nachdem ich hier schon soviele Reiseberichte "verschlungen" habe, möchte ich mich auch einmal revanchieren.
Vor kurzem stellte Marcus Fahn in der Bayern1 Morning Show die Frage, was man sich unter der großen Hufeisennase vorstelle. Ich drehte lauter. In dem folgenden Beitrag wurde dann die einzige Wochenstube in Deutschland vorgestellt. Meine Neugier war geweckt und die Seiten des LBV, Landesbund für Vogelschutz in Bayern, waren schnell in diesem Internetz gefunden. Jede Menge Informationen und eine Webcam gibt es auch. Ach so, es geht um Fledermäuse!
In der Oberpfalz, genauer gesagt in Hohenburg, bewohnen sie sogar ein eigenes Haus. Sie sind vom Aussterben bedroht und im Winter 2003 wurden nur noch 37 Tiere gezählt. Der Bestand hat sich hier zum Glück deutlich vergrößert, aber es fehlt nach wie vor an weiteren Lebensräumen. Unsere extensive Landwirtschaft und der fortwährende Einsatz von Pestiziden sind dafür verantwortlich.
Der LBV bietet Führungen in den Sommermonaten in dem Fledermaushaus an. Jeden Freitag, entweder um 19:00 Uhr, oder um 20:00 Uhr, je nach Monat. Zu dem nächsten Termin waren die Plätze schon vergeben, aber am 09.07. waren noch Plätze frei.
Wir machten und auf den Weg nach:

Am Sportplatz gibt es einen Wohnmobilstellplatz, für mehrere Fahrzeuge. Eine V/E konnten wir nicht entdecken und auch keine Stromsäulen. Die Angaben in der Stellplatzkarte haben wir aktualisiert. In das Ortszentrum sind es zu Fuß knapp 10 Minuten.
Hohenburg selbst ist ein kleiner verschlafener Ort, mit der, für diese Gegend typischen Architektur. Leider stehen eine ganze Reihe von Gebäuden leer.

Das Rathaus ist sehr schmuck:


Das Haus der Hufis wurde seinerzeit aufwändig renoviert und Instand gesetzt. Das verschlang eine siebenstellige Summe. Wenn man in das Haus hinein kommt, ist gleich auf der linken Seite ein größerer Raum, der für die Vorträge genutzt wird. An dessen Stirnseite befindet sich eine große Leinwand auf die die Bilder der aktiven Kameras aus den verschiedenen Hufi-Räumen projiziert werden. Geht man weiter kommen noch zwei weitere Räume mit einer kleinen interaktiven Ausstellung. Jede Menge informative Fakten. Durchaus auch für Kinder geeignet. Allerdings sollte man für den Besuch knapp 2,5 Stunden reservieren.
Öffnungszeiten, etwas schwer zu lesen:

Das Haus:

Ein Teil der Ausstellung:


Der Innenhof. Hinten rechts, vor dem Holzzaun, erkennt man die Bänke, von denen aus der Ausflug der Flatterviecher beobachtet werden kann.

Der Vortrag war absolut interessant und mit vielen informativen Fakten versehen. Es wurde über den Kauf, die Renovierung und auch die Finanzierung berichtet. Über die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden und Verbänden. Welche Voraussetzungen in der Umgebung geschaffen wurden usw. Viele Bilder bekamen wir zu sehen. Auch ein Video einer Geburt wurde gezeigt. Es gab keine Frage die unbeantwortet blieb. Ich könnte hier noch so viel berichten, was aber diesen Rahmen sprengen würde. Einfach Klasse und nur zu empfehlen!
Dann ging es raus in den Hof. Es war gegen 21:30 Uhr. Der Referent nahm noch einen Fledermausdetektor mit. Dieser transformiert die Laute der Hufis, die im Bereich von ca. 80kHz liegen, in das, für Menschen wahrnehmbare Spektrum. Leise sind die Mäuse auch nicht. Es kann durchaus vorkommen, dass die Laute der Phonstärke eines startenden Düsenjägers entsprechen.
Das Fotografieren gab ich schnell auf, das Licht reichte nicht mehr und man erkennt nur noch Schatten.

Hier sieht man am linken Rand in der Mitte das Flatterviech nur noch schemenhaft.
Nach ca. 45 Minuten waren dann alle Fledermäuse ausgeflogen und auf Nahrungssuche. Für uns war es Zeit diese gastliche Stätte, nicht ohne eine kleine Spende, zu verlassen. Nach einem kurzen Spaziergang krabbelten wir in unser gemütliches Bett im Wohnmobil.
Dass dieser Landstrich um die Lauterach wunderschön ist, sollten wir bei unserer kleinen Wanderung am nächsten Tag erfahren. Ich möchte hier gar nicht viele Worte verlieren. Lasst die Bilder auf Euch wirken!

Die Hufi-Wanderwege

Auf dem Weg

Bienenstöcke

Ausblicke

Viel Landschaft

Am Wegesrand

Neben dem Wasser

Noch mehr Landschaft
Zum Schluss noch ein kleiner kulinarischer Tipp: Die Hammermühle! Das Frühstück wird hier bis 11:00 Uhr (!) gereicht. Allerdings nur freitags und samstags. Eine Reservierung ist anzuraten.
Unsere Empfehlung: Das Frühstück für 2 Personen. Wurst, Käse, Müsli … und einen Sekt gibt es auch noch hierzu. Das meiste, denke bis auf den Sekt, ist hausgemacht. Und das schmeckt man auch! Zum Abendessen hatten wir Kürbis-Tomaten-Ingwer-Suppe, Salat und Gnocchi mit Löwenzahnpesto. Mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen! Allerdings ist nur bis 19:00 Uhr geöffnet.
Der Biergarten, der Hofladen und die netten Bedienungen runden das Bild ab.
Wir kommen wieder!
"Wenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, gebt mir einen Daumen hoch, oder abonniert meinen Kanal" ... nee, dass war ein anderes Medium. Nein, im Ernst, ich hoffe, dass wir Euch ein klein wenig mitnehmen konnten! Schaut mal auf den Seiten des LBV vorbei! Es gibt soviel Interessantes zu entdecken, in diesem unserem tollen und schönen Land.
Es grüßt
Andreas

