Nach dem Abwägen aller Für und Wider haben wir uns wieder für eine Reise nach Italien entschieden. Wir lieben einfach die italienische Kultur, vom Essen über die Sehenswürdigkeiten bis zu der Tatsache, dass man dort mit einem mitreisenden Hund wenig Probleme hat.
Ein konkretes Ziel haben wir nicht gehabt und so starteten wir am 22.08.2022 vom Ruhrgebiet aus gen Süden.
Unsere erste Etappe ging bis Ettlingen. Dort haben wir auf einem Wanderparkplatz übernachtet. Am nächsten Morgen sind wir vor der Weiterfahrt noch bis zum Bismarckturm gewandert und haben die schöne Aussicht genossen.

Dann gings weiter durch die schöne Schweiz bis zum Comer See. Dort haben wir schon oft auf dem Weg nach Genua zur Fähre vor einem Stellplatz übernachtet. Da der Stellplatz meistens voll belegt ist, wird ein Übernachten auch davor geduldet.
Es war der Plan gereift, die drei oberitalienischen Seen Lago di Como, Gardasee und Lago Maggiore anzusteuern. Beim Eintreffen am Lago di Como stellten wir fest, das es mehr als brechend voll war. Zwar konnten wir vor dem Stellplatz übernachten, aber nur in absoluter Schräglage.
Also haben wir Como am nächsten Morgen verlassen und unseren Plan verworfen, da wir uns sicher waren, dass es an den anderen beiden Seen noch voller sein wird.
Die Planänderung führte uns zum Lago d'Iseo. Dort waren wir tatsächlich noch nie. Die Anfahrt erfolgte über die Berge, vorbei an Bergamo bis nach Sarnico. Es wurde sich kurz die Beine vertreten.
Weiter sollte es am Ufer des Sees bis nach Costa Volpino langgehen. Wir genossen die schöne Aussicht auf den See.

Die Straße wurde eng und enger, bis wir auf dieses Schild trafen:

Was interessiert schon ein 3m Höhenbegrenzungsschild, wenn das Womo 3,30m hoch ist? :eek: Es hat ja Luftfederung und lässt sich noch absenken.
Während ich schweißgebadet und diskutierend auf dem Beifahrersitz saß, sah Volker die Situation völlig locker. Er meinte, da wäre immer eine Reserve "nach oben" eingebaut und schon gings durch diese Felsöffnung. Widererwartend passte es tatsächlich.
Doch dann tauchte ein weiteres Schild auf:

Rechts am Rand seht ihr Volker laufen, der nun endlich angehalten hatte und zufuß die Strecke ablief, um zu gucken, ob es wirklich nicht passt.
Letztlich war das Problem, dass die Straße einspurig und immer kurviger wird mit Felsüberhängen auf der linken Seite. Bei Gegenverkehr hätte man dann nur noch rückwärts ausweichen können.
Also wurde endlich gewendet. :lach: Costa Volpino erreicht man mit einem größeren Gefährt leider nur über die Berge.
Nach dieser abenteuerlichen Fahrt erreichten wir unser Ziel. Wir haben uns für einen Stellplatz in Costa Volpino entschieden und es gab sogar mehrere Plätze zur Auswahl, entweder auf Rasen oder auf Asphalt. Mit Hund fiel die Wahl natürlich auf einen Rasenplatz.

Da es uns am Lago d'Iseo gut gefiel, verbrachten wir dort 2 Tage. Wir radelten die mit dem Womo nicht passierbare Strecke ab, machten Spaziergänge vom Stellplatz aus und besichtigten den Ort Lovere.







Am 26.08.2022 verließen wir diesen wunderschönen Ort und setzten unsere Reise fort. Es ging an der anderen Seeseite entlang, vorbei an Bologna und Florenz bis nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno.
Den Stellplatz in Castiglione del Lago erreichten wir erst spät abends.
Am nächsten Morgen wurde erstmal der Stellplatz in Augenschein genommen und für gut befunden.


Nur in der vorderen Reihe steht man nicht unter Bäumen. Die Plätze sind frei wählbar.

welch ein schöner Bulli :love:

Blick auf den See
Nach dem Frühstück gings mit dem Rad in die Altstadt.

Karte der Altstadt. Der Ort hat eine gut erhaltene Stadtmauer und eine Burg.

Teil der Stadtmauer











Nach Besichtigung und Eis gings zum Wohnmobil zurück.
Wir entschieden am nächsten Tag Richtung Adria aufzubrechen, da wir nun gern mal ans Meer wollten.
Also starteten wir am 28.08. nach dem Frühstück.
Es ging vorbei an Perugia und an Stello. Leider haben wir in Stello nicht angehalten. Der Ort steht auf der Liste der schönsten Orte Italiens.
Die SS77 führt durch eine landschaftlich sehr beeindruckende Gegend, bergig und grün.

Unser nächster Stopp für eine kleine Rast machten wir unterwegs am Lago di Borgiano.

Wir überlegten kurz, ob wir dort übernachten sollten, sind dann aber weitergefahren.
Es ging bis Porto San Giorgio auf einen Stellplatz.


unser nächstes Boot :D

Da uns der Ort nicht besonders gut gefiel, gings am nächsten Morgen weiter.

Eigentlich hatten wir eher mit älteren Fiat 500 gerechnet 8)
Wir fuhren gemütlich auf der SS16 immer am Meer entlang. Kurz hinter Petacciato Marina entdeckten wir hinter einem Tor einen wunderschönen Stellplatz ( Area Sosta Camper "Villaggio La Torre"). Nach Durchfahrt durch das Tor muss man allerdings eine ziemlich steile Abfahrt herunterfahren. Ich sah uns dort schon dauerhaft verbleiben, da ich mir nicht sicher war, ob wir diese Abfahrt jemals wieder hoch kommen. Allerdings wäre es nicht der schlechste Ort für einen dauerhaften Verbleib :lach:

Nun waren wir endlich am Meer angekommen und das Entspannungsprogramm konnte beginnen.




Nach einem 2 tägigen Erholungsprogramm brachen wir Richtung Apulien auf zum Gargano. Wir hatten uns vorgenommen nochmals die Stelle aufzusuchen, wo wir in 2016 unseren Hund gefunden hatten.
Wirklich weit kamen wir aber nicht, da es einfach viel zu heiß für längere Fahrten war. Also haben wir kurzerhand den Strand von Lesina Marina angefahren, um nochmals schwimmen zu gehen. Die Parkgebühren auf dem Strandparkplatz kosteten tagsüber 2€. Der Parkwächter fragte aber, ob wir auch übernachten wollen. Dieses haben wir zunächst verneint, aber nachträglich noch geändert. Mit Übernachtung kostete es insgesamt 5 € und wir standen ganz allein direkt am Strand.



Nur ein großer Streuner wartete auf seine Futterration, die er natürlich auch bekommen hat.

unser Hund beobachtete aus sicherer Entfernung den weißen Zottel
Die Nacht war sehr ruhig. Allerdings hatte sich das Wetter verschlechert. Somit war für uns klar, dass es weiterging. Hinzukam, dass der Strand nur direkt am Parkplatz sauber war. Ein abendlicher Strandspaziergang nach links brachte Müll zutage, den wir so selbst nicht aus Sizilien kennen. Unvorstellbar, was dort alles entsorgt und/oder angeschwemmt worden war.
Es ging Richtung Manfredonia zur Galleria Palombardi. Genau vor dieser Tunneleinfahrt lag damals unser Hund. Merkwürdigerweise regnete es auch diesmal so stark, dass wir keine große Lust hatten auszusteigen, um uns die Umgebung genauer anzugucken.
Also verließen wir diese Gegend und fuhren einen mehr als schön gelegenen Stellplatz "Area sosta camper e Parcheggio Mare Azzurro " an.
Die Anfahrt zum Stellplatz ist für große Wohnmobile recht eng und auch die Straße ist eher ein Feldweg, aber dann landet man in einem kleinen Naturparadies mitten in einer Olivenplantage. Der Platz ist auf einer Felskante angelegt und bietet einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Eine in den Hang gebaute Treppe führt nach unten zum Wasser. Dort kann man in drei kleinen Buchten schwimmen oder einfach ein bisschen chillen.
Der Platz ist einfach, aber hat alles, was man benötigt. Vom Betreiber kann man Olivenöl und selber gemachten Wein kaufen, was wir auch getan haben. Und morgens bekommt man - wenn man es möchte- frisches apulisches Brot und Focaccia ans Wohnmobil geliefert. Wer Ruhe sucht, ist hier genau richtig.

die Anfahrt

unser Stellplatz

der Blick von oben auf die Badebucht

der Weg nach unten

die Badebuchten





selbst der Hund durfte mit ans und ins Wasser
Nach soviel Erholung der letzten Tage wurde es mal wieder Zeit für ein bisschen Sightseeing.
Volker hatte schon oft von den Trullis in Alberobello geschwärmt. Er war dort Anfang der 90iger, hat das damalige Wohnmobil auf dem Parkplatz im Zentrum abgestellt und die Trullis besichtigt. Es wäre ein kleiner Ort und schnell alles angeschaut.
Eigentlich hatten wir diese Besichtigung schon auf unserer Tour in 2016 geplant. Aber durch den unerwarteten Zuwachs durch den Fund der Hunde führte uns unsere Reise damals vom Gargano direkt nach Sizilien.
Nun kam ich endlich zu den Trullis.
Es ging vorbei an Bari und dann ins Landesinnere nach Alberobello.
Schon bei der Einfahrt in die Stadt war Volker klar, dass sich hier einiges geändert hatte. :D
Der Ort hat sich mittlerweile zu einer Touristenhochburg entwickelt. Wir würden behaupten, dass es fast voller war als in Venedig.
Es gibt in unmittelbarer Nähe zu den Trullis einen Stellplatz. Man kann dort entweder ein Ticket für 6 Stunden oder für 24 Stunden kaufen. Wir haben uns für die Variante mit Übernachtung entschieden. Dann sind wir zu den Trullis aufgebrochen und ich bin bis heute völlig begeistert.











Das größte Problem war, ein Foto ohne Menschen zu bekommen.

so sah es überwiegend aus

Natürlich durfte das Foto, dass dort alle Paare machen, nicht fehlen :bussi: :hearts:

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Kalabrien. Die Wahl fiel auf den Campingplatz Villaggio Thurium am Strand von Ricota Grande gelegen. Wir bezahlten zunächst für eine Nacht. Letztlich wurden es 10 Tage die wir dort blieben, weil einfach alles stimmte. In der Nachsaison schließt zwar der kleine Einkaufsladen, aber ca. 5km entfernt gibt es ein großes Einkaufszentrum.

wir erwischten einen Platz direkt am Strand

der Strand war überwiegend leer

es gab tolle Sonnenaufgänge



Weiter gehts in Teil 2
























