AndyAmmer am 01 Sep 2021 10:28:55 Guten Morgen, ich bin Andy aus dem Ammerland und neu hier. Bin gerade unterwegs und würde mich ansonsten ausführlicher vorstellen, bitte um Verständnis wenn das heute noch nicht möglich ist! Mein Fahrzeug ist ein 99er Concorde auf Iveco Basis. Die Aufbaubatterien sind konventionelle Blei-Akkus, natürlich keine Starterbatterien. Die Starterbatterie ist neu, die Aufbaubatterien sind zwei Jahre alt 2 x 100 Ah. Vor zwei Wochen waren wir zehn Tage unterwegs, jeden zweiten Tag gefahren, nie an Landstrom, alles gut. Vorgestern bin ich eine Stunde gefahren und mir fiel auf, dass am Panel die Starterbatterie im Stand 12,4 V hat, der Aufbau nur 11,8 V. Ich habe nur Licht benutzt (LED), Wasserpumpe und über Nacht ein CPAP, was aber minimalen Verbrauch hat. Jetzt in der zweiten Nacht schaltete die Versorgung ab, Spannung 10,1 V. Es gibt keine heimlichen Verbraucher, das konnte ich mit dem Multimeter schon feststellen. Mit meinen Verbrauch komme ich sonst fast 10 Tage ohne Nachladen aus. Beim Motorstart geht die Spannung praktisch sofort auf über 12 V hoch, im Leerlauf 12,4 ... 12,6 und bei mehr Drehzahl auch höher. Sieht also nach normaler Ladung aus. Einen Booster habe ich nicht. Stelle ich den Motor ab, fällt die Spannung recht langsam wieder ab, nach 30 Minuten habe ich jetzt 10 V angezeigt (keine Verbraucher aktiv). Ist das ein Zeichen für defekte Akkus? Nach zwei Jahren fände ich es ein wenig früh. Kann man die noch mal regenerieren oder sind die zum Tausch fällig? Es besteht noch die Möglichkeit, dass die Batterien einmal tiefentladen wurden im letzten Winter. Als ich die Starterbatterie tauschte vor drei Monaten, hat der Werkstattmensch an die alte Batterie ein Meßgerät gehalten und meinte, das wäre deren Tod gewesen. Aber andererseits war die acht Jahre alt und kann auch so eingegangen sein. WoMo wurde eigentlich nicht bewegt über den Winter, doch regelmäßig geladen. Vielleicht ging dabei was schief, k.A. Vielen Dank schon einmal für Tipps, Andy
Gast am 01 Sep 2021 11:42:12 Das sieht entweder nach defekter Ladetechnik oder defekten Batterien aus. GGf auch nach beidem.
Die Ladespannung müsste dazu auch über jenseits der 13V liegen
11,8V = Akku leer
10V = tieftsentladen
Gruß
AndyAmmer am 01 Sep 2021 12:14:27 Also an der Starterbatterie sind es über 13V, solange der Motor läuft. Bei Drehzahlen im Fahrbereich dann auch hinten im Aufbau über 13V, ich kann das nur nicht ausgiebig probieren, weil ich noch mitten im Wohngebiet stehe. Danke schon mal, das dürften dann die Akkus sein. Andy
Pechvogel am 01 Sep 2021 12:29:55 AndyAmmer hat geschrieben:... Vor zwei Wochen waren wir zehn Tage unterwegs, jeden zweiten Tag gefahren, nie an Landstrom, alles gut. Vorgestern bin ich eine Stunde gefahren...die Starterbatterie im Stand 12,4 V hat, der Aufbau nur 11,8 V...Jetzt in der zweiten Nacht schaltete die Versorgung ab, Spannung 10,1 V. ...
Wurden die Aufbaubatterien denn danach wieder vollgeladen? Von nur eine Stunde fahren und incl. Starterbatterie = 3 Blei-Batterien laden dürfte nicht reichen. Und 12,4V an der neuen Starterbatterie sind auch nicht gerade viel!! Versuch´ doch mal die Spannung der Lichtmaschine zu messen. Die sollte schon bei Standgas deutlich über 13V haben. Wenn Du dann fährst auch deutlich über 14V. Wenn die Lichtmaschine ( der Regler ) die Spannung nicht mehr bringt werden auch die Batterien nicht mehr voll. Die Kontrollleuchte im Armaturenbrett ( die "rote Batterie" ) kommt oft erst bei unter 12,5 - 12,8 Volt. Grüße Dirk
Ahorne7500 am 01 Sep 2021 19:34:17 Hallo, Was wäre, wenn eine Aufbaubatterie total hinüber ist. Die Lima ballert und ballert, die Aufbaubatterie verbrennt alles. Dann geht die Ladespannung auch runter.
Teste mal die Spannung der Lima, wenn die Aufbaubatterie abgeklemmt ist. Wenn die Spannung dann wieder bei 14,+ ist, weisst du was los ist. .
AndyAmmer am 03 Sep 2021 11:35:56 Vielen Dank für die Hinweise, ich bin jetzt wieder zuhause und konnte da richtig ran. Also es sind die Batterien, ein Ladegerät kann ebenfalls powern ohne Ende und nach dem Abklemmen sehe ich zu, wie im Minutentakt 0.1V verschwinden, nach einer Stunde sind die Dinger auf 11.5V - jetzt nach einer Nacht auf 10V. (Warum die nicht weiter runter gehen als 10V, weiß ich nicht) danke Andy
P.S.: an der Lima kann ich bei laufendem Motor nicht messen, die liegt derart tief und ungünstig ...
fschuen am 03 Sep 2021 13:59:56 AndyAmmer hat geschrieben:(Warum die nicht weiter runter gehen als 10V, weiß ich nicht)
Weil nur eine Zelle defekt ist. Das ist ganz normales Wegsterbeverhalten, die Kapazität sinkt durch Benutzung laufend, und durch Tiefentladung werden die Zellen stark geschädigt. Dadurch verschleisst die schwächste Zelle am stärksten, bis sie irgendwann tiefentladen wird und gar keine Kapazität mehr hat. Das ist auch der Grund, warum man Bleibatterien nur rund zur Hälfte entladen sollte. Das Spiel beginnt von neuem mit neuen Bleibatterien - halten mit Glück zehn Jahre, mit Pech nicht mal eins. Oder man spielt nicht mehr mit und wechselt auf LFP, dann ist dauerhaft Ruhe. Gruss Manfred
herrhausk am 03 Sep 2021 15:07:07 Zumindest eine deiner Aufbaubatterien ist hin. Mess die separat durch - ggf. kannst du erst mal mit der noch intakten Battarie leben.
Hannus am 03 Sep 2021 16:20:22 Das sieht nach einem Zellenschluß aus. 5 Zellen gleich 10V. Was mich wundert, ist das die nicht kochen und stinken. Eigendlich eine Begleiterscheinung bei Zellenschluß und kräftiger Ladung.
Suse1976 am 03 Sep 2021 19:00:34 Hannus hat geschrieben:Was mich wundert, ist das die nicht kochen und stinken.
Sterben die Dinger eigentlich bei Tiefentladung immer durch Zellenschluß? Wenn die nicht gestunken haben, dann ist das vielleicht ein anderer Schaden. Bei meinem damaligen Ducato war eine Batterie von heute auf morgen 100% tot, 0 Volt drauf. Der Fremdstartversuch funktionierte (auch 25mm²-Kabel können sehr, sehr warm werden), aber die 50A-Sicherung hat es danach zerlegt. Gestunken hat damals eigentlich auch nichts. Jetzt wäre ich schlauer und würde die tote Batterie immer rausnehmen. Damals hatte ich von den Abmessungen nichts passendes dabei ... lg suse
Hannus am 04 Sep 2021 08:35:49 Bei einer Tiefentladung setzen chemische Prozesse ein, die teilweise nicht mehr umkehrbar sind und die Kapazität der Batterie vernichten. Je schneller man so eine Batterie wieder aufläd, um so geringer ist der Schaden.
Ein Zellenschluss muss dabei nicht entstehen.
AndyAmmer am 04 Sep 2021 13:26:06 So, Batterien sind getauscht. Die alten Dinger haben 8,89 und 9,79 Volt. Selbst nach einer Nacht laden gehen die zackzack wieder abwärts. Definitiv gehimmelt, wie auch immer. Aber, wer weiß wozu es gut war: die Verbindungsleitung der beiden Pluspole konnte sich bewegen, durch die Schwingungen ist das allermeiste an Litze unmittelbar an der Schrauböse schon gebrochen gewesen. Noch ein bißchen mehr, und dieses Ende wäre runtergefallen mit guter Chance für einen Kurzschluß. Habe die Verbindungsleitung nun neu konfektioniert, kürzer gemacht und vor allem schwingungsfrei verlegt. Die Ladung funktioniert auch, wie sie soll: LiMa powert zuerst die Starterbatterie mit 13,8 Volt. Die neuen Versorgerbatterien waren vorgeladen (gemessen: 12,4 und 12,6 Volt) und bekamen bei laufendem Motor sofort 13,2 Volt. Scheint fast so, als würde da schon ein bißchen Strom abgezweigt :D Am Landstrom kehrt sich das dann ein wenig um, der Lader pumpt 14,2 Volt in die Versorgerbatterien und läßt die Starterbatterie erst links liegen.
Vielen Dank für alle Tipps! Andy
thomker am 04 Sep 2021 14:09:48 AndyAmmer hat geschrieben:Die Ladung funktioniert auch, wie sie soll: LiMa powert zuerst die Starterbatterie mit 13,8 Volt. Die neuen Versorgerbatterien waren vorgeladen und bekamen bei laufendem Motor sofort 13,2 Volt. Scheint fast so, als würde da schon ein bißchen Strom abgezweigt
Moin, mal nur zum Verständnis: Bei laufender Lima werden Aufbau und Starterbatterie parallel verbunden und es wird keine der Batterien priorisiert. Die Lima liefert einfach ihre 14,2 bis 14,4 V an die Batterien, egal wie viele da dran hängen. Die Spannungsdifferenz 13,8 zu 13,2V ist der Kabelverbindung von der Starter- zur Aufbaubatterie geschuldet und der unterschiedlichen Ladungszustände. AndyAmmer hat geschrieben:Am Landstrom kehrt sich das dann ein wenig um, der Lader pumpt 14,2 Volt in die Versorgerbatterien und läßt die Starterbatterie erst links liegen.
Am Landstrom wird die Aufbaubatterie mit vollem verfügbaren Ladestrom geladen, die Starterbatterie jedoch nur mit 2 oder 3Ampere Erhaltungsladung und reduzierter Spannung. Selbst wenn die Aufbaubatterie voll ist, steigt der Ladestrom und die Spannung für die Starterbatterie nicht an, und das ist auch gut so, die ist normalerweise sowieso nach der Fahrt voll. Gruß Thomas
tweiner am 05 Sep 2021 21:53:36 Moin, was mich interessiert, hast du eine Solaranlage? gruss Thomas
fschuen am 06 Sep 2021 09:35:41 Suse1976 hat geschrieben:Sterben die Dinger eigentlich bei Tiefentladung immer durch Zellenschluß?
Bleibatterien sterben meistens - bei Tiefentladung immer - an einer defekten Zelle (=Kapazität geht gegen Null), und NIE durch einen Zellenschluss. Ein Zellenschluss entsteht, wenn die Platte mechanisch bricht und die Zelle kurzschliesst. Das passiert sehr selten bei Blei-Säure-Batterien und starker Strombelastung, z.B. beim Anlassen. Bei AGM oder Gel ist das aber ziemlich unmöglich. Kaputte Batterien bringt man nur kurzzeitig auf eine nennenswerte Spannung, bei einem echten Zellenschluss ist es keine gute Idee, die Batterie überhaupt an ein Ladegerät anzuschliessen. Gruss Manfred
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