recycler am 27 Feb 2022 14:25:06 Hallo,
ich habe seit knapp einem Jahr eine Siga 120 AH Solarbatterie (Säure-Nassbatterie) als Bordbatterie in Betrieb (mit Unterspannungsschutz via Solarregler).
Die Batterie bricht in letzter Zeit m.E. sehr schnell zusammen, bzw. läßt sich nicht voll laden. Habe mir extra einen Batterietester gekauft, der 100% 'Gesundheit' für die Batterie anzeigt (ca. 600 CCA - ich hatte 120A als Bezugswert eingegeben). Zum Test habe ich die Batterie gestern voll geladen. Nach der Ruhephase zeigt die Batterie nur noch 12,46 V im 'Leerlauf' (66% Ladung lt. Tester, bei 100% Gesundheit), also abgekoppelt vom Bordnetz an, was m.E. zu wenig sind.
Hatte schon Kontakt zu Siga-Betterien und diese reklamiert, die zeigen sich aber nicht kooperativ (soll die Batterie auf meine Kosten einsenden und ich erhalte diese zurück, wenn Siga die Batterie reanimieren kann. Sonst muss ich auch noch für die Rücksendung zahlen, wenn ich die kaputte Batterie zurückhaben möchte. Von den 24 Monaten Garantie sieht Siga nur 6 Monate beim Hersteller, danach soll ich beweisen, dass der Fehler am Produkt liegt).
Welche 'Leerlaufspannung' ist für eine Nass-Solarbatterie o.k. ?
LG
recycler -
rkopka am 27 Feb 2022 15:17:48 recycler hat geschrieben:Habe mir extra einen Batterietester gekauft, der 100% 'Gesundheit' für die Batterie anzeigt (ca. 600 CCA - ich hatte 120A als Bezugswert eingegeben).
Diese Tester gehen ja nur auf einen kurzfristigen Spitzenstrom, nicht auf die Kapazität. Mein 95Ah, die noch etwa 20Ah gebracht hat, war auch bei 100% im Test ! Von den 24 Monaten Garantie sieht Siga nur 6 Monate beim Hersteller, danach soll ich beweisen, dass der Fehler am Produkt liegt).
Jein. Was sie anworten, bezieht sich auf die Gewährleistung, wo es stimmen würde. Irgendwann wurde das auf 12Monaten geändert. Rückwirkend ? Ab wann ? Wenn sie eine Garantie versprechen, kommt es auf deren Bedingungen an. Bei Gewährleistung steht das meiste in irgendwelchen Gesetzen. RK
recycler am 27 Feb 2022 16:24:00 O.K., wie stellt man am besten einen aussagekräftigen Kapazitätstest an? Welche definierten Verbraucher (Glühlampen?) über welchen Zeitraum und wie ermittel ich dann die Kapazität der Batterie?
Vielen Dank
recycler
rkopka am 27 Feb 2022 17:19:59 recycler hat geschrieben:O.K., wie stellt man am besten einen aussagekräftigen Kapazitätstest an? Welche definierten Verbraucher (Glühlampen?) über welchen Zeitraum und wie ermittel ich dann die Kapazität der Batterie?
5-10A wären ein vernünftiger Wert. Mit einer Abblendlampe mit 55W hast du 4,6A. Dann einfach Akku vollladen und mit der Lampe entladen bis irgendwas abschaltet (EBL) oder die Spannung zu niedrig ist. Strom * Zeit und du hast die Restkapazität. Evt. hast du irgendeinen anderen starken 12V Verbraucher (Heizlüfter, Scheinwerfer...) mit definierter Leistung. RK
leverkusen3 am 28 Feb 2022 09:38:59 Hallo recycler
Das ist der Efekt, der eintritt, wenn die Batterie beim Einbau schon alt war. Bei meiner Blei Säure Aufbaubatterie, waren von den angegebenen 230 Ah nach einem Jahr Betrieb noch 90 Ah übrig. Übrigens konnte ich einen Verlust von 5 Ah Kapazität pro Ladevorgang messen.
Mittlerweile fahre ich eine Lithium Batterie.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas
recycler am 07 Mär 2022 17:45:15 Hab die Batterie nun mit externen Ladegerät möglichst voll geladen (max. 12,46V) und dann den Kapazitätstest mit ca. 4A oder etwa 50 Watt via Glühlampe gemacht (diesmal zum Test Tiefentladung bis 30%) . Die Batterie hat noch eine Kapazität von knapp 20 AH, ist also für die Tonne. Der Verkäufer Siga Batterien war auch diesmal leider unkooperativ (sollte Batterie auf meine Kosten einsenden und Ersatz gäbe es, wenn man dort einen Produktionsfehler feststellt, sonst sollte ich auch noch das Rückporto für die defekte Batterie zahlen...).
Mein Setup sind folgende Ladungsmöglichkeiten:
Über Lima mittels bidirektionalen 'intelligenten' Trennrelais. Lima ist 'konventionell', also ohne Herunterreglung, auch wenn das Fahrzeug (Peugeot Boxer bzw. Ducato) Euro 6 hat.
Über 200 Watt PV auf dem Dach. Kann am Regler die Ladekurve (Spannung) je nach Batterietyp einstellen. Durch das Trennrelais wird bei Überschreitung der 13,3V dann auch die Starterbatterie mitgeladen.
Hatte bisher als Starter- und Versorgungsbatterie jeweils Blei-Nassbatterien (da gleiche Ladespannung), überlege aber jetzt evtl. als Versorgungsbatterie eine AGM zu nehmen (die hat ja eine höhere Ladespannung).
Das Fahrzeug ist Daily Driver, sprich wird regelmäßig bewegt und auch die Versorgungsbatterie wird regelmäßig geladen und entladen (z.B. Standheizung).
Wie sind Eure Praxiserfahrungen? Möchte am Lademanagement nichts ändern. Macht das Sinn, oder lieber weithin Starter- und Versorgerbatterie nass?
Viele Grüße
recycler
Ruedi1952 am 07 Mär 2022 19:56:24 Oder eine vernünftige Batterie kaufen wir haben eine Bosch L5 Deep Cycle 75 AH Batterie im Einsatz die gut funktioniert.
fschuen am 07 Mär 2022 20:37:40 Man hat doch die Wahl. Noch gibt es ja Bleibatterien für die, die gern Lotterie spielen. Oder man kauft ne Lithium und hat Ruhe. Zurück gewechselt hat meines Wissens noch niemand.
Gruss Manfred
rolfk am 07 Mär 2022 20:48:20 recycler hat geschrieben:Hab die Batterie nun mit externen Ladegerät möglichst voll geladen (max. 12,46V)
Ich hoffe ja, dass das ein Schreibfehler ist, sonst wâre das Problem schon gefunden.
recycler am 08 Mär 2022 10:19:20 Nein, die max. Ladung der Batterie (nach 3-4 h Ruhepause) geht nur bis ca, 12,46 V. Hab mehrfach mit dem externen Ladegerät den 'Recovermodus' durchgefahren, ohne merkliche Besserung. Da sich die Batterie also nicht mehr voll laden läßt, fehlt natürlich auch Kapazität.
Ciao
recycler
Tinduck am 08 Mär 2022 10:35:21 Hier mal eine kurze Übersicht für eine Blei-Nass-Batterie, welche (Ruhe-!)Spannung welchem Ladestand entspricht.  Ruhespannung heisst, nach der letzten Ladung oder Stromentnahme sollte die Batterie 20 min. ohne weitere Ladungsbewegung gestanden haben. Beachtet man das nicht, wird nach Ladung eine zu hohe Spannung und nach Stromentnahme eine zu geringe Spannung bewertet. Man kann auch kurz ein wenig Strom entnehmen (Licht an oder so), um die Wartezeit nach dem Laden zu verkürzen, dann werden Oberflächenladungen in der Batterie, die eine zu hohe Zellspannung suggerieren, abgebaut. Die Spannungen gelten natürlich für eine gesunde Batterie, bzw. für die momentan noch verfügbare Kapazität. Am Ende ihrer Lebensdauer erreicht eine Batterie nach dem Laden zwar auch noch über 12,6 Volt, aber nach kurzer Stromentnahme bricht die Spannung dann ein - Blei-Kapazitätstod. Unsere 130 Ah Blei/Säure (in 2017 rausgeschmissen) hatte am Schluss noch Kapazität für 10 min Entnahme von 6 A... :) Und, als Faustregel, tiefer als 12 V sollte man nicht gehen, wenn man lange Freude an seiner Bleibatterie haben will. Entladungen unter 50% quittieren Bleibatterien mit verkürzter Lebensdauer, insbesondere wenn nicht sofort wieder nachgeladen wird. Edith: wie hoch war denn die Ladeschlussspannung deines Ladegerätes? Sollte ca. 14.4 Volt betragen. Und Bleibatterien brauchen auch eine Sättigungsphase von ein bis mehreren Stunden, um ganz voll zu werden. bis denn, Uwe
cinzano01 am 08 Mär 2022 10:48:56 Also wenn die Batterie immer nur mit einer Schlussspannung von 12,46V geladen wurde, ist auch klar, warum es die Batterie gekillt hat.
Die ist ja nie in die Absorptionsphase gekommen.
recycler am 08 Mär 2022 11:12:58 Danke Uwe für den fachlich hervorragenden Beitrag (ich darf noch keine Beiträger 'liken', da ich selber noch keine 10 Bewertungen erhalten habe). Der Batterietester zeigte ca. 75% Vollladung an, was sich ja in etwa mit Deiner Tabelle deckt. Allerdings bricht die Spannung auch am Start der Kapazitätsmessung bei der relativ kleinen Belastung von ca. 50 Watt direkt auf 12V oder knapp darunter zusammen.
Die Batterie muss ich also so oder so ersetzen, bleibt nur die Frage mit welcher. AGM soll ja hinsichtlich Tiefentladung und Zyklen mehr Reserven bieten, oder ist das nur ein Werbegag? Mit Lithium-Akkus hatte ich auch schon geliebäugelt, aber dazu müsste ich wohl das ganze Lademanagement umbauen (Fahrzeug wurde erst letztes Jahr aufgebaut) und die Preise sind ca. 5x so hoch wie bei einem konventionellen Akku. Das geht momentan finanziell nicht.
Wie würdet Ihr das lösen? Wieder Nass-Blei-Versorgungsbatterie oder AGM bei o.g. Setup? Ich weiß ja aus Erfahrung selber, das Blei-Nass-Akkus immer ein Lottospiel sind (auch bei Markenware). Ist AGM da 'stabiler'?
Ciao
recycler
recycler am 08 Mär 2022 12:01:07 cinzano01 hat geschrieben:Also wenn die Batterie immer nur mit einer Schlussspannung von 12,46V geladen wurde, ist auch klar, warum es die Batterie gekillt hat.
Die ist ja nie in die Absorptionsphase gekommen.
Das ist ein Irrtum, die Ladespannung ist natürlich höher, aber die nach der Vollladung an der Batterie gemessene Ruhespannung ('Leerlaufspannung') ist nicht höher als 12,46V. Ciao recycler
rolfk am 08 Mär 2022 12:25:41 recycler hat geschrieben: Allerdings bricht die Spannung auch am Start der Kapazitätsmessung bei der relativ kleinen Belastung von ca. 50 Watt direkt auf 12V oder knapp darunter zusammen.
Einen ähnlichen Fall gab's hier kürzlich im Forum. Meine Meinung, die von anderen nicht geteilt wird: eine schlechte Zelle. So oder so, die Batterie ist fertig.
Tinduck am 08 Mär 2022 14:27:37 recycler hat geschrieben:Wie würdet Ihr das lösen? Wieder Nass-Blei-Versorgungsbatterie oder AGM bei o.g. Setup? Ich weiß ja aus Erfahrung selber, das Blei-Nass-Akkus immer ein Lottospiel sind (auch bei Markenware). Ist AGM da 'stabiler'?
Ciao
recycler
Wenn du mit der Kapazität einer normalen Bleibatterie hinkommst (dran denken, nur 50% mit gutem Gewissen nutzbar), spricht nichts dagegen, wieder eine zu nehmen. Bei AGM ist zu beachten, dass die eine höhere Ladeendspannung als normale Nassbatterien brauchen, i. A. so 14,7 Volt. Wenn dein Ladegerät ein AGM-Programm hat, sollte das funktionieren. Von der Haltbarkeit her ist eine AGM dafür gemacht, länger als eine Nassbatterie zu halten - ob das funktioniert, hängt aber wie üblich davon ab, wie sie gepflegt und beansprucht wird. Wenn Dein Strombedarf nicht so hoch ist, könnte auch eine Gel-Batterie in Frage kommen. Dieser Typ ist auf hohe Standzeiten optimiert, liefert aber nur unwillig hohe Ströme und akzeptiert auch weniger Ladestrom als eine Nass- oder AGM-Batterie (bei gleicher Kapazität). Mit einer LiFePO hättest du alle Eventualitäten abgedeckt. Und neue Ladetechnik muss nicht sein, einfach alles im Blei/Nass-Programm lassen, das ist tausendfach erprobt. So einen Tausch muss man dann in allen Ladesituationen mal beobachten, im Normalfall klappt das gut. Falls es zur Überlastung des Trennrelais/EBL beim Laden per Lichtmaschine kommen könnte (vorher geht die Sicherung zwischen Starter- und Aufbaubatterie aber normalerweise durch), müsste noch ein Booster rein, paradoxerweise zur Ladestrombegrenzung - das wars aber auch schon. Nachteil ist die eingeschränkte Ladefähigkeit bei tiefen Temperaturen, das ist Blei schnurzegal. bis denn, Uwe
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