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Folgen für Lithium und Gel Batterie unter 0 Grad


Gast am 17 Mär 2023 17:49:28

Weil ich evtl. irgendwann von Gel auf Lithium umsteigen möchte, verfolge ich viele Bericht hier über den Umstieg.

Was ich noch nicht verstanden habe ist, was mit Lithium Batterien passiert, die unter 0 Grad nicht ladefähig sind.
Jetzt habe ich mein Mobil mit Gel Batterie den Winter über immer am Landstrom, wegen der Erhaltungsladung.

Was mache ich dann nach dem Umstieg auf Lithium ? Entlädt sie sich dann komplett und ist dann defekt ?

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Gast am 17 Mär 2023 18:15:52

GeorgausM hat geschrieben:...Was mache ich dann nach dem Umstieg auf Lithium ?...


Hallo,

nimm LiFeYPO4 und du brauchst dir keine Gedanken machen, denn diese haben das Problem mit dem Laden unter 0°C nicht.

Davon ab kannst du eine LiFePO4 vor dem Winter voll laden, über einen Batteriehauptschalter vom Bordnetz trennen und dann einwintern.
Nur, wenn du dein Mobil auch hier und da mal im Winter nutzten willst musst du dir eine Strategie für das Wiederbeleben zurecht legen, z.B. das Womo vorab über mehrere Stunden aufheizen (Vorausgesetzt der Akku steht im Heizbereich).

Ruedi1952 am 17 Mär 2023 18:27:41

Unsere Liefepo steht unter dem Beifahrersitz.Bei dem Abstellen war sie auf 100% bei dem losfahren auf 98%.
Nach ca. 5 std. war sie von -10 Grad auf 5 Grad.
Bei 3 Grad fing sie an zu laden.
Temperaturen waren im Zellkern der Liefepo4.
Entladen darf man je nach Hersteller auch unter -20 Grad.

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Luppo am 17 Mär 2023 19:09:43

Mache dir nicht so viele Gedanken. Das BMS stoppt die Ladung bei tiefen Temperaturen und bei höheren gibt es wieder die Ladung frei. Ich selber habe mir da noch nie Gedanken darüber gemacht.

basste315 am 17 Mär 2023 21:16:13

GeorgausM hat geschrieben:Jetzt habe ich mein Mobil mit Gel Batterie den Winter über immer am Landstrom, wegen der Erhaltungsladung.
Was mache ich dann nach dem Umstieg auf Lithium ? Entlädt sie sich dann komplett und ist dann defekt ?

Die LiFE per App abschalten und genau so weitermachen, ich habe hier meine "Erfahrungen" gepostet: --> Link

Helmut

dietmardd am 17 Mär 2023 22:55:48

Beim Laden bei tieferen Temperaturen (< 0°C) scheidet sich Lithium an einer Elektrode ab und das kann man nicht mehr rückgängig machen.

Normale LiFePO4-Batterien verfügen über einen Temperatursensor und ein BMS (Batteriemanagementsystem). Eine Aufgabe des BMS besteht darin, ein Laden unter 0°C zu verhindern. Eine Stromentnahme ist aber auch bei < 0°C möglich.

Es ist vorteilhaft, eine Batterie mit Bluetooth zu kaufen, weil man da die Einstellungen des BMS kontrollieren und ändern kann. Es soll Fälle gegeben haben, in denen im BMS eine Temperatur unter 0°C eingestellt ist (einen kenne ich selbst) und in Anbetracht der hohen Preise ist eine Kontrolle der Einstellungen sinnvoll und eventuell sogar die Mindesttemperatur zum Laden auf z.B. 5 °C höher zu stellen. Wenn z.B. eine Batterie sehr kalt war und nach Erwärmung sagt der Temperatursensor 0°C, dann stimmt das eventuell von der Stelle am Sensor aber nicht unbedingt im Inneren der Batterie.

Was kann man tun?

- Wenn man nur im Sommerhalbjahr fährt, dann reichen einfache LiFePO4-Batterien.
- Fährt man auch im Winterhalbjahr, dann muss man bedenken, dass ein normales Auftauen der Batterien durch die Fahrzeugheizung 5 - 7 h dauern kann. Will man schneller den ladefähigen Zustand haben, gibt es 2 Möglichkeiten:
a) Batterien mit Heizfolie: Wenn man das Fahrzeug z.B. an Landstrom anschließt, erwärmt die Heizfolie die Batterie über 0°C. Die Heizenergie wird bei moderneren Batterien aber nicht aus der Batterie entnommen, damit diese nicht dadurch entladen wird, sondern vom Landstrom. Solche "Polar"-Batterien kosten aber ca. 150 ... 200 € mehr.
b) Es wurde schon erwähnt, dass LiFeYPO4-Batterien auch bei Minusgraden geladen werden können, da das Yttrium das Abscheiden von Li auf der Elektrode verhindert. Allerdings sind LiFeYPO4-Batterien deutlich teurer und etwas größer als normale LiFePO4-Batterien und z.T. nur in Form von Bausätzen erhältlich. Stichwort: Winston-Zellen

In einem vorherigen Beitrag wurde ein Batteriehauptschalter erwähnt. Den braucht man vor allem bei längeren Stilllegungen. Wenn man alle Verbraucher abschaltet, so wird kein Strom verbraucht. Das ist aber ein großer Trugschluss. Auch wenn alles aus ist, fließt trotzdem etwas Strom, z.B. Standby elektrischer Geräte, der Elektronikblock (EBL) u.a., d.h. die Aufbaubatterie wird langsam entladen. Mit einem Batteriehauptschalter werden alle Verbraucher tatsächlich abgetrennt. Die Selbstentladung einer LiFePO4-Batterie mit betätigten Batteriehauptschalter ist vernachlässigbar.

Aber auch die Starterbatterie entlädt sich langsam, weil auch ohne Zündung einige elektrische Geräte Strom verbrauchen, z.B. die Fahrzeuguhr, die Alarmanlage, der Hochspannungs-Marderschutz, der GPS-Tracker, Parkleuchte u.a.. Eine ältere Starterbatterie sollte man bei abgestelltem Womo wenigstens 1 x im Monat einige h mit Landstrom nachladen, damit die Starterbatterie nicht tiefentladen wird.

Gel-Batterien sind spezielle Bleibatterien. Mir ist nicht bekannt, dass es bei Bleibatterien Probleme beim Laden unter 0°C gibt. Deshalb kann man im Winter auch bei Frost mit Landstrom nachladen. Allerdings sind alle Bleibatterien 2 bis 3 mal größer und schwerer als LiFePO4-Batterien gleicher Kapazität und alle Bleibatterien können nur ca. zur Hälfte der angegebenen Kapazität entladen werden. Das bedeutet, 100 Ah haben in Wirklichkeit nur 50 ... 60 Ah nutzbare Kapazität. Eine LiFePO4-Batterie kann man ohne Schaden zu ca. 95 % der angegebenen Kapazität ausnutzen, d.h. von 100 Ah kann man ca. 95 Ah nutzen.

Bei richtiger Einstellung des BMS halten LiFePO4-Batterien sehr viel länger (ein mehrfaches) als Blei-Batterien.

partliner am 18 Mär 2023 09:29:51

Ruedi1952 hat geschrieben:Temperaturen waren im Zellkern der Liefepo4.


wie hast Du den Temperaturfühler in den Zellkern bekommen???

Gast am 20 Mär 2023 11:18:58

Ich danke euch Alen für die vielen Infos.
Ich nehme für mich Folgendes mit:

Eine Lithium Batterie kann nicht kaputt gehen, wenn sie den Winter über bei Minusgraden eingebaut bleibt, sie kann halt ohne Heizung nicht geladen werden, was mir eh nicht wichtig ist, da ich da selten unterwegs sein werde.

Ruedi1952 am 20 Mär 2023 12:13:20

Habe meine selbstgenaut einen Fühler zwischen 2 Zellen auf halber Höhe plaziert, den anderen seitlich an der letzten Zelle im Gehäuse.
Dritter Fühler ist außerhalb im BMS.
So weiß das BMS wo die niedrigste Temperatur herrscht.

Olli2305 am 20 Mär 2023 21:29:23

dietmardd hat geschrieben:...
Gel-Batterien sind spezielle Bleibatterien. Mir ist nicht bekannt, dass es bei Bleibatterien Probleme beim Laden unter 0°C gibt. Deshalb kann man im Winter auch bei Frost mit Landstrom nachladen.
....

Bei richtiger Einstellung des BMS halten LiFePO4-Batterien sehr viel länger (ein mehrfaches) als Blei-Batterien.

Hallo Dietmar,
Habe Mal für dich gegoogelt --> Link
Du siehst, auch eine Bleibatterie erfreut sich über moderate Temperaturen, wird es kälter oder wärmer muss die Ladeelektronik mitspielen. Welches System jetzt besser zu händeln ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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