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Nordamerika März 2024 - vom Grand Canyon nordwärts


2Greyhoundsontour am 04 Mär 2024 04:54:06

Manchmal sollte man dem GPS nicht blind vertrauen, denn eventuell kommt man sonst nicht dahin, wo man eigentlich hin will. Wir hatten eigentlich vor, zum Meteor Krater zu fahren. Da unser GPS den Begriff „Meteor Crater“ nicht kannte, gaben wir „Crater Visitor Center“ ein und erhielten auch ein Ergebnis. Der Routenplaner führte uns wie erwartet an der Interstate 40 entlang. Hinter Winslow sahen wir zwar eine Abfahrt „Meteor Crater Road“, dachten uns aber nichts dabei. Zwischen Winslow und Flagstaff zeigte uns das GPS an, dass wir die Interstate verlassen sollten. Es führte uns direkt zum Sunset Crater Volcano and Wupatki National Monument. Gut, das war nicht der Krater, den wir eigentlich besichtigen wollten, aber dieser Park war auch sehr schön. Beim Vulkan konnten wir inmitten atemberaubender schwarzer Lava einen kurzen Weg gehen. 1962 hatten hier Astronauten trainiert, um auf dem Mond arbeiten zu können.
Da wir nicht viel Zeit hatten, fuhren wir anschließend mit einem Zwischenstopp bei Walmart in Flagstaff weiter zum Grand Canyon. Wir nahmen die landschaftlich schöne Strecke, die uns auf über 8000 Fuß Höhe führte. Rechts und links der Straße lag noch Schnee. Die Straßen selber waren allerdings trocken.
Beim Grand Canyon angekommen, erkundigten wir uns im Visitor Center zunächst nach Wanderwegen für die nächsten zwei Tage. Nach dem obligatorischen Film marschierten wir kurz zum Rand des Grand Canyon und waren wieder ergriffen über die schiere Größe dieses Canyons.
Anschließend bezogen wir im nebenan liegenden RV-Park unseren Stellplatz für die nächsten Nächte.

Ungewohnt früh weckte uns unser iPhone schon um 6:00 Uhr. Draußen war es noch fast dunkel. Es versprach allerdings ein schöner Tag zu werden. Nachdem wir gefrühstückt und uns belegte Bagels gemacht hatten, packten wir die Rucksäcke und marschierten zum Visitor Center. Ein Bus der Linie Orange brachte uns zum Einstiegspunkt für den South Kaibab Trail. Obwohl die Temperaturen noch sehr niedrig waren, wärmte uns die Sonne vom blauen Himmel, nachdem wir die ersten Meter des Abstiegs hinter uns gebracht hatten und aus dem Schatten der Canyonwand getreten waren. Da wir bereits kurz nach 8:00 Uhr losmarschiert waren, waren noch nicht allzu viele Wanderer unterwegs. Beim Abstieg ließen wir uns Zeit und fotografierten nach Herzenslust. Laut Auskunft des Visitor Centers sollten wir eigentlich nur bis zum Skeleton Point wandern und dann wieder umkehren. Da wir diesen allerdings schon um 10:00 Uhr erreicht hatten, erschien uns der Aufstieg ab hier viel zu früh. So marschierten wir den steil abfallenden Weg weiter. Schon nach wenigen Metern hatten wir einen tollen Blick auf den Colorado River. Zudem konnte man den Campground am Grunde des Grand Canyon gut erkennen.
Kurz vor 11:00 Uhr kamen wir am The Tipoff an. Mit Erreichen dieses Punktes waren wir genau 1000 m abgestiegen. Weiter wollten wir nicht gehen, denn das hätte bedeutet, noch einmal knapp 400 m bis zum Colorado River abzusteigen. Zudem hätte sich unsere Wanderung um über 7 km verlängert, da wir dieselbe Strecke wieder zurückgehen müssen.
Nachdem wir eine ausgiebige Mittagspause eingelegt hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs kam es mehrfach zu einem kleinen Verkehrsstau, da eine Maultierkarawane auf dem schmalen Weg mehrfach anhielt, um sich zu erholen. Uns konnte es nur recht sein, denn so konnten auch wir eine Pause einlegen.
Bei Cedar Ridge machen wir noch einmal eine kurze Essenspause, um anschließend die restlichen Höhenmeter und Kilometer des South Kaibab Trailhead hinter uns zu bringen. Oben angekommen, waren wir stolz auf uns: Wir hatten in 6 Stunden über 14 km Strecke und 1000 m Abstieg und anschließend wieder 1000 m Aufstieg erfolgreich hinter uns gebracht.
Ein Bus der Linie Orange brachte uns zurück zum Visitor Center. Von dort aus gingen wir zu unserem Mausmobil und waren froh, die Wanderschuhe ausziehen zu können. Eine heiße Dusche brachte unsere Lebensgeister zurück. Während wir duschten, schlug das Wetter um und der Himmel wurde grau in grau. Dazu wehte ein sehr starker Wind. Für die Nacht ist sogar Schneefall vorhergesagt. Wir sind gespannt auf morgen.

Zum Glück hatte der Wind in der Nacht nachgelassen, so dass wir eine ruhige Nacht hatten. Auch der angekündigte Schnee war ausgeblieben. Lediglich die Vorhersage des bedeckten Himmels erwies sich als richtig. So ließen wir uns nach dem Frühstück Zeit.
Als gegen 10:00 Uhr die ersten blauen Flecken am Himmel auftauchten, gingen wir los. Wir wollten heute am südlichen Rand des Grand Canyon 15 Kilometer bis nach Hermits Rest laufen. Der Großteil der Strecke verläuft direkt am Rand, so dass wir immer wieder neue Eindrücke vom Grand Canyon bekamen. Ab der Mittagszeit verschwanden die Wolken und ein blauer Himmel leuchtete den Grand Canyon aus. Unser Mittagessen hatten wir mitgenommen und konnten es nun auf einer Bank direkt am Rand der beeindruckenden Schlucht zu uns nehmen.
Auf der weiteren Strecke hatten wir immer wieder einen sehr schönen Blick auf den Colorado River, der tief unter uns floss. Wenn der kräftige Wind nicht gewesen wäre, wäre heute das perfekte Wetter für ein T-Shirt gewesen. So aber waren wir froh, dass wir unsere leichten Jacken anhatten.
Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Hermits Rest. Mit dem kostenlosen Shuttle Bus fuhren wir zurück zum Trailer Village.

Fortsetzung folgt.
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bhomburg am 04 Mär 2024 21:59:40

Ich war schon viermal unten im Canyon. Beim ersten Mal (2006) habe ich den überall zu lesenden Empfehlungen vertraut und aus Ab- und Wiederaufstieg eine Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung in der Phantom Ranch gemacht (vor Ort am Morgen reserviert). Runter den South Kaibab trail , rauf den Bright Angel trail. War zwar wunderschön und sehr eindrucksvoll, aber völlig unnötig. Trotz schlechten Wetters (rutschig, es hatte am Tag davor geschneit, war Anfang April) und zahlreicher Fotostops war ich noch vor Mittag unten angekommen.
Die nächsten Male dann dasselbe (in wechselnder Begleitung) als Ein-Tages-Wanderung, was absolut problemlos war. War immer März/April rum da.

Leider hat ein Besuch des deutlich weniger stark frequentierten North Rim nie geklappt, weil immer alles noch gesperrt war. Irgendwann mal...

BeateR am 05 Mär 2024 17:22:18

Naja, nicht jeder ist sos topfit wie anscheinend Du. Die Parkrancher müssen jedenfalls jedes Jahr einige Touristen von dort unten retten, weil sie sich überschätzt haben und auf dem Weg nach oben zusammenbrechen. Deshalb finde ich diese Warnungen schon total berechtigt.

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Koblenzo am 05 Mär 2024 17:33:14

GrCa2.jpg


GrCa1.jpg

Ich hab dann im Büro mal gefragt, wieviele dieser "Spinner" pro Jahr in die Tiefe stürzen.
Er meinte "na ja, so zwei bis drei"

2Greyhoundsontour am 07 Mär 2024 03:58:34

Fortsetzung des Reiseberichtes

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes am Grand Canyon hatten wir für heute einen Hubschrauber-Flug gebucht. Der Wind hatte nachgelassen und der Himmel wurde von Minute zu Minute wolkenfreier. Also beste Bedingungen, um den Grand Canyon von oben zu sehen.
Nachdem wir eingecheckt und das Sicherheitsvideo angesehen hatten, erhielt jeder von uns eine aufblasbare Schwimmweste für den Fall, dass wir im Colorado River notlanden müssen. Bei den Wassertemperaturen verzichten wir aber gerne auf eine solche Erfahrung. Um die Maschine gut zu trimmen, musste jeder der Passagiere auf eine Waage. Mit uns flogen zwei „Wuchtbrummen“ und eine normalgewichtige Frau. Wir hatten deshalb das Glück und konnten (gegen Aufpreis) die beiden vorderen schmalen Sitze neben dem Piloten bekommen. Von hier aus hatten wir den besten Blick über die Landschaft.
Die ersten Minuten flogen wir über eine Waldfläche - und dann überquerten wir den Rand des Grand Canyon. Es war traumhaft, die Landschaft von oben zu sehen und im Canyon umherzufliegen. Weit unter uns sahen wir schon die ersten Rafting-Boote auf dem Fluss. So etwas würde uns auch reizen, aber nicht zu dieser Jahreszeit, denn das Wasser ist noch eiskalt.
Einer der Nebenflüsse des Colorado sah richtig unnatürlich grün aus. Der Pilot erklärte über das Headset, dass es keine Umweltverschmutzung sei, sondern ausgewaschene Mineralien, die das Wasser färben. Etwas ähnliches hatten wir schon einmal in Kanada gesehen, wo die Seen auch ein sehr unnatürliches Blau haben.
Beim Anflug auf den North Rim des Grand Canyon sahen wir unter uns eine schneebedeckte Landschaft. Der North Rim ist etwa 300 m höher als der South Rim und deshalb im Winter geschlossen.
Viel zu schnell vergingen die 45 Minuten Flug und wir landeten wieder. Dieser Flug war auf jeden Fall ein krönender Abschluss unserer Tage am Grand Canyon.
Anschließend fuhren wir auf unserem Weg zum Parkausgang noch zum Parkplatz Desert View. Dort steht seit 1933 ein Turm, der im indianischen Stil gebaut und ausgeschmückt wurde. Wir hatten Glück und bekamen für das nächste Zeitfenster noch zwei Karten.
Anschließend hieß es wirklich Abschied nehmen von diesem Naturwunder. Der weitere Weg führte uns durch eine Wüstenlandschaft mit farbenfrohen Bergen.
Eigentlich sollte eine Meile vor Kayenta ein kleiner Übernachtungsplatz für Wohnmobile sein. Wir sahen keinen und fuhren deshalb in den Ort hinein und stellten uns für die Nacht hinter Burger King auf den Parkplatz.

Wir waren zwar gewarnt worden, dass unser nächtlicher Stellplatz sehr laut sei, aber dies können wir zum Glück nicht bestätigen. Wir hatten eine wunderbar ruhige Nacht.
Nach dem Frühstück kam das erste Highlight: Das Monument Valley. Die roten Felsen leuchteten in der Sonne und ließen die Auslöser unserer Kameras glühen. Natürlich konnten wir auch unser Mausmobil sehr gut in Szene setzen. Um dabei den Verkehr nicht zu beeinträchtigen, bietet die Strecke einige ausgeschilderte Haltepunkte.
Nachdem wir genügend fotografiert hatten, fuhren wir zum Goosenecks State Park. Hier schlängelt sich der San Juan River in mehreren eng beieinander liegenden Windungen, die von einem Aussichtspunkt von oben betrachtet werden können. Wir trafen hier auf mehrere Geographie-Studenten der Universität Bonn, die aktuell auf einer Exkursion durch diesen Teil der USA sind. Witzig, wie klein die Welt sein kann.
Da es im Goosenecks State Park außer diesen Flusswindungen nichts zu sehen gibt, fuhren wir dem Tipp eines Parkrangers folgend direkt weiter zum Hovenweep National Monument. Dieses erstreckt sich über die Bundesstaaten Colorado und Utah.
Weil das Information Center heute geschlossen hatte, konnten wir keinen Sticker und Stempel holen. Vorgefertigte kleine Zettel mit dem tagesaktuellen Stempel lagen allerdings in einer Tüte bereit. Den Sticker müssen wir dann in einem anderen Park holen.
Nach der Mittagspause gingen wir am oberen Rand der kleinen Schlucht entlang und besichtigten die relativ gut erhaltenen Ruinen von mehreren Türmen und Wohnhäusern. Diese wurden um 1250 herum gebaut und stellen eine Besonderheit dar, da sie freistehen und nicht, wie zum Beispiel in Mesa Verde in die Felsen gebaut wurden. Der Rundweg war sehr gut ausgeschildert. Lediglich die Durchquerung der Schlucht am Ende des Weges forderte unsere Aufmerksamkeit, da es sowohl steil hinunter wie auch steil nach oben ging.
Nachdem wir diese Ruinen ausgiebig besichtigt hatten, fuhren wir zu unserem heutigen Übernachtungsziel nach Cortez. Dort angekommen, stellten wir uns auf den Parkplatz von Walmart.

Manchmal müssen wir unsere durchdachte Planung einfach über den Haufen werfen. Eigentlich wollten wir heute nur bis Pagosa Springs fahren, um dort den Nachmittag im warmen Wasser der Quellen zu verbringen. Ein Blick auf die Wetterkarte der kommenden Tage zeigte uns allerdings, dass ab morgen mit Schneefall zu rechnen ist. Morgen wollten wir eigentlich den Great Sand Dunes NP besuchen, um dort die höchsten Sanddünen Nordamerikas zu erklimmen. Das machte für uns bei Schneefall allerdings wenig Sinn. So entschieden wir kurzerhand, Pagosa Springs sausen zu lassen und stattdessen direkt zum Nationalpark durchzufahren, auch wenn das etwas weiter ist.
Auf dem Weg zu unserem Ziel mussten wir durch die Rocky Mountains fahren. Dabei überquerten wir den Wolf Creek Pass mit über 3200 m Höhe. Um uns herum war die Landschaft noch verschneit, aber die Straßen waren zum Glück frei.
Je näher wir unserem Ziel kamen, umso fruchtbarer wurde die Landschaft. Die letzten 15 Meilen zum Nationalpark waren eine schnurgerade Straße. Dazu war sie frisch geteert, so dass wir eigentlich auch unser Lenkrad hätten festbinden können.
Beim Nationalpark angekommen, erkundigten wir uns nach Möglichkeiten, die Sanddünen zu erklimmen. Wir bekamen den Tipp, die so genannte High Dune zu erwandern. Dies ist eine Tour von ca. 4 Kilometern mit einem Höhenunterschied von 211 m, was grundsätzlich nicht sehr anstrengend klingt. Allerdings mussten wir berücksichtigt, dass wir uns auf über 2000 m Höhe bewegen. Zusätzlich zählt jeder Schritt bergauf fast doppelt, denn im weichen Sand rutschten wir bei jedem Schritt ein Stück zurück. Stellenweise war der Aufstieg wirklich kräftezehrend. Als wir dann aber auf dem höchsten Punkt dieser Düne standen, war die ganze Anstrengung vergessen. Die Sonne kam auch hervor und beleuchtete die einzigartige Sandlandschaft.
Verständlicherweise ging der Rückweg viel schneller, da wir in großen Sprüngen die Dünen hinablaufen konnten. Am Mausmobil angekommen, leerten wir zunächst unsere Schuhe aus, denn sie waren voller Sand.
Für die Nacht fuhren wir auf den Stellplatz bei Walmart in Alamosa.

Fortsetzung folgt.
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klink_bks am 07 Mär 2024 11:27:53

:) Gigantisch :)

Wundervolle Bilder, erstklassiger Beitrag :ja:
Dankeschön dafür ! Und einen Guten

Gruss von der schönen Mittelmosel
Achim

2Greyhoundsontour am 12 Mär 2024 18:19:35

Fortsetzung des Reiseberichtes (nachdem wir endlich wieder „richtiges“ Internet haben)

Der angekündigte Schnee war doch nicht gefallen. Aber eiskalt war es geworden: -5° zeigte unser Thermometer morgens um 8:00 Uhr an.
Die erste Stunde unserer Fahrt beziehungsweise die ersten 90 km ging die Straße ohne eine Kurve geradeaus. Der Himmel am Horizont sah zum Fürchten aus, denn es sah dunkel aus und die Wolken hingen bis auf den Boden. Die Straßen waren allerdings gut befahrbar. Nachdem wir den Poncha-Pass mit über 9010 Fuß Höhe überquert hatten, änderte sich die Landschaft schlagartig. Statt Schnee und tief hängenden Wolken gab es Sonne, leichte Bewölkung und keinen Schnee. Die Straße war super ausgebaut, sodass wir flott vorankamen. Zudem führte sie überwiegend am Arkansas River entlang. Hier gab es an verschiedenen Stellen sehr schöne Rastplätze. Einen davon nutzen wir für unsere Mittagspause und genossen die Zeit am Fluss.
Kurz vor Cañon City erreichten wir die Royal Gorge Bridge. Angeblich ist dies die höchste Hängebrücke der Welt, wenn man den Abstand zum Boden als Maß nimmt. Auch wenn sie es nicht sein sollte, so sind fast 1000 Fuß Höhenunterschied doch sehr beeindruckend. Um auf diese Brücke zu kommen, mussten wir Eintritt bezahlen. Im Eintritt eingeschlossen ist die Seilbahnfahrt über die Schlucht. Es sah schon beeindruckend aus, die kleinen roten Gondeln über die Schlucht schweben zu sehen. Da der Wind auffrischte, fuhren wir sofort mit der Seilbahn an das andere Ufer. Bei zu starkem Wind wird der Seilbahnbetrieb eingestellt und wir wollten nicht auf die Fahrt verzichten.
Auf der anderen Seite sahen wir uns im dortigen Theater einen Film über die Entstehungsgeschichte der Brücke an. Anschließend marschierten wir bei mittlerweile sehr starkem Wind über die Brücke. In regelmäßigen Abständen sind die Flaggen aller amerikanischen Bundesstaaten befestigt. In der Mitte der Brücke allerdings ist ein kleines Schild mit einem Ranger-Hut angebracht. Wozu dieses Schild dienen soll, hat sich uns nicht erschlossen. Wir fanden die Idee allerdings witzig.
Mittlerweile hatte sich der Himmel nahezu total bedeckt. Nicht weit von uns fielen auch die ersten Regentropfen. So fuhren wir heute nur bis Pueblo und stellten uns dort auf den Parkplatz von Walmart. Da unsere Apps (iOverlander und RV Parky) widersprüchliche Angaben über die Möglichkeit des Übernachtens bei diesem Walmart machten, fragten wir sicherheitshalber an der Information nach. Dort wurde uns bestätigt, dass wir hier über Nacht stehen dürfen.

Igitt! Als wir am nächsten Morgen Morgen die Rollos hochzogen, schauten wir in einen grauen Himmel, aus dem nasse Schneeflocken fielen. Der Wetterbericht für heute sagte auch keine Besserung voraus. So trösteten wir uns damit, dass es ab morgen wieder sonnig sein soll.
Um aus dem Tag trotzdem etwas zu machen, fuhren wir zunächst in die Innenstadt von Pueblo. Als erstes suchten wir das Visitor Center auf. Dort kamen wir in ein längeres Gespräch mit dem dortigen Mitarbeiter. Unter anderem erfuhren wir, dass die erste weibliche Generalin aus Pueblo stammt. Zu Recht sind hier alle stolz darauf. In Anbetracht des Wetters bekamen wir die Empfehlung, den River Walk zu gehen. Dieser ist etwa 1 Meile lang und als Rundweg angelegt. Bei unserem Spaziergang wurden wir positiv überrascht! Der River Walk entpuppte sich als hübsch angelegte Strecke inmitten der Stadt. Aufgrund des Wetters waren wir neben ein paar Hundebesitzern die einzigen Spaziergänger. Im Sommer steppt hier bestimmt der Bär, denn viele Kneipen reihen sich an diesem Rundweg aneinander und auf dem Fluss werden Bootstouren angeboten.
Unser nächstes Ziel war der Garden of the Gods in der Nähe von Colorado Springs. Pünktlich mit unserem Eintreffen riss der Himmel auf und es zeigten sich mehrere blaue Flecken. Die Felslandschaft sah damit gleich viel fotogener aus. Wir gingen zwei Rundwege durch die pittoresken roten und grauen Felsen. Da das Licht und die Beleuchtung passten, hatten unsere Kameras wieder voll zu tun.
Nach über einer Stunde hatten wir genug gesehen. Zudem schloss sich die Wolkendecke wieder und ein eiskalter Wind wehte. So gingen wir zurück zum Mausmobil, um uns aufzuwärmen und zu stärken.
Da wir morgen Denver besichtigen wollen, hatten wir uns über Harvest Hosts in Lakewood eine Brauerei herausgesucht und eine Zusage für den Stellplatz bekommen.

Die Sonne kitzelte uns aus dem Bett und lachte von einem strahlend blauen Himmel. Die Temperaturen waren zwar noch sehr kalt, aber im Laufe des Tages sollten diese gemäß der Wettervorhersage zweistellige Werte erreichen.
Nach dem Frühstück fuhren wir direkt nach Denver hinein und stellten uns auf den Parkplatz gegenüber dem Kapitol.
Unser erstes Besichtigungsziel war die katholische Kathedrale. Von außen gepflegt, aber unscheinbar, präsentierte sie sich im Inneren als lichtdurchfluteter Raum. Die bunten Glasfenster sorgten für eine schöne Atmosphäre.
Als Nächstes umrundeten wir das Kapitol. Auf der Rückseite des Kapitols ist die so genannte „Mile High“-Marke angebracht. Der Umstand, genau eine Meile über dem Meer zu liegen, wird in Denver sehr hervorgehoben. Eigentlich hatten wir gedacht, dass dafür ein Gedenkstein oder Ähnliches aufgestellt wurde. Aber es ist lediglich in den Stufen des Kapitols eine kleine Inschrift und eine Metallplakette zu sehen, die darauf hinweist.
Ein nächstes Highlight war das „City & County Building“beziehungsweise die Straße davor. Diese ist bunt ausgemalt und bildet einen sehr schönen Kontrast zum Grau des Gebäudes.
Ein weiteres interessantes Gebäude war das Hotel „Brown Palace“. Dieses altwürdige Haus beherbergte schon viele Präsidenten der USA. Im Inneren gibt es ein achtstöckiges Atrium, welches von Metallgeländern gesäumt ist. Da die Aufzüge nicht gesperrt waren, fuhren wir in die oberen Stockwerke und hatten von dort einen tollen Blick auf den Speisesaal unter uns.
In unseren Reiseführern wurde die 16. Straße sehr hervorgehoben, da es sich um eine baumbestandene Flaniermeile mit vielen Geschäften und Restaurants handeln soll. Aktuell finden dort allerdings Bauarbeiten statt, so dass nahezu alle Bäume entfernt wurden und es nur noch schmale Gehwege rechts und links gibt. Wir schlenderten trotzdem die Straße entlang. Das erste Highlight war der D&F-Tower, welcher einem venezianischen Turm nachempfunden wurde. Anschließend gingen wir ein Stück weiter und kamen an die Denver Union Station. Dieser Bahnhof wird heute auf verschiedenste Weise genutzt: Neben den Fahrkartenschaltern gibt es in diesem Gebäude ein Hotel und viele Restaurants.
Da wir wunderbares Wetter hatten, gingen wir als Nächstes an den South Platte River. Dieser fließt mitten durch die Stadt fließt, weshalb es viele Restaurants gibt. Wir wollten allerdings hier noch nicht essen und gingen deshalb zurück, um den Larimer Square zu erkunden. Eigentlich ist dies mehr eine Straße als ein Platz. Da noch Winter ist, gab es nur wenig Außen-Gastronomie. Im Sommer herrscht hier bestimmt ganz schön viel Trubel.
Nach einer leckeren Stärkung im „Yard House“ gingen wir das kurze Stück zum Mausmobil zurück und fuhren nach Golden. Vor Golden folgten wir dem Hinweisschild zum Grab von Buffalo Bill. Hätten wir gewusst, dass wir etwa 7 Meilen steil den Berg hochfahren müssen, hätten wir wahrscheinlich darauf verzichtet. So aber wanden wir uns den Hang hinauf und landeten oben in einer tief verschneiten Landschaft. Das Grab selber liegt relativ unscheinbar auf dem höchsten Punkt des Berges. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass hier wirklich Buffalo Bill beerdigt ist. Gerüchte besagen nämlich, dass er nicht hier, sondern in Cody beerdigt wurde.
In Golden fuhren wir anschließend auf den Parkplatz beim Sportcenter. Es gibt kein Hinweisschild, dass man hier nicht übernachten darf. Wir richteten uns deshalb für die Nacht ein und erkundeten anschließend Golden. Dieser Ort lebt von der Hauptstraße und der Coors-Brauerei, welche mitten in der Stadt liegt. Nachdem wir die Hauptstraße und ein paar Nebenstraßen mit älteren Gebäuden besichtigt hatten, gingen wir wieder zurück zum Mausmobil.

Auch am nächsten Tag lachte wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Die Nacht war ruhig und so hatten wir beide ausgeschlafen.
Nach dem Frühstück waren wir etwas verwirrt: Unsere Armbanduhren zeigten 8:00 Uhr und die iPhones 9:00 Uhr an. Wir waren uns nicht bewusst, eine Zeitgrenze überschritten zu haben. Ein Blick ins Internet belehrte uns, dass Colorado in der heutigen Nacht auf die Sommerzeit umgestellt hatte. Gut, dass wir das rechtzeitig festgestellt hatten, denn um 11:15 Uhr hatten wir uns für eine Führung bei der Coors-Brauerei angemeldet. Nicht auszudenken, wenn wir auf unsere Armbanduhren vertraut hätten, denn dann wären die beiden gebuchten Plätze verloren gewesen.
Bis zum Beginn der Führung schlenderten wir noch ein bisschen durch die historischen Straßen von Golden. Ein paar hübsche Häuser waren dabei, aber es war nichts Außergewöhnliches. Wie wir schon gestern festgestellt hatten, scheint der Ruf, den Golden überall hat, etwas übertrieben zu sein.
Nachdem wir unser Mausmobil auf den Besucherparkplatz der Brauerei umgestellt hatten, warteten wir auf den Beginn der Führung. Mit einem Bus wurden wir auf das Firmengelände gebracht. Dort musste jeder von uns nachweisen, dass er über 21 Jahre alt ist, um an der Bierverkostung teilnehmen zu können. Anschließend wurde uns ein kurzes Video über die Brauerei gezeigt. Adolph Coors, der Gründer dieser Brauerei, ist im 19. Jahrhundert aus Wuppertal-Barmen hierher ausgewandert. Aus seiner Brauerei ist mittlerweile die siebtgrößte Brauerei der Welt geworden.
Unser Führer verstand es, uns die Kunst des Bierbrauens kurzweilig zu erläutern. Schon während der Führung gab es für jeden ein Bier zum Verkosten. Nach der Führung hätten wir mindestens zehn verschiedene Biere probieren können. Allein drei Sorten davon werden nur in Colorado verkauft und sind nur mit Zutaten aus Colorado hergestellt. Dem Gründer zu Ehren wird auch ein Pils gebraut, welches den Namen „Barmen“ trägt. Wir beschränkten uns auf drei Biere, da wir heute noch weiterfahren wollten.
Nach der Führung stärkten wir uns mit den üblichen belegten Bagels im Mausmobil, ehe wir in den Rocky Mountains NP fuhren. Je näher wir diesem kamen, umso mehr musste unser Mausmobil in die Höhe klettern. Das Visitor Center erwartete uns auf 2500 m Höhe über dem Meeresspiegel. Dort holten wir uns Tipps, welche Touren wir in diesem Park machen können. Da viele der Wanderwege anscheinend noch vereist sind, bekamen wir den Tipp, uns Spikes für die Schuhe zu kaufen. Dies konnten wir im Shop neben dem Fall River Visitor Center erledigen. Nachdem wir uns auf dem Aspenglen Campground einen Stellplatz gesichert hatten, fuhren wir bis zur Many Parks Curve. Von dort hatten wir einen sehr schönen ersten Eindruck von der uns umgebenden verschneiten Bergwelt. Die weitere Straße Richtung Westen darf bis zum Memorial Day nicht befahren werden, weshalb wir umdrehten und zum Alluvial Fan fuhren. Dort wurden in den letzten Tagen Elche gesichtet. Wir sahen zwar keine Elche, dafür aber einen kapitalen Hirsch. Auf unserem Rückweg zum Campground hielten wir noch bei den Sheep Lakes an. Wir entdeckten dort zwar keine Schafe, aber zwei Kojoten. Ob diese auf die Schafe warteten?
Unser Stellplatz auf dem Campground liegt malerisch schön inmitten eines kleinen Tales. Ver- und Entsorgung gibt es hier keine. Des Weiteren hatten wir hier weder Telefonempfang noch Internetzugang.

Die Nacht war ruhig und Bären beziehungsweise andere große Tiere holten uns (leider) nicht aus dem Schlaf. Als wir aufwachten, war der Himmel über uns blau. Nur Richtung Westen hatten sich Wolken gebildet. Da der Wind aber aktuell aus Osten kommt, störten uns diese nicht.
Unser erstes Ziel war der Bear Lake. Gestern war der dortige Parkplatz wegen Überfüllung gesperrt gewesen. Da wir früh dran waren, hofften wir, einen Parkplatz zu bekommen. Als wir dort ankamen, waren trotz der frühen Zeit bereits über die Hälfte aller Parkflächen besetzt. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es in diesem Park in der Hauptsaison zugeht. Zwar werden dann auch Shuttle-Busse eingesetzt, aber die Menschenmassen sind dennoch auf den Wanderwegen unterwegs. Da hätten wir bestimmt keinen Spaß daran, hier zu sein.
Da der namensgebende See zugefroren und verschneit war, gingen wir zunächst zum Emerald Lake. Wir waren froh über unsere Spikes, die wir gestern gekauft hatten, denn der Schnee war festgetreten und der Weg stellenweise vereist. Es war ein Traum, hier zu wandern: Blauer Himmel, klare, aber nicht zu kalte Luft, weißer Schnee und kaum Menschen unterwegs. Der Aufstieg zum Emerald Lake bedeutete die Überwindung einer Höhendifferenz von über 200 m. Da wir uns schon auf 3000 m Höhe befinden, mussten wir ganz schön schnaufen, um vorwärts zu kommen. Aber die schneebedeckten Berge waren uns Ansporn, nicht aufzugeben.
Am Emerald Lake angekommen, konnten wir Fotos machen, ohne störende Personen auf dem Bild zu haben. Die Landschaft war ein Traum in weiß. So kann Winter gerne sein! In Bonn kennen wir so etwas nicht, denn Winter in Bonn heißt in der Regel graues und nasskaltes Wetter.
Nachdem wir uns satt gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Was waren wir froh, schon früh gestartet zu sein, denn jetzt kamen uns ganze Horden von Menschen entgegen.
Wieder am Parkplatz angekommen, gingen wir nach diesem Wander-Highlight noch kurz zum Bear Lake. Normalerweise könnte man hier einen Rundweg um den See gehen. Das machte für uns aber angesichts des zugefrorenen Sees keinen Sinn, weshalb wir nur einmal quer über die Eisfläche gingen, um ein paar Fotos zu machen. Ganz ähnlich war es mit dem nächsten Halt am Spraque See. Auch dieser war bis auf wenige Stellen am Rand zugefroren und mit Schnee bedeckt. Immerhin war der See vor einem sehr schönen Bergpanorma gelegen.
Nach der Mittagspause führte uns unser Weg zum Parkplatz beim Wild Basin. Das letzte Stück der Strecke ging über eine unbefestigte Straße, die sehr matschig war. Unser Mausmobil sah danach entsprechend aus. Da wir aber im Visitor Center den Tipp bekommen hatten, die Copeland Falls beziehungsweise die Calypso Cascades anzusehen, nahmen wir das in Kauf.
Wir merkten sehr schnell, dass wir uns nicht mehr auf der Höhe von heute Morgen bewegten: Der Schnee war nicht mehr pulvrig, sondern eher pappig und angetaut. Da der Himmel aber noch blau war, marschierten wir los. Im Sommer kann man sich die erste Meile unseres Fußweges sparen und mit dem Auto fahren. Im Winter ist allerdings dieser Teil der Strecke für Autos gesperrt.
Bei den Copeland Falls angekommen, waren wir enttäuscht. Statt eines Wasserfalls sahen wir nur eine dick verschneite Landschaft. An einigen Stellen trat Wasser hervor und zeigte an, dass hier eigentlich ein Fluss verläuft. So hielten wir uns nicht lange bei diesen Falls auf und gingen weiter zu den Calypso Cascades. Aber auch dort erwartete uns statt eines dick vereisten Wasserfalls (so wie er uns im Visitor Center angepriesen wurde), eine verschneite Landschaft. Nicht ein Tropfen Wasser war zu sehen. Wir konnten nur hören, dass unter der dicken Schneedecke Wasser lief. Auf der einen Seite waren wir enttäuscht, aber auf der anderen Seite genossen wir den Weg durch die weiße Landschaft bei bestem Wetter.
Mit diesen beiden schönen Touren hatten wir die Highlights der östlichen Seite des Rocky Mountain NP erkundet. Eine Nacht länger zu bleiben, machte für uns keinen Sinn, denn wir hätten morgen keine Steigerung erleben können. Wir verließen deshalb den Nationalpark und fuhren nach Loveland. Die Strecke dorthin ging fast nur bergab und führte großteils durch ein enges Tal, durch das sich der rauschende Big Thompson River schlängelte. In Loveland angekommen, fuhren wir auf den Parkplatz bei Cracker Barrel.

Fortsetzung folgt.
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2Greyhoundsontour am 14 Mär 2024 05:38:58

Fortsetzung des Reiseberichtes

Heute verließen wir Colorado und fuhren direkt nach Cheyenne. Dies ist die Hauptstadt des Bundesstaates Wyoming. Im Gegensatz zu anderen Hauptstädten von Bundesstaaten fehlen hier Hochhäuser vollständig. Eher wirkt die Stadt wie ein etwas zu groß geratenes Dorf.
Da sich mittlerweile viel schmutzige Wäsche angesammelt hatte, gingen wir auf einen Campground und machten heute einen Hausarbeitstag. Als wir damit fertig waren, war es später Nachmittag. Aufgrund der Umstellung zur Sommerzeit wird es allerdings erst gegen 19:30 Uhr dunkel. Wir fuhren deshalb noch einmal das kurze Stück nach Cheyenne hinein und machten einen Stadtrundgang. Als Besonderheit gibt es hier überlebensgroße Cowboystiefel, die mit verschiedenen Themen bemalt sind und überall in der Stadt stehen. Insgesamt sollen es über 30 sein. Daneben gibt es zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Kapitol an jeder Kreuzung diverse Bronzefiguren. So etwas hatten wir in noch keiner Hauptstadt eines Bundesstaates gesehen. Am Kapitol angekommen, umrundeten wir dieses nur, da es bereits geschlossen hatte. So werden wir es eben morgen besichtigen. Anschließend schlenderten wir durch die Straßen. Besonders beeindruckt hat uns das ehemalige Wohnhaus des Gouverneurs. Dieses ist allerdings nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geöffnet. Vor diesem Gebäude steht die Statue der ersten Gouverneurin eines Bundesstaates der USA. Gleichzeitig wird an verschiedenen Stellen in der Stadt darauf hingewiesen, dass Wyoming der erste Bundesstaat war, in dem Frauen das Wahlrecht erhielten.
Als es anfing, dunkel zu werden, fuhren wir auf unseren Stellplatz zurück

Wie wir uns gestern schon vorgenommen hatten, besichtigten wir heute als erstes das Kapitol-Gebäude von Wyoming in Cheyenne. Direkt vor dem Kapitol fanden wir schnell einen Parkplatz, da diese hier reichlich vorhanden sind.
Im Gegensatz zu anderen staatlichen Gebäuden fand hier keine Kontrolle statt. Ein netter älterer Herr nahm uns in Empfang und erzählte ein bisschen aus der Geschichte dieses Gebäudes. Anschließend gab er uns diverse Pläne an die Hand und wir konnten das Gebäude auf eigene Faust erkunden. Es wurde bis 2019 aufwändig restauriert und erstrahlt im Glanz, wie er zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert bestand. Da das Gebäude nicht besonders groß ist, wirkt es aufgrund der verwendeten Hölzer, der Wandgestaltung sowie den Tiffany-Fenstern und plüschigen Sesseln sehr gemütlich.
Zu Beginn unseres Rundgangs schauten wir uns einen Film über die Renovierung an. Es war interessant zu sehen, wie die Restauratoren Farbschichten ablösen mussten, um an die darunter liegenden Gemälde zu kommen.
An den Portraits der Gouverneure merkten wir, dass wir im ländlichen Westen sind. Ein Gouverneur ließ sich sogar mit Cowboyhut, Weste und Jeans abbilden.
Nach diesem Rundgang durch ein wirklich wunderschönes Gebäude und Kleinod in der Stadt fuhren wir durch die Great Plains Richtung Scottsbluff. Diese Graslandschaft erstreckt sich bis zum Horizont und wird lediglich ab und zu durch ein Farmgebäude beziehungsweise Windrad unterbrochen. Wir kamen an Rinderfarmen vorbei, auf deren Gelände mehrere 100 Rinder standen.
Bei Scottsbluff befindet sich das (gleichnamige) Scotts Bluff National Monument. Der markante Fels diente den Planwagen-Trecks als Landmarke. Im Museum des Visitor-Centers erfuhren wir, dass um 1850 circa 100 Menschen pro Jahr hier Richtung Westen vorbeizogen. Bereits 20 Jahre später waren es bis zu 70.000 Menschen im Jahr, die im Westen eine neue Heimat beziehungsweise ihr Glück suchten.
Obwohl es regnerisch war, fuhren wir auf den Felsen und gingen die ausgeschilderten Rundgänge.
Wieder beim Visitor-Center angekommen, gingen wir noch ein kurzes Stück des Old Oregon Trails, an dessen Rand mehrere Planwagen standen. Da so ein Planwagen eine Menge Geld kostete, gab es viele Auswanderer, die ihre Habseligkeiten auf einem Wagen und ohne „tierische Hilfe“ hinter sich herzogen. Wir wollten uns nicht vorstellen, welche Plackerei das gewesen sein muss.
Da es noch nicht zu spät war und das Wetter uns nicht lockte, hier zu bleiben, fuhren wir noch ein Stück weiter in Richtung unseres nächsten Zieles. In Chadron stellten wir uns auf den Parkplatz von Walmart.

Fortsetzung folgt.
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2Greyhoundsontour am 17 Mär 2024 22:48:56

Fortsetzung des Reiseberichtes

Ein grauer Himmel grüßte uns beim Hochziehen der Rollos. Laut Wettervorhersage soll es allerdings ab dem Nachmittag Sonnenschein geben.
Unser erstes Ziel heute war der Ort Wounded Knee. 1890 fand hier ein Massaker an Indianern statt und bedeutete gleichzeitig den Endpunkt der Indianerkriege. Die Fahrt dorthin war relativ langweilig, da die Landschaft ähnlich wie gestern aussah. Das einzige, was unsere Aufmerksamkeit erforderte, war der starke Wind. Er schüttelte unser armes Mausmobil ganz schön durch und sorgte für einen erhöhten Dieselverbrauch.
Im Ort vor Wounded Knee wurden wir darauf hingewiesen, dass wir nun im Bereich der Oglala Lakota Indianer fahren. Wir erschraken, als wir durch diesen Ort fuhren: Die überwiegende Anzahl der Häuser ähnelte mehr einer Müllhalde als einem Haus. Zudem standen Unmengen von Schrottautos vor den Häusern. Überall flogen Plastiktüten herum. Der starke Wind sorgte dafür, dass diese in der Fläche verteilt wurden.
Die Gedenkstätte für das Massaker liegt auf einem Hügel und ist nicht gesondert ausgeschildert. Dank unseres GPS fanden wir aber den Friedhof. Er sieht ziemlich vernachlässigt aus. Zudem klebten auch hier - wie schon geschildert - Plastiktüten an den Zäunen. Der einzige Hinweis auf das Ereignis befindet sich an der Straße in Form eines übergroßen Holzbretts, auf dem die Geschichte des Massakers niedergeschrieben wurde. Wir hatten uns deutlich mehr von einer Gedenkstätte erwartet.
Der weitere Weg zu unserem heutigen Tagesziel führte uns bereits durch den Badlands NP. Da dieser flächenmäßig allerdings sehr groß und zergliedert ist, verließen wir ihn genauso häufig, wie wir ihn befahren hatten. Erst als wir am eigentlichen Parkeingang ankamen, gab es neben der Kontrollstelle für das Ticket auch ein Visitor-Center.
Nachdem wir uns Tipps für Touren im Park geholt hatten, stärkten wir uns kurz. Anschließend gingen wir den Door Trail. Dieser verläuft auf den ersten Metern auf Holzplanken und führt anschließend auf einem unbefestigten Weg durch die Badlands. Fantastische Felsformationen standen um uns herum. Zudem riß der Himmel auf und die Sonne beleuchtete die surreale Szene von oben. Damit wir uns in diesem unwirtlichen Gelände nicht verlaufen, war der Weg seitens der Parkverwaltung durch Metallstangen gekennzeichnet worden.
Nach diesem schönen Beginn der Erkundung kam als Nächstes der Window Trail an die Reihe. Dieser ist nicht besonders lang und führte uns auf Holzplanken zu einem ansehnlichen Felsdurchlass. Aufgrund der Kürze des Weges waren wir hier sehr schnell fertig.
Der dritte Pfad, den wir gingen, war der Notch Trail. Dieser führt durch ein Bachbett zwischen den Felsen nach oben. An einer Stelle wird der Höhenunterschied durch eine Holzleiter überwunden. Ein bisschen Herzklopfen bekamen wir schon, als wir diese Leiter nach oben (und später wieder nach unten) gingen. Wir wurden dafür aber mit einem sehr schönen Blick über die Badlands belohnt.
Da wir noch Zeit hatten, marschierten wir den kurzen Cliff Shelf Nature Trail entlang. Dieser verläuft auch auf Holzplanken und führt durch ein kleines Wäldchen. Der Ausblick auf die Felsen von hier ist auch hübsch, aber wir hatten schon bessere Einblicke auf den bisher gegangenen Wegen.
Da es mittlerweile später Nachmittag geworden war, beendeten wir für heute die Besichtigung und fuhren auf den Cedar Pass Lodge and Campground im Nationalpark.

Die Nacht war vollkommen ruhig. Kein Auto und kein LKW hatte unseren Schlaf gestört. Als beim Aufwachen auch noch die Sonne vom blauen Himmel schien, konnte es demzufolge nur ein sehr schöner Tag werden.
Nach dem Frühstück fuhren wir kurz aus dem Badlands NP hinaus zur nebenan gelegenen Minuteman Missile National Historic Site. Im dortigen Visitor Center erfuhren wir alles über diese Atomraketen, von denen einst etwa 1000 auf die damalige Sowjetunion gerichtet waren. Besonders beeindruckend war der 30 Minuten lange Film, den wir dort ansehen konnten. In der zum Visitor Center gehörenden Ausstellung erfuhren wir, dass aufgrund der Abrüstungsverträge mittlerweile die meisten Raketen zerstört wurden. Aber noch heute existieren mehrere militärische Anlagen in den USA, in denen solche Raketen einsatzbereit gehalten werden.
Nach diesem ernsten Beginn des heutigen sonnigen Tages fuhren wir zurück in den Badlands NP. Da wir die Wanderungen bereits gestern gemacht hatten, hatten wir heute genügend Zeit, auf der Loop Road die einzelnen Aussichtspunkte anzusteuern. Unterwegs begegneten uns Bighorn-Schafe, Präriehunde und Bisons. Waren die Bisons eher gemächliche Tiere, so wuselten im Gegensatz dazu die Präriehunde unentwegt durch die Gegend. Es war schwierig, sie zu fotografieren. Aber mit viel Geduld bekamen wir doch einige schöne Aufnahmen hin.
Nachdem wir noch einen Abstecher zu einer Abschussstation einer ausrangierten Minuteman Rakete gemacht hatten, stoppten wir für das Mittagessen in Wall. Der Ort liegt direkt an der Interstate 14, ist touristisch sehr gut ausgebaut und bietet neben Speisen auch diverse Läden. Anschließend setzten wir unsere Runde durch den Badlands NP fort. Am Nachmittag erreichten wir den Sage Creek Campground. Hier wollen wir inmitten der Prärie die Nacht verbringen.

Die Sonne holte uns nach einer ruhigen Nacht schon früh morgens aus dem Bett. Pünktlich zum Frühstück kam auch der erste Bison auf unser Mausmobil zu, blieb aber in ausreichender Entfernung von uns stehen. Die Präriehunde dagegen waren sehr nah bei uns. Auf dem Weg aus dem Park sahen wir noch eine ganze Herde Bisons. Zwei einzelne Bullen waren sogar so nahe an der Straße, dass wir vorsichtshalber abbremsten.
Die Straße nach Rapid City war stellenweise ungeteert, ließ sich allerdings sehr gut fahren. In Rapid City kauften wir zunächst ein, ehe wir zum Mount Rushmore National Memorial fuhren. Dort angekommen, mussten wir zunächst eine Parkplatzgebühr bezahlen. Unser Nationalpark-Pass nützte uns hier nichts. Wir waren froh, dass wir in der Vorsaison da waren, denn jährlich besuchen etwa 3 Millionen Besucher diese Sehenswürdigkeit. Wir wollten uns gar nicht vorstellen, was dann hier los ist.
Vor dem blauen Himmel wirkten die hellen Köpfe der vier Präsidenten, Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln bilderbuchmäßig. Im Visitor-Center sahen wir uns einen Film über die Entstehung dieses Monuments an. Zudem gibt es dort eine sehr gut gemachte Ausstellung über die Vorgeschichte und den Bildhauer Gutzon Botglum. Noch vor der Fertigstellung verstarb er, aber sein Sohn führte das Werk fort. Anschließend gingen wir den Presidential Trail, der uns noch einmal eine andere Perspektive des Monuments bot.
Unsere Mittagspause machten wir in der Nähe des Monuments, am Horsetheft Lake. Anschließend fuhren wir zum Crazy Horse Memorial. Hierfür mussten wir einen Umweg fahren, da die direkte Straße aktuell gesperrt ist.
Nachdem wir dort den Eintritt bezahlt hatten, konnten wir bereits vom Parkplatz aus das fertige Gesicht und ansatzweise die Finger der linken Hand sehen. Im Film-Theater sahen wir einen Film über den Bau, der seit 1948 läuft. Der polnische Künstler Korczak Ziolkowski versuchte, den Traum von diesem Werk mehr oder weniger alleine zu verwirklichen. Angebotene Millionenbeträge seitens der US-Regierung lehnte ab, da er Eingriffe in seine Arbeit befürchtete. Zudem wollten die Indianer nicht von Regierungsgeldern abhängig sein. Nachdem der Künstler verstorben war, führte seine Frau das Werk fort, zog es allerdings etwas professioneller auf. Mittlerweile arbeiten die Kinder und seine Enkel weiter an dem Projekt.
Die dazu notwendigen Mittel kommen nur aus Spenden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass das ganze Kunstwerk in etwa 40-50 Jahren fertig sein wird.
Um näher an das Monument heran zu kommen, kauften wir zwei Tickets für die angebotene Bustour. Obwohl es deutlich größer als Mount Rushmore ist, wirkt es im jetzigen Zustand nicht so gewaltig, da noch sehr wenig fertig gestellt ist.
Nachdem wir dieses Memorial gesehen hatten, fuhren wir weiter in den Castor State Park. Dort stellten wir uns auf den Grace Coolidge Campground. Da noch keine Saison ist, sind die Toiletten abgeschlossen. Internet gibt es hier auch nicht. Lediglich eine Herde Bergziegen war auf dem Platz zu sehen.

Fortsetzung folgt.
Mehr Bilder, den vollständigen Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

Koblenzo am 17 Mär 2024 23:00:33

2Greyhoundsontour hat geschrieben:Die überwiegende Anzahl der Häuser ähnelte mehr einer Müllhalde als einem Haus.
Zudem standen Unmengen von Schrottautos vor den Häusern.

So habe ich auf ca. 70.000km durch USA (in den letzten 15 Jahren auf 4 langen Reisen durchs Land)
zwischen Ost- und Westküste die ganzen USA erlebt. Das ist auch in "neueren" Filme exakt das Gleiche.
Der Ami kauft ein Auto, fährt es solange es fährt (Inspektion kennt er nicht) und stellt es dann auf
seinem Grundstück zum Verrosten ab. Das wundert allenfalls Deutsche :?

Der Ami baut Bruchbuden, lebt in Bruchbuden und verläßt Bruchbuden - aus deutscher Sicht.

2Greyhoundsontour am 18 Mär 2024 06:21:25

Lieber Koblenzo, jetzt wundert mich nichts mehr bei Deinen Beiträgen. Mit Deinen Verallgemeinerungen stellst Du Dir meiner Meinung nach selbst ein Armutszeugnis aus. Wir haben auf unseren mittlerweile 26000 km auch gepflegte Häuser ohne Müll gesehen - etwas anderes hätte uns auch sehr verwundert.
Ich würde mich freuen, von Dir künftig etwas differenzierte Beiträge und keine platten substanzlosen Texte zu lesen.

P. S. : Das ist meine Meinung. Gerne lasse ich mich auf Diskussionen dazu ein, aber bitte mit Niveau und Substanz.

TiborF am 18 Mär 2024 13:28:45

Von mir wieder mal ein :daumen2: für die neuen Reiseberichte - ausführlicher geht es kaum und dann die schönen Fotos wieder dazu

Ich lese hier unheimlich gerne alles, was Ihr so berichtet.

Koblenzo am 18 Mär 2024 13:35:19

2Greyhoundsontour hat geschrieben:Wir haben auf unseren mittlerweile 26000 km auch gepflegte Häuser ohne Müll gesehen.
Ich würde mich freuen, von Dir künftig etwas differenzierte Beiträge und keine platten
substanzlosen Texte zu lesen.

Ja, schöne Häuser gibts gegentlich auch, aber jeder sieht immer das, was er sehen will.
Na gut, statt "platten substanzlosen Texten" lieber Fotos von dem was ich drüben sah:

Davon gibt es reihenweise (verlassene) Häuser. Ganze Straßenzüge sind leer, z.B. in Ohio
und Pennsylvania:

US120.jpg

So wird man am Stadtrand von Washington "optisch" begrüßt:

32463154176_c3a54ca6fd_c.jpg

Man kann auch einfach mit Streetview durch Amerika fahren --> Link um Typisches zu sehen.
Das sieht man allerdings nur, wenn man "die rosarote Brille" abnimmt.

Ganz erstaunt war ich übrigens von der Eigenart, dieser vielen Stühle, Liegen und
ähnlichem, daß nämlich nie - nirgendwo (!) - irgend einer draußen sitzt --> Link
.

BikeAir am 18 Mär 2024 15:28:46

Ja so ist er eben unser Koblenzo, 2 Einzelbilder nehmen und damit Verallgemeineren, das konnte er schon immer gut. Dreht man das Kugel 3D Bild um, sieht man nämlich schöne Häuser.
Und zum Bettelbild: Ja, sowas das haben wir auch schon mehrfach gesehen, aber die Leute sitzen da und warten, ob was kommt, und nicht das aggressive Betteln wie in D.
Übrigens gibt es in jedem Land sichtbare Armut, nicht nur in den USA, auf dem Land stehen tatsächlich auch manchmal alte Autos rum, manchmal findet man auch etwas Müll am Straßenrand, aber alles im sehr niedrigen Rahmen, aber daraus solte man keine Verallgemeinerungen ziehen.
Und die Straßen waren bisher, bis auf sehr wenige km Tip-Top

Gruß

2Greyhoundsontour am 21 Mär 2024 02:58:50

Fortsetzung des Reiseberichtes

Wir hatten eine absolut ruhige Nacht. Am Morgen nach dem Aufstehen sahen wir wieder die Herde Bergziegen. Ein unachtsamer Hundebesitzer ließ allerdings seinen Hund frei laufen, der die Bergziegen verscheuchte. Schade!
Als wir unser Mausmobil für die Abfahrt hergerichtet hatten, fuhren wir die Wildlife Loop Road. Wir hofften, dort Bisons zu sehen. Schon zu Beginn der Strecke mussten wir abbremsen, da mehrere Hirsche die Straße versperrten. Nachdem sie den Weg freigegeben hatten, fuhren wir langsam weiter. Wir sahen einige Bisons, die allerdings für Fotos zu weit entfernt waren. Und dann kam das Highlight des Tages: Hinter einer Kurve sahen wir eine große Herde Bisons, die entlang der Straße beziehungsweise über die Straße gingen. Als wir dicht an diesen Tieren dran waren, stoppten wir den Motor und warteten, was passierte. Die meisten Tiere gingen an unserem Fahrzeug vorbei, beäugten es jedoch aufmerksam. Manche der Tiere schleckten an unserem Mausmobil herum. Welcher Duftstoff sie dazu animiert hatte, wissen wir nicht. Ein bisschen unheimlich war es uns schon, diese Kolosse so nah an unserem Fahrzeug zu haben. Aber es passierte nichts, was uns hätte ängstigen können.
Nachdem die Straße wieder frei war, fuhren wir weiter. Aber nach diesem Highlight kam außer einem Hirsch und vielen Präriehunden kein weiteres hinzu.
Als nächstes Ziel steuerten wir den Wind Cave NP an. Hier konnten wir - entgegen der aktuellen Meldung in der App der Nationalparksverwaltung - dennoch eine Führung durch die Höhle bekommen. Bis zum Beginn der Führung gingen wir den Prärie Vista Trail. Unter anderem kamen wir am originalen Eingang zu dieser Höhle vorbei. Dieser ist nicht größer als eine Pizza. Wesentlich schöner waren die Ausblicke auf die Prärie (leuchtend gelbes Gras vor blauem Himmel).
Zum vereinbarten Zeitpunkt fanden wir uns am Treffpunkt für die Höhlenführung ein. Nachdem die Rangerin ein paar Sicherheitshinweise gegeben hatte, fuhren wir mit dem Aufzug in die Höhle ein. Das Besondere an dieser ist, dass es hier weder Stalagmiten noch Stalaktiten gibt. Vielmehr gibt es Kristallisation, die wie kleine Kästchen aussehen und an der Decke hängen. Obwohl die Gruppe sehr groß war, hatten wir genügend Zeit, alles in Ruhe zu betrachten. In der letzten großen Kammer der Höhle führte die Rangerin vor, wie die ersten Erkundungen ausgeleuchtet waren. Lediglich mit einer in einem Metalleimer aufgestellten Kerze, wurde die Höhle damals begangen. Anschließend löschte sie das Licht komplett. Totale Dunkelheit umfing uns.
Als wir wieder das Tageslicht erreicht hatten, war es früher Nachmittag. Wir fuhren deshalb noch bis nach Scottsbluff, um für weitere Besichtigungen auf dem Weg nach Las Vegas mehr Zeit zu haben.
Auf dem Parkplatz von Walmart stellten wir uns für die Nacht hin.

Die Nacht war zwar nicht ganz so ruhig gewesen wie die vergangenen drei Nächte in der Wildnis, aber wir haben dennoch gut geschlafen. Nur einmal störte uns ein vorbeifahrender Zug unsere Nachtruhe.
Nach dem Frühstück amüsierten wir uns zunächst über den Stuss, den manche Menschen im Internet beziehungsweise den sozialen Medien veröffentlichen. Anschließend fuhren wir noch einmal kurz beim Scotts Bluff NM vorbei, um Bilder der dort ausgestellten Planwagen vor den hellen Felsen zu machen. Im Gegensatz zu den Bildern, die wir beim ersten Besuch gemacht hatten, hatten wir heute blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Anschließend machten wir uns auf die lange Tour nach Rock Springs. Dies bedeutete zwar einen Fahrtag für uns, aber die Wettervorhersage der nächsten beiden Tage für die Flaming Gorge NRA war so gut, dass wir dies in Kauf nahmen. Überwiegend fuhren wir die Interstate 80 entlang. Diese führte uns über weite Strecken durch eine verschneite (Berg-)Landschaft. Der weiße Schnee machte sich sehr schön vor dem blauen Himmel. Jetzt hoffen wir, dass wir ab morgen tatsächlich das vorhergesagte sonnige und wolkenlose Wetter haben, damit wir die Gegend um den Stausee genießen können. Die Temperaturen sollen zwar noch sehr kalt sein, aber das schreckte uns nicht.
In Rock Springs stellten wir uns auf den Parkplatz von Walmart.

Ein blauer Himmel begrüßte uns beim Aufwachen. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf, tankten und fuhren los. Ursprünglich hatten wir vor, den Stausee zu umrunden. Aber schon kurz nachdem wir auf der östlichen Route unterwegs waren, war diese für die Weiterfahrt gesperrt. Warum, erschloss sich uns nicht. So drehten wir um, fuhren nach Green River und nahmen dort die westliche Route Richtung Süden.
Anhand von Internet-Bildern hatten wir gedacht, dass wir direkt am Ufer entlang fahren können, die Straße führte uns allerdings abseits des Wassers durch eine Steppenlandschaft. Wir nutzten deshalb die erste Abfahrt zu einer Slipanlage für Boote, um an den See zu kommen. Hier war der Großteil des Sees noch gefroren. Die Landschaft allerdings sah in der Sonne sehr gut aus.
Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter und kamen vor Manila an den Lucerne Valley Marina Campingplatz. Dieser war aufgrund des Winters noch geschlossen. Nach einem kurzen Spaziergang, um die schneebedeckten Berge um uns herum als Spiegelung im Wasser fotografieren zu können, fuhren wir an die dazugehörige offizielle Badestelle. Verständlich, dass hier niemand zum Baden war. Da es ein sehr schöner Platz war und wir gut stehen konnten, entschieden wir kurzerhand, die Nacht hier zu verbringen.

War das still heute Nacht! Einfach traumhaft! Und auch heute wieder lockte uns die Sonne und ein fast blauer Himmel aus dem Bett.
Unser erstes Ziel war der Rundweg um den Sheep Creek. Wir hatten verschneite Berge um uns herum und entdeckten viele Spuren von Tieren, die wir aber leider nicht sahen. Nur hoch über uns thronte ein Adler und suchte die Gegend nach Beute ab.
Leider war die komplette Straße nicht freigegeben, weshalb wir wieder umdrehen mussten. Wir versuchten es dann zwar von der anderen Seite auch noch einmal, aber auch hier war die Straße wegen des Schnees gesperrt.
Nach einem kurzen Abstecher zur Staumauer fuhren wir über die Berge Richtung Vernal. Am höchsten Punkt angekommen, stärkten wir uns mit unserem üblichen Mittagessen auf knapp 3000 m Höhe. Von dort ging es fast nur noch bergab. Der Schnee verschwand, und stattdessen grüßten uns bunte Felsformationen.
Da wir früh dran waren, machten wir noch einen Abstecher zum Saurier NM. Auch hier merkten wir wieder, wie unfassbar groß die Entfernungen in den USA sind: Der „Abstecher“ war fast 50 km lang. Da wir aber etwas sehen wollen, nahmen wir dies gerne in Kauf.
Im Saurier NM angekommen, gingen wir zur Quarry Exhibit Hall. Dieses Gebäude wurde rund um eine Saurierknochen-Fundstätte erbaut. Vor Millionen Jahren trieb ein damaliger Fluss die Kadaver der toten Saurier an einer Stelle zusammen, so dass sie heute als einzelne Knochen und zum Teil vollständige Skelette übereinander liegen. Es war sehr beeindruckend, diese Giganten der Uhrzeit so nah vor sich zu sehen und die Knochen teilweise sogar berühren zu können.
Auf Empfehlung einer Rangerin fuhren wir anschließend noch zu Josie Morris Cabin. Diese Frau lebte hier 50 Jahre lang bis zu ihrem Tod 1964. Von ihrer Ranch aus machten wir einen Spaziergang in den Hog Canyon. Dieses traumhafte Fleckchen Erde diente ihr als Weide für ihre Tiere.
Mittlerweile war es später Nachmittag geworden und wir fuhren deshalb für die Übernachtung auf den Parkplatz von Walmart.

Fortsetzung folgt.
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2Greyhoundsontour am 25 Mär 2024 06:54:46

Fortsetzung des Reiseberichtes

Obwohl wir in der Nähe einer Durchgangsstraße standen, hatten wir eine ruhige Nacht.
Auf dem Weg nach Salt Lake City machten wir eine Pause am Starvation Lake. Die Sonne lachte vom blauen Himmel, es war windstill, und die Temperaturen verleiteten uns, knapp bekleidet in den Liegestühlen zu sitzen. War das schön! Nach 2 Stunden frischte der Wind auf. Wir beendeten deshalb unsere Ruhepause und fuhren nach dem Mittagessen weiter Richtung Salt Lake City. Auf dem Weg dorthin mussten wir (mal wieder) über hohe Berge fahren. Der Himmel bewölkte sich vollständig und etwas Schneeregen fiel auch. Kurz bevor wir Salt Lake City erreichten, riß der Himmel allerdings wieder auf und die Sonne grüßte wieder vom blauen Himmel.
Da unsere elektronische Ölanzeige keine Werte mehr liefert, fuhren wir zunächst zum Mercedes-Händler, um dort einen Ölmessstab zu kaufen. Leider hatte dieser keinen für unseren Motor vorrätig. Da wir beim zentral gelegenen Cracker Barrel aufgrund eines Stadtgesetzes nicht stehen dürfen, fuhren wir zum nördlich von Salt Lake City gelegenen Cracker Barrel in Layton und stellten uns dort für die Nacht hin.

Nach dem Frühstück führte uns unser Weg nach Salt Lake City zum Kapitol. Verlief die Schnellstraße in die Stadt noch eben, so fühlten wir uns bei den letzten Metern zum Kapitol nach San Francisco versetzt: Eine steile Zufahrtstraße ließ unser Mausmobil richtig arbeiten!
Beim Kapitol gab es genügend freie und kostenlose Besucherparkplätze. Nachdem wir einige Außenaufnahmen gemacht hatten, sahen wir uns im Inneren zunächst einen Film über die Entstehungsgeschichte des Kapitols an. Anschließend hätten wir um 11:00 Uhr gerne an einer geführten Tour durch das Kapitol teilgenommen. Wir wurden allerdings darauf hingewiesen, dass bei dieser Führung sehr viele Kinder dabei sind und der Lärmpegel dementsprechend hoch sei. Wir verzichteten deshalb auf diese Führung und erkundeten das Kapitol anhand einer Beschreibung des Besucherdienstes selbst. Das Gebäude ist sehr schön hergerichtet. In den beiden ersten Stockwerken konnten wir einen Blick auf die Sitzungsräume der beiden Kammern sowie den goldenen Saal werfen. Zudem sind in der Kuppel Szenen aus der Geschichte des Staates Utah in großformatigen Bildern dargestellt.
Im dritten Stockwerk gab es eine Sonder-Ausstellung über den Staat Utah als Filmkulisse. Es war interessant, wie viele berühmte Filme hier ganz oder teilweise gedreht wurden.
Salt Lake City ist die Hauptstadt der Mormonen. Rund um den Tempel ist gerade eine Baustelle, da dieser noch 2 Jahre lang einer großen Renovierung unterzogen wird. Hier konnten wir deshalb nichts besichtigen. Nach dem Rundgang durch das Kapitol gingen wir deshalb in das Konferenzcenter der Mormonen. Dort werden kostenlose geführte Touren angeboten. Wir hatten Glück und waren die einzigen Teilnehmer bei dieser Führung durch zwei junge Frauen. Eine von ihnen kam aus Österreich und die andere aus Guatemala. Während der Führung konnten wir Fragen zu allen Themenbereichen der Religion der Mormonen stellen, die uns interessierten. So erfuhren wir zum Beispiel, dass junge Mormonen einen 18-monatigen Missionsdienst ableisten können. Unsere beiden Führerinnen leisteten gerade diesen Dienst. Es war für uns interessant zu sehen, wie beide für ihren Glauben brannten.
Nachdem wir uns in der großen Versammlungshalle längere Zeit ausgetauscht hatten, gingen wir zwei Stockwerke nach oben, wo die Geschichten aus dem Buch Mormon bildhaft dargestellt werden. Da wir das Buch nicht kennen, konnten wir den Geschichten nicht immer ganz folgen. Es war aber auch hier interessant zu sehen, mit welcher Inbrunst unsere Führerinnen uns die Geschichten näher brachten.
Nachdem wir noch ein Modell des Tempels gezeigt und die einzelnen Funktionen erklärt bekommen hatten, konnten wir zum Abschluss der Führung auf die Aussichtsplattform gehen. Dort endete nach über 2 Stunden die Führung. Ursprünglich sind 45 Minuten hierfür eingeplant. Da wir allerdings viele Fragen stellten, verging die Zeit sehr schnell. Zum Abschied bekamen wir noch eine deutsche Fassung des Buches Mormon.
Nach dieser geistigen Nahrung verlangten unsere Körper nach fester Nahrung. Wir gingen deshalb zu Subway und stärkten uns mit zwei großen Sandwiches. Gut gestärkt gingen wir anschließend in das Family Search Discovery Center. Dort konnten wir nach Eingabe unserer Namen prüfen, ob über Familienmitglieder Unterlagen gespeichert sind.
Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Wir beendeten deshalb unseren Spaziergang durch Salt Lake City und fuhren mit dem Mausmobil zu unserem heutigen Übernachtungsplatz in Delle. Obwohl dieser neben der Interstate liegt, stehen wir hier sehr abgeschieden und ruhig.

Auf dem Weg zu unserem Tagesziel führte die Interstate 80 an den Salzseen vorbei. Anfangs waren wir etwas enttäuscht, denn zunächst sahen wir nichts davon. Im Gegenteil: Rechts und links der Interstate war das Gelände wegen militärischer Nutzung gesperrt.
Als dann auf der rechten Seite der Salzsee auftauchte, gab es keinen Parkplatz. Um dennoch ein Foto machen zu können, hielten wir einmal kurz auf dem Standstreifen. Kurz vor Wendover gab es dann zum Glück einen Rastplatz. Hier konnten wir in Ruhe Fotos machen, auch wenn heute der Himmel nicht so schön blau ist wie in den vergangenen Tagen.
Vor Wendover fuhren wir rechts ab, um zu den Bonneville Salt Flats zu gelangen. Im Herbst finden hier Hochgeschwindigkeitsrennen auf dem dann ausgetrockneten Salzsee statt. Aktuell allerdings war noch ziemlich viel Wasser in dem See, weshalb das Befahren verboten war. Und wir hätten so gerne ausprobiert, ob wir mit unserem Mausmobil die hier erreichte Höchstgeschwindigkeit von über 600 Meilen pro Stunde toppen können! Einen guten Eindruck haben wir dennoch bekommen.
Da unsere Vorräte bedenklich zur Neige gegangen waren, fuhren wir zu Dollar General, dem einzigen Supermarkt von Wendover. Das war der volle Reinfall, denn außer ein paar Artikeln des täglichen Bedarfs gab es hier nichts. Nicht einmal unsere „geliebten“ Bagels, die wir zum Mittagessen essen, gab es hier. Wir fuhren deshalb über die im Ort verlaufende Grenze nach Nevada und kauften bei Smith‘s ein. Dieser Supermarkt verdiente seinen Namen, denn ähnlich wie Walmart hat er eine große Gemüseabteilung und alles, was man so an Lebensmitteln braucht. So hatten wir am Ende richtig gutes Brot, Wurst, Käse und eine Flasche Rotwein für den Abend im „Körbchen“.
Nach dem Einkaufen fuhren wir zu unserem heutigen Übernachtungsziel. Auf dem Weg dorthin überfuhren wir eine Stoppstelle. Sofort heftete sich ein Polizeiwagen an uns und stoppte unser Mausmobil. Es dauerte allerdings lange, bis der Polizist aus seinem Auto ausstieg. Wie wir dann später merkten, war er verwirrt wegen unseres Kennzeichens und hatte sich erst mit der Zentrale besprochen. Nachdem wir ihm Führerschein, Fahrzeugschein, internationalen Führerschein sowie die Einreisepapiere für Kanada in die Hand gedrückt hatten, wirkte er etwas ratlos. Anscheinend hatte er diese Papiere noch nie gesehen. Wir bekamen sie deshalb zurück mit einer kleinen Ermahnung, künftig besser auf die Stoppstellen aufzupassen. Gleichzeitig warnte er uns, dass auf dieser Straße noch mehrere Stoppschilder angebracht wären (deren Sinn sich uns nicht erschloss, denn wir fuhren auf der breiten Ortsdurchgangsstrasse).
Beim Historic Wendover Airfield angekommen, nahmen wir nach dem Mittagessen an einer Führung über das Gelände teil. Im Zweiten Weltkrieg diente dieser Flughafen als Trainingszentrum für Bomberpiloten und die Besatzungen. Gleichzeitig wurde hier das Verladen der Atombomben, die später über Japan abgeworfen wurden, trainiert. Kein sehr schönes Thema, aber die Führung war dennoch interessant und sehr informativ. Nach dieser besichtigten wir noch das Museum.

Heute lachte wieder die Sonne vom Himmel! Kurz hinter Wendover wurde uns eine Stunde geschenkt, da wir eine Zeitgrenze zu Nevada überfuhren. Die Straßen waren ausgebaut und in gutem Zustand, rechts und links leuchteten die schneebedeckten Berge in der Sonne und wir kamen gut voran.
In unserem Reiseführer hatten wir etwas über den Ward Charcoal Ovens SP gelesen. Dafür mussten wir eine unbefestigte Piste etwa 10 km fahren. Leider war diese sehr matschig. Dank unseres Allradantriebs kamen wir aber gut voran. Unser Mausmobil hatte danach eine sehr gute Tarnfarbe, denn es war von unten bis oben in matschbraun „lackiert“.
Die sechs ehemaligen Öfen fassten in einer Füllung das Holz der Bäume von etwa 145000 m². 12 Tage dauerte die Herstellung der Holzkohle. Von 1876 bis 1879 wurden diese Öfen genutzt. Der Waldbestand hat sich von diesem Kahlschlag bis heute nicht richtig erholt.
Wieder zurück an der Straße, reinigten wir notdürftig unsere Heckleuchten und das Auge der Rückfahrkamera. Anschließend fuhren wir zur Osceola Ghost Town. Auch hierfür mussten wir die Straße verlassen, hatten aber dieses Mal keinen matschigen Weg, sondern einen trockenen Kiesweg zu fahren. Eine Meile, bevor wir die Reste dieser ehemaligen Stadt erreichten, war der Schnee zu hoch für unser Gefährt. Wir stellten deshalb unser Mausmobil ab und gingen den Rest zu Fuß. Ein bisschen enttäuscht waren wir, als wir in der ehemaligen Stadt ankam: Außer einer Ruine und mehreren halb verrotteten Holzhäusern war nichts mehr zu sehen. Der Großteil der Stadt war anscheinend in den 1940er Jahren abgebrannt.
Wir hatten es nun nicht mehr weit zu unserem heutigen Tagesziel in Baker.

Fortsetzung folgt.
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2Greyhoundsontour am 29 Mär 2024 04:18:07

Fortsetzung des Reiseberichtes

Das Wetter versprach, zumindest bis zum Nachmittag gut zu sein. Wir hielten uns deshalb nach dem Frühstück nicht lange auf und fuhren in das Lehman Caves Visitor-Center des Great Basin NP. Wir hatten gehofft, dort eine Führung durch die Lehman Caves mitmachen zu können. Allerdings waren schon alle Plätze ausgebucht. Auch morgen sah es nicht besser aus. So änderten wir unseren Plan und liehen uns im Visitor-Center kostenlos Schneeschuhe aus. Anschließend fuhren wir das freigegebene Stück der Straße zum Upper Lehman Creek Campground. Dort stellten wir unser Mausmobil ab und gingen in Richtung des Wheeler Peak Campground. Zunächst war der Wanderweg eine Mischung aus Steinen und Schnee. Hier konnten wir deshalb die Schneeschuhe nicht anziehen. Aber schon ein kurzes Stück später bestand die Landschaft nur noch aus Schnee. So schnallten wir unsere Schneeschuhe an und stapften los. Anfangs war der Schnee noch nicht besonders tief. Je höher wir allerdings kamen, umso tiefer wurde der Schnee. Ohne Schneeschuhe wären wir - wie andere Wanderer vor uns - bis zu den Knien im Schnee eingesunken. Stellenweise ging es steil nach oben. Da wir uns auf etwa 2500 m Höhe befanden, kamen wir deshalb ordentlich ins Schnaufen. Obwohl wir nicht besonders dick angezogen waren, war uns nicht kalt. Die Sonne schien vom Himmel und wir hatten kaum Wind. Trotz der Anstrengung machte es Spaß, durch den tief verschneiten Wald zu gehen. Ab und zu kamen wir an Bristlecone Pines vorbei. Diese Bäume sind mehrere 1000 Jahre alt und haben sich an ein Leben in diesen Höhen gewöhnt. Die Stämme sind seltsam verdreht. Selbst wenn der Baum tot ist, bleibt er noch mindestens 100 Jahre stehen, bevor er umfällt.
Nach 4 Stunden und 10 Kilometern Strecke waren wir wieder am Mausmobil angekommen. Nachdem wir die Schneeschuhe wieder abgegeben hatten, fuhren wir zu unserem heutigen Tagesziel. Die ganze Gegend hier ist das sogenannte Great Basin. Es ist sehr dünn besiedelt und fast ausschließlich Weideland. Wir mussten an den Film denken, den wir im Visitor-Center gesehen hatten. Dort hatte ein Farmer berichtet, dass er seine Herden zum Teil mit dem Flugzeug überwacht, da es von der Kuh im Norden der Weide bis zur Kuh im Süden der Weide circa 70 km sind. Es waren auch überall Warnschilder angebracht, dass die Kühe hier die Strassen queren können, da keine Zäune angebracht sind.
Die Straße war sehr gut ausgebaut und führte in der Regel schnurgerade durch die breiten Täler. Unterbrochen wurden diese geraden Strecken lediglich durch Bergrücken, die wir queren mussten.
Hinter Minersville erreichten wir die Hanging Rock Recreation Area. Hier suchten wir uns einen schönen Stellplatz und bezahlten die geringe Gebühr per App.

Der Himmel war am nächsten Tag blau und der Wind nur schwach. Wir nutzten deshalb unseren schönen Stellplatz für einen morgendlichen Spaziergang.
Anschließend fuhren wir Richtung Cedar City. Auch heute ging es wieder durch das Great Basin. Unterwegs hatten wir einige Graupelschauer, die unsere Fahrt allerdings nicht beeinträchtigten.
In Cedar City besichtigten wir das Frontier Homestead State Park Museum. Dieses hat einen Innen- und einen Außenbereich. Im Innenraum wird die Geschichte der Gegend dargestellt. Zudem sind viele Fahrzeuge (überwiegend Kutschen) der damaligen Gründerzeit ausgestellt. Die Außenanlage wartet insbesondere mit originalen Häusern aus der damaligen Zeit auf, die zum Teil hierher versetzt wurden. Cedar City wurde damals gegründet, um hier Eisen herzustellen. Dazu zogen über 100 Mormonenfamilien hierher und siedelten sich an.
Nach diesem interessanten Besuch fuhren wir für die Nacht auf den Parkplatz von Walmart.

Im Gegensatz zu gestern hatten wir heute wieder einen strahlend blauen Himmel. Beste Voraussetzungen also, um die Panorama-Strecke über die Berge zu fahren.
Hinter Cedar City führte uns die gut ausgebaute Straße in die Berge hinauf. Rechts und links begleitete uns eine tief verschneite Landschaft, die in der Sonne und vor dem blauen Himmel sehr malerisch aussah. Auf dem Midway Summit auf 9990 Fuß Höhe angekommen, machten wir vor der Weiterfahrt noch schnell ein Erinnerungsfoto. Es waren draußen zwar nur -6°, aber die Sonne wärmte sehr gut und erlaubte es, das Foto nur mit einem T-Shirt und ohne Jacke bekleidet zu machen. Bis zur Einmündung in den Highway 89 genossen wir es, diese Straße zu fahren, denn diese Schneemengen kennen wir aus Bonn nicht.
Nachdem wir den Highway 89 erreicht hatten, hörte der Schnee auf und die Landschaft wandelte sich zur Wüstenlandschaft, so wie wir es von Arizona her kennen. In Kanab hielten wir beim Visitor-Center an und ließen uns Kartenmaterial beziehungsweise Hinweise für unsere morgen geplante Wanderung geben.
Einem Tipp des Mitarbeiters im Visitor-Center folgend, fuhren wir zum Ausgangspunkt der kleinen Wanderung zu den „Toadstools“ (im Englischen eine andere Bezeichnung für „Pilze“). Inmitten einer unwirklich erscheinenden Landschaft aus roten und grauen Felsen erheben sich kleine, schlanke Türme, auf denen große Steine balancieren. Ähnliches hatten wir zwar schon gesehen, aber es war doch wieder schön, die Wanderung gemacht zu haben.
Nach dieser Tour fuhren wir zum Campingplatz nahe unserer für Morgen geplanten Wanderung durch den Buckskin Gulch. Bei der Anfahrt auf den Campground verlässt man den Bundesstaat Utah und kommt in den Bundesstaat Arizona. Nach etwa 100 Metern und vor Erreichen des Campgrounds verlässt man wieder den Bundesstaat Arizona und übernachtet damit im Bundesstaat Utah. Eine seltsame Grenzziehung!
Auf dem Campground fanden wir einen schönen und noch dazu kostenlosen Stellplatz für die Nacht.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir direkt zum Wire Pass Trailhead und frühstückten dort. Wir wollten vermeiden, dass wir zu spät kommen und dann keinen Parkplatz mehr finden. Unsere Sorge war allerdings überflüssig, denn der Parkplatz war noch fast leer.
Nach dem Frühstück buchten wir zunächst über die App des Bureau of Land Management den Tagespass, da eine Barzahlung nicht vorgesehen ist. Eigentlich hätten wir hier für zwei Personen buchen müssen, konnten dies auf der App allerdings nicht eingeben.
Danach gingen wir durch ein ausgetrocknetes Flussbett etwa 2 km bis zum Einstieg in den Buckskin Gulch. Um ihn ganz abzulaufen, hätten wir weit mehr als 30 km gehen müssen. Dies war uns verständlicherweise zu viel. Wir hatten deshalb beschlossen, einfach so weit zu gehen, wie wir Lust haben.
Kurz nach dem Einstieg waren unsere Kletterkünste gefordert, denn ein Baumstamm versperrte den weiteren Weg. Nachdem wir dieses Hindernis gemeistert hatten, ging es eine Holzleiter hinab in die sehr schmale Schlucht. Aufgrund der frühen Uhrzeit waren wir nahezu alleine und konnten deshalb Bilder ohne störende Personen machen. Der Buckskin Gulch ist ein so genannter Slot Canyon und wurde durch Wasser gebildet, welches sich seinen Weg durch den weichen Sandstein gesucht hatte. Nach Regenfällen kann es hier lebensgefährlich werden, da das Wasser sehr schnell ansteigen kann und es keine Rettungmöglichkeiten gibt. Heute allerdings hatten wir diese Sorgen nicht. Großteils war der Boden sandig und trocken. Nur an wenigen Stellen hatten sich noch kleine Pfützen gehalten. Beim Wandern durch den Sand fühlten wir uns oftmals wie am Strand. Allerdings verhinderte der weiche Sand auch, dass wir zügig vorankamen. Am Ende des Tages sind wir deshalb „nur“ 13 km gewandert.
Die Lichtverhältnisse sowie die Felsformationen ließen die Auslöser unserer Kameras glühen. Im Vergleich zum Antelope Canyon, den wir bei einem früheren Besuch der USA erkundet hatten, sind die Felsen hier nicht ganz so beeindruckend, da sie nicht so eng standen. Wir hatten trotzdem Spaß! Nach etwa 4 Meilen erschwerte ein Felssturz, dass wir problemlos weitergehen konnten. Wir kletterten deshalb über die herunter gebrochenen Felsen und gingen noch ein Stück weiter. Da sich das Aussehen der Felsen anschließend allerdings nicht änderte, machten wir unsere Mittagspause und kehrten um.
Wieder am Mausmobil angekommen, fuhren wir zum Coral Pink Sand Dunes SP. Dort bekamen wir noch einen Stellplatz für die Nacht, so dass wir den Park morgen in Ruhe erkunden können.

Fortsetzung folgt.
Mehr Bilder, den vollständigen Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

2Greyhoundsontour am 02 Apr 2024 09:01:37

Fortsetzung des Reiseberichtes

Anhand der Beschreibungen in Prospekten und dem Internet hatten wir uns schon gedacht, dass der Coral Pink Sand Dunes SP kein Park zum Wandern, sondern vielmehr eine riesige Spielwiese insbesondere für Männer ist. Wanderwege sind keine ausgeschildert. Vielmehr gibt es lediglich eine Aussichtsplattform, von der aus man die Sanddünen mehr oder weniger gut sehen kann. Ansonsten ist nahezu die gesamte Fläche des Parks für Offroad-Fahrzeuge frei gegeben. Im Visitor-Center kann man darüber hinaus Snowboard ähnliche Holzbretter ausleihen, um die Dünen hinunter zu rutschen.
Da wir den Park dennoch kennenlernen wollten, beschlossen wir, bei dem dort ansässigen Anbieter eine 2-Stunden-Adventure-Tour zu buchen. In dieser Zeit fährt man mit Sandbuggys unter Führung eines Guides durch die Dünen, erkundet einen kleinen Canyon und hat anschließend die Möglichkeit, auf den Holzbrettern die Sanddünen hinunter zu sausen.
Unsere Gruppe bestand aus insgesamt vier Fahrzeugen. Nach einer kurzen Einweisung ging es los. Der Guide legte gleich ein ordentliches Tempo vor und wir folgten ihm in angemessenem Abstand. War das ein Spaß, die Dünen hoch und runter zu fahren, durch die Kurven zu schlittern und die Kraft des Motors zu spüren.
Nachdem wir uns in diesem großen Sandkasten etwas ausgetobt hatten, fuhren wir mit hoher Geschwindigkeit einen sehr schmalen und gewundenen sandigen Weg hin zu der kleinen Schlucht. Oberhalb des Eingangs stellten wir die Fahrzeuge ab und kletterten über die Felsen in die schmale Schlucht. Sie war zwar nicht so hoch wie die Schlucht gestern, dafür leuchtete aber der Sandstein in der Sonne in sehr schönen warmen Farben.
Wieder zurück bei den Fahrzeugen, wurde die wilde Jagd durch die Sanddünen fortgesetzt. Am Schluss hielten wir bei einer besonders hohen Düne, wo wir mit den Holzbrettern hinabrutschen konnten. Da wir die Bretter vor dem Gebrauch eingewachst hatten, bekamen wir eine ordentliche Geschwindigkeit.
Nachdem wir von oben bis unten mit Sand „paniert“ waren, setzten wir uns wieder in die Fahrzeuge und fuhren ein letztes Mal durch die Dünen Richtung Ausgangspunkt.
Nach dieser tollen Tour fuhren wir anschließend nach Hurricane. Dort gab es eine Waschanlage für Wohnmobile. Nach 35 Minuten Waschen sah es wieder halbwegs sauber aus. Unglaublich, welcher Dreck sich löste.
Frisch gesäubert, fuhren wir nach Saint George auf den Parkplatz von Cracker Barrel, wo wir übernachteten.

Es ist wie daheim: Wenn die Fenster geputzt sind, regnet es bestimmt! Warum soll es uns hier in den USA besser gehen? Nachdem wir unser Mausmobil gestern mühsam gewaschen hatten, regnete es heute fast den ganzen Tag.
Die Strecke nach Las Vegas war ereignislos, da wir ständig auf der Interstate 15 unterwegs waren. Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten, fuhren wir zunächst zum Lake Mead Visitor Center und danach zum Hoover Damm. Von außen hatten wir diesen schon angesehen, aber heute wollten wir - nicht zuletzt wegen des Wetters - eine Tour durch das Innere machen. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center kann man nur noch die Turbinenhalle besichtigen. Zuvor wird in einem etwa zehnminütigen Film dargestellt, wie der Damm gebaut wurde. Es war schon interessant, die Dimensionen des Damms hautnah zu erleben. Allein die Menge Beton, die benötigt wurde, um den Damm zu bauen, ist unvorstellbar. Auch die Größe der Turbinen sowie die Menge Strom, die diese herstellen, ist gigantisch.
Nach der Besichtigung regnete es noch kräftiger, weshalb wir ohne Pause zu unserem heutigen Stellplatz bei Walmart fuhren.

Unseren vorgebuchten Stellplatz beim Hotel Circus Circus konnten wir am nächsten Tag erst ab 14:00 Uhr beziehen. Wir ließen uns deshalb Zeit und reinigten das Mausmobil im Inneren gründlich. Zudem ersetzten wir die Dichtung in der Duschwanne, da sich die alte Dichtung aufgrund des Dauergebrauchs abgelöst hatte. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir den Stellplatz beim Hotel Circus Circus. Obwohl wir etwas früher da waren, konnten wir dennoch auf den Platz fahren. Nach dem Mittagessen erkundeten wir zunächst das Hotel. Es ist ein sehr großes Haus und bietet neben den üblichen Glücksspielautomaten eine regelmäßig stattfindende Zirkus-Show. Wir gingen einmal durch das Hotel und verirrten uns dabei beinahe, da die Ausschilderungen nicht immer eindeutig waren. Wir wollen uns nicht vorstellen, welches Chaos hier herrscht, wenn es zu einem Feueralarm oder ähnlichem kommen sollte.
Wir wollten aber weder dem Glücksspiel frönen noch etwas essen, weshalb wir das Hotel verließen und auf den Las Vegas Strip gingen. Da die Sonne schien und nur wenige Wolken am Himmel waren, waren die Straßen entsprechend voll mit Menschen. Unser Ziel war der Laden von M&M. Auf dem Weg dorthin gingen wir kurz in einige der Hotels hinein. Es ist immer wieder beeindruckend, wie bestimmte Themen bzw. Bauwerke (bspw. Canale Grande oder Eiffelturm) nachgebaut wurden. Natürlich sind im Innern unzählige Spielautomaten, Geschäfte und Restaurants. Nach einer Stärkung in Form von zwei leckeren Drinks schauten wir uns noch die Wasserspiele vor dem Hotel Bellagio an.
Für das Abendessen hatten wir im Restaurant „Happy Camper“ einen Tisch reserviert. Um zeitgerecht da zu sein, mussten wir uns ganz schön sputen, da wir die Entfernung etwas unterschätzt hatten. Wir kamen aber noch rechtzeitig an und konnten uns dort mit leckerer Pizza und Bier stärken.

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