Aber welche Einstellung (Blei-Säure oder Blei-GEL) ist der bessere Kompromiss?
Ich möchte hier mal die Meinungen dazu von 2 Batterieherstellern (Bulltron, Liontron) und einem Händler (Amumot) von LiFePO4-Batterien wiedergeben.
Es ist wohl unstrittig, dass die Einstellung AGM in der Version 14,7 V die schlechteste Option ist. Für mich war überraschend, dass alle 3, Liontron nicht ganz so konsequent, die Einstellung Lithium ablehnen bis nicht so empfehlen. Gemeint ist die Lithiumladekurve mit konstant 14,4 V. Diese Ladekurve soll die Lebensdauer von LiFePO4-Batterien verkürzen. !4,4 V soll für die Erhaltungsladung zu hoch sein.
Mobile Batterieladegeräte laden in der Einstellung Lithium z.T. mit konstant 14,6, was noch schlechter wäre. Allerdings unterscheiden manche mobilen Batterieladegeräte zwischen Li-Ionen-Batterien (mit Co, Ni und Mn) und LiFePO4-Batterien und wenn es zwei verschiedene Optionen gibt, unterscheiden sich auch die Ladekurven. Wenn also bei einem Ladegerät Lithium einstellbar ist, vermute ich, dass damit keine LiFePO4-Batterien gemeint sind. LiFePO4-Batterien sind schließlich seltener als herkömmliche Li-Ionen-Batterien.
Alle 3 genannten Hersteller bzw. Händler empfehlen Blei-Säure als optimale Einstellung. Die Option Gel hat Ladekurven mit ähnlichen Spannungen, aber zumindest bei neueren Schaudt-Geräten, z.B. EBL 402 und der aktuelle Ladebooster, hat die Einstellung Gel eine doppelt so lange Absorptionsdauer und wird deshalb nicht empfohlen.
Ob andere EBLs bzw. Ladebooster auch so eine lange Absorptionsdauer (8 h) in der Einstellung Gel haben, muss in der Bedienungsanleitung nachgeschlagen werden. Wenn nur 4 h bzw. gleich lang, dann ist der Unterschied in der Ladekurve vermutlich marginal.
Bulltron und Amumot haben mir geschrieben, dass ihre Garantie nur für eine Einstellung Blei-Säure gilt.
Allerdings gibt es eine Einschränkung bei den Einstellungen Blei-Säure und Gel. Das betrifft sehr tief entladene Batterien. Bei den Einstellung für Blei-Batterien und tiefer Entladung, versuchen mobile Ladegeräte, Blei-Batterien zu regenerieren - durch ein Antisulfatierungsprogramm. Dieses Antisulfatierungsprogramm soll tief entladende LiFePO4-Batterien schädigen, aber diese Gefahr besteht nur bei sehr tief entladenen LiFePO4-Batterien, nicht beim normalen Betrieb. Also unbedingt eine Tiefentladung vermeiden.
Hier spielt eine Rolle, dass bei Stilllegung im Winter trotzdem einige Verbraucher weiter laufen, obwohl alles abgeschalten ist. Das gilt für die Starterbatterie, aber auch für die Aufbaubatterie.
Ich kann z.B. am Bedien- und Anzeige-Panel das 12 V-Netz des Aufbaus abschalten. Trotzdem sind noch einige Verbraucher am Netz, z.B. die elektrische Trittstufe. Deshalb wird in der Bedienungsanleitung empfohlen, im Winter auch den EBL auszuschalten. Dazu soll man im Winter alle paar Wochen mal an Landstrom stehen, mindestens einen Tag lang, um Tiefentladungen beider Batterien zu vermeiden.
Achtung: Einige Verbraucher sollten im Winter nicht abschaltbar sein. Das betrifft z.B. eventuelle GPS-Tracker und andere elektrische Geräte gegen Diebstahl und Einbruch und, wenn vorhanden, der Hochspannungs-Marderschutz.