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Moinsen, mich würde mal interessieren, inwieweit ihr euch beim Kauf von Zellen bzw fertigen Akkus Gedanken über mögliche Qualitätsunterschiede der Zellen macht, und wie ihr diese Unterschiede gewichtet. Also zum Beispiel Zyklenzahl 3500 bei DOD 100% bis 80% Restkapazität vs. 2000 bei 80% bis 70%. Oder Standardlade- bzw Entladestrom 1C vs. 0,5C. Oder Größe des Ladestroms unter Null und so weiter ... Schenkt ihr diesen Angaben aus den Datenblättern der Zell-Hersteller bzw den (hoffentlich daraus übernommenen) Versprechen der Akku-Hersteller überhaupt Glauben? Schaut ihr einfach nur nach dem Preis, oder eher nach renommierten Herstellern? Ist eine Zelle die 3500 Zyklen kann (oder höhere Ströme) überhaupt besser als eine mit nur 2000 oder überlebt mich die Zelle/der Akku nicht ohnehin um viele Jahre? Fragen über Fragen und die Hoffnung auf etwas Input sowie einen regen Gedankenaustausch ... Ich würde sagen, der Eine so, der Andere so. Ein tolles Thema um sich hier die Köppe einzuschlagen. Da hilft nur selber einlesen und eine Meinung bilden. Das habe ich zum Glück auch gemacht und habe Fertigakkus zugunsten von Winston Zellen verworfen. Alleine Planung und Aufbau machen einen Riesenspaß Servus Für mich war wichtig das ich im Hintergrund einen guten Händler habe. Und ein fertiges System zum zusammenbauen, so hab ich mir über einzelne Komponenten keine Gedanken machen müssen, Deshalb Winston von Lisunenergy 1. Qualitätsunterschiede der Zellen: Anzahl der Ladezyklen hat keine Rolle gespielt, da ich weder 2000 noch 3000 oder mehr Ladezyklen in den geschätzten 10 Jahren Nutzungsdauer verbrauche. 2. Höhe des möglichen Entladestromes (Dauer): Ja - da es zum Wechselrichter passen musste. 3. Höhe des möglichen Ladestromes: Nein, da die Fahrtstrecken, Sonnenstunden oder die Steckdose genug Zeit hat um den Akku zu laden 4. Höhe des möglichen Ladestromes unter 0°C: Ja da für mein Nutzungsprofil Ladung unter 0°C wichtig ist 5. Hersteller: Da alle Hersteller Fernost-Komponenten verbauen, relativ egal. Eher wichtig wie lange ist der Hersteller schon auf dem Markt und haben die Akkus einen bestimmten Verbreitungsgrad 6. Preis: Ja durchaus eine nicht unwichtige Komponente wenn es mehrere passende Anbieter gibt 7. Dauer der Garantie: Nein war für mich nicht wichtig, Wenn nach 2 Jahren defekt habe ich auch einen anderen Erfahrungshorizont als heute 8. Service: Ja Instandsetzungsmöglichkeit war wichtig um auch nach Ablauf der Garantie evtl. selbst reparieren zu können 9. Baugröße: Ja wichtig und sehr kaufentscheidend ob das ganze dort hin passt wo es hin soll... 10. Selbstbau - oder Fertigakku: Nach Einschätzung meiner Fähigkeiten Entschluss zum Fertigakku Hallo Für mich waren diese Faktoren entscheidend: 1. Gibt es überhaupt Datenblätter? 2. Traut sich der Hersteller seinen Namen drauf zu schreiben? damit meine ich keine selbsgedruckten Sticker des Händlers. 3. Wie ist es um die mechanische Stabilität bestellt? 4. Dicke Gewinde oder mickrige Schräubchen zum Anschluß? Das die neue Batterie sich vom Platz her bei dir einbauen lässt, ist eher kein Qualitätskriterium. Mit freundlichen Grüßen Thomas
Ganz schlimm, die M6 Alugewinde in den blauen Bechern sind gleichzusetzen mit M6 5.6 (Wald und Wiese Stahl) nach ISO 4017 halten doch tatsächlich nur 500kg Zug bei doppelter Sicherheit noch 250kg. Echt gefährlich so was. :roll: :roll: :roll: Ja, man kann auch mit nem Vorschlaghammer den Nagel fürs Bild in die Wand hauen. :mrgreen: Du musst hier nicht auf die Festigkeitsklassen von Schrauben herumreiten...es ist egal welche Güteklasse du dort verwendest...die Gewinde-Flanken vom Alumaterial werden als erstes nachgeben. Und wenn leverkusen3 auf größere Gewinde und stärkeres Material Wert legt, musst du das auch nicht negativ kommentieren. Es reicht die Feststellung das du darauf keinen Wert legst. Hallo, meine Kaufentscheidung wurde von folgenden Kriterien beeinflusst: - Tagesbedarf in Ah (Kalkulation vor und grobe Testphase nach Kauf des Wohnmobils) - Maximalentnahmestrom meines größten geplanten Verbrauchers (600W Wechselrichter für das Laden der E-Bike-Akkus) - Ladestrom und Ladeschlussspannung zur Ermittlung ob die vorhandene Ladetechnik ausreicht (Führte zur Entscheidung einen Tripple-Lader einzubauen) - Platz am Einbauort und Einbaulage - Diskussionsrunden hier im Forum - persönlicher Kontakt zum Lieferanten/Hersteller - Einblick in das Innenleben des Akkus in Hinblick auf die Verarbeitungsqualität - Gehäuse verschraubt, Komponenten austauschbar - Garantieversprechen des Lieferanten/Hersteller Zu dem Zeitpunkt der Anschaffung gab es nach meinen Informationsstand zwei Arten von Zellen, LiFeYPO4 (Winston) und LiFePO4 diverser Hersteller. Zu dem Zeitpunkt kannte ich auch keine Unterschiede zwischen prismatischen und zylindrischen Zellen, geschweige denn das Hersteller A, B, oder C-Ware verbauen. Ich habe den Aussagen der Techniker des Lieferanten glauben geschenkt. Eineinhalb Jahre später bin ich etwas schlauer aber dennoch nicht unzufrieden mit meiner Kaufentscheidung. Für mich war folgendes wichtig: * Verfügbarkeit * Kapazität * Laden / Entladen ohne große Temperatureinschränkung * Größe bezogen auf den Einbauort * Hersteller * Erfahrungen / Referenzen * Selbstbau, um genau zu wissen, was im Akku abgeht, wie das BMS funktioniert etc. * Keine Balancerplatinen auf dem Akku * Aktives und intelligentes BMS * Preis / Leistungsverhältnis
Gibts eigentlich Infos, wie die Zyklenzahlen ermittelt werden ? Ein tatsächlicher Test kann es ja kaum sein. Wenn eine Zelle nur C10 als Ladestrom erlaubt, wären das für 2000 Zyklen etwa 3 Jahre bei schneller Entladung. Bis dahin sind bei den derzeitigen Entwicklungszyklen die meisten wohl nicht mehr am Markt. RK
Hier einer der bekanntesten Test-Aufbaus ... wenn auch nicht ganz zu Deiner Frage passen, so doch immer wieder interessant :wink: --> Link Für mich war nach unserem Bleikristall-Desaster wichtig, einen absolut zuverlässigen Akku zu bekommen, der lange hält und nicht mit Problemchen nervt. Da eine Einschätzung der Qualität von Fertigakkus wegen zu magerer Angaben der Hersteller und wechselnden Liefersituationen der Komponenten nicht möglich ist, ist es bei uns ein Winston-Bausatz von Nothnagel (identisch Lisunenergy) mit 200 Ah geworden --> Link. Würde ich immer wieder so machen, weil man hinterher genauestens weiss, was da werkelt. bis denn, Uwe
Moin, ich hatte bei Hometronix ein Dokument mit den Testzyklen für eine 100Ah-Zelle von Tipsun gesehen, da waren tatsächlich 4000 Zyklen einzeln aufgeführt. Laden/Entladen mit 1C macht rechnerisch 12 Zyklen am Tag, dh man ist "schon" in einem Jahr durch mit dem Test ...
Na ja, da die Alterung per Zyklen annähernd linear verläuft, muss man für eine hinreichend genaue Abschätzung ja nicht unbedingt alle 4000 Zyklen durchfahren. Nach 500 die Kapazität messen, nach 1000 nochmal, Rest extrapolieren. Reicht erstmal fürs Datenblatt, und man lässt den Test gemütlich begleitend zuende laufen, um sicher zu sein, keinen Mist verzapft zu haben. Auch eine Erhöhung der Temperatur bietet eine Möglichkeit, solche Tests zu beschleunigen, muss man dann halt auf RT zurückrechnen, der mathematische Zusammenhang ist ja ebenfalls bekannt. Nicht umsonst geben die Hersteller 2000 oder 3000 oder 4000 Zyklen an und nicht 3432. bis denn, Uwe
Falls Du es nicht verstanden hast, das ist die Streckgrenze oder Dehngrenze (Zugfestigkeit liegt noch etwas höher) dieser Alu Gewinde-Flanken in der Zelle. :) Die mitgelieferten Schrauben dazu sind sogar A2. :mrgreen: Diese Verbindung als "mickrige Schräubchen zum Anschluß?" zu bezeichnen, finde ich halt lächerlich, und darf auch darauf mit Fakten mal hinweisen. Natürlich möchte ich dem Ersteller nicht vorschreiben was er für wichtig hält. :) Na ja, 9 nm maximales Anzugdrehmoment bei den EVE-Zellen wirken halt nicht besonders beeindruckend, ob da ein einwandfreier elektrischer Kontakt hergestellt wird? Bei M8 oder M12 sieht das schon ganz anders aus. bis denn, Uwe Besten Dank mal für eure Beiträge bis hierhin ... Weiß zufällig jemand von euch, ob bzw inwieweit man von den verfügbaren Angaben (Zyklenzahl, Höhe der zulässigen Ströme, Ent/Ladetemperatur) Rückschlüsse auf die kalendarische Alterung ziehen kann? Macht es Sinn, nach vermeintlich höherwertigen Zellen zu schauen (weil man diese dann nicht in ihren Grenz/Extrembereichen belasten muss) oder ist es zB völlig egal, ob Zellen nun 2000 oder 4000 Zyklen können, weil beide ohnehin gleich schnell altern und die kalendarische Alterung ihren Tribut fordert, lange bevor die Zellen ans Ende Ihrer Zyklenlebensdauer gelangen?
Hallo Uwe, in Sachen "einwandfreier elektrischer Kontakt" reicht der Anpressdruck bei 9nm garantiert, da ist die Auflagefläche und deren plane saubere Beschaffenheit deutlich wichtiger. Wenn ich zB bei einigen Blaubecher Anbietern die mickrigen krumm und hohl gestanzten Blechverbinder sehe, das wäre für mich ein no go. :) Gruß Dean
Moin, um das mal aus der Praxis zu relativieren: Mein BMV zeigt mir nach 4 Jahren all day use genau 70 Zyklen an...wenn ich 2000 Zyklen schaffe, gibt's euch schon lange nicht mehr :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Gruß Thomas Moin Thomas, deswegen ja meine Frage nach einer möglichen Korrelation zwischen Zyklenzahl und kalendarischer Alterung. Dass schon 2000 Zyklen mehr als genug für den Rest meines Lebens wären, ist mir klar, ob der Akku auch so lange lebt, allerdings nicht ... :-) Hallo, Als langjährige Fahrerin eines reines Elektroautos, wage ich die These, dass die kalendarische Alterung der Batterie mehr zusetzt als die Ladezyklen. Das BMS sollte dafür sorgen, dass die Batterie niemals vollständig entleert und auch nicht vollständig geladen wird. Keine Ahnung ob das BMS der womoakkus dies leistet, beim Auto ist es so. Also die Anzeige der Batterie ist bei 0 keinesfalls ganz leer und bei voll sind es keine 100% echt. Die Batteriekapazität nimmt mit der kalendarischen Alterung ab, besonders schlecht sind sehr hohe Temperaturen in Verbindung mit hohem Ladestand. Es gibt inzwischen Autos mit mehreren hunderttausend Kilometern Laufleistung mit der ersten Batterie. Die Haltbarkeit ist also zumindest bei Elektroautos gegeben. Sollte die Qualität der fertigakkus nicht deutlich schlechter sein, mache ich mir über die Haltbarkeit unserer Liontron wenig Sorgen. Gruß Birgit
Hallo Biggi, diese mehreren 100.000km beim E-Auto bedeuten ja aber erstmal nur viele Ladezyklen, über die kalendarische Alterung hingegen sagt das noch nicht viel, solange man nicht weiß, in welchem Zeitraum diese Kilometer/Ladezyklen gefahren wurden. Zudem weiß ich nicht, ob sich die Akkus von E-Autos mit unseren Womo-Akkus vergleichen lassen. Werden da auch LiFePO4-Zellen genutzt, oder sind das anderen Lithium-Zellen? [/quote] Hallo Biggi, diese mehreren 100.000km beim E-Auto bedeuten ja aber erstmal nur viele Ladezyklen, über die kalendarische Alterung hingegen sagt das noch nicht viel, solange man nicht weiß, in welchem Zeitraum diese Kilometer/Ladezyklen gefahren wurden. Zudem weiß ich nicht, ob sich die Akkus von E-Autos mit unseren Womo-Akkus vergleichen lassen. Werden da auch LiFePO4-Zellen genutzt, oder sind das anderen Lithium-Zellen?[/quote] Ehrlich gesagt kenne ich mich mit den chemischen Zusammensetzungen in den Batterien nicht gut genug aus um zu beurteilen, ob die vergleichbar sind. Ich wollte mit dem Vergleich nur sagen, dass die Zyklen in der Regel völlig ausreichend für eine sehr lange Nutzung sind, die kalendarische Alterung aber schon Einfluss hat. Die von mir genannten hohen Laufleistungen der Autos sind in der Regel in relativ kurzen Zeiten erreicht worden, z.b. mit Taxen oder im Außendienst. Dort werden die Batterien entsprechend oft und meist sogar sehr schnell wieder aufgeladen. Das macht an der Reichweite recht wenig aus. Schlechter sind da die Batterien, die nur selten genutzt werden, aber schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Viele Leute haben ja immer noch ihre Handyakkus als Beispiel vor Augen, die oft nach zwei oder drei Jahren schon ausgetauscht werden müssen. Das liegt aber daran, dass man sie nicht entsprechend behandelt. Ohne gutes BMS sollte man das Handy nicht leer werden lassen und auch nicht auf 100 % laden. Mein Handy ist inzwischen 3 Jahre alt und durch diese Ladetechnik Batterietechnisch noch völlig in Ordnung. Bei meiner aufbaubatterie hoffe ich, das das eingebaute bms dieses Fenster der gesunden Ladung und Entladung selbstständig einhält. So sollte die Batterie für die nächsten 10 Jahre ihren Dienst versehen. So ist die Theorie, die Praxis wird zeigen, ob ich richtig liege. Gruß Birgit |
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