|
Hallo, das ist jetzt keine Frage, sondern ein Erfahrungsbericht aus diesem Sommer. Mein Bruder umrundete unlängst die Iberische Halbinsel (in einem Dethleffs-FIAT, 2,3 l, 148 PS, Bj. 2015) und hatte etwas nördlich von Lissabon Leistungsabfall und die Warnmeldung: "Hillholder nicht aktiv". Nach meinen Netz-Recherchen schien ein Defekt am Bremslichtschalter möglich. In einer Fiat Werkstatt wurde die Funktion überprüft und als Fehler ausgeschlossen. Nach einem Software-Update schien alles wieder gut zu laufen, aber schon nach wenigen Kilometern unter Last ging's zurück in den Notlaufmodus. Also zurück in die Werkstatt. Dort war man drei Tage ernsthaft bemüht, den Fehler zu finden (und so entgegenkommend, den Wagen nach Feierabend immer freizugeben, sodass mein Bruder am Strand übernachten konnte). Am vierten Tag lautete die Frage: Was haben Sie eigentlich zuletzt getankt? Nun stellte sich heraus, dass nach der Einfahrt von Spanien nach Portugal 30 Liter Gasolina* auf ca. 60 Liter Diesel aufgetankt worden war. * In Spanien heißt Diesel Gasoleo, daher die Verwechslung. Ich fragte meinen Bruder, wie lange er bereits mit dieser Mischung gefahren sei, und die Antwort lautete: ungefähr 600 km :x . Die Werkstatt entleerte den Tank soweit es ging, dann wurden 20 Liter Diesel eingefüllt und mein Bruder verabschiedet. Ich riet ihm, umgehend noch einen Liter Zweitaktöl einzufüllen und dann vollzutanken, sowie bei der nächsten Gelegenheit unbedingt den Dieselfilter wechseln zu lassen. Dann nochmals 1/2 Liter 2-Taktöl mit rein und weiterhin eher piano als unter Vollast Richtung Heimat zu fahren. Das wurde befolgt, und mittlerweile ist er wieder zurück im Schwarzwald (ca. 2.000 km Rückfahrt) und der Motor läuft so normal, als wäre nichts gewesen. Ich selbst hatte große Zweifel, ob eine Hochdruckpumpe und die Einspritzdüsen so eine Spritverdünnung überhaupt abkönnen, aber offenbar hat's in diesem Fall doch ganz gut geklappt. P.S. Nachtrag: Mittlerweile war der Wagen bei einer 100.000 km Inspektion. Dort wurde (auf meine Empfehlung) nochmals der Dieselfilter gewechselt. Weitere 1.500 km wurden seither gefahren, und der Wagen läuft ohne Einschränkungen gut. Allerdings habe ich geraten, grundsätzlich nicht über 120 km/h zu fahren und allgemein eher 'piano' als zügig zu fahren. Bisher sieht alles recht gut aus. Ich habe das hier geschrieben, weil andernorts vom Tankausbau bis Abschleppen bzw. keinen Meter fahren die Rede war. Es wäre sicher besser gewesen, die ganze Übung gleich nach der Fehl-Betankung zu machen, aber offenbar kann man auch mal Glück im Pech haben. Gruß, Rüdiger Hallo Rüdiger! Das klingt schier unmöglich! Ich hätte gewettet, dass er mit dieser Mischung keine 50 Kilometer schafft! Glückwunsch zum geretteten Motor :) Ich weiss nicht, wie es bei den "modernen" Motoren ist (2015 steht ja hier), aber "früher" konnte man zumindest bei den VW oder Mercedes Dieseln (andere kenn ich nicht) im Winter bis zu 30% Benzin zutanken. War auch so empfohlen in der Bedienungsanleitung. Bei meinem T3 aus 86 habe ich das regelmässig gemacht im Winter. Heute gibt es "Winterdiesel". Aber die Motoren sind wohl auch anders gebaut.
Dabei wurde dann ja bestimmt auch endlich das Motoröl gewechselt!?! Das hätte ich nämlich schon viel früher machen lassen! Grüße Dirk Hallo Rüdiger Super nette Story, vielen Dank dafür ;-) Die Fehlermeldung Hillholder hätte ich wohl mit der Anfahrhilfe am Berg interpretiert :-( Zum Glück waren es nur 30l Benzin auf 60l Diesel. Also 33% Benzin Anteil. Als Schwabe wäre ich mit 5l an der Grenze aufgeschlagen und hätte voll gemacht... Beim Fliegen wird bis zu 25% Benzin dem Kerosin (meist typ2, also LKW Diesel) hinzugefügt. Bis in den 90er waren es bis 20% empfohlen. Ich denke die Werkstatt hat alles richtig gemacht, wo bei das 2 Takt Öl bei neuen Motoren auch umstritten ist. Was mich noch interessiert, was hat den die 4 Tage Werkstatt gekostet? LG, Sascha Schwein gehabt, wobei die dicke Rechnung noch kommen kann. Das Hauptproblem bei Dieselverdünnung ist, dass die HD-Pumpe schlechter geschmiert wird. Offensichtlich hat sie es überlebt, aber wer weiss, wie viel erhöhten Verschleiss sie auf den 600 km bekommen hat? Könnte also sein, dass sie irgendwann den Heldentod stirbt. Zusätzlich zum Zweitaktöl empfehle ich geweihtes Kühlwasser aus Lourdes…. und da Zweitaktöl nicht aschefrei verbrennt, ist der Partikelfilter des Fahrzeugs jetzt sicher nicht besser als vorher. Statt solcher Hausmittelchen aus den 50er Jahren vielleicht lieber ein paar Tankfüllungen Premium-Diesel tanken. Wenn man unbedingt was machen will. bis denn, Uwe Servus Also ich kann diese große Menge an Benzin nicht glauben. Das noch dazu ohne sonstige Auswirkungen. Ich hab diesbezügl. vor einige Jahren auch schon Erfahrungen gemacht. Dethleffs Bj. 2013 auf Fiat, 133 PS. Im Inntal an einer Jet den viertelvollen Tank mit Diesel gefüllt. Am nächsten Tag lief das Auto fast gar nicht mehr, immer wieder Aussetzer oder Motor abgewürgt. Keine Leistung mehr, ging immer wieder aus und ich habe das Inntal komplett in Rauch gesetzt. Der Check eines Mechatronikers ergab, kleine Mengen Benzin im Diesel. Vorsichtig 250 km heimgefahren, Tank leergepumpt und Filter erneuert, dann gings wieder. Ich hatte eine große Angst um den Motor. Schwein gehabt. Gruß Kurt Hallo; Ich hab da mal Befundung von kapitalen Schäden an V 6 Motoren gemacht eines Fabrikates die vorher keinen Diesel im Programm hatten und nur mal so mit Benzin vollgetankt wurden. Mal eine kurzes Statment: Im Brennraum und Zylinderkopf alles kaputt. Es wurde dann nur noch am Kraftstoffsystem gerochen und wenns dann nach Benzin roch war das Schadensbild immer das gleiche......Und kein Schaden ging auf Garantie oder Kulanz!!!! :lol: :lol: So long KH
Hallo Kurt, dann hättest du doch alles richtig gemacht :wink: , aber vermutlich war es kein Diesel sondern Benzin und ein Schreibfehler. Schön, dass du trotzdem keinen Schaden hattest! Helmut Selbst erlebt: Wir machen Mittag-Rast in Kroatien, dann wollte ich das WoWo wieder starte. Nichts geht, er startet nicht :!: Dank Schutzbrief, den CH-TCS angerufen und um Hilfe gebeten. Der organisiert den kroatischen Pannen-dienst. Kurze Zeite später ist der da. Er wohne in der Nähe :mrgreen: Ich erzähle dem Mechaniker mein Problem. Er versucht zu starten, geht nicht . Er geht zum Tank, steckt einen Schlauch rein und zieht den wieder raus und riecht daran. Alles klar, hat Benzin drin. :!: Auch er pumpt den Tank leer. Hatte extra ein solche "Einrichtung" dabei. Wir fahren zur nächsten Tankstelle und holen 20 Liter Diesel, füllen den ein, und nach kurzer Zeit startet der Motor wieder, wie wenn nichts gewesen wäre. Was ist passiert: Da damals in (Neum) BiH der Diesel viel billiger als in HR war, wollte ich "sicher"" sein und tankte noch in HR 30 Liter "Diesel" nach, zumindest sagte ich das dem Tankwart. Der füllte anscheinend aber Benzin nach. Ich bin sicher noch 50 km gefahren und habe nichts bemerkt, nur eben nach der Rast startet der Motor nicht mehr :cry: Seither schaue ich immer doppelt ob auch der "Diesel-Schauch" benutzt wird PS da ich einen "alten" VW Turbo-Diesel 5 Zyl.Motor habe, der auch Bio-Diesel verkraftet, ist das Ganze ohne Schaden abgelaufen. Der Motor hat in der Zwischenzeit 100'000 km mehr. - Bmw 520d Bj 2006. Kann man den mit fast purem Benzin fahren? Auf keinen Fall. Hätte ich auch so gesagt. Meine Frau musste dringends ihre Mama wohin fahren und hat in der Eile ca 50 Liter Benzin in den fast leeren Tank (50km Warnung schon an :eek: ) gefüllt und ist dann 100km Strecke damit gefahren!!! Von unterwegs rief sie mich an weil nach einem Zwischenstopp der Motor "irgendwie" nicht richtig anspringen wollte und "ein paar Lampen" im Cockpit an waren. Ende der Geschichte, den "Tank Doktor" angerufen, Tank leergepumpt so gut es ging und Diesel getankt. Motor läuft wie ne eins, fast 380.000 km auf der Uhr. Hätte man mir das vorher gesagt würde ich das nicht glauben. Bei meiner freien BMW Werkstatt nachgefragt und die haben das auch schon mehrfach gesehen.
Hallo, auch da hat mein Bruder echt Glück gehabt. "Eigentlich" hatten auch die keine Zeit für eine permanente Fehler-Sucherei, daher widmeten sie sich dem Fahrzeug immer nur in kleineren Zeitfenstern. Als dann schließlich der Fehler gefunden war, waren alle irgendwie glücklich und konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen. Aber das Beste daran war, dass sie nur (ca.) 170,- Euro verlangten (die 20 Liter Diesel kamen aus dem Reservekanister meines Bruders). Da war der Filterwechsel in einer anderen Werkstatt ca. 60 km später mit knapp 100,- Euro eher auf der teuren Seite. Auch am Heimatort wurden im Rahmen der Inspektion für den Dieselfilter ca. 60,- Euro berechnet ... Gruß, Rüdiger
Hallo, das ist wohl richtig, aber bei der o.g. Inspektion wurde auch gleich noch die TÜV-Prüfung durchgeführt, und der Abgastest zeigte (noch!) keine Beanstandung :) . P.S. Weihwasser aus Lourdes ist nicht frostsicher :lach: Gruß, Rüdiger
Schon getestet? Glaube versetzt Berge ;D bis denn, Uwe Und syntetic 2T Oil verbrennt rückstandsfrei, schmiert die Injektordüsen perfekt, sorgt für leiseren Motorlauf Ich möchte mal etwas aus der Historie zum Besten geben. Zu DDR-Zeiten fuhren alle ostdeutschen LKW mit Diesel, z.B. der W50. In Kriegs- und Krisenzeiten hätte es aber in der DDR keinen Diesel gegeben, denn die Rote Armee kannte damals keine Dieselfahrzeuge. Über eine schnell verlegte Treibstoffleitung wäre nur Benzin gekommen. Auch große LKW fuhren in der Sowjetunion mit Benzin - mit einem Strudel im Tank, bis zu 200 l/100 km. Dann hätten alle LKW der DDR (nicht nur beim Militär) nicht mehr fahren können, was einem Kollaps des gesamten Verkehrswesens auf der Straße gleichkommen würde. Ausweg: Man tankt die Diesel-LKW, Traktoren usw. mit Benzin und gibt eine bestimmte Menge Mineralöl dazu (schon vor dem Betanken im Kanister mischen). Die Art des Mineralöles und das Mischungsverhältnis kenne ich nicht mehr - zu lange her. Auf alle Fälle hat es funktioniert. Dazu gab es damals Forschungsthemen und daraus abgeleitet offizielle Vorschriften. Natürlich ist das nur ein Notbehelf und sicher auf Dauer nicht gut für einen Dieselmotor. Aber die damaligen Dieselmotoren hatten noch nicht solche modernen Einspritzsysteme und auch keine Filter oder Katalysatoren und waren deshalb robuster.
Hatte der W50 nicht eine Wirbelkammer-Einspritzung? Außerdem 100PS aus 6l Hubraum und nach 200.000km fertich?? :gruebel: Grüße Dirk
Wenn die Rote Armee keine Dieselfahrzeuge kannte werden wohl auch keine Dieselmotoren im Einsatz gewesen sein. Waren es nicht vielmehr sog. Allesbrenner?? --> Link Ähnliche Motoren fand man früher auch bei der Bundewehr.
Nein nein Helmut, Ich habe schon Diesel getankt. In diesem war Benzin enthalten. Es kommt übrigens immer wieder mal vor, dass die Fahrer von den Tank LKW mal was verwechseln oder noch Reste eines anderen Treibstoffes drin haben. An unserer großen Kaufland Tankstelle schon 2 x passiert. Sehr große Schäden an vielen Autos. Gruß Kurt
Wie stellt man denn fest das Injektoren perfekt geschmiert werden? Gibts dafür ein Messgerät? Und wie misst man Motorlauf Geräusch? Ich hatte mich vor Jahren auch mal vom 2 Takt Öl Hype anstecken lassen. Aber nach 4 Wochen gings mir auf den Keks mit der Mischerei. 280t km später ( total ca 340t) und mein Diesel läuft immer noch mit der orginal Pumpe und Injektoren... Es gibt auch genug Lesestoff wo Tests zeigen das 2 Takt Öl im Diesel sogar die Schmierfähigkeit verringert.
Meine Wissens gibt es nichts was rückstandfrei verbrennnt. Das Zeug kommt nicht in meinen Ducato mit Common Rail. Im günstigsten Fall setzt das Zeug nur den Partikelfilter zu. Die Russ Armee verwendete lange zeit keine Dieselmotoren da es seinerzeit noch schwierig war bei großer Kälte die Motoren zu starten,damit war keine Einsatzfähigkeit gegeben. Benziner drehen bei Kälte leichter als Diesel da wesentlich geringere Kompression und das Problem des versulzens von Diesel damals noch mangels von modernen Additiven) Dieses versulzen ist auch der Grund für die Zugabe von Benzin oder auch Kerosin. Die Verfügbarkeit von Diesel ist und war jedenfalls gegeben da bei der Herstellung von Benzin aus Erdöl quasi als Abfallprodukt Diesel bzw Heizöl entsteht. Die UDSSR hatte sehr großes Interesse an moderner Motorentechnik die auch kältefest war, dies führte Mitte der 70er Jahre zu einem historisch gesehen gewaltigen Auftrag für ein Deutsches Unternehmen,damals gefeiert als Durchbruch des Handels mit dem Osten,Treppenwitz der Geschichte für aktuelle Probleme :bezahlt wurde ein sehr großer Teil mit Gas 8) Gewonnen hat Magirus Deutz den Auftrag einfach durch die konstruktiven Maßnahmen den Diesel!-Motor auch Startfähig zu machen bei extrem Tiefen Temperaturen was auch Wettbewerber wie Mercedes oder MAN seinerzeit nicht erreicht haben --> Link |
Anzeige
|