Roman am 14 Dez 2006 19:41:06 Hallo,
gestern bekam ich die wohl seltsamste Rechnung meines Lebens. Ich brauchte einige Zeit, um überhaupt zu verstehen um was es geht.
Oben steht groß "Rechnung". Darunter ist folgender Satz zu lesen:
"Für den Gebrauch einer gebührenpflichtigen Straße gemäß nachstehender Beschreibung"
Darunter kommt ein Kasten, mit einem fast schwarzen Foto unseres Sprinter, auf dem gerade mal die Scheinwerfer und, sehr deutlich, das Kennzeichen zu sehen sind.
Daneben steht:
Ausgehende Behörde : Vegamot AS (Gjesdal) - Norway
Bussgeldbescheid (!!!!?????) Nr............
Kfz-Kennzeichen....................
Datum der Ausgabe: 31.05.2005 !!!!!!!!
Standort: Ostabo, Gjesdal.
Soweit kann das auch alles stimmen, da wir zu der Zeit dort unterwegs waren. Liegt südöstlich von Stavanger.
Durch googeln fand ich heraus, dass es wohl eine Firma (?) "vegamont" gibt. Diese betreibt offensichtlich mautpflichtige Straßen in Norwegen. So auch hier die RV 45.
Nur, ist das normal, dass mit 1,5 Jahren Verspätung eine Gebührenanforderung kommt ????
Übrigens, das Geld soll auf eine Bank in London überwiesen werden. Ach ja, die Gebühren betragen lediglich 5,09 Euro, erhöhen sich allerding lt. Rechnung auf 43,25 Euro, wenn nicht innerhalb von 2 Wochen bezahlt wird.
Also mir kommt das alles sehr seltsam vor. Wir sind auf jeden Fall nicht wissentlich an einer Mautstation vorbeigefahren, ohne zu bezahlen.
Interessant ist auch, dass nach einem Anruf beim ADAC, die Dame dort sagte, "Sie werden es nicht glauben, vor fünf Minuten war ein Herr hier bei mir, der genauso eine Rechnug dabei hatte, nur bei ihm waren es über 40 Euro"
Und nu :(
Ich meine mir kommt es jezt nicht auf die 5,00 Euro an, wobei sich der Betrag durch die Gebühren, die bei einer Auslandsüberweisung entstehen och ganz erheblich erhöht.
Roman
Tipsel am 14 Dez 2006 19:46:32 Ich würde die 5 € berappen, denn wenn du tatsächlich in der Zeit dort warst, könnte was dran sein.
Vielleicht dauerts tatsächlich so lange, bis der Halter ermittelt wurde und verjährt istsscheinbar noch nicht.
[Admin] am 14 Dez 2006 19:52:36 wurde der Brief mit der Rechnung zugestellt oder eingeworfen? :wink:
Roman am 14 Dez 2006 19:57:21 @Dirk:
es handelt sich eigentlich nur um eine Rechnung, die in England/London per Luftpost abgeschickt wurde.
@Christel:
klar, mir geht es auch mehr ums Prinzip. Ob dies die üblich Art und Weise ist, wie die Norweger ihre Straßenmaut eintreiben. Schließlich entstehen denen ja auch Bearbeitunggebühren, die u.U. höher sind als 5,09 Euro.
Roman
oldi am 14 Dez 2006 20:06:09 hallo roman
ich würd bei der norwegischen botschaft anrufen und fragen ob das üblich ist.
gruß peter
dima am 14 Dez 2006 20:06:14 Hallo Roman,
genau dasselbe ist uns vor 4 Jahren auch passiert....
Die Rechnung kam (ca. 6 Monate danach) über eine Inkassostelle in London.
Zum Glück hatten wir noch die Mautquittung in unseren Reiseunterlagen gefunden.....eine Kopie und Ruhe war im Schacht!
Auch bei unserer diesjährigen Reise haben wir von einem Womo-Fahrer die selbe Story gehört.
Da steckt vielleicht sogar System dahinter.....
hast Du die Mautquittung noch?....
Was empfiehlt der ADAC?
oldi am 14 Dez 2006 20:13:00 was mich stutzig macht, wenn die die adresse haben, muß ja auch eine deutsche behörde mitarbeiten, denn ohne weiteres kommst du über das nummernschild nicht an die adresse des halters.
gruß peter
rimor am 14 Dez 2006 20:14:49 Hallo Roman,das gleiche Schreiben von der selben
Firma habe ich auch bekommen(40 Euro und mit 60 Euro
gedroht).
Die Maut betrug 15 NOK, ca EUR 2,00. Haben
nachweislich bezahlt. Bei Anfrage beim ADAC(Rechts-
abteilung) wurde darauf hingewiesen, daß Norwegen
bzw. England keine Befugnis haben in Deutschland
irgendwelche Gelder einzutreiben.
Mir wurde gesagt, ich solle das Schreiben
ignorieren.
Haben per E-Mail aber trotzdem Einspruch eingelegt.
Herzliche
Rimor
rimor am 14 Dez 2006 20:22:01 Hallo Peter,
einen Anwalt in Deutschland zu bekommen, der Einsicht
in Flensburg beantragt ist bestimmt keine Schwierigkeit. Mit "Geld" läßt sich doch alles regeln, auch bei der Justiz (s.Ackermann).
Viele
Rimor
[Admin] am 14 Dez 2006 20:22:27 Ich würde für mich entscheiden, ob ich die 5 Euro bezahle, weil ich der Meinung bin, sie tatsächlich schuldig zu sein - oder es aber nach der Zeitspanne und wegen einer eventuellen Unrechtmäßigkeit der Rechnungslegung überhaupt - ignoriere. Denn Fakt ist
1.) 18 Monate ist viel Zeit (eigentlich zuviel)
2.) die Firma müßte Dich in Deutschland verklagen - das macht keiner wehen 5 Euro
3.) wenn die rechnung nicht zugestellt wurde, kannst Du (wenn überhaupt nötig) später immernoch behaupten, diese nie erhalten zu haben.
Gast am 14 Dez 2006 20:29:36 Hallo Roman,
NICHT ZAHLEN :!:
Die Firma betreibt die Mautstationen in sydvest N.
So viel ich weiss können die aber keine Gelder in D eintreiben.
Ich zahle auch nie meine tickets in Deutschland oder Schweden. Die können hier auch nichts eintreiben. :D :D
Ist dein Gesicht auf dem Foto klar erkennbar? Wenn nicht, kannst du das sowiso vergessen.
Ist schon sehr komisch, dass du erst nach so langer Zeit Post von denen erhälst.
Bin wirklich gespannt, wie sich das weiterentwickelt.
Roman am 14 Dez 2006 21:02:28 Tja, danke erst mal für die Antworten.
Zur Frage ob man mich erkennt. Ganz klar nein. Ist der berühmte Neger (entschuldigung Farbige) im Tunnel. Das Foto ist ganz schwarz und man sieht auch nur bis zur Höhe der Motorhaube, gar nicht ins Fahrerhaus.
Interessant wäre natürlich, ob mal jemand die gleiche Strecke gefahren ist und weiß, wie dort üblicherweise abkassiert wird.
Ich denke, wenn dort in irgendeiner Form eine Mautstation gewesen wäre würden wir uns daran erinnern. Das hier sieht ja fast so aus, als wenn die Erfassung nach dem Prinzip der LKW Maut in Deutschland erfolgt.
Weiter im Norden im Bereich der Gletscher sind wir nämlich wirklich eine solche Straße gefahren. Mitten in der Pampa war eine Schranke auf der Straße. Dann konnte man ca 5,00 km fahren, bis ein ebenso mitten in der Pampa stehendes Mauthäuschen kam, an dem wir das Geld abdrücken konnten.
Nur, an sowas erinnert man sich doch !!
Roman
Gast am 14 Dez 2006 22:26:16 Sehr viele Maustationen in N sind unbemannt, wie z.B. der neue Mautring um Tønsberg. Hier hat man auch keine Möglichkeit manuell zu zahlen.
Die meisten Stationen in N sind dem sogenannten "køfri" (ohne Stau)System angeschlossen. Ein Digi-chip, der Information über Fahrzeug, Kontostand und Anzahl Passagen enthält, wird an der Windschutzscheibe befestigt. Ein Sensor an der Station erfasst diese Informationen und gibt entsprechend grünes oder rotes Licht. Alle Fahrzeuge, die diesem System nicht angeschlossen sind, werden fotografiert und der Fahrzeughalter bekommt eine Rechnung zugeschickt.
@Roman,
es kan gut sein, dass du so eine Mautstation durchfahren hast. Aber selbst dann müsstest du die Anlage erkannt haben.
Wenn man dein Gesicht nicht erkennen kann, brauchst du dir überhaupt keine Sorgen machen.
Gast am 14 Dez 2006 22:27:04 Hallo Roman
Ich bin genau an dieser Stelle in Gjesdal am 04.07.2005
durchgefahren ohne etwas von einer Mautstelle zu ahnen.
Am 04.08.06 wurde mir ein Schreiben zugestellt von der Euro Park Collecton aus London mit der Aufforderung die Mautgebühren zu entrichten in Höhe von 5,30 Euro.Ich habe mich dann erst einmal schlau gemacht und heraus gefunden das es sich wirklich um eine Privatstrasse handelt und somit Maut zu entrichten war. Das ganze wird durch Video überwacht und die meisten Norweger fahren mit einer Art Sender durch diese Stellen wodurch diese Gebühren dann erhoben werden. Vom Touristen verlangt mann das er sich bei der nächsten Tankstelle meldet und unter Angabe des Zeitpunkt der Benutzung seine Maut dort bezahlt. Muss man aber auch erst einmal wissen.
Nachdem mir das klar war habe ich meine 5,30 Euro bezahlt und zwar auf die deutsche Niederlassung bei der Sparkasse in Köln.
Wenn Du nicht bezahlts mußte Dir auch keine Sorgen machen.Es kann in Deutschland nicht eingeklagt werden.
Und die Norweger haben ihr Geld von den Engländern schon bekommen, den sie verkaufen ihre Forderungen an die Firma Euro Park Collecton.
Wolf1
Roman am 14 Dez 2006 22:38:12 Danke Wolf,
es war alles genauso, wie Du es beschreiben hast. Uns ist sicher nicht aufgefallen, dass es sich da an irgendeiner Stelle um eine Privatstraße gehandelt hat.
Inzwischen, ich habe die Frage sicherheitshalber noch in zwei anderen Foren gestellt, outen sich immer mehr, die vom gleichen Verein Post bekommen haben.
Auch wurden mir schon Links genannt, in denen das Thema angesprochen wurde:
--> Link
Nochmals allen recht schönen Dank. Ist schon toll mit diesem Forum. Hier werden sie geholfen :wink:
Roman
HandyCleo am 15 Dez 2006 18:35:11 Du solltest Dich schleunigst an eine Verbraucherberatungsstelle wenden!
Das diese Forderung in Deutschland nicht eingeklagt werden kann, stimmt nämlich wohl nicht so ganz, denn es gibt einen Grund, warum das Inkassounternehmen nicht in NOrwegen sitzt, sondern in England:
Norwegen ist kein Mitglied der EU, England schon.
Und Forderungen aus EU-Ländern können in der ganzen EU eingetrieben werden!
Ein Verbraucherschutzverein wird sagen können, ob diese Forderung seriös ist, oder ob der Anbieter einfach nur irgendwie an deine Daten gekommen ist.
Roman am 15 Dez 2006 20:18:36 @ HandyCleo,
das ist nicht ganz richtig. Erstens ist das Gesetz auf das du anspielst noch nicht in Kraft (glaube erst ab Mai nächsten Jahres). Und zweitens gibt es eine Empfehlung / Vorschrift darin, Beträge erst ab 70 Euro aufwärts EU -weit einzutreiben.
Fakt ist jedoch, dass wir im Prinzip das Geld der Betreiberfirma in Norwegen schulden, wenn auch zu 99 % unverschuldet :P
Andererseits, hat das Inkassounternehmen diese Schulden auf eigenes Risiko von den Norwegern abgekauft.
Sagen wir mal für 2,50 Euro. Das würde bedeuten, die EPC würde gerade mal 2,50 Euro daran "verdienen".
Das kann nicht funktionieren. Gebühren, Kosten für Halterermittlung in D, eigene Personalkosten....Das funktioniert nur, wenn die nächst höheren Beträge greifen (43,25 Euro). Geschickterweise haben die Rechnungen solange Laufzeiten, dass die Frist fast verstrichen ist, wenn die Rechnung bei dir eintrifft : Absendedatum 30.11.2006 angekommen : 12.12.2006.
Wenn ich mir die Website der EPC anschaue und sehe wie nobel die hausen, scheint dies jedoch ein lukratives Geschäft zu sein.
Roman
Palle am 17 Dez 2006 19:53:36 Hallo, grundsätzlich werden solche Forderungen in Deutschland nicht vollstreckt, egal ob es sich um EU-Land handelt oder nicht. Ausnahme ist lediglich Österreich. Man kann das also in den Papierkorb werfen und vergessen.
Palle
banskes am 25 Jan 2007 11:48:47 Palle hat geschrieben:Hallo, grundsätzlich werden solche Forderungen in Deutschland nicht vollstreckt, egal ob es sich um EU-Land handelt oder nicht. Ausnahme ist lediglich Österreich. Man kann das also in den Papierkorb werfen und vergessen. Palle
Iw unsicher die ganze Rechtslage im Moment ist, wird deutlich, wenn man mal auf die Seite des ADAC schaut (wenngleich es sich hier nicht um ein Bußgeld, sondern um eine privatrechtliche Forderung handelt):
"Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses über die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Geldsanktionen bis zum 22.März 2007
In der Praxis ist ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich die Vollstreckung von Auslandsknöllchen ab 70 Euro EU-weit und damit auch in Deutschland möglich. Da der EU-Rahmenbeschluss keinausdrückliches Rückwirkungsverbot enthält, ist eine Eintreibung von bereits bestehenden und rechtskräftigen Bußgeldern nicht ausgeschlossen. Hier wird jedoch die Praxis zeigen, ob es tatsächlich zu rückwirkenden Eintreibungsversuchen aus dem Ausland kommen wird."
zwerggwion am 01 Feb 2007 16:40:19 Huh... Na dann kann ich ja noch warten, was uns noch für ein Brief erwartet... Sind im Sommer in Bergen durch die Mautstelle gefahren und haben uns natürlich die Info-Hotline nicht aufgeschrieben. In der City konnte uns keiner sagen, wie's zu zahlen ist (seven11 nicht, wie in Stocklholm und an der Tanke auch nicht) "They will send you a letter...". Ok... An anderer Stelle hatten wir einfach nciht genügend Kleingeld und Karte nahm die Kiste nicht... Da haben wir reingeworfen, was wir hatten, haben unser Portemounnaie vor der Kamera auf den Kopf gestellt und sind weitergefahren... Woher soll man auch wissen, wieviel Kleingeld man braucht...
However, war ein Mietmobil... Ob da was kommt...
Alles Gute,
Thomas
dima am 01 Feb 2007 17:55:52 Hallo Thomas,
befürchte mal, das da noch was kommt...natürlich dauerts ein bißchen länger, weil ja zunächst der Halter (Womo-Verleiher) den Mieter für den Zeitraum ermitteln und anschreiben muss.
Wir haben damals über eine Inkassostelle in GB ungefähr ein halbes Jahr später eine Zahlungsaufforderung von unserem Vermieter erhalten.
(ca. 50 €).
....wir haben nicht bezahlt, weil wir den Kassenbeleg aufbewahrt hatten. Kopie als Beweis genügte!
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