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Meine Batterie ist fertig gebaut und funktioniert, wie viele habe ich die in eine stabile Kiste aus Siebdruckplatten verbaut, Isolation dazwischen und alles so ‚knapp‘ bemessen, das sich da nix mehr bewegt. Aber eben auch nicht massiv zusammengepresst. Im Wohnmobil verbaut soll ja auch nichts wackeln und scheuern.
Nun taucht auf FB ( sorry … ) die Aussage auf, man soll die Zellen nicht so stark zusammenpressen, es sei normal daß die Zellen ‚arbeiten’ und wenn ein leichtes aufblähen nicht möglich ist, könnte auch das Überdruckventil kaputt gehen ( was auch immer dann passiert ? )
Als Quelle wurde ein Video von Dimitri angegeben : das Thema kommt ab ca 6:40 Minute.
In Will Prowse‘s Solarforum empfehlen sie, die Zellen leicht (Federspannung) zu pressen, damit sie ‚motiviert‘ sind, bei Ladung wieder an Volumen abzunehmen, soll angeblich die Lebensdauer verlängern, sagen auch die Hersteller.
Eine extrem steife, spack passende Kiste hindert die Zellen an der Audehnung, ob das gut ist… keine Ahnung. Federvorspannung hört sich für mich optimaler an, da sie Bewegung zulässt, aber nicht behindert und das Wieder-Zusammenziehen unterstützt. Könnte man ja recht einfach mit einer Holzplatte und ein paar passend vorgespannten Federn auf einer Schmalseite der Kiste realisieren.
Wahrscheinlich aber von akademischem Interesse in unserer Anwendung, ob die Zellen 2000 oder 3000 Zyklen durchhalten… bei einer Solarspeicheranwendung ist das schon wichtiger, ob die Zellen 6 oder 8 Jahre halten, wenn sie jeden Tag nen vollen Zyklus fahren.
bis denn,
Uwe
rolfk am 21 Aug 2021 08:03:07
Die Ausdehnung der Zellen beim normalen Betrieb kommt nicht vom Gasdruck, sondern das Anodenmaterial dehnt sich beim Laden aus. Gasdruck gibt es beim Laden bei niedrigen Temperaturen.
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Tinduck am 21 Aug 2021 08:20:40
Tinduck hat geschrieben:bei Ladung wieder an Volumen abzunehmen
Sorry, sollte bei Entladung heissen.
bis denn,
Uwe
Gast am 21 Aug 2021 08:31:06
Die Original-Datenblätter mehrerer Zellen-Hersteller verlangen eine Montage mit Druck auf die flache Seite der Zellen.
Darüber braucht man also nicht spekulieren.
Herbstsonne am 21 Aug 2021 14:25:11
Knofy hat geschrieben:.... Ich habe von solchen Problemen noch nirgends gelesen, aufgeblähte Zellen gelten ja gemeinhin als ‚suboptimal‘.
Ist jemanden schon mal eine Zelle kaputt gegangen aufgrund zu ‚festem‘ Einbau oder sind die angedeuteten Bedenken aus der Luft gegriffen ?
Hallo Uwe,
die Zellhersteller machen ihre Zyklen-Messungen im verspannten Zustand: für meine Zellen 4000 Zyklen statt ohne 2750. Ob man sich dieses Potenzial zumindest zum Teil erschließen möchte muß jeder selbst wissen.
Bei CATL z.B. mit 300kg (nennt sich Clamping, bei manchen Herstellern sind es auch 500 kg). Die machen das unter hydraulischen Pressen - d.h. die eingestellte Vorspannkraft ist konstant über dem Dickenzuwachs, alleine abhängig vom Öldruck.
Ist die Vorspannkraft zu hoch ist das in etwa genau so schädlich wie zu nieder. Wenn man die Zellen in einer "extrem steifen" Kiste verspannt, steigt die Kraft beim Laden sehr steil an - weil der Verband nicht nachgibt wie eine hydraulische Presse, deren Kraft über den Öldruck eingestellt immer gleich ist. Hat man eine "lummelige Kiste" mit ggf. wenig Schrauben, setzen sich die Schrauben und die Vorspannkraft gibt unter dem Dickenwachstum bleibend nach. Dann hat man immer weniger als anfänglich gedacht ... Mancher glaubt ja, daß er mit seinen Schraubenzwingen die richtige Kraft und mit der Dimensionierung seiner Kiste die richtige Steifigkeit dargestellt hat. Na ja... Da man die Lebensdauererhöhung durch bestmögliches Clamping schlecht nachweisen kann, gilt dasselbe auch für zu hohe Vorspannkräfte und deren unerwünschtem Einfluss. Die relevanten Zykluszahlen sind für WoMo-Betrieb einfach irre hoch ...
Ideal wäre also, bei 50% SOC die vom Hersteller genannte Vorspannkraft aufzubringen, da man das nicht hydraulisch machen kann, bleibt nur eine bestmögliche Annäherung an diese Bedingungen. Eine pragmatische Lösung hierzu ist der Einsatz von Federn (hat Tinduck schon erwähnt), diese haben eine gewünschte deutlich weichere Kennlinie als ein maximal steifer Kasten. Eine mögliche Umsetztung ist hier gezeigt: --> Link Federn haben darüberhinaus den Vorteil, daß bei bekannter Federsteifigkeit der verpresste Weg direkt umgerechnet werden kann in die dabei erzeugte Vorspannkraft. So könnte man "heimwerkergerecht" definiert vorspannen. Man kann auch dem Kasten die "Zuganker-Funktion" geben, und die Federn nachträglich von außen einmessen und einschrauben. Das ergibt dann bei SOC50% perfekte Bedingungen, darunter und darüber eine gewünschte "flache Hügelform" der Vorspannkraft auf die Zyklenzahl (ohne zu steilen Abfall bei SOC100% und SOC leer).
Grüße, Erhard
Knofy am 21 Aug 2021 19:37:30
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!
Ich ziehe daraus für mich folgende Schlüsse:
- Fest verbauen in eine Kiste macht Sinn, schon damit sich nichts bewegt und scheuert. ( habe ich ) - verspannen geht mit Federn vielleicht optimaler - ob man das Quäntchen mehr bemerkt ? - Druck auf die flache Seite ( habe ich ) - wenn sich die Zellen nicht optimal dehnen können ( zu stark oder zu wenig gepresst ) geht das zu Lasten der Zyklen-Zahl, ist im Wohnmobil nicht so relevant bei normaler Nutzung
Aber es scheinen bei suboptimalem Einbau keine Defekte aufzutreten wie ‚Überdruckventil platzt‘ oder irgendetwas anders gefährliches.
rolfk am 22 Aug 2021 08:46:27
pfeffersalz hat geschrieben:Die Original-Datenblätter mehrerer Zellen-Hersteller verlangen eine Montage mit Druck auf die flache Seite der Zellen.
Darüber braucht man also nicht spekulieren.
Nenne doch bitte mal die angegebene Größe der Vorspannkräfte.
Gast am 22 Aug 2021 09:02:30
rolfk hat geschrieben:Nenne doch bitte mal die angegebene Größe der Vorspannkräfte.
Für deine Zellen benutze bitte deine Datenblätter.
Bei nur Langeweile und allgemeinem Interesse oder genereller Lust am Fragen in Foren, lese diesen Thread. Es wurde bereits gepostet.
Tinduck am 22 Aug 2021 09:03:18
rolfk hat geschrieben:Nenne doch bitte mal die angegebene Größe der Vorspannkräfte.
Stehen oben in Erhards Beitrag.
Nicht alles, was einem nicht passt, ist auch falsch.
bis denn,
Uwe
ClausK65 am 22 Aug 2021 13:26:08
Knofy hat geschrieben:V - verspannen geht mit Federn vielleicht optimaler - ob man das Quäntchen mehr bemerkt ?
Sehe ich auch so. In einen stabilen Kasten, damit die Ausdehnung abgefangen und in Grenzen gehalten wird, das sollte selbstverständlich sein. Wenn ich mir die Grafiken oben anschaue, dann habe ich kein Problem damit, wenn ich die Zellen nicht mit 300kg oder was auch immer vorspanne. Natürlich ist das wichtig, wenn man die Akkus verkäuft und damit sein Geld verdient, aber für den privaten Gebrauch? Es ist schön, wenn die mit 300kg vorgespannten Zellen nach 4000 Zyklen noch 80% der Kapazität haben, aber mal ehrlich, wer macht fast 11 Jahre lang (ich hoffe ich habe mich nicht verrechnet) jeden Tag einen Zyklus? Wenn ich das für mich mal rechne und annehme, dass ich 2000 Zyklen auf die Akkus bringe, dann habe ich die (jeden Tag ein Zyklus) fast 5,5 Jahre. Die Differenz der verbleibenden Kapazität ist bei 5% - 6% wenn man den Grafiken glauben darf. Merke ich das? Ich sage mal nein (wenn man nicht zuvor schon sehr grenzlagig das berechnet hat), das merke ich nicht wirklich.
Ich für meinen Teil werde nicht jeden Tag und das 365 mal im Jahr, einen Zyklus schaffen. Somit ist für mich eine Vorspannung die 300kg sein muss nicht relevant.
Dann doch Rocket Science? Aber das ist nur meine Meinung.
Claus
huohler am 22 Aug 2021 16:05:34
ClausK65 hat geschrieben:Ich für meinen Teil werde nicht jeden Tag und das 365 mal im Jahr, einen Zyklus schaffen. Somit ist für mich eine Vorspannung die 300kg sein muss nicht relevant.
Dann doch Rocket Science? Aber das ist nur meine Meinung.
Claus
So sehe ich das auch, ähnlich wie mit dem die LiFePO sollten nicht ständig 100% voll sein. Wenn sie tatsächlich 20% weniger Zyklen schaffen die ich in 25 Jahren sowieso nicht schaffe, werden meine so oder so wegen dem kalendarischen Alter und nicht wegen der Anzahl der Zyklen ihr Leben beenden. Für durchschnittliche Womo Anwender sind diese Empfehlungen reine Theorie und haben in der Praxis keine Relevanz.
Hubert
Tinduck am 22 Aug 2021 18:04:05
OK, alles nicht so schlimm.
Wir akzeptieren also (willkürlich festgesetzt):
20% weniger Lebensdauer wegen ungünstigen Ladezuständen,
20% weniger Lebensdauer wegen fehlender Pressung der Zellen,
20% weniger, weil wir doch mal nahe Null Grad laden….
Wenn da noch mehr Beschränkungen dazukommen, die niemand einhalten will, sind die Dinger womöglich doch noch eher kaputt als ne olle Bleibatterie :D
bis denn,
Uwe
huohler am 22 Aug 2021 18:20:08
Wenn die prognostizierten Zyklen 6000 sind, ich aber nicht über 2000 komme dann passt das doch :lol:
Hubert
Stocki333 am 23 Aug 2021 09:22:19
Und wenn ich die 2000 Zyklen nicht erlebe. Kann ich auch nicht meckern. Franz
fschuen am 23 Aug 2021 12:50:45
Tinduck hat geschrieben:OK, alles nicht so schlimm.
Korrekt. Bei der üblichen Zyklenzahl - Otto-Normal-Camper kommt vielleicht auf zehn im Jahr - ist es albern, sich über die Zyklen überhaupt Gedanken zu machen. Und viele Bleidenker haben nicht verstanden, wie Batteriezellen wegsterben. Bei Blei sinkt laufend die Kapazität, und sobald die erste Zelle einmalig tiefentladen war, ist die Batterie hin. Bei LFP steigt der Innenwiderstand. Ob man das überhaupt merkt, hängt von der Stromentnahme ab. Licht und Heizung hat man aber auch noch mit einer"kaputten" LFP.
Gruss Manfred
Knofy am 23 Aug 2021 13:26:08
Moin nochmal, das Thema hat sich ja sehr auf die Zyklen-Zahl konzentriert, ist auch ok. Bei suboptimalen Ladekurven hat man ja auch den Effekt daß die Zyklen-Anzahl sinkt. Hatte für mich auch schon beschlossen, das zu akzeptieren und nicht alle Ladegeräte bis ins letzte zu optimieren.
Mein eigentlicher Punkt war aber
"wenn ein leichtes aufblähen nicht möglich ist, könnte auch das Überdruckventil kaputt gehen ( was auch immer dann passiert ? )"
Das war genau der Verdacht der bei Dimitri in seinem YouTube Video geäussert wurde. Habe das wahrscheinlich nicht deutlich genug geschrieben - da aber niemand in diesem Thread solch ein Problem mit dem Überdruck Ventil erwähnt hat, gehe ich mal davon aus, das sowas nicht durch zu lockeren oder zu festen Einbau kaputt gehen kann.
MountainBiker am 23 Aug 2021 13:50:13
Hallo,
wenn sich eine Zelle bläht, in der Form dass es sichtbar wird, haben sich die elektrischen Eigenschaften verändert (Gasblasenbildung an den Eletroden...), d.h. wenn das Überdruckventil öffnet ist schon vorher etwas passiert. Deshalb verwechselt dieser "Dimitri" Ursache und Wirkung. Eine Formstabile "federnde" Einbringung der Aluminumzellen ist deshalb unumgänglich, da das sehr weiche Aluminium nur durch den Unterdruck in Zelle, wieder zurückgezogen wird, d.h. es besteht die Gefahr der Veringerung der Oberfläche der Elektroden.
GFK-Platten sind durch die federnden Eigenschaften sehr gut für diesen Zweck geeignet, so wie ich es bei meinen Gehäusen verwende. Bei den robusten aber sehr schweren termoplastischen Gehäusen von Winston, Calb, besteht diese Gefahr nicht in dieser Form, da Bedarf es erhebliche Erwärmung zusätzlich dazu, außerdem habe diese ein wiederschließendes Überdruckventil!
cinzano01 am 24 Aug 2021 09:26:23
Servus,
ich beschäftige mich beruflich mit den physikalischen Zustandsänderungen bei Lithiumbatterien - genauer auch die volumetrische Expansion der Anodensubstrate.
Das Thema "Pressen" ist hier von viel Spekulation begleitet. Fakt ist: Die Zellen "Pumpen" aufgrund der Lithiumeinlagerung in der Anode und das kannst du außer mit tonnenschweren Pressen nicht verhindern (und wenn man es würde, zerstört es die Zelle). Im Alubecher ist aber auch etwas Platz dafür.
Leichtes Verspannen hingegen hilft bei den ersten Zyklen, den Elektrolyt richtig zu verteilen und in die Zellstruktur zu bekommen. Tritt während des Betriebs Gasung auf, die zum Ansteigen des Innendrucks führt, stimmt entweder mit der Zelle was nicht, oder die Ladeparameter sind falsch. Elektrolytzersetzung findet immer im oberen Spannungsfenster statt.
Ich bin in dieser Diskussion hier näher darauf eingegangen: --> Link