Letzten Donnerstag beendeten wir unseren diesjährigen Winterurlaub traditionell mitten in den Schwedischen Wäldern mit einem Lagerfeuer und Rentiersteack bei gemütlichen - 10 grd. Am späten abend kamen die ersten Unwetterwarnungen rein, daß mit Straßensperrungen infolge starken Schneefalls zu rechnen sein. Nun sind die Skandinavier, was sowas angeht auf Zack, aber nicht jede Unterstraße kann innerhalb von Stunden geräumt werden. Also Planänderung, nicht weiter Richtung Süden auf kleinsten Nebenstraßen, sondern am Morgen die 50 km zurück zur nächsten Hauptstraße. Nach 150 km, teilweise durch 15 cm Neuschnee, vereister Scheibe hangelten wir uns zu einer 7000-Seelen-Stadt auf einen Rastplatz. Dort schlief schon ein Giga-Liner. Wir stellten uns in die hinterste Ecke und freuten uns erstmal auf Gulasch. Dann wurde alles dicht gemacht und wir schauten noch einen Film. Auf einmal gab es einen Einschlag, dann noch einen, und noch einen. Eis von Bäumen, oder was ist los. Den Rolladen hoch, und wir staunten nicht schlecht. Vor uns in 15 m Abstand, die Ausfahrt blockierend, standen ca. 8 Autos der Marke breit, schwarz, laut, blingbling. 2 der Jugendlichen entfernten sich grade von unsrer Front, haben wohl das Kennzeichen gecheckt. Ich wollte raus, meine Frau "...du bleibst hier..." Also Scheibe runter und sehr freundlich gefragt ab es ein Problem gibt, zurück kams leider nur aggro. Dann Motor und Licht an, es war 21:00 und Flucht über Nebenweg vom Rastplatz. 911 hatten wir auch kurz überlegt, habens dann aber verworfen. Beim Wegfahren ging mochmal ein Schneballregen auf uns nieder. Was uns auffiel, alle Fahrzeuge hatten hinten ein Warndreieck, wir dachten noch, ob das ihr Gang-Zeichen ist, aber egal, nix wie weg. Meine Frau hatte noch 10 km in der dunklen Nacht bei jedem Auto, was hinter uns war leichte Panik, daß die uns verfolgen. So ein Erlebnis hatten wir vor vielen Jahren mal in Rumänien, dort allerdings mit Flaschen und Steinen, das haftet. Dann also noch in die 120 km entfernte große Stadt auf den uns bekannten IKEA-Parkplatz. Dort lagen zwar 20 cm Schnee, aber mit Schwung kamen wir unter eine Laterne. Jetzt gabs erstmal nen Rum. Jetzt wurde recherchiert. Wir bekamen sehr schnell heraus, daß das kleine Racker waren, ab 15 Jahre. Die dürfen dort mit ner A-Tracktorgenehmigung mittlerweile JEDES Auto fahren, wenn es mechanisch oder elektronisch auf 30 km/h begrenzt wird. Wir waren auf der Flucht also schneller - wenn die sich an die Regeln halten, aber davon gehen wir doch mal aus, gelle.
Reisen bildet, und wir haben wieder was dazu gelernt. Wie können wir auch den kleinen Rackern am Freitag abend ihre Party stören. Die beissen nicht - die wollten nur spielen. Der Brummifahrer wurde übrigens in Ruhe gelassen, Ruhezeiten und so.
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
PS: Und nein, unsere kaputte Windschutzscheibe kommt nicht von denen, die gabs als Schmankerl erst in Stockholm. Hatte ich schon erwähnt, daß ab 3:00 2 riesen Radlader den Ikeaplatz geschoben haben, 30 cm an uns vorbei und wir dachten es sei ein Edbeben :D
Gruß Lutz

