Gegend anzuschauen.
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Unser nächstes Ziel war der Ithala Game Park. Ein großer Park in Privatbesitz. Wir hatten zuvor viel davon gelesen und unsere Erwartungen waren hoch. Er wurde von vielen als der schönste Park in diesem Teil Südafrikas beschrieben. Und tatsächlich, er war atemberaubend schön. Auch hier sahen wir bei vielen Safarifahrten viele Tiere. Und auch hier war unser Campingplatz mitten im Park, wenig besucht und weitab jeglicher Zivilisation. Und auch hier gab es keinen Zaun um den Platz. Direkt auf dem Platz hatten wir zwar nur Impalas, aber keine 200 Meter davon entfernt hatten wir morgens die ersten Elefanten vorbeiziehen sehen. Und am Flussufer direkt neben dem Platz haben wir am zweiten Morgen die Spuren eines Leoparden im Sand gefunden. Alles ziemlich aufregend und spannend. Ich glaube, wir wären weniger entspannt gewesen, hätten wir da schon von dem Camper gehört, der von einem Leoparden in seinem Wohnmobil angegriffen wurde. Allerdings war dieser Leopard, der den Mann schwer verletzte, wahrscheinlich auch ein ausgewilderter Leopard gewesen, der zuvor viel mit Menschen zu tun hatte.
Die Tiere hier in den Parks haben alle wenig Menschenkontakt. Deshalb ist es auch wichtig, eine Sichtung zu dokumentieren, weil die Betreiber des Parks gar nicht wissen, wo sich die Tiere so aufhalten und wie viele es überhaupt sind.
Der Ithala Game Park bestach nicht nur durch seine Tierwelt, sondern auch durch viele wunderschöne Aussichtsplätze und tolle Rastplätze. Nicht selten sogar mit Toilettenhäuschen dabei - die alle immer tip top gepflegt uns sauber waren. Mit Toilettenpapier und frischer Seife ausgestattet. Ein Luxus, den man in Europa nicht überall hat.
Auch hat der Park ein paar tolle abenteuerliche 4x4 Trails, die für unser Offroadfahrzeug immernoch ganz schön anspruchsvoll waren.


Danach ging es mit Zwischenstop in der Nähe von Johannesburg wieder zurück.

Im Großen und Ganzen waren es super 16 Tage. Es gab so viele Eindrücke und Begegnungen, die wir erstmal verarbeiten mussten. So viel zu erleben, zu sehen und so viel zu erzählen. Das Fahrzeug war klasse, auch wenn am Anfang die Bettsituation für uns Fünf nicht so ganz passte. Auf Dauer möchte ich zwar nicht in einem Dachzelt unterwegs sein müssen, aber für zwei Wochen ist das mal okay. Auch der 1-Flammen-Kocher ist für uns nicht immer ausreichend gewesen. Zum Glück gab es ja noch einen Grill, bzw. wir hatten unseren FireQ von zuhause mitgebracht, da wir ihn dort mal testen wollten. Darauf kann man übrigens auch wunderbar kochen.
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Wer sich jetzt noch nicht müde gelesen hat und sowohl mehr Infos/einen ausführlicheren Bericht wünscht und viel, viel mehr tolle Bilder sehen möchte, der kann das ja auf unserer Webseite machen. Hier ist der --> Link.

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tiefschneewikes am 21 Jun 2018 12:52:58

Hi Kletterin,

schöner Bericht - Danke.

Wie war das denn auf dem Dach zu schlafen und wie schwierig/einfach war des aufbauen des Dachzeltes? Wir fliegen in 4 Wochen nach Namibia und haben ein ähnliches Fahrzueg gemietet. Ich hoffe, ich habe dann auch den Elan einen kurzen Bericht zu verfassen.

RichyG am 21 Jun 2018 14:48:07

Schöner Bericht! Danke!
Südafrika ist einfach Oberklasse!!!!! Aber 16 Tage fast zu kurz. Wenn man denkt es wird toll, geht´s schon wieder heim.
Deshalb sind wir nie unter vier Wochen dort!

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Kletterin am 22 Jun 2018 06:09:07

tiefschneewikes hat geschrieben:Wie war das denn auf dem Dach zu schlafen und wie schwierig/einfach war des aufbauen des Dachzeltes?


Guten Morgen,
das Schlafen auf dem Dach war okay. Die Matratze war recht bequem. Was mich eher gestört hatte war, dass wir in wenigen Nächten doch ziemlich kühle Außentemperaturen hatten und das Zelt innen beschlagen und feucht war. Durch die geringe Breite, die wir hatten (1,2m), kam man bzw. die Bettwäsche doch öfter mal mit der Zeltwand in Berührung und die Wäsche wurde feucht. Wenn es kalt ist, ist das nicht ganz so angenehm.
Auch muss man aufpassen, wo man die Leiter abstellt. Sie hat zwar eine Hülle, aber die Hülle kommt mit der Leiter in das Dachzelt, wenn es verstaut wird. Da passiert es schnell, dass man auch Sand mit ins Dachzelt schleust.

Das Aufbauen des Zeltes ist kinderleicht. Je nachdem, was es für ein Zelt ist, muss man eigentlich nur die Verschlüsse öffnen und dem Zelt einen Schubser nach oben geben, dann öffnet es durch die Dämpfer von selbst. Bei einer anderen Variante wird das Zelt mit Hilfe der Leiter umgeklappt. Ist aber auch einfach.
Das Zumachen mit den Dämpfern erfordert ein klein wenig Kraft. Aber ist gut machbar (wenn man es nicht wie ich am ersten Tag ca. 15 mal macht). Du kannst die Bettwäsche drin lassen. Viel mehr geht aber nicht rein.

RichyG hat geschrieben:Südafrika ist einfach Oberklasse!!!!! Aber 16 Tage fast zu kurz. Wenn man denkt es wird toll, geht´s schon wieder heim.
Deshalb sind wir nie unter vier Wochen dort!

Ja, das stimmt wohl. Uns geht es oft so, wenn wir in der Ferne sind. Aber leider haben die Kinder nur im Sommer so lange Urlaub, dass wir das machen können. An Ostern und im Winter sind es leider weniger Tage. Aber irgendwann sind die Kinder ja aus dem Haus. Dann.... 8)

Asterixwelt am 22 Jun 2018 08:23:24

Hallo Kletterin,

danke für den Bericht + Fotos. Frage welche Impfungen sind notwendig?

gruß

Michael

RichyG am 22 Jun 2018 08:29:47

Wer nicht in den Krüger will, benötigt keine Malariaprophylaxe. Für dort tun es Standby-Medikamente.
Immer am sichersten: Den Hausarzt fragen!

Kletterin am 22 Jun 2018 08:53:30

Asterixwelt hat geschrieben:Hallo Kletterin,

danke für den Bericht + Fotos. Frage welche Impfungen sind notwendig?

gruß

Michael


Das kommt ein bisschen auf die Jahreszeit und das Gebiet an. Je weiter im Osten du dich aufhält, desto höher die Malaria-Gefahr. Im Ohrigstad Park gibt es auch eine leichte Malaria Gefahr, da wir aber bis dato keinerlei Mücken gesehen hatten/nicht gestochen wurden, und die Jahreszeit noch als risikoarm galt, haben wir es riskiert, dort eine Nacht zu bleiben. Den Krüger haben wir aber wegen diesem Risiko, das dort höher ist, ausgelassen.

Auch ist der Blyde River Canyon unten im Canyon leichtes Risikogebiet. Oben, wo wir waren, ist es zu hoch und die Anopheles-Mücke kommt dort nicht hin. Außerdem waren wir dort über die Mittagszeit und die Mücke ist Dämmerungsaktiv.
Ich bin gerade unsicher, ob es für Südafrika überhaupt Pflichtimpfungen gibt. Wir sind aber alle gegen Hepatitis, Diphtherie und Tetanus geimpft.

ebi1 am 23 Jun 2018 14:04:15

Ich bin mir sicher: es gibt keine Pflichtimfungen.

Beim Erstbesuch futtern die Leute oft ein Mittel gegen Malaria, Malarone oder so. Die, die öfter in Malariagebieten unterwegs sind, sind entspannter. Die haben was dabei, essen es aber nur, wenn sie denken, dass sie Malaria haben. Malarone bzw. deren Ersatzmedikamente mit gleichem Inhalt hauen nämlich voll auf die Leber. Eine dauerhafte Einnahme, z.B. bei längeren Aufenthalten, ist nicht zu empfehlen.

Das Risiko ist überschaubar, bei Kurzreisen eigentlich nicht vorhanden. Die Inkubationszeit ist 1-2 Wochen. Schließt man die SA - Reise mit einem Krügeraufenthalt ab, wäre man eh schon in DE, wenn die Malaria ausbricht. Und hier wird man gut behandelt. Kenn bei allen x-fach Tätern nur einen, der mal Malaria bekommen hat.

Grüße
Ebi

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Südafrika ist wohl doch nicht ganz ohne
Mit dem Camper durch Japan geht das überhaupt?
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