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vielleicht mag mich ja jemand auf meiner Reise durch Norwegen begleiten. Es wird immer wieder eine Fortsetzung geben,
Montag Zu einer unmenschlichen Zeit klingelt der Wecker (zur Sicherheit habe ich zwei gestellt!): um 4.30 Uhr, denn ich muss noch von Güstrow zum Überseehafen Rostock fahren. Dort geht um 6.00 Uhr die Fähre nach Gedser. Alles geschafft, ich darf an Bord. Für mich ist dann immer der Einstieg in den Urlaub, wenn der kleine Leuchtturm von Warnemünde erscheint und ich ihn zurücklassen kann.
Dann geht es weiter bis nach Kopenhagen zur Oslo-Fähre. Beim Einchecken muss ich die Impfung vorweisen. Dann geht es los, um 14.30 Uhr legt die Fähre ab und macht sich auf den Weg. Am Abend gibt es dann einen herrlichen Sonnenuntergang zu sehen. Darum liebe ich diese Fähre: einfach Zeit haben, runterkommen, nicht selber fahren müssen, sondern schauen können.
Dann gibt es eine Zwischenstation im Hafen von Frederikshavn.
An Bord gibt es am nächsten Morgen ein opulentes Frühstück. Ich bin gespannt, ob am Hafen alles gut geht und ich an Land darf. Beim Ausfahren aus der Fähre werden alle Autos auf mehrere Spuren verteilt. Die Polizei kontrolliert, einige gehen zum Corona-Test. Als ich an der Reihe bin, geht es ganz schnell: Ausweis, CovApp mit dem Impfnachweis, ein kurzer Blick des Polizisten ins Innere (Schrank und Bad), dann bin ich durch. Das hat vielleicht 10 Minuten gedauert, alles sehr gut organisiert. Und ich bin in Norwegen!
Wenn ich da bin, brauche ich immer einen Halt, an dem ich „ankommen“ kann, das Land riechen und die Atmosphäre schnuppern. Das ist für mich oft ein Badeplatz am Bergesjöen. Es ist windig, frisch, aber in Ordnung.
Da ich hundemüde bin, geht die Fahrt an diesem Tag nur noch bis zum Röfallen im Engerdal. Hier kann ich übernachten. An der Stelle, an der ich stehe, ist die ganze Nacht nichts zu hören, ein ganz kleiner Bach gluckst ein wenig – und endlich ausschlafen!
Dann geht der Weg weiter am Fehmunden und Roros über Brekken Richtung Vaerdal. Am Stuggusjöen mache ich Mittag. Es ist stürmisch, es regnet und hat abgekühlt auf so 9°. Eine warme Suppe und ein Spaziergang zu einer Strandpromenade geben neuen Schwung. Der See ist aufgewühlt vom straken Wind.
Es geht weiter zum heutigen Ziel, der Klosterruine von Munkeby. Es regnet nicht nur, sondern es schüttet. Aber was soll es? Mit guter Regenkleidung mache ich mich auf den Weg zum 1,5 km entfernten Kloster Munkeby. Vor einigen Jahren wurde die Tradition des alten Klosters fortgesetzt. In eineinhalb Kilometern Entfernung wurde ein neues Kloster errichtet, das wieder von einigen Zisterziensermönchen bewohnt ist. Einer ist aus Dublin, andere aus Polen, ein bunter Haufen. Aber das Kloster lebt und soll erweitert werden. Mein Ziel ist aber nicht das Kloster oben auf dem kleinen Hügel, sondern nur eine kleine Hütte unten am Parkplatz. Denn da gibt es einen besonderen Genuss: Ziegenkäse, der nach einem alten Rezept der Zisterzienser aus Citeaux hergestellt wird. Für diesen Käse haben sie eine Goldmeaille und den zweiten Platz beim beim World Cheese Award bekommen. Er ist sehr teuer, aber es lohnt sich. Ich esse gerne und viel Käse – und dieser Käse gehört zum Besten, was ich je gegessen habe. Und auch der Kauf ist einzigartig: eine kleine Hütte, darin ein Kühlschrank, davor ein Kartenleser. Man nimmt sich den Käse aus dem Kühlschrank, tippt den angegeben Preis ein, bezahlt.
Dann geht es wieder zurück zum alten Kloster. Und da die Regenkleider schon nass sind, mache ich noch eine Wanderung am Fluss entlang. Es geht über eine moderne Holzbrücke, zwischen Himbeerranken am Bach entlang, immer wieder zeigen sich nette Ausblicke.
Zurück im Womo gibt es noch Abendessen. Dann ist Zeit, diese Zeilen zu schreiben. Und zur Belohnung gibt es ein Stück Käse von Munkeby!
Beduin am 19 Aug 2021 07:25:39
Schön, sehr schön, freut mich das du dir die Mühe machst!
Anzeige vom Forum
Globalrider am 19 Aug 2021 08:24:48
Ich bin virtuell mit an Bord und voller Vorfreude
traveller69 am 19 Aug 2021 08:36:06
Danke, dass Du uns mitnimmst - ich freue mich schon :-)
fritzi2015 am 19 Aug 2021 09:32:13
Guten Morgen, Danke für die Einladung....das ist ja klasse und liest sich schon super. Ich steige auch zu und freue mich dabei zu sein. Norwegen second hand. LG fritzi
cheldon am 19 Aug 2021 12:06:34
Eine interessante Anreise, bisher sind wir ab Kiel direkt oder DK und S gefahren. Für die nächste Reise haben wir eine Gutschrift von Fjordline, gültig bis Juli 22… Gute Fahrt und trockenes Wetter.
Pallas8330 am 19 Aug 2021 14:15:48
Da steige ich gerne mit ein! Habe beste Erinnerungen an Senja usw. Danke machst Du Dir diese Mühe!
Gruss, Pallas
lonsome am 19 Aug 2021 21:37:24
ein gebrauchter Tag
Donnerstag Heute ist ein gebrauchter Tag. Es regnet, und es regnet zur Abwechslung nicht nur, sondern es schüttet. Aber dann regnet es wieder nur … Danke für den Wunsch nach trockenem Wetter, aber das ist noch nicht so toll. Aber heute ist ein Tag zum Kilometer machen. Es werden 650 km. Für diejenigen, die die Strecke kennen oder bald fahren wollen: Es sind wieder viele Stücke neu gebaut. Wo ich mich im letzten Jahr an Baustellen vorbeigequält habe, bin ich heute dahingeeilt. Am Svenningsvatn gibt es eine Neubaustrecke. Dann auch noch nach Mosjoen bis zum Korgfjell. Nach Mosjoen war es immer eine üble Kurbelei. Die neue Straße kürzt alles ab und ist ein echter Gewinn. Auch ins Saltfjell hinauf wurde nochmals ausgebaut. Ab Mo i Rana ist fast durchgängig 90 km/h erlaubt.
Der Polarkreis kam zum Kaffee gerade richtig. Und natürlich nur zum Spaß das Pflichtfoto (es hat 1 Minute nur genießelt, nicht geschüttet!)
Und dann ging es weiter zu meinem angedachten Übernachtungspunkt. Es ist die alte Straße um einen Tunnel ca. 40 km hinter Fauske. Also von der E6 runter, den alten Weg gefahren, auf einem Parkplatz eingeparkt, wunderbar, mit Sicht auf den Fjord. Aber dann: Eine Kolonne von 40-50 Fahrzeugen, LKWs, Autos, alles, wälzt sich in 2 m Entfernung vorbei. Und nach 10 Minuten geht das in die andere Richtung, vorneweg eine „Folgebil“. Es sind zwei Tunnel gesperrt, und die alte Straße dient als Umleitung hinter einem Folgefahrzeug her. Mein Abendessen kocht schon, das wird noch gefuttert – und schon wieder 40-50 Fahrzeuge, dass die Bude wackelt. Hier kann ich nicht bleiben. Also ein Blick in Googel Maps, nach einem Campingplatz gesucht. Am Kobbvatn soll es einen geben, sind nur 17 km, also auf. Und dann: Das ist ein Platz für Dauercamper. Also weiter auf der kleinen Straße Richtung Kraftwerk. So parke ich jetzt nicht besonders schön, aber bis jetzt ruhig. Ich bin gespannt, wie ich morgen geweckt werde. Morgen ruft dann endlich die Insel Senja, da freue ich mich schon.
Gruß an die Mitfahrerinnen und Mitfahrer Klaus
traveller69 am 20 Aug 2021 09:11:31
Na ja, wenigstens bist Du ein gutes Stück vorangekommen. Wir haben 2018 genau zwei Wochen von der Haustüre bis nach Senja gebraucht ;-)
cheldon am 20 Aug 2021 12:12:22
Na, und wir haben ca. 8 Wochen gebraucht, unsere Reise ging über Russisch Karelen und Kirkenes nach Norwegen. Bild-Link zum Einfügen für alle Arten von Internetforen:
lonsome am 20 Aug 2021 20:21:56
Endlich Senja!
Heute habe ich es bis auf die Insel Senja geschafft. Bis zu meinem ersten Besuch habe ich 6 Wochen (2 Urlaube) gebraucht.
Ab und zu ging es sogar ohne Scheibenwischer! An der Anlegestelle in Bognes ging es diesmal nicht wie sonst auf die linken Spuren auf die Lofoten, sondern rechts Richtung Narvik, sehr ungewohnt! Die Fähre wird in der Zwischenzeit auch nur noch über die Mautgebühren bezahlt mit der Rechnung, die dann nach Hause kommt. Das Womo wird abfotografiert, es lebe der Datenschutz!
Dann geht es weiter nach Narvik. An sich wollte ich ein paar Fotos von den Erzfrachtern machen, aber die sind im Nieselregen kaum zu erkennen. Also weiter, vorbei an den Radarfallen in Setermoen und Bardufoss. Es ist Freitagnachmittag, in Finnsnes, dem Tor zu Senja, ist die Hölle los. Endlich geht es auf die kleinen Straßen, 861 Richtung Enjahopen und dann Ersfjord. Der dortige Parkplatz mit dem Sandstrand davor ist mein Ziel. Und der Parkplatz hat noch eine Besonderheit: ein elegantes Klohäuschen, das – wenn es tatsächlich einmal Sonne geben sollte – golden leuchten soll. Die Klohäuschen erhalten ja überall in Norwegen eine besondere architektonische Note. Dieses Örtchen soll ca. 300.000 € gekostet haben.
Nun hoffe ich, dass das Wetter auch den Wetterbeicht gelesen hat und weiß, dass es sich morgen bessern soll. Ich möchte endlich eine Bergtour unternehmen! Schaun wir mal …
lonsome am 20 Aug 2021 21:45:35
Noch zur Ergänzung: Zum ersten Mal war ich vor ca. 17 Jahren hier. Tourismus gab es da eher wenig, keine Ver-und Entsorgung usw., kaum ein anderes Womo. Es hat sich viel verändert. Der Tunnel hierher war in dem Jahr eröffnet worden als große Erleichterung, so hat mir jemand damals erzählt. Und noch Unterschied: Beim ersten Besuch war es heiß.
traveller69 am 21 Aug 2021 07:53:25
Gerne hätte ich noch Norwegen vor 17 Jahren erlebt, aber vergleichsweise zu den Lofoten fand ich Senja recht entspannt... Dann drücke ich die Daumen, dass das Wetter wenigstens zum Wandern passt, der Dauerregen sollte nun tatsächlich durch sein ...
lonsome am 21 Aug 2021 19:14:52
Samstag
Das Wetter hat den wohl Wetterbericht nicht so richtig verstanden. Es sieht aber etwas besser aus. Also mache ich mich auf zu meinem ersten Berg auf Senja, der Segla. Die Fahrt geht nach Fjordgard, dort soll es eine Parkmöglichkeit bei der Schule geben. Und die gibt es auch: ein Großparkplatz für ca. 200 PKW, auch Womo-Stellplätze., alles kostenpflichtig, und das saftig, aber modern mit Kreditkarte.
Dann geht es los: Das Wetter ist ganz gut, aber dazwischen nieselt es immer wieder. Die Segla versteckt sich hinter Nebelschwaden. Ich merke, dass heute Wochenende ist. Da sind auch viele Norweger unterwegs, aber auch sehr viele Deutsche. Das erste Stück des Weges ist einfach. Nach einem kleinen Plateau geht es steil hinauf, auf sehr ausgetretenen und rutschigen Wegen. Drei Norweger überholen mich, sie sind mit kurzer Hose und Turnschuhe im Laufschritt auf dem Weg nach oben. Ich nehme mir lieber Zeit auch für den Blick zurück. Ab und zu reißt der Nebel auf und die Schönheit der Landschaft wird sichtbar.
Es geht weiter steil nach oben. Auf über 600 Metern ist das Ziel erreicht. Die Besonderheit ist gar nicht so toll zu sehen. Es geht 600 Meter fast senkrecht in die Tiefe. Da der Fels nass ist, gehe ich nicht ganz so nahe an den Abrgund. Es nieselt wieder, dann ist es wieder trocken. Aber es geht kaum ein Wind. So kann ich mich hinsetzen und Brotzeit machen. Nachdem ein Schwung andere Gipfelbesucher gegangen sind, habe ich für einige Minuten den Gipfel für mich alleine. Eine wohltuende Ruhe!
Dann geht es an den Abstieg, vor dem es mir mehr graust als vor dem Aufstieg. Mit Stöcken geht es ohne Rutschpartie. Weiter unten kommt dann auf der gegenüberliegenden Seite doch die Sonne raus. So kann es also auch sein!
Am Parkplatz angekommen, sehe ich: Ein Kontrolleur schaut alle Fahrzeuge durch und fotografiert die Kennzeichen. Zum Glück habe ich brav gelöst, so meine ich. Bis ich dann genau draufschaue: Der erste Buchstabe meines Kennzeichens ist ein W – und beim Lösen des Parkscheins habe ich aus Versehen ein V eingetippt. Jetzt bin ich gespannt. Leider war der Kontrolleur nicht mehr da, um ihn zu fragen. Der Weg geht nach Mefjordvaer, daran habe ich von meiner ersten Reise gute Erinnerungen. Durch einige abenteuerliche Tunnels, einspurig mit einigen Ausweichmöglichkeiten, geht es weiter. Da kommt tatsächlich im Tunnel ein Sattelzug entgegen, aber es geht alles gut. Dann Merfjordvaer. Und auch hier stelle ich fest: Die Insel Senja ist anscheinend der Ersatz für die Lofoten geworden. Wo ich beim ersten Besuch völlig alleine war und zum Frühstück auf einem Felsen saß, ist jetzt ein Womo-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung. Alles voll, 10 Womos, auf dem Kiesplatz dahinter ist bis auf einen Wowa alles frei. Aber ich bin mir sicher, dass sich das noch ändern wird. So ist es auch. 15 Womos tummeln sich. Dass es so starken Tourismus dort gibt, hätte ich nicht erwartet. Das Wetter ist gemischt, aber es gibt trotzdem nach dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang zum Leuchttürmchen.
Es bleibt die Hoffnung: Vielleicht schaut sich das Wetter diesmal den Wetterbericht genauer an!
lonsome am 21 Aug 2021 20:36:11
Senja versöhnt sich doch mit mir. Auf dem alten Sportplatz oberhalb darf man stehen. Und da ist außer mir nur ein weiteres Auto.
traveller69 am 21 Aug 2021 21:15:47
Tolle Fotos, die Stimmung ist sehr mystisch ;) Zu Wochenmitte soll dann ja auch die Sonne kommen ... Ja, die Tunnelanfahrt fand ich auch sehr urig, aber die Segla-Wanderung hatte ich dann doch nicht gemacht: Ich kann Deine Vorbehalte gut nachvollziehen. Als ich den steilen Weg gesehen habe, hatte ich irgendwie keine Lust auf den Aufstieg bzw. den Abstieg ;)
lonsome hat geschrieben:Senja versöhnt sich doch mit mir. Auf dem alten Sportplatz oberhalb darf man stehen. Und da ist außer mir nur ein weiteres Auto.
Da oben haben wir auch gestanden, ein ganz wundervoller Platz! Bilder 7,8 und 9: --> Link Im Sumpf dahinter gibt es eine Wanderung, teils über Bohlen mit leckeren Moltebeeren :)
lonsome am 21 Aug 2021 21:54:05
Bei dir war irgendwie anderes Wetter :cry:
Husfjellet will ich auch noch machen, ebenso Sukertoppen - wenn das Wetter mitmacht und meine Haxen sich erholt haben, aber veide sollen nicht so schwierig sein. Morgen lasse ich es ruhiger angehen, vielleicht einmal einen Tag ohne Fahren, das brauche ich ab und zu.
Gruß Klaus
bonjourelfie am 21 Aug 2021 23:06:48
Hallo, wie ich dich beneide! Da will ich unbedingt auch mal hin. Danke für deine Berichte, mehr davon!
LGElfie
traveller69 am 22 Aug 2021 07:48:44
lonsome hat geschrieben:Bei dir war irgendwie anderes Wetter :cry:
Husfjellet will ich auch noch machen, ebenso Sukertoppen - wenn das Wetter mitmacht und meine Haxen sich erholt haben, aber veide sollen nicht so schwierig sein. Morgen lasse ich es ruhiger angehen, vielleicht einmal einen Tag ohne Fahren, das brauche ich ab und zu.
Das Wetter wird bestimmt auch noch im Laufe der Woche... Husfjellet war vergleichsweise einfach und beim Sukertoppen gibt es nur eine recht kurze steilere Passage.
Das wirst Du wahrscheinlich auch schon längst festgestellt haben, denn nach unserer Erfahrung sind die Norweger notorische Spätaufsteher, sodass wir für ein einsames Gipfelglück gerne mal etwas früher auf den Socken waren.
Hast Du auch Pläne für den Ånderdalen-Nationalpark? Damals haben wir festgestellt, dass man, um nur an den Rand des Nationalparks zu kommen schon fast eine Halbtageswanderung braucht. Aber für eine Mehrtagestour waren wir nicht ausgerüstet. Ein schöner Stellplatz auf einer Waldlichtung nähe des NP ist jedenfalls 69°09'59"N 17°24'14"E (der Platz ist nahe dem Fluss und dem Meer, dort habe ich den Rotschenkel fotografiert, vielleicht ist er ja noch da :wink: ).
maranot575 am 22 Aug 2021 09:46:11
Wir waren vor drei Jahren im Winter dort. Traumhaft und fast alleine
Pius05 am 22 Aug 2021 11:36:11
Allerbesten Dank für den tollen Bericht Ich freue mich schon auf den nächsten. Toll gemacht Edgar
lonsome am 22 Aug 2021 22:37:53
Ein schöner Tag
Den Sonntag lasse ich langsam angehen. Die Sonne wagt sich auch ein wenig hervor, es geht kaum Wind, alles ist still, so, wie ich es liebe. Dazu der Geruch nach Norwegen und ein wenig nach Meer.
Der Stellplatz:
Vor dem Mittagessen soll es noch eine kleine Wanderung geben, um die von der Segla arg in Mittleidenschaft gezogenen Knochen wieder aufzuwärmen. Es gibt einen Weg zu einer Landzunge hinaus. Das dürfte eine halbe Stunde hin und eine halbe zurück sein, gerade recht. Am Anfang ist der Weg auch noch ganz gut.
Doch dann wird es zu dem, was man hier kennt, und es dauert auch viel länger. So wird es schließlich zu etwas mehr als einer Stunde typisch norwegischem Felsblock-Hüpfen bis zur Landspitze. Es ist einsam und ruhig dort. Eine 360°-Pano-Aufnahme zeigt den Blick dort. Ich mag eigentlich gar nicht mehr zurück. Auf dem Rückweg kommt mir dann jemand entgegen, später sind noch zwei oder drei kleine Gruppen unterwegs.
Am Womo gibt es Mittagessen, darauf habe ich mich den Rückweg gefreut. Empfindliche Mägen bitte überlesen: ein kalter Pfannkuchen von gestern, bestrichen mit Mills Kaviarpaste … guuut … Am Nachmittag dann nochmals eine Wanderung auf einem anderen ausgeschriebenen Rundweg. Sie ist ganz einfach, aber sehr schön: Sie führt zu zwei kleinen Seen, in denen sich die Berge spiegeln. Es ist kein Wind, aber dafür wollen verschiedene kleine Biester mein Blut … Es fällt schon schwer, die Kamera still zu halten. Aber es lohnt sich. Und wieder ein einsamer Weg, niemand zu hören.
Beim zweiten See muss ich näher ran, es geht durch den Sumpf, ich folge wohl Elchspuren. Aber es ist eine großartige Aussicht.
Es blüht auch Knabenkraut
Dann zurück zum Womo auf einem Bohlenweg, entspanntes und flottes Gehen. Ein Blick für Merfjordvaer bleibt aber noch. Und wer genau hinschaut, kann auch die Segla finden, hintere Bergreihe, zweiter von rechts.
Als ich am Womo bin, ist es schon wieder fast 19.00 Uhr. Nach dem Abendessen muss ich nochmals raus zum Fotografieren an die Seen, dann ein letzter Blick auf das Meer. Jetzt muss ich noch fürs Forum schreiben.
Kuhtreiber am 22 Aug 2021 22:49:54
Toller Bericht, vielen Dank. Wir wollen nächstes Jahr nach Norwegen und freuen uns schon. Ich suche momentan eine Route mit möglichst kurzen Fährfahrten :)
lonsome am 23 Aug 2021 21:24:02
Montag
Heute geht es weg von Mefjordvaer, noch ein letzter Blick hinunter aufs Meer – und es segelt sogar noch ein Seeadler vorbei wie bestellt. Nette Beobachtung am Rande: An der Schutzhütte dort traue ich meinen Augen nicht: Da parkt ein Rollator! Und unter dem Dach der Hütte sitzen vier ältere Damen und schnattern ganz wunderbar miteinander. So möchte ich auch alt werden! Ich will aufs Husfjell hinauf. Noch schnell ent- und versorgen, dann geht es weiter auf die kurvige Strecke. Es ist sehr eng, immer wieder muss man an Ausweichstellen anhalten, um den Gegenverkehr vorbeizulassen. In Skaland ist der Parkplatz ausgewiesen, und das Wetter sieht auch noch ganz gut aus. Der Weg ist anfangs sehr leicht und wird dann etwas schwieriger. In der Sonne komme ich richtig ins Schwitzen. Dann geht es über die Baumgrenze hinaus – und das Wetter ändert sich. Es passiert das, was so schnell gehen kann: Der Wind drückt gegen die Berge und es bildet sich Nebel. Kurz vor dem Gipfel ein Fotostop und ein paar Panoramen gemacht, man weiß ja nie …
Dann geht es das letzte Stück hinauf – hinein in den Nebel bei kaltem Wind. Oben zieht es dann ganz zu, nur ab und zu reißt es ein wenig auf, eine fast gespenstische Stimmung.
An einer windgeschützten Stelle mache ich noch Brotzeit, die mehr oder weniger vorhandene Aussicht genießend. Aber es wird schnell kalt, so dass ich den Rückweg antrete. Im Nebel ist kaum etwas zu sehen. Weiter unten dann ist die Sicht wieder klar, der Wind ist weg, und die Ausblicke bringen mich dazu, immer wieder anzuhalten.
Unten angekommen geht es in den Supermarkt, der aber nicht wirklich gut sortiert ist, vieles ist ausverkauft. Aber es muss dann halt anders gehen. Die Fahrt geht dann weiter bis zu dem Stellplatzhinweis, den mir Torsten gegeben hat, vielen Dank dafür! Als ich dort ankomme, steht ein weiteres Fahrzeug dort, ein holländisches Pärchen hat Feuer gemacht. Sie laden mich ein, dass ich mich dazusetzen kann. So kommen wir ins Gespräch. Die beiden schnitzen sich selber Besteck aus verschiedenen Hölzern, ich darf mir etwas aussuchen und entscheide mich für einen kleinen Löffel, der für die Espressotasse müsste. Ein wenig Ratsch am Feuer, dann geht es ans Schreiben fürs Forum.
traveller69 am 24 Aug 2021 09:46:05
Ja, an das Felsblockhüpfen zur Landspitze kann ich mich auch noch erinnern ;) Aber bis ganz vorne haben wir es nicht geschafft, weil wir fürchten mussten, dass sich unser Hund dabei noch verletzt. Und genau wie Du haben wir anschließend auch noch die Runde durchs Moor zu den kleinen Seen gemacht. Oberhalb von Mefjordvær hat es uns auch so richtig gut gefallen.
Schade, dass über dem Husfjellet der Nebel gehangen hat, aber morgen soll dann ja endlich das Wetter besser werden.
Um so mehr freue ich mich, dass Dir meine Stellplatzempfehlung gefällt und Du Anschluss gefunden hast. :) Das bestätigt auch mal wieder meine Einschätzung über Holländer, die ich immer als sehr offen und nett erlebt habe.
Wenn ich alleine reise, dann meist mit dem Rucksack, bin ich auch immer wieder überrascht, wie schnell man integriert wird und sich so nette Gespräche oder machmal gar Freundschaften entwickeln können. Zu zweit oder in einer Gruppe lebt man doch mehr in der eigenen Blase...
lonsome am 25 Aug 2021 08:11:08
Mini-Update Gestern eine Marathon-Etappe. Da es mir auf Senja zu voll ist, bin ich bis nordwestlich von Lakselv auf die Halbinsel Veidness gefahren. Und da war mein absoluter Lieblingsplatz noch frei.
TiborF am 25 Aug 2021 09:22:38
Was für ein schöner Reisebericht und diese super tollen Fotos von der beeindruckenden Landschaft - freue mich schon auf die Fortsetzung
dafür :daumen2: hoch
traveller69 am 25 Aug 2021 10:36:55
lonsome hat geschrieben:Gestern eine Marathon-Etappe. Da es mir auf Senja zu voll ist, bin ich bis nordwestlich von Lakselv auf die Halbinsel Veidness gefahren. Und da war mein absoluter Lieblingsplatz noch frei.
Uih, das ist tatsächlich ein Sprung! Jetzt bin ich besonders gespannt, weil Lappland eine Region ist, die ganz oben auf unserer Wunschliste steht ...
Momoblog am 25 Aug 2021 11:09:27
Vielen Dank für den prima Bericht - da kann ich direkt schon mal für nächstes Jahr Ideen sammeln!
Noch eine gute Zeit im hohen Norden! Micha
Beduin am 25 Aug 2021 16:54:12
Die Stimmung und Entspannung von dem Platz auf dem letzten Bild kommt sogar per PC rüber. Echt was Besonderes Was machen die Mücken?
haroba am 25 Aug 2021 17:14:32
Moin! Vielen Dank für Mitnehmen. Wunderschöne Kunstwerke schenkst Du uns auf den Fotos.
Bitte weiter so!
Munterholln! Hartmut
bonjourelfie am 25 Aug 2021 20:31:43
Senja zu voll...upps. Und das Nordkap lässt du offenbar aus, gut so, würde ich auch machen. Obwohl...dieses Jahr?? Du hast übrigens ein interessantes Kennzeichen.
LGElfie, mit dem Kennzeichen DLG
lonsome am 25 Aug 2021 22:32:38
Mittwoch – ein großartiger Tag
Nach der vielen Fahrerei gestern, es waren 650 km in ca. 11 Stunden, ist heute Ruhe angesagt, na ja, fast. Zuerst ein kleiner Spaziergang am Morgen, um ein wenig für spätere Fotos vorzufühlen. Allmählich setzt sich die Sonne durch, die Kalkformationen hier sind ganz besonders. Die Steine sind sehr scharf, alles ist extrem brüchig.
Mittags wird es richtig warm und sonnig – einfach zum Genießen.
Und dann ein kleiner Umzug auf einen anderen nahen Stellplatz mit Aussicht über das Meer bis Hönningsvag.
Direkt vom Womo geht es auf einen kleinen Hügel, 20 Minuten genügen, und dann liegt diese Aussicht vor mir.
Am Womo ist noch Zeit für Ruhe und Sonne. Gibt es wesentlich schönere Stellplaätze?
Dann zum Sonnenuntergang geht es mit dem Rad noch zu den Kalkformationen. Gier will ich schon lange vernünftige Fotos machen, also der ganze Fotorucksack mit allem dabei. Die Stimmung ist einfach wunderbar.
Dann geht die Sonne unter und taucht alles in oranges Licht.
Am Womo zurück schnappe ic eine Decke und platziere mich nochmals auf der Liege und schaue einfach nur … Dazu noch etwas Musik von Frode Fjellheim: „Spes“, Chormusik mit samischem Einschlag, einfach herrlich passend für diese Gegend. Alleine schon für diesen Tag sich die Fahr gelohnt.
Und: Kaum Mücken, überhaupt kein Problem!
Und Kennzeichen Der Liebe Gott? Ist mein Heiamtlandkreis, bin ich geboren.
traveller69 am 26 Aug 2021 07:55:56
Ein wunderschöner Platz, einfach genial diese Ruhe und Weite!
Anne42 am 26 Aug 2021 21:49:32
für diesen guten Bericht und die unglaublich schönen Fotos ein ganz ganz großes Dankeschön!!!!!!!!!!! Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!!!!
lonsome am 26 Aug 2021 21:52:38
Mit gesundem Abschluss
Soll ich nach Gamvik, an den nördlichsten Festlandspunkt? Oder nach Berlevag? Die Entscheidung fällt für Berlevag. Am Anfang sieht die 98 noch gut aus, schön ausgebaut. Die Landschaft verändert sich stetig, sie wird karger und karger.
Doch dann das, was ich noch kenne und befürchtet habe: Sie wird zur einer der schlechtesten Straßen, die ich kenne. Selbst als Fahrer werde ich fast seekrank, im Aufbau hüpft alles. Und dann noch eine Baustelle, es wird etwas getan. Und nach der Baustelle habe ich mir eine kleine Pause verdient. Ein netter Rastplatz an einem See, es ist warm, 17°, kaum Wind, Traumwetter.
Dann geht es weiter, die Landschaft wird nochmals karger, Rentierland.
Schließlich geht es hinunter an den Fluss Tana. Das Dumme ist nur: Man muss zuerst 25 km hinauf fahren, um an die Brücke über die Tana, nach Tana Bru, zu kommen. Und dann fährt man auf der Gegenseite wieder 25 km hinunter fahren. Die Tana ist ein Fluss mit einem breiten Sandbett, ein liebliches Tal mit viel Landwirtschaft auf beiden Seiten.
Dann geht es hinaus aus dem Tal. Die Landschaft verändert sich wieder. Auf einmal sind die Berge blank und bizarr.
Je höher es hinausgeht, desto steiniger wird alles. Dann geht es wieder zur Küste hinunter und an der Küste entlang. Die Felsen sind schroff und ragen aus dem Boden hervor. Manchmal ist es grün, dann wieder steinig und fast surreal.
Schließlich geht es durch den Ort Berlevag hindurch, am Flughafen vorbei bis zu dem Platz, an dem ich übernachte.
Nach dem Abendesse noch ein kleiner Spaziergang auf einen Hügel. Von dort aus kann ich sogar den Leuchtturm von Gamvik blinken sehen.
Auf dem Rückweg entdecke ich dann größere Flächen mit Moltebeeren, gerade schön reif. Sie sind sehr gesund, gut und vitaminreich. Also lasse ich die Beeren nicht verkommen. Ein großer Teil wandert direkt in den Mund, ein anderer in die Hand – und von da auf dem Rückweg in den Mund. Leider habe ich kein Gefäß dabei, aber vielleicht komme ich morgen nochmal her.
Ein gesunder Abschluss dieses Tages!
lonsome am 27 Aug 2021 21:35:24
Freitag
Heute geht es von Berlevag wieder über Tana Bru zurück, nun aber über Karasjok. Auf dem Rückweg gibt es einen kurzen Fotostopp am Leuchtturm von Berlevag.
Dann zieht ein Walkadaver meinen Blick auf sich.
Am Delta der Tana liegt ein großes Naturschutzgebiet. Hier zeigt sich wieder der eigentümliche Kontrast verschiedener Landschaftselemente.
Wieder ist der Kontrast frappierend zwischen dem kargen No0rden und dem Tal der Tana. In Tana Bru ist es Zeit für ein kleines Mittagessen. Direkt an der neuen Brücke ist ein schöner Rastplatz. So gibt es auch die Gelegenheit, die elegante Brücke zu fotografieren. Sie ist noch gar nicht so lange in Betrieb. Die Temperaturen sind sehr angenehm, 21°.
Dann geht es weiter auf der E6 Richtung Karasjok. Dort noch tanken und Ent-und Versorgung, dann geht es weiter. Eine kurze Rast auf einem netten Parkplatz, immer noch 20°.
Am späten Nachmittag komme ich zu meinem Übernachtungsplatz. Da ist es zwar nicht ganz so ruhig, leider ist die Straße immer wieder zu hören, aber auch das Rauschen eines Flusses.
So versuche ich einfach einmal, früher ins Bett zu kommen.
maranot575 am 28 Aug 2021 08:57:59
Ein toller Bericht. Danke Bin gespannt auf die Weiterreise
haroba am 28 Aug 2021 09:35:41
Moin!
Vielen, vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Die tollen Fotos begeistern immer wieder neu. Danke, dass Du dieses Forum so toll bereicherst.
Munterholln! Hartmut
TiborF am 28 Aug 2021 10:59:29
Es sind echt fantastische Fotos und ein toller Reisebericht.
vielen herzlichen Dank und Daumen hoch :daumen2:
lonsome am 29 Aug 2021 17:24:59
Reisetag
Gestern, Samstag, war Reisetag. Am Morgen um 6.00 Uhr wurde ich geweckt, weil jemand sein Zelt abgebaut hat. Da ich schon einmal wach war, fasste ich den Beschluss: Dann eben großer Reisetag, anstelle von zwei Etappen nur eine. Es soll auf die Vesteralen nach Hovden gehen. Zwar sind die Wetteraussichten da nicht so gut, Schweden wäre besser. Aber ich brauche auch einmal zwei Ruhetage ohne viele Ereignisse, Zeit um auch einmal Fotos anzuschauen und zu bearbeiten. So geht es los, 750 km liegen vor mir, in ca. 14 Stunden habe ich sie geschafft. Mittags ein kurze Rast mit Blick auf die Lyngenalpen.
Dann geht es weiter über den Landweg Richtung Sortland. Normal kommt nach so einer langen Fahrt die große Müdigkeit. Aber die war weggeblasen, weil die Aussicht so großartig war. Die tiefstehende Sonne tauchte alles in ein eigenes Licht, wo wurde die Fahrt auf der E10 ein Genuss. Mir kamen ganz viele Womos und Wowas entgegen, so dass ich überlege: War es richtig? Aber schon die Anfahrt entschädigt mich.
rechts die Lofotenkette, kurz vor Sortland
Nach Sortland wurde es etwas dunkler, immer wieder der Nebel, der an den Berghängen hängt.
Als ich schließlich um 22.00 Uhr ankomme, geht es zuerst raus zu einem kurzen Spaziergang hinauf an die Landspitze. Das Windrad, das da einmal stand, ist übrigens schon länger abgebaut. Unter mir das Meer, die Wellen gegen den Felsen – ich bin froh, hier sein zu dürfen. Es ist sonst so ruhig und still.
Sonntag
Am Morgen dann ein kurzer Gang ans Meer, nur 100 Meter. Die Ruhe, der Frieden hier – das habe ich gesucht.
Dann gibt es noch einen den Weg hinauf zur Spitze mit dem Ausblick auf Hovden und die Anfahrt von Nykvag her.
Ein ruhiger Tag, viel Nebel, und jetzt scheint noch die Sonne zu kommen?
lonsome am 29 Aug 2021 19:22:36
Noch als Ergänzung zu Hovden: Heute sieht alles so schön aus. Um etwas über die Lebensumstände zu erfahren, schaue ich mir manchmal die Friedhöfe und die Gräber an. Hier zeigt der Friedhof von Hovden, wie hart wohl das Leben bis Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre gewesen sein muss. Da sind Gräber von vielen jungen Menschen, oft 20 bis 40 Jahre, kaum jemand wurde über 60. Fast nebeneinander liegen zwei Gräber. In dem einen ist einen ist ein Kind mit drei Monaten beerdigt, gestorben Ende des Winters. Daneben ein Grab, da musste sich eine Familie innerhalb eines Monates von ihrem zweijährigen und dreijährigen Kind verabschieden, im Februar und März. Noch viele solche Garbsteine gibt es zu sehen, die deutlich machen: Wie hart und von der Welt abgeschnitten war es hier wohl gerade im Winter.
Für mich gehört auch so etwas zu einem Ort dazu, auch wenn es nachdenklich macht.
Gruß Klaus
TiborF am 29 Aug 2021 19:31:17
lonsome hat geschrieben:Noch als Ergänzung zu Hovden: Heute sieht alles so schön aus. Um etwas über die Lebensumstände zu erfahren, schaue ich mir manchmal die Friedhöfe und die Gräber an. Hier zeigt der Friedhof von Hovden, wie hart wohl das Leben bis Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre gewesen sein muss.
Gruß Klaus
Eine schöne Angewohnheit, sich mal die Gräber und Friedhöfe anzusehen - auf den Gedanken bin ich bisher noch nicht so gekommen. Das Leben war sicher sehr rau dort oben- fast abgeschnitten von der Zivilisation.
lonsome am 30 Aug 2021 22:10:00
Sieben Jahre Pech oder Glück im Ungluck?
Da der Wetterbericht für die Vesteralen und Lofoten immer schlechter wird, der Wind noch stärker werden soll und mein Womo im Wind schon wackelt, beschließe ich, nach Arvidsjaur bzw. zum Reivo-Nationalpark zu fahren.
Über die Fähre nach Bognes geht es weiter Richtung Fauske. Dann so 30 km vor Fauske gibt es das Tunnel-Fiasko: Ich sehe im Tunnel ein Auto entgegenkommen und denke: Das sieht knapp aus! Aber ich bin, so denke ich wie wahrscheinlich jeder andere auch, weit genug auf meiner Seite. Dann ein lauter Schlag - und mein linker Spiegel fehlt, besser gesagt: Ein paar Teile davon hängen noch an den Kabeln traurig herunter, wie ich beim Anhalten nach dem Tunnel sehen kann. Ahhhhh ... ich weiß, warum ich diese engen und dunklen Tunnel hasse ...
Was tun? Ich fahre weiter bis Fauske, da müsste es doch eine Werkstatt geben? Dann kommt mir in den Sinn: Am anderen Ende gibt es doch einen großen Womo-Händler. Vielleicht können die mir helfen? Es ist offen, und ein jüngerer Mann taucht auf. Ich schildere ihm mein Problem und frage, ob er helfen könne. Er schaut sich mein Womo an und meint: Ja, so einen Spiegel hat er da, nennt mir den Preis plus Einbauzeit. Er könne ihn tauschen, wenn ich wolle. Natürlich will (oder muss) ich. Er meint, wenn ich ihm den Schlüssel gäbe, würde er schnell nach hinten fahren zur Werkstatt. Ich frage erstaunt: Jetzt sofort? Ja, klar. Er fährt nach hinten, ich gehe nach. Vor der Werkstatt liegen auf einem Reifenstapel schon drei andere kaputte Spiegel. Er erzählt mir dann, dass sie die vorrätig haben, weil die wegen der Tunnel hier ständig gebraucht würden. Manchmal träfen sich die Unfallgegner sogar hier wieder. Sein Rekord seien einmal 7 Spiegel an einem Tag gewesen. Und mit entsprechender Übung arbeitet er. Nach 15 Minuten ist der neue Spiegel drin und funktioniert. Es kommt noch der unangenehme Teil an der Kasse, aber mit Kreditkarte tut es nicht ganz so weh. 4.300 Kronen und einen Fünfziger für die Kaffeekasse leichter fahre ich vom Hof. Der ganze Spaß hat gerade einmal eine halbe Stunde gedauert. Glück im Unglück!
Ich hatte eigentlich mit einem Zeitverlust von zwei Tagen gerechnet, wenn der Spiegel bestellt werden müsste, oder mit einem Provisorium. Jetzt geht es weiter Richung Reivo-NP, wo ich Abend um 20.00 Uhr angekommen bin.