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Es ist erst Mitte März und noch recht früh im Jahr und eigentlich noch gar kein Wetter zum Reisen. Aber wenn das Wohnmobil schon wochenlang vor der Haustür rumsteht, kommt so langsam das Reisefieber und der Gasfuß juckt unheimlich. Das neue Carado Wohnmobil scharrt auch schon mit den Rädern und so machen wir uns jetzt auf zur Jungfernfahrt So, dann woll´n wir mal! Seit Ende Oktober letzten Jahres bin ich nun Besitzer eines neuen gebrauchten Wohnmobils. Es ist der T 338 von Carado, wie die Kennung schon vermuten läßt ein teilintegriertes Fahrzeug. Das Basisfahrzeug ist ein Fiat Ducato mit 140 PS. In Oktober und November war ich damit beschäftigt, das Fahrzeug einzuräumen und Anfang Dezember kam bereits der erste Schnee dieser Winterperiode. Da war keine Zeit mehr, das Fahrzeug probezufahren.. Und nach einem Werkstattaufenthalt wegen Tiefentladung der Starterbatterie, sollte nun endlich der Zeitpunkt der ersten Reise gekommen sein. Das Einräumen und verschiedene Optimierungen hatte bereits eine ganze Weile gedauert, nun noch die letzten Klamotten einladen und dann war ich startbereit. Am Sonntagmittag, 10. März, ging es dann los. Ich hatte mich für den Norden der Republik entschieden, nach langem hin und her. Quasi in letzter Sekunde hatte der Norden den Zuschlag bekommen. Gefahren war ich mit dem „Neuen“ schon einige Kilometer in der näheren Umgebung der Heimat. Nun ging es also in die große weite Welt, das "Wohnen" ausprobieren. Zunächst über die Bundesstraße B 3 und B 443 erreichte ich nach bereits rund 60 Kilometern die Autobahn A 7, kurz vor der Rastanlage Wülferode . Hammer down, das Reisetempo erhöhen, Tempo max auf 110 km/h eingestellt. Kurs nordwärts. Das Auto lag gut auf der Bahn, Reisegeschwindigkeit so um 100 km/h, das lief bestens. Vorbei am Walsroder Dreieck, durch die Lüneburger Heide und dann vor den Toren der „Elbmetropole“ Hamburg. Apropos Elbe, die unterquerte ich durch den Elbtunnel. (die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen!) Es wurde dunkel, leichtes Gefälle der Autobahn, dann wieder leichter Anstieg; es wurde hell, ich war wieder an der Erdoberfläche. Die nächste Ausfahrt raus und auf der B 431 nach Wedel. Es reichte für den ersten Tag, Zeit zum Anhalten. Der Stellplatz am Freizeitbad war noch gähnend leer, nur ganz wenige Mobile standen hier. Ich gesellte den Carado dazu und ging ins gegenüberliegende Freizeitbad, die Parkgebühr zu entrichten. An der Kasse/Rezeption zahlt man den Obolus, darin enthalten sind SP-Gebühr, WC-Nutzung im Sani-Gebäude, Entsorgung an der V+E-Anlage. Man kann dazu Stromtarife buchen und im Bad gibt es Möglichkeiten zum Duschen. Ein Spaziergang zum „Willkomm-Höft“, der bekannten Schiffsbegrüßungs-Anlage beim „Schulauer Fährhaus“ schloß sich dann an. Dabei liefen mir zwei leckere Fischbrötchen über den Weg, die ich dann zum Abendessen im Wohnmobil verzehrte. Ein bisschen Fernsehen, dann kam meine erste Nacht im neuen Wohnmobil. Tagesetappe: 259 Kilometer Stellplatzinformation: Stellplatz „Badebucht“ in 22880 Wedel, Am Freibad 1 Übernachtung: 18,- €/Nacht incl. WC-Nutzung (Zutritt zum Gebäude über Zahlencode ), free W-Lan, Entsorgung Strom: 4,- € für 5 kwh, alternativ 8,- €/10 kwh oder 16,- € für 20 kwh Duschen 3,50 € je Person für 30 min. in der „Badebucht“ während der Öffnungszeiten Maximaler Aufenthalt 3 Nächte. Die Abreise sollte bis 12.00 Uhr erfolgen, sonst muß ein Tagesparkschein nachbezahlt werden. Stromautomaten mit nummerierten Steckdosen für die dazugehörigen Parkplatznummern an den äußeren Plätzen. Im Mittelfeld kein Strom. Tag 2: Montag, der 11. März 2024 Die erste Nacht der Reise und die erste Nacht im neuen T 338 ist überstanden. Etwas schmal empfand ich das Längsbett, wenn ich es mit der doch recht großen Querbett-Liegefläche im alten Bürstner vergleiche. Aber auch hier im Carado habe ich gut geschlafen. Im Badezimmer des Carado herrschen etwas beengte Verhältnisse und im Vergleich zum Bürstner nur spärliche Ablageflächen und Schrankfächer. Da muss ich mich ganz schön umgewöhnen. Mehr Platz dagegen im Sitzbereich. Zusammen mit den drehbaren Fahrer- und Beifahrersitzen und der 2er-Sitzbank ergibt sich ein Dinettenbereich für 5 Personen mit dem kleinen Notplatz neben der Aufbau-Tür. Notfalls lässt sich der Tisch noch um ein Einlegeboden verlängern. Geräumige Größe auch im Kühlschrank, da passt viel rein. Nun denn, raus in die Natur. Ein Spaziergang durch ein kleines Wäldchen, dann zur Elbe zum Willkomm-Höft. Seit meinem letzten Besuch hier am "Schulauer Fährhaus" in Wedel hat sich doch Einiges verändert; einige neue Gebäude wurden aus dem Boden gestampft und das ehemalige Hafenbecken des Yachthafens war nun gähnende Leere. Es war recht frisch an diesem Morgen und es war wenig Volk unterwegs. Meine Runde fiel entsprechend kurz aus und schnell kehrte ich zum Wohnmobil zurück. Dort bereitete ich das Mittagsmahl vor, Kartoffelpüree mit Würstchen. Der 3-flammige Gaskocher ist groß und man kann sich da schon ein großes Menue zaubern. Ablageflächen zur Vorbereitung bietet die über Eck angeordnete Küche auch reichlich. Staufächer für Töpfe, Besteck und Vorräte sind genug vorhanden. Für die Abwäsche ist ein größes Spülbecken vorhanden. Der Küchenblock gefällt mir sehr gut. Es war Zeit, den Stellplatz in Wedel zu verlassen. Ich setzte mich wieder in Fahrposition hinter das Lenkrad und startete den Dieselmotor des Ducato. Dann nahm ich die nächste Teilstrecke dieser Reise in Angriff. Das Fahren im neuen Carado-Wohnmobil machte mir inzwischen Spaß und durch das 6-Gang-Getriebe war es auch gut zu fahren auf längeren Strecken. Leichtgängig die Servolenkung und die Sitzposition in den Sitzen fand ich besser, als im Bürstner. Man sitzt noch höher und ich habe auf der gesamten Fahrt nicht die Probleme in den Knien bemerkt, wie ich sie im alten Mobil zuletzt immer hatte. Die Fahrt ging auf der B 431 über Uetersen und Elmshorn meinem nächsten Halt in Glückstadt entgegen. Auf der Suche nach einem Parkplatz fuhr ich zunächst in die Bahnhofsstraße, da waren aber die Parkplätze nur im PKW-Format. Kein Platz für ein 6,96 m langes Wohnmobil. Dann fand ich den sogenannten „Multifunktionsplatz, ein Parkplatz für Busse, LKW, PKW und eben auch für Wohnmobile. Das Fahrzeug geparkt und dann ein Rundgang durch Glückstadt. Zum Marktplatz mit dem historischen Rathaus und der Marktkirche gelangte ich an einem mit Blumen geschmückten Fleet entlang, einem Wassergraben. Beim Gang durch die Straßen fiel der fast spinnennetzähnliche Aufbau der Stadt auf. Die Stadt wurde seinerzeit am Reißbrett geplant. >>Glückstadt wurde im Jahr 1617 von König Christian IV gegründet und nach Plänen des französischen Festungsbaumeisters Pieter de Perceval in Niederländischer Festungsmanier errichtet<< (Auszug aus der Wikipedia-Seite) Auf meinem Ortsrundgang schlenderte ich dann in Richtung Bahnhof durch eine Einkaufsstraße, dann zum „Alten Hafen“ mit denkmalgeschützten Häusern und neuen und alten Schiffen im Hafenbecken. Über den Elbschutzdeich ging ich dann zurück zum Wohnmobil. Es standen hier noch weitere Mobile, man kann da auch übernachten, allerdings fand ich an dem Stellplatz keinen Gefallen. Es war ein Lagerplatz für Baufahrzeuge und -material. Eine große Wasserpfütze im hinteren Bereich machte das Aussehen leider auch nicht sehr viel besser. Ich setzte mich also wieder hinters Lenkrad und fuhr noch ein paar Kilometer weiter zum Stellplatz in Brokdorf an der Elbe. Wenig später erreichte ich den Ort. Ich war vor einigen Jahren schonmal dort und erinnerte mich noch gut an den Platz. Nur zwei Mobile standen da, eines davon ebenfalls ein Carado T 338. Später gesellte sich auch noch ein Carado-Kastenwagen dazu, kleines Carado-Treffen also in Brokdorf. Ich suchte mir ein Plätzchen und legte die Stromleitung zum Münzautomaten. Ein Rundgang am Elbdeich und durch den Ort mit einigen schönen Reetdachhäusern und der St.-Nikolaus-Kirche folgte. In der Ferne fiel der Blick auf das ehemalige Kernkraftwerk, das Brokdorf sicherlich international bekannt machte. Am Abend ein Duschbad in den Sanitäranlagen dort am Stellplatz, dann folgte ein gemütlicher Fernsehabend im geheizten Wohnmobil. Tagesetappe: 63 Kilometer bisher gefahrene Strecke: 322 Kilometer Stellplatzinformationen: Stellplatz in Brokdorf, Gebühr: 10,- €/Nacht, Aufenthalt maximal 3 Tage WC-Nutzung inclusive, Dusche 2,- € (Münzautomat) bei ausreichender Laufzeit Stromanschluß über Münzautomaten V+E-Anlage mit Bodeneinlass am Platz Die Gebühr zahlt man per Umschlag, einstecken in den Briefschlitz am Sanitärgebäude. Tag 3: Dienstag, der 12. März 2024 Am nächsten Morgen ging es bald weiter. Ich hatte im Übrigen diese Nacht mein Bett im Carado umgestaltet, habe quer geschlafen und fand das so komfortabler und bequemer zu liegen. Die Liegefläche war so größer. Nun am Morgen fuhr ich gegen 10.00 Uhr von Brokdorf ab Richtung St. Margarethen und dann ein Stück auf der B 5, bis ich nach Wilster gelangte. Hier in der Nähe wusste ich die „tiefste Landstelle“ Deutschlands. Ich war da vor einigen Jahren bereits und auch diesmal fuhr ich dorthin. Kurzer Fotostop mit dem Carado. Die Stange zeigt an oberen Markierung die Höhe des Elbdeiches , die Markierungen darunter weisen auf die Wasserstände bei verschiedenen Sturmfluten hin. Ohne den Elbdeich würde hier oftmals "Land unter" sein. 3,54 m befinde ich mich hier unter der "normal Null-Höhe" Dann gings nach Wilster auf den Parkplatz am „Colosseum“, einem Veranstaltungssaal. Auf dem großen Parkplatzgelände davor könnte man auch Übernachten; eine V+E-Anlage steht zur Nutzung am Platz bereit. Ich machte einen Spaziergang durch den Ort. Eine so große Kirche hatte ich hier gar nicht erwartet und auch das historische Rathaus war ein Anziehungspunkt im Ort. In der Nachbarschaft ein ehemaliger Speicher, heute das Museum des Ortes. Durch die Straßen mal zu gehen, lohnt sich auch. Dann fand ich eine Imbissstube und sättigte mich mit einem leckeren Schnitzel mit Zwiebeln und Pilzen . Lecker wars und ich war satt. Weiter zum Wohnmobil und weiter nach Brunsbüttel. Auf der B 5 fuhr ich über die Hochbrücke, gleich danach eine Abfahrt Richtung Schleusenanlage am Nord-Ostsee-Kanal. Auf der Suche nach dem Stellplatz am Freizeitbad gelangte ich zunächst in die falsche Richtung, aber so groß ist Brunsbüttel ja nicht und bald war ich am richtigen Platz. Es war noch Raum für den Carado, Strom gab´s auch noch. Etappenziel erreicht. Zu Fuß ging ich dann die etwa 500 m zum Nord-Ostsee-Kanal zur Schleusenanlage. Ship-watching wie das auf Neudeutsch heißt, Schiffegucken. Dann zurück zum Auto, Feierabend! Fernsehzeit. Tagesetappe: 62 Kilometer Gesamtstrecke bisher: 384 Kilometer Stellplatzinformationen: Stellplatz Brunsbüttel, Am Freizeitbad derzeit wegen Bauarbeiten kostenlos, Strom am Münzautomaten mit 6 Anschlüssen. V+E-Anlage auf der anderen Straßenseite war noch nicht in Betrieb, Winterpause. Tag 4: Mittwoch, der 13. März 2024 Langsam gewöhnt man sich ans „neue Schlafen“; Die richtige Liegeposition muß ja auch erst gefunden werden. Ich hatte gut geschlafen auf dem Stellplatz in Brunsbüttel. Nach dem Frühstück machte ich mich und das Mobil langsam fertig zur Weiterfahrt. Ein neu ankommendes Wohnmobil übernahm sogleich den frei gewordenen Stellplatz, als ich dann abfuhr. Ich fuhr zur Schleusenanlage und ging dort nochmals eine kleine Runde spazieren. Dann machte ich mich aber „auf die Socken“ und gab dem Ducato Marschbefehl. Ich fuhr noch einmal nach Wilster, wieder über die Hochbrücke über den Kanal im Verlauf der B 5. In Wilster stoppte ich zur Entsorgung. Wer weiß, was der nächste Stellplatz da in der Hinsicht anbietet. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen blassen Schimmer, welcher Platz der Nächste auf dieser Reise werden sollte. Die Weiterreise verlief dann nämlich mehr oder weniger kreuz und quer durch Schleswig-Holstein. Ich hatte mir zwar im Vorfeld der Reise ein paar Stichpunkte gemacht, was man wo sehen konnte und ansehen konnte und auch die Stellplatzführer einer großen Fachzeitschrift hatten natürlich Platz im neuen Carado gefunden, sowie die mobile Version des Wohnmobilforums auf dem Smartphone mit der Stellplatzkarte drauf. Aber so richtig wollte das neue Wohnmobilleben noch nicht Einzug halten in meinem Leben. Ich fuhr also etwas „planlos“ durch die Gegend. Irgendwo am NOK (Nord-Ostsee-Kanal) wollte ich das nächste Biwak aufschlagen, so der Gedanke. Über Burg gelangte ich so nach Hochdonn, wohlgemerkt: es wurde eine Fahretappe, also wenig Haltepunkte an diesem Tag. Hochdonn, eine mächtige Brücke überspannte hier den Kanal; so mächtig, dass ich doch glatt das fotografieren vergessen hatte. Überhaupt habe ich nur ganz selten ein Foto von der Strecke, also aus dem fahrenden Auto gemacht. Dazu kam noch das regnerische „Schietwetter“, das auch nicht so fotogen war. Nun, Hochdonn sollte eigentlich mit einem Stellplatz auf die Wohnmobile warten, doch wo war dieser Stellplatz. An der Kanalfähre ja, da war ich auch und bei den Getreidesilos. Aber kein Stellplatz in Sicht. Vielleicht war ich auch nur zu feige, die Kanalfähre lag ja da und es war auch Be- und Entladeverkehr. Auszusteigen und zu gucken, auf den Gedanken war ich ja gar nicht gekommen. Weiter ging es auf kleinen Straßen und noch kleineren Sträßchen über Schafstedt nach Albersdorf. Auch hier war ein Stellplatz verzeichnet, den ich auch diesmal fand. Nur fand ich diesen Platz bei nassem Wetter und in einem kleinen Waldstück beim Freibad. März und Freibad, das passte nicht zusammen. Der Platz war auch mutterseelenallein da im Wald, nix los. Also wollte auch der Carado nicht allein da bleiben und ich auch nicht. Weiter! Das muß dann so ungefähr der Zeitpunkt gewesen sein, an dem ich mich auf ein neues Ziel eingeschossen hatte. Nordseeluft lockte und der Gedanke an Fischbrötchen. Ich machte eine kurze Pause auf einem Parkplatz, auf dem gerade eine Polizeistreife einen da abgestellten PKW ohne Kennzeichen „filzte“. Günstig entsorgt? Nach einer Weile kam der Abschlepper und weil ich etwas ungünstig im Weg stand, verließ ich den Parkplatz. Das Bordnavi auf „Büsum“ eingestellt. Über Heide/Holstein tuckerte der Ducato seinem Ziel entgegen. Nach dieser „Irrfahrt“ lief ich dann im Hafen, genauer im Wohnmobilhafen in Büsum ein, es war fast 18.00 Uhr. Aufstellen, Stromanschluß legen, Parkticket ziehen. Alles mehr oder weniger im Nieselregen. Überhaupt war der Platz dank des Wetters in einem schlechten Zustand. Fahrwege mit Pfützen durchzogen und die Stellflächen eher weich als fest. Aber man ist ja froh, noch ein Plätzchen gefunden zu haben. Der Platz war noch recht leer und es war viel Auswahl an freiem Parkraum. Nun, ganz viel machte ich dann nicht mehr an diesem Abend in Büsum. Die nächste Nacht auf dieser Reise. Tagesetappe: 161 Kilometer Gesamtstrecke bisher 545 Kilometer Stellplatzinformation: Büsum, Wohnmobilhafen Kosten 15,- €/Nacht gilt bis 14.00 Uhr am Folgetag. Tiket muß jeden Tag neu gezogen werden, zahlbar am Parkscheinautomaten. Incl. Strom und freies W-lan Kurbetrag wird separat im Platzbüro bezahlt ( 8,40€ für 2 Tage ) Sanitäranlage mit Dusche und WC vorhanden, durch den Kiosk/Imbiss betrieben. Preise kann ich nicht sagen. Ver- und Entsorgung vor der Zufahrt Tag 5: Donnerstag, der 14. März 2024 Ein Tag in Büsum und es sollte der erste und leider einzige Tag auf dieser Reise sein, an dem das Wetter einigermaßen mitspielte, denn gegen 10.00 Uhr zeigte sich die Sonne am Büsumer Himmel. Ich hatte meine „Hausarbeit“ soweit erledigt und konnte mich ins Getümmel stürzen. Ein Rundgang durch Büsum, zunächst am Hafen entlang wanderte ich am Leuchtturm vorbei zur Mole, hier war gerade Niedrigwasser und ein paar Gruppen von Menschen machten eine Wattwanderung rechts von der Mole. Links war noch Wasser, hier war die Zufahrtsrinne zum Hafen. Im Hafen lagen die noch nicht fahrenden Ausflugsschiffe und ein paar Fischerboote. Hin und Wieder kam auch ein Fischerboot von der Fangfahrt zurück und lief in den Hafen ein. Ich wanderte von der Mole wieder zurück, vorn war ja „nur“ Wasser. Am Deich entlang, vorbei an Hotels und dem Hallenbad, an Bettenburgen und dem Hochhaus am Strand wanderte ich bis zu den Campingplätzen. Hier gab es auch eine „Lagune“, einen zweigeteilten See vor dem Deich. Ein Kiter drehte seine Runden im Wasser. Badende waren natürlich noch nicht im Wasser, dazu war es noch zu frisch. Aber vereinzelte Strandwanderer wie ich, waren schon unterwegs. An der Seebrücke entlang ging ich dann allmählich wieder zurück, Hochwassermarken zeugten hier von teils sehr hohen Wasserständen. Ich näherte mich dann den Einkaufsstraßen Büsums und es wurde langsam auch Zeit für einen Snack. Ein Fischbrötchen. Ich schlenderte durch die Straßen und Gassen, Geschäfte, Restaurants und ein recht nettes Rathaus, die Büsumer Kirche fielen in mein Blickfeld. Zurück zur Wasserkante, der Museumshafen mit Kuttern, Booten und einem Rettungskreuzer, an Land verschiedene Ausstellungsstücke. Dann kehrte ich allmählich zurück zum Stellplatz, Siesta in der Sonne, eine abendliche Platzrunde und dann Feierabend. Tag 6: Freitag, der 15. März 2024 Ein schöner Tag im Urlaub reicht doch erstmal, so dachte sich vermutlich der Wetterfrosch, denn an diesem Freitagmorgen regnete es schon wieder leicht. Ich richtete das Wohnmobil und mich für die nächste Fahretappe her. Alles wieder klapperfrei verstauen, das Stromkabel vom Landstrom-Automaten abklemmen und verstauen, die Sitze wieder in Fahrposition drehen und nicht zuletzt die Entsorgungsstation ansteuern; Dann konnte es auch wieder losgehen. Abfahrt aus Büsum so gegen 10.00 Uhr. Zunächst Richtung Heide, dann über die B 5 südwärts über Meldorf nach Brunsbüttel. Der Ducato brauchte neuen Dieselkraftstoff und den bekam er an einer Tankstelle am Ortseingang. Eine Straßenecke weiter entdeckte ich einen Hähnchengrill-Wagen. Hmmmh, lecker Hähnchen mit Pommes Frites. Dann weiter. Es klarte langsam auf und ich überlegte mir den nächsten Teil der Reise. Es zog mich weiter südwärts. Letzte Querung des Nord-Ostsee-Kanals über die Hochbrücke der B 5 Richtung Itzehoe. Dann wechselte ich wieder mal das Reisetempo und fuhr auf der Autobahn A 23 Richtung Hamburg. Und wenn ich hier von „Wechsel des Reisetempos“ schreibe; zunächst wurde es schneller, so bis 110 km/h schafft der Duc ganz locker. Später musste ich dann aber eher kriechend über den Asphalt der Autobahn tuckern. Ein elf Kilometer langer Stau vor dem Elbtunnel, durch eine Großbaustelle mit Fahrbahnverengung ausgelöst, bremste mich total bis zum Stillstand. Kilometer um Kilometer ging es im Schneckengalopp vorwärts. Erst mit erreichen des Elbtunnels konnte ich wieder den Gasfuß tiefer drücken. Es wurde dunkel, es ging leicht bergab bis zur tiefsten Stelle, da war ich tief unter der Elbe, konnte praktisch die „Fische von unten sehen“, dann stieg die Fahrbahn wieder leicht an, es wurde hell. Geschafft, ich war wieder am Tageslicht. Man konnte von der Autobahn die vielen Hafenanlagen mit Container-Terminals und Container-Lagerplätzen sehen. Das Hafenleben tobte. Große Schiffe wurden be- oder entladen. Nächste Ausfahrt, Blinker rechts. Die Ausfahrt „Waltershof“ und ich verließ die A 7 hier, fuhr an Finkenwerder vorbei in Richtung Cranz. Ich war im Obstgarten Norddeutschlands, ich war im „Alten Land“. Und ich war noch irgendwo: ich war mitten im Unwetter. Dunkle Wolken hatten sich schon angekündigt, kaum daß ich die A 7 verlassen hatte. Da braute sich was zusammen. Nun öffnete der Himmel alle Schleusen, Starkregen prasselte hernieder. Die gesamte Nordsee ergoss sich hier über dem „Alten Land“. Das Wasser stand auf den Straßen. Eine Baustelle zwang mich, eine Umleitung zu fahren. Statt über das Este-Sperrwerk zu fahren, musste ich über Jork ausweichen. Der Regen war genauso schnell wieder vorbei, wie er begonnen hatte. Die Sonne ließ dann nicht lange auf sich warten. Was war das bloß für ein Wetter? Nun, ich fuhr dann auf einen meiner Lieblings-Stellplätze nach Hollern-Twielenfleth. Der Platz liegt direkt an der Elbe; näher kommt man mit dem Mobil kaum an die dicken Pötte auf dem Fluss heran. Es blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang auf dem Elbedeich und durch den Ort. Dann kam auch schon die letzte Nacht dieser Reise und es kam am Abend noch ein Regenschauer. Es war schon dunkel, als noch ein Kreuzfahrtschiff von Hamburg kommend den Stellplatz vorbeifuhr. Es war die „Otto Swerige“, ein Schiff der „Hurtigrouten-Reederei“ auf dem Weg Richtung Nordkap. Tagesetappe: 188 Kilometer Gesamtstrecke bisher: 733 Kilometer Stellplatz-Informationen: Stellplatz „Am Elbdeich“, Hollern-Twielenfleth Kosten: 10,- €/Nacht. Zahlbar am Parkscheinautomaten, per Park-App oder im Restaurant „Fährhaus Twielenfleth“ am Stellplatz. Etwa 16 Stellplätze, aber ohne Stromversorgung. Eine Ent-und Versorgungsanlage ist etwa 3 Kilometer entfernt in Wetterndorf. Fast einzigartig; der Blick auf die Elbe, Radwanderweg direkt am Platz. Tag 7: Samstag, der 16. März 2024 Viel zu schnell kam dann auch schon der letzte Tag dieser Reise. Am Morgen sollte noch das Kreuzfahrtschiff „AidaPrima“ den Hamburger Hafen anlaufen und ich hatte mich gegen 6.00 Uhr mit dem „MarineTraffic“ im Netz verbunden. Ein Aushang-Zettel am Stellplatz wies die Einlaufzeit mit 08.00 Uhr aus. Aber um 6.00 Uhr lag das Schiff schon am Liegeplatz "Steinwarder" im Hamburger Hafen. Da hatte sich die Aida doch unbemerkt an mir vorbei geschlichen. Nun denn, ich legte mich nochmal hin. Später dann bereitete ich mich für die letzte Reiseetappe vor und gegen 10.00 Uhr startete ich den Duc-Motor. Ich steuerte die Entsorgungsanlage in Wetterndorf an. Das Bordnavi leitete mich dann über Jork, Buxtehude und Neu-Wulmsdorf zur Bundesstraße B3. Ein Stück weiter südlich bei Rade wechselte ich dann auf die Autobahn A 1 und fuhr ostwärts zur A 7 am „Horster Dreieck“ Mittagsrast auf einem Autobahnparkplatz mit Erbsen-Eintopf und Bockwürstchen. Dann die nächsten Kilometer Richtung Hannover durch die „Lüneburger Heide“ über Soltau und Bad Fallingbostel. Ich konnte das Auto richtig „laufen lassen“, die Strecke war frei. Eine letzte Rast an der Raststätte „Wülferode“ bei Hannover. Kurze Zeit später die Abfahrt „Laatzen“, mein Exit von der Autobahn. Die letzten Kilometer war dann die Landstraße unter den Rädern des Carado. Gegen 16.00 Uhr erreichte ich dann wohlbehalten und mit neuen oder aufgefrischten Urlaubserlebnissen meinen Heimatort und es ging die erste Reise im neuen Wohnmobil zu ende. Die "Jungfernfahrt" war überstanden, der T 338 hatte seine Bewährungsprobe gemeistert. Wir beide, das Wohnmobil und ich, sind auf dieser Reise näher aneinander gerückt. Wir gewöhnen uns langsam aneinander, wenn auch der Fahrer oftmals noch Vergleiche mit dem alten Bürstner "Solano" macht. Aber nach den 15 Jahren mit dem "Bürstner" freue ich mich jetzt auf neue Erlebnisse, neue Reiseziele und neue Reiseberichte mit dem Carado. Tagesetappe: 257 Kilometer Endstand: 990 Kilometer E N D E hallo Frank, wieder ein interessanter, informativer Reisebericht von dir! Es macht mir immer wieder Vergnügen dich virtuell auf deinen Reisen zu begleiten! Frank, ich freue mich auch, dass es losgegangen ist. War schon ganz hibbelig :wink: Ich verzichte heute auf Fleischwurst. Nehme Fischbrötchen Schöne Tour - war natürlich als Mäuschen mit dabei :razz: :dankeschoen: Moin Frank! Wier mal eine wundervolle Tour, die Du da gemacht hast. Danke fürs Teilen hier. Der + ist hinterlassen! ;D Und ja Frank,du hast deine Jungfernfahrt mit dem neuen Mobil sehr schön beschrieben :gut: Da kommt Sehnsucht auf Servus, Hallo und Moin! Hallo Ines, hallo Lena, hallo Wolfgang, hallo Ingo! Ich freue mich, dass Ihr auch im neuen Wohnmobil mit mir auf diese erste Reise gegangen seid. Ich hoffe, Ihr habt Euch ein schönes Fensterplätzchen ausgesucht und konntet die Reise genießen. :) Schön, mal wieder von Euch zu lesen! Seitdem unser Reiserätsel-Thread so unsanft eingeschlafen ist, liest man sich ja nicht mehr so oft. Vielen Dank für die positiven Bewertungen an Alle! :) Danke Frank für`s Mitnehmen. :gut: Schön deine Reiseberichte zu lesen. Servus Frank, schön, dass Du und dein neuer Carado sich aneinander gewöhnt haben; erscheint ja zu schnurren wie ein Kätzchen, wenn ich das zwischen deinen Zeilen so lese. :ja: Deine Berichte lese ich immer wieder gerne und entdecke für mich neue (Zwischen)Ziele - dieses mal im Norden. Danke für's mitnehmen - dein neuer Duc ist weit komfortabler als der doch betagte Bürstner, den du eingetauscht hast. Dir wünsche ich weiterhin schöne und erlebnisreiche Fahrten in deinem 338er bei bester Gesundheit. :autofahren: und freue mich schon jetzt auf weitere Berichte :verweis: Kannst du dein :fahrrad2: in der Garage unterbringen ? zum Radeln war es bei deiner ersten Tour - wettertechnisch - ja sicher noch zu "frisch" :wink:
Hallo Peter, auch Dir ein herzliches Dankeschön für die Reisebegleitung! Ja, der "Duc" läuft gut, würde das "Kätzchen" fast gegen einen "Panter" ersetzen :D . Der Geschwindigkeitsbegrenzer auf 110 Km/h eingestellt rauscht man förmlich über die Autobahn. Nun, hier im norddeutschen Flachland vielleicht kein Wunder. Man sieht ja schon Montags, wer am Wochenende zu Besuch kommt! :D Mal sehen, wie es ist, wenn es mal wieder ins Gebirge geht! :D Tja, zwischen dem Bürstner und dem Carado liegen 17 Jahre. Technik entwickelt sich rasend schnell weiter Peter, das Fahrrad war diesmal noch nicht dabei. Ich bin ein "Schönwetterradler" und es war mir einfach noch zu schmuddelig. Aber wenn es denn mitkommt, werde ich es auf dem Heckträger verfrachten, wie auch vorher am Bürstner. Die Garage im Carado habe ich mit einem kleinen selbstgebauten Regal für so Transportboxen, sowie einem Stoff-Campingschrank schon recht zugestellt. Dazu noch Tisch und Stühle und Getränkekiste(n), da bleibt für das Rad schon nicht mehr viel Platz. Sollte irgendwann mal das E-Bike mitkommen, kann ich aber noch "umbauen" und hätte da auch Platz für den "Drahtesel". Hallo Frank, etwas verspätet bin ich auch noch dabeigewesen :D . Danke für deinen tollen Reisebericht - ich lese deine Berichte immer wieder gerne! Zumal auch deine Reiseziele sich sehr oft mit unseren decken. Nach Brokdorf wollen wir jetzt im April - hoffentlich spielt das Wetter mit und die Gesundheit unseres Hundes, ansonsten müßten wir zu Hause bleiben. Ich freue mich auch immer über deine Stellplatzbeschreibungen, das motiviert ungemein. Glücksstadt haben wir nun schon des öfteren durchfahren wegen der Fähre, aber sind noch nie in dem Städtchen gewesen, das sollten wir auf alle Fälle unbedingt nachholen, deine Fotos waren ja vielversprechend. Ich freue mich schon auf "unsere gemeinsame" :D nächste Fahrt! Danke für diesen tollen Reisebericht. Deutschland ist schon ein tolles Reiseland! Hey, hallo Maja! Das ist ja super! Brokdorf lohnt wegen der Nähe zur Elbe. Okay, viel ist da nicht los, aber rundherum gibt es ganz viel sehenswerte Orte. Glückstadt ist nur einer davon. das Örtchen Wewelsfleth am Fluss Stör soll auch schön sein. Der Fluss mündet nahe Brokdorf dann in die Elbe (Stör-Sperrwerk). Glückstadt bietet diverse Einkaufsmöglichkeiten an. Einen weiteren Stellplatz findet man dort am "Jüdischen Friedhof", allerdings auch recht laut und in verkehrsreicher Umgebung. Da ist Brokdorf echt die bessere Wahl. Übrigens; die Fähre kann man von dem Mehrzweckplatz gut sehen, wenn man ein paar Meter auf dem Schutzdeich entlanggeht. Im Vorfeld der Fähre hatte ich auf einem Parkplatz auch das Symbol "Wohnmobil" auf dem Parkplatzschild entdeckt. Alle Plätze aber ohne spezifische Ausstattung. Maja, dann drücke ich die Daumen, das es mit der Reise klappt, ein paar Anregungen hast Du ja jetzt schon mitbekommen. :) Viel Spaß! Hallo Petra! Danke Dir für Dein Feedback! Ja, unser Deutschland hat so viele Gegenden, da findet wohl jeder eine Ecke für sich! :) Von Meer bis Hochgebirge ist alles zu erleben. :) Moin Frank! Natürlich hatte ich mich auch bei Deiner Reise eingeklingt. Wieder ein schöner Frank-Reisebericht. Vielen Dank dafür. Du gewöhnst Dich ganz sicher an Dein neues Wohnmobil. Allein, dass es doch um einiges "flotter" fährt, wirst Du Dich noch mehr entspannt reisen. Unser Mobil nölt* auch schon wieder im Carport herum: Wannnnn geeeeht es wiedeeer loooos. Oder so ähnlich tönt es von dort... Merkwürdig, sehr merkwürdig. *plattdeutsch u.a. für meckern, nörgeln, rumjaulen, .... Munterholln! Hartmut Moin Hartmut! Na, wenn Ihr Euch mit dem Mobil auf die Strecke macht, wird es sicherlich bald aufhören zu meckern. :eek: Es ist ja auch nicht so schön, als Wohnmobil in irgendeinem Carport in Aurich zu stehen. So ein Fahrzeug will bewegt werden! :D :) Aber pass auf, es könnte sein, daß ich mich da als "blinder Passagier" mit einschleiche. :) |
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