Wir haben ein großes Dachfenster, Typ Heki 4 Plus, von Dometic. Das Fenster hat einen Elektromotor und wird mittels Fernbedienung gesteuert. Von einer Minute auf die andere ließ es sich nicht mehr öffnen. Irgendetwas an der Elektronik war defekt, nur was?
Die Steuerung besteht aus 2 Platinen im innerem Rahmen und 3 Platinen im Fenster. Als Elektroniker traute ich mir durchaus zu, die defekte Platine zu lokalisieren. Aber dazu benötigte ich zwingend einen Schaltplan. Ich rief bei Dometic an und man erklärte mir sofort, dass man für dieses Gerät selber keinen Schaltplan hätte, ich müsste mich an die, von Dometic geschulte, Servicewerkstatt wenden. Die Nachfrage ergab, dass es in NRW und darüber hinaus, genau eine einzige Firma für Reparaturen an diesem Fenster gab.
Dazu ist noch zu sagen, dass die Reparatur oder Fehleranalyse sehr komplex ist. Man braucht 2 Personen, einen um den Rahmen zu halten oder sehr lange spezielle Verlängerungskabel. Ich war mir deshalb ziemlich sicher, wie das Gespräch mit der Werkstatt ablaufen würde und genauso war es.
Der Werkstattleiter erklärte mir freundlich, dass sie solche Reparaturen nicht durchführen würden, da Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stehen würden und sie hätten auch keine Schaltpläne. Er schlug mir vor, so lange Platinen zu kaufen und einzubauen bis der Fehler beseitigt ist, maximal für 300 Euro. Ich hatte vollstes Verständnis für seine Argumentation und fragte ihn, ob ich das Gesagte so, an Dometic weitergeben kann. Er hatte er überhaupt kein Problem damit.
Ein Mitarbeiter von Dometic erneut mit dieser Konstellation konfrontiert, sagte mir allen Ernstes, dass ich dann das komplette Fenster ausbauen müsse (es ist ja auch mit Dichtmasse verklebt)und nach Dometic schicken müsste. Auf meine Frage, wenn an seinem Pkw das Schiebedach defekt wäre und der Hersteller böte, als einzige Lösungsmöglichkeit, an das Fenster auszubauen und einzuschicken, was er denn davon halten würde? Da meinte, er das könne man doch nicht vergleichen. Warum denn nicht, war meine Frage. Dazu fiel ihm allerdings wenig ein. Ich habe an dieser Stelle das Gespräch abgebrochen und mir gedacht: „Vom Ochsen kann man nicht mehr verlangen als ein Stück Rindfleisch“
Aber eine Lösung musste her. Das mit den Platinen habe ich schnell verworfen. Von Hand auf und zu drehen war auch nicht praktikabel da, wegen der Übersetzung, jeder Vorgang ungefähr 20Minuten dauern würde, Ich habe auf die Motorachse einen Verlängerungsadapter montiert und öffne und schließe das Fenster jetzt mit einem Akkuschrauber. Als Weltmarktführer kann man seine Kunden schon mal so behandeln.

