
Der Königssee zählt zu den saubersten Seen Deutschlands, da er keine Zuflüsse hat und nur von Regen- und Gletscherwasser gespeist wird. Fast lautlos gleitet das Elektroboot der Königssee Schifffahrt über den See. Und wie seit Jahrzehnten wird an der richtigen Stelle angehalten und das Trompetenecho vorgeführt. Beeindruckend und publikumswirksam, damit die Kapitänsmütze bei der anschließenden Schiffsrundfahrt auch ordentlich mit Trinkgeld gefüllt wird. Schön! Eine gute halbe Stunde dauert die Fahrt nach St. Bartholomä, dem Kirchlein fast am Ende des Sees. Die einen schauen sich das barocke Kirchlein an, die anderen marschieren zielstrebig in den angrenzenden Biergarten. Natürlich kann man auch beides kombinieren!

Königsee

Königsee – St. Bartholomä
Die höchstgelegene Panoramastraße Deutschlands führt direkt in die einzigartige hochalpine Bergwelt des Berchtesgadener Landes. Sie ist bequem von Berchtesgaden über den Obersalzberg oder von Unterau aus zu erreichen. Ich beginne meine Tour in den frühen Morgenstunden. In der Morgendämmerung zeigt sich die herrliche Landschaft in einem ganz besonderen Licht. Mir bietet sich ein herrlicher Rundblick auf die gewaltigen Bergmassive des Kehlsteins, des Dachsteingebirges sowie auf das Berchtesgadener und Salzburger Land.
Über 1.100 Höhenmeter geht es bergauf und bergab bis auf 1.570 Meter im Scheitelbereich mit einer maximalen Steigung von 13%. Wer wie ich die direkte Abfahrt von der Bushaltestelle zum Kehlsteinhaus in Berchtesgaden wählt, hat immerhin 24% Gefälle und im Tal heiße Bremsen! Ich bin von der Strecke so begeistert, dass ich die Panoramastraße am nächsten Morgen noch einmal fahre, diesmal aber von der Südseite. So sehe ich die Berge einmal “von vorne” und einmal “von hinten”!

Rossfeldstraße

Rossfeldstraße
Das schöne Städtchen Berchtesgaden lädt zum Bummeln und Schauen ein. Die Innenstadt ist nicht besonders groß, obwohl Berchtesgaden Kreisstadt ist. Zentrum ist der Markt mit Schloss und Stiftskirche. Von der Oberstadt aus hat man einen herrlichen Blick auf die mächtigen Bergmassive.
Mein Spaziergang dauert nicht lange, ich will noch einmal zum Königsee zurück. Und ich genieße den Tag in der herrlichen Landschaft.

Berchtesgaden
Schweren Herzens trenne ich mich am nächsten Morgen vom Königsee und mache mich auf den Weg zu meiner “Route 66”, der “Deutschen Ferienstraße”. Es ist einfach zu schön hier! Ramsau ist mein Ziel. Beliebtestes Fotomotiv ist das hübsche Kirchlein im Ort. Millionenfach fotografiert von Besuchern aus aller Welt. Und vielen Malern des 19. Jahrhunderts diente es als Motiv für Weihnachtskarten.

Ramsau
Der Hintersee bei Ramsau ist bezaubernd. Am See vorbei will ich auf kleinen, kurvigen Sträßchen Richtung Inzell fahren. Und die Sträßchen sind wirklich schmal. So schmal, dass selbst an den Ausweichstellen kaum zwei Autos aneinander vorbei passen. Auf der Fahrbahn stehen Kühe, die nur widerwillig Platz machen. Kilometerlang geht es auf engen und bergigen Sträßchen Richtung Inzell und Traunstein. Ein herrliches Fahrvergnügen!
Die Große Kreisstadt Traunstein ist die größte Stadt im Chiemgau. Und wie in vielen bayerischen Städten gibt es auch hier den langgezogenen zentralen Marktplatz, nur dass er in Traunstein Stadtplatz heißt. Hier schlägt das Herz der Stadt. Hier lässt es sich gut bummeln, viele Straßencafés laden zum Bleiben und Beobachten ein.
Traunstein kann nicht mit großartigen Baudenkmälern aufwarten. Dreimal wurde die Stadt bis auf die Grundmauern zerstört. Im Mittelalter erlebte die Stadt einen großen Aufschwung durch den Handel mit Salz, das damals als kostbares Gut galt. Schon die alten Römerstraßen führten durch Traunstein.

Traunstein

Traunstein
Weiter geht es an den Chiemsee nach Seeon-Seebruck. Hier geht es etwas nobler und eleganter zu. Viele Segelboote und kleine Yachten liegen im Hafen. Ich bin sehr erstaunt, dass auf einem kleinen Parkplatz direkt am Strand das Parken von Wohnmobilen auch über Nacht erlaubt ist. Nachdem ich am Parkautomaten meine liebe Mühe hatte, einen passenden Parkschein zu ziehen (nein, ich fahre kein Auto mit Anhänger), mache ich es mir gemütlich und genieße einen durchwachsenen EM-Fußballabend im Fernsehen (Deutschland – Frankreich 0:1). Aber danach auf dem Bootssteg am Chiemsee zu sitzen ist herrlich! Vor mir die ganze Weite des „Bayerischen Meeres“ mit einem überwältigenden Blick auf die majestätische Alpenkette von den Berchtesgadener Alpen bis zum Wendelstein.

Seeon-Seebruck

Seeon-Seebruck
Vorbei an saftig grünen, fetten Wiesen, Kuhglockengebimmel und Heuduft fahre ich am Kloster Seeon, ehemalige Benediktinerabtei, heute Tagungszentrum und Hotel, vorbei nach Wasserburg am Inn.

Kloster Seeon
Wasserburg am Inn ist eine wunderschöne Stadt! Ich fühle mich sofort wohl in dieser charmanten, italienisch anmutenden und lebendigen Stadt. Wasserburg überrascht mit einer einzigartigen Lage. Die Stadt wird fast von allen Seiten vom Inn umflossen. Der mächtige Inn und das gegenüberliegende Steilufer umschließen die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Altstadt und bieten ein einzigartiges Panorama. Prächtige Patrizierhäuser mit ihren Laubengängen, das Schloss aus dem 12. Jahrhundert, enge Gassen, edle Geschäfte und kleine Cafés laden zum Bummeln und Verweilen ein.
Wasserburg ist eine alte Handelsstadt die am Schnittpunkt einst wichtiger Handelswege zu Land und zu Wasser entstanden ist. Das historische Stadtbild, die hübschen Fassaden, die vielen engen Durchgänge, die Hinterhöfe und vor allem das rege Leben auf den Plätzen und in den Gassen vermitteln ein wunderbares Flair. Seine Bedeutung verdankt der Ort dem Salzhandel. In Wasserburg endete die erste Etappe der Salzstraße nach Südwestdeutschland.

Wasserburg am Inn

Wasserburg am Inn

Wasserburg am Inn

Wasserburg am Inn

Wasserburg am Inn
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