Komischerweise bezieht sich der MDR bei den Wetterdaten immer auf Stationen des DWD, da steht nichts von Kachelmann.
Ich sehe ja fast täglich den Wetterbericht vom MDR und im Internet den vom DWD. Sehr oft unterscheiden sich beide Wetterberichte für Dresden sehr stark. Wenn ich dann beide Wetterberichte und die Rückblicke mit den von mir gemessenen bzw. beobachteten Wetterdaten vergleiche, ist die Übereinstimmung mit dem ca. 2 km Luftlinie entfernten Flughafenwetterdienst 100 %ig und die Übereinstimmung mit dem MDR-Wetterbericht gut bis sehr gut, während die Abweichungen mit wetter.com (DWD) in der Regel bei der Temperatur zwischen plus und minus 6 Grad liegen, im Extremfall sogar 11 Grad. Die Prognose und der Rückblick der Niederschläge ist völlig sinnfrei. Ca. 75 % der im Rückblick gemeldeten Niederschläge hat es nie gegeben. Beim Rest ist die gemeldete Niederschlagsmenge in der Regel viel höher als die Realität.
Da ich als Rentner jeden Tag zu Hause bin - wenn ich nicht mit dem Womo unterwegs bin, kann ich das Wetter praktisch jeden Tag messen bzw. beobachten. Das mache ich nicht aus Jux. Ich habe neben dem Womo noch ein 2. Hobby: der Anbau von Tafeltrauben. Da ist es sehr wichtig, das Wetter in Prognose und im Rückblick zu kennen, z.B. ob zusätzlich bewässert werden muss oder zum Spritzen von Pflanzenschutzmitteln gegen Pero und Oidium, z.B. Netzschwefel, Natriumhydrogenkarbonat (Natron). Es hat z.B. keinen Sinn, vor Niederschlägen zu spritzen, da Niederschläge die Pflanzenschutzmittel wieder abspülen würden. Andererseits ist der Abstand zwischen den Behandlungen durch die Wirkungsdauer vorgegeben. Der Wetterbericht ist also sehr wichtig, um ein Fenster für die Behandlungen zu finden. Außerdem sind Pilzinfektionen und damit vorbeugende Behandlungen vom Wetter abhängig, z.B. heißes trockenes Wetter --> Oidium (echter Mehltau) und feuchtes Wetter --> Pero (falscher Mehltau).
Nun die Preisfragen:
- Wenn sich der MDR tatsächlich auf Daten der (wenigen) Wetterstationen des DWD
stützen würde, warum unterscheiden ich dann beide Wetterberichte so stark? Das MDR hat keine eigenen Wettermodelle und übernimmt die Daten und Prognosen 1:1 vom Wetterdienstleister. Es muss sich also um eine Falschmeldung handeln.
- Woher stammt meine Vermutung, dass der MDR Daten vom Kachelmannwetter nutzt? Bis vor einigen Jahren wurde der Wetterbericht des MDR direkt von Herrn Kachelmann präsentiert. Dazu immer eine Kurzvorstellung einer seiner vielen Wetterstationen und der Orte, in denen diese stehen. Der Wetterbericht von Kachelmann im MDR war also auch eine Touristikförderung für sächsische Orte. Seit seinem Prozess präsentiert Kachelmann nicht mehr selbst, da er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück gezogen hat. Aber gelegentlich tritt Kachelmann noch im MDR in anderen Sendungen auf. Als Kachelmann seinen Prozess gewonnen hatte, kam damals die Nachricht in einem MDR-Wetterbericht, dass zwar Kachelmann selbst nicht mehr den Wetterbericht im MDR präsentiert, dass aber nach wie vor die Zusammenarbeit zwischen MDR und Kachelmanns Wetterfirma weiter besteht.
Da sich die Wetterberichte vom MDR und vom DWD noch immer so stark unterscheiden, halte ich eine Zusammenarbeit von MDR und DWD auch weiterhin für sehr unwahrscheinlich.
- In Sachsen und anderen Bundesländern gibt es eigene Wetterdienste für die Landwirtschaft inklusive den Weinbau, weil der DWD viel zu ungenau ist. Im Weinbau müssen z.B. bei drohenden Spätfrösten die Weinberge "befeuert" werden, um Erfrierungen zu verhindern. Dann geht es im Weinbau auch um die optimalen Termine für Spritzbehandlungen und welche Spritzmittel in Abhängigkeit vom zu erwartenden Wetter eingesetzt werden sollen. In der Landwirtschaft allgemein geht es z.B. um optimale Termine für Aussaat und Ernte und um Termine für Pflanzenschutzbehandlungen. Die Wetterprognosen sind auch wichtig für die Ausrufung von Waldbrandwarnstufen und für die Trinkwasserbewirtschaftung. In Sachsen wird das Agrarwetter vom Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie "prognostiziert". Warum sollten die Bundesländer Millionen für den Agrarwetterdienst ausgeben, wenn der DWD genau so gut wäre.