ich hatte erst überlegt, ob ich hier überhaupt noch einen Reisebericht tippen soll. Aber jetzt habe ich grade Lust drauf, warum also nicht?
Wir waren Ende März/Anfang Apri (Osterferien) in Südafrika unterwegs. Leider nicht mit unserem eigenen mobilen Zweitwohnsitz, sondern mit einem Leihfahrzeug von Avis. Genauer gesagt, mit einem 4x4 Ford Ranger mit Dachzelt und Bodenzelt (ja, ist kein Wohnmobil, aber so was ähnliches ;))
Erst nachdem wir letztes Jahr relativ einen Flug nach Johannesburg gebucht hatten und den Mietwagen bestellt hatten, haben wir von den vielen Wasserproblemen in Südafrika gehört bzw. es erst dann richtig wahr genommen. Glücklicherweise hatten wir auch einen Flug nach Johannesburg gebucht und nicht nach Kapstadt. So waren wir wenigstens im "feuchten" Teil des Landes.
Nachdem wir die Reise gebucht hatten, sprachen uns viele Leute drauf an, dass die Osterferien ja Hauptsaison seien in Südafrika. Wir sollten also besser unsere Übernachtungsplätze buchen. Auch unsere Freunde aus Südafrika, die wir auf unserer Rumänienrundreise im letzten Sommer kennenlernten bestätigten die Hauptsaison zu dieser Zeit.
Also machten wir das, was wir sonst niemals tun: wir buchten tatsächlich Übernachtungsplätze zum campen. Und das aus über 8500km Entfernung. Ob das gutgehen würde?
Geflogen sind wir mit Ethiopian Airlines. Kann ich übrigens sehr empfehlen. Leckeres Essen an Board, guter Service und die Zwischenlandung in Addis Abeba war gut, um sich mal die Füße zu vertreten.
Nach der Landung wurden wir am Flughafen abgeholt und übernahmen unser Fahrzeug. Ein bisschen bla, bla und den Papierkram machen und schon saßen wir im Auto. Das Fahrzeug an sich war ziemlich cool. Ausgestattet mit 270° Markise, Dachzelt, Bodenzelt, 1-Flammen-Kocher, großer Kühl- und Gefrierbox, Solar, 60 Liter-Wassertank (aus dem wir sicherheitshalber nicht tranken), großem ausziehbarem Staufach für unsere Lebensmittel, Kochgeschirr, Geschirr, Besteck, Tassen und einem Grill. Das nötigste Werkzeug, Decken, Kissen, Handtücher und (theoretisch) Isomatten waren auch dabei. Wir mussten also nur mit unseren persönlichen Sachen anreisen und hatten im Grunde nur kleines Gepäck dabei. Das Kletterzeug ließen wir ausnahmsweise zuhause, weil wir uns auf Game Drives und Safaris konzentrieren wollten.
Der erste Schock kam aber, als wir am Abend das Zelt aufgebaut hatten. Das hatten wir nicht in Augenschein genommen bzw. aufgebaut. So hatten wir ein feuchtes und ziemlich eklig riechendes Zelt, für das wir nicht genügend Isomatten hatten, damit drei Leute darin Platz finden. Unser Jüngster, Tim, musste deshalb die ersten Nächte im Auto auf dem Rücksitz schlafen, bis wir eine alternative Isomatte gefunden hatten.
Nachdem das Zelt ein paar Stunden ausgelüftet hatte und getrocknet war, war glücklicherweise der Modergeruch weg. Jetzt konnte der Urlaub beginnen.
Am zweiten Tag in Südafrika fuhren wir dann den ersten Nationalpark an. Den Pilanesberg National Park. Und hier hat uns auch das erste Gewitter überrollt. Deshalb beschlossen wir, statt das Zelt auf dem Campingplatz außerhalb des Parks aufzubauen, dort gleich ein wenig herumzufahren. Schließlich hatten wir ein 4x4 Fahrzeug und nasse, schlammige Wege sollten ihm nichts ausmachen. Im Park hatten wir gleich jede Menge Tiere und jede Menge andere Jeeps gesehen. Es kam uns fast schon vor, als wären wir in einem Zoo.
Am nächsten Tag ging es weiter in den Marakele National Park. Hier war unser Campingplatz direkt im Park. Und auf dem Platz besuchten uns in den drei Tagen unter anderem mehrere Strauße, Warzenschweine und ein Nashorn. Gefühlt hunderte Impalas kamen über Nacht auf den Campingplatz. Wahrscheinlich war den scheuen Tieren die Gesellschaft der Menschen nachts lieber als die der Hyänen, die wir hören konnten.
Der Campingplatz wirkte nicht nur leer, er war es auch. Ein echt großer Platz mit sauberem Waschhaus, Grill- und Feuerstellen und atemberaubender Aussicht - und zeitweise keine Menschenseele außer uns. Herrlich.
Natürlich machten wir hier auch einige Safari-Touren und sahen ganz viele Tiere - nur leider keine Raubkatzen. Aber von Zebra über Kapgeier und Nashorn bis hin zur kleinen Zwergmanguste (die ich übrigens sehr ins Herz geschlossen hatte) waren alle möglichen Tiere dabei.
Nach drei Tagen sah unser Plan vor, weiterzuziehen. Über das kleine Ohrigstad Dam Reserve, wo wir eine Nacht verbrachten und Flusspferde beobachteten, ging es zum Blyde River Canyon. Der Blyde River Canyon ist der drittgrößte Canyon der Welt und wirklich sehenswert - vorallem weil er im Gegensatz zu den Canyons, die man sonst so im Kopf hat, wirklich grün und gut bewachsen ist.
Wir fuhren weiter bis Sabie. Das Städtchen ist vorallem durch die vielen Wasserfälle drum herum bekannt. Leider wurde das Wetter schlecht, sodass wir die Wasserfälle nicht besucht haben, sondern am Regentag lieber wieder weitergezogen sind. Wenigstens hatten wir es geschafft, vorher am Abend in Graskop einen kleinen Ausritt mit den Kindern zu machen und uns dort die Gegend anzuschauen.
Unser nächstes Ziel war der Ithala Game Park. Ein großer Park in Privatbesitz. Wir hatten zuvor viel davon gelesen und unsere Erwartungen waren hoch. Er wurde von vielen als der schönste Park in diesem Teil Südafrikas beschrieben. Und tatsächlich, er war atemberaubend schön. Auch hier sahen wir bei vielen Safarifahrten viele Tiere. Und auch hier war unser Campingplatz mitten im Park, wenig besucht und weitab jeglicher Zivilisation. Und auch hier gab es keinen Zaun um den Platz. Direkt auf dem Platz hatten wir zwar nur Impalas, aber keine 200 Meter davon entfernt hatten wir morgens die ersten Elefanten vorbeiziehen sehen. Und am Flussufer direkt neben dem Platz haben wir am zweiten Morgen die Spuren eines Leoparden im Sand gefunden. Alles ziemlich aufregend und spannend. Ich glaube, wir wären weniger entspannt gewesen, hätten wir da schon von dem Camper gehört, der von einem Leoparden in seinem Wohnmobil angegriffen wurde. Allerdings war dieser Leopard, der den Mann schwer verletzte, wahrscheinlich auch ein ausgewilderter Leopard gewesen, der zuvor viel mit Menschen zu tun hatte.
Die Tiere hier in den Parks haben alle wenig Menschenkontakt. Deshalb ist es auch wichtig, eine Sichtung zu dokumentieren, weil die Betreiber des Parks gar nicht wissen, wo sich die Tiere so aufhalten und wie viele es überhaupt sind.
Der Ithala Game Park bestach nicht nur durch seine Tierwelt, sondern auch durch viele wunderschöne Aussichtsplätze und tolle Rastplätze. Nicht selten sogar mit Toilettenhäuschen dabei - die alle immer tip top gepflegt uns sauber waren. Mit Toilettenpapier und frischer Seife ausgestattet. Ein Luxus, den man in Europa nicht überall hat.
Auch hat der Park ein paar tolle abenteuerliche 4x4 Trails, die für unser Offroadfahrzeug immernoch ganz schön anspruchsvoll waren.
Danach ging es mit Zwischenstop in der Nähe von Johannesburg wieder zurück.
Im Großen und Ganzen waren es super 16 Tage. Es gab so viele Eindrücke und Begegnungen, die wir erstmal verarbeiten mussten. So viel zu erleben, zu sehen und so viel zu erzählen. Das Fahrzeug war klasse, auch wenn am Anfang die Bettsituation für uns Fünf nicht so ganz passte. Auf Dauer möchte ich zwar nicht in einem Dachzelt unterwegs sein müssen, aber für zwei Wochen ist das mal okay. Auch der 1-Flammen-Kocher ist für uns nicht immer ausreichend gewesen. Zum Glück gab es ja noch einen Grill, bzw. wir hatten unseren FireQ von zuhause mitgebracht, da wir ihn dort mal testen wollten. Darauf kann man übrigens auch wunderbar kochen.
Wer sich jetzt noch nicht müde gelesen hat und sowohl mehr Infos/einen ausführlicheren Bericht wünscht und viel, viel mehr tolle Bilder sehen möchte, der kann das ja auf unserer Webseite machen. Hier ist der --> Link.

