Ein verlängertes Wochenende mit viel Genuss und Kultur im fast verregneten Salzburg.
Reisezeit Mitte April 19.04. – 21.04.24 (kälter als gewöhnlich)
Geplant war das verlängerte Wochenende schon einige Zeit. Aber vor zwei Wochen gab es üble Vorahnungen. Schlechtwettereinbruch, Regen, Regen, Regen und sehr kalte Temperatuen in Salzburg vorhergesagt.
Schneegefahr und das mit Sommerreifen ☹!!
Die Vorhersage schwankte immer mal wieder zwischen total übel und erträglich. Aber die Schlechtwetterfront war so groß, dass es für einen Wochenendausflug keine bessere Alternative gab.
Also Arschbacken zusammenkneifen und los.
Die Anfahrt war schon krass, auf der Alb gab es ordentlich Gehagel und einige Unfälle und Staus. Wahrscheinlich nicht angepasste Geschwindigkeit und keine Winterreifen.
Ich hatte da auch ein mulmiges Gefühl und schlechtes Gewissen, aber dann halt schön langsam fahren, dem Wetter angepasst.
Spoiler vorab, das Wetter in Salzburg war die ganze Zeit gnädig zu uns. Etwas mehr Sonne und Wärme wären schön gewesen, aber wir wurden nie durchnässt.
Wir erreichten gegen 15 Uhr den Reisemobilstellplatz. Ein „Stammbewohner“ sprach uns direkt an und erklärte uns kurz die wichtigsten Gegebenheiten.. Unaufdringlich, sehr nett. Wie im Übrigen grundsätzlich alle Leute in Salzburg, mit denen wir zu tun hatten. Danke Salzburger für den tollen Empfang und die Gastfreundschaft.
Standort: Reisemobilstellplatz Salzburg --> Link
Optimal für uns. Keine Reservierung notwendig (außer Ostern und im August), Ankommen, Anmeldung vom Haken nehmen, ausfüllen und hinter die Windschutzscheibe klemmen. Am Abreisetag Bargeld in die Tasche und einwerfen.
30 EUR pro Tag + Kurtaxe + 7 Euro für Spätabreise bis 17 Uhr (Strom war inklusive, die Preisunterschiede auf der Webseite waren derzeit wohl außer Kraft gesetzt)
Sanitäranlagen sind top, Aufenthalts- und Waschmaschinenraum gibt es auch. Ver- und Entsorgung auch gut gelöst.
WLAN nur in der Nähe der Rezeption aber kostenlos.
Einziger Wermutstropfen, nur Barzahlung möglich.
Am Abreisetag war tatsächlich auch eine Dame da, die sich anscheinend um das Anwesen kümmert. Auch sie war sehr nett und hilfsbereit.
Gerne wieder!
Vom Stellplatz fährt regelmäßig die 21er Buslinie direkt in die Innenstadt. Fahrtzeit etwa 20 Minuten, wirklich optimal.
Wir haben auch gleich per App die Salzburgcard für 48 Stunden geklickt. 36 EUR pro Person ist angemessen --> Link
ÖPNV und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten inklusive. Durch den Besuch verschiedener Sehenswürdigkeiten hat sich die Sache für uns preislich mehr als gelohnt. Selbst wenn wir den Betrag nicht ausgeschöpft hätten, hätte sich der Kauf gelohnt, weil man sich einfach wenig Stress beim Ticketkauf machen muss und meist auch an der Kassenschlange vorbei kann.
Die Laufzeit ist stundengenau und beginnt ab der ersten Buchung einer Eintrittskarte. Für uns hieß das, dass wir an Tag 1 schon Bus gefahren sind, die eigentliche Laufzeit aber erst am nächsten Morgen mit dem Eintritt ins Mozartwohnhaus begann. Busfahrkarte hatten wir also tatsächlich länger als 48 Stunden.
Man installiert sich die App, bezahlt und hat dann einen QR Code auf dem Handy, mit dem man überall reinkommt.
Nach der Ankunft und Stromanschluss ging es gleich los. Mit dem Bus in die Stadt und mal reinschnuppern.
Wir fuhren bis zum Mirabellplatz und schlenderten durch den Park des Schloss Mirabell --> Link in dem tatsächlich noch Tulpen und Stiefmütterchen blühten.
Dann über die Salzach und durch die Getreidegasse gebummelt. Schon mal orientiert, und die Routen für die Folgetage geplant.
Nächster Stopp:
Kaffeehaus Kaffeehäferl --> Link
etwas versteckt und unscheinbar. Aber es gibt leckeren Kaffee und sehr leckere heiße Schokolade. Und der Palatschinken mit Marillengelee war auch ein Genuss.
Frisch gestärkt bummelten wir noch durch die Stadt und scheuten in die ein oder andere Kirche. Zum Abendessen ging es dann ins
Zipfer Brauhaus --> Link
Was soll man sagen? Uriges Wirtshaus, leckeres Bier, leckeres Essen (auch vegetarisch) und nette Bedienung. Und die Preis-Leistung war auch vollkommen im Rahmen.
Am nächsten Tag hatten wir eine Free Walking Tour für 14 Uhr gebucht.
Morgens gab es einen Kaffee im Womo, dann wieder in den Bus und direkt am
Mozart Wohnhaus ausgestiegen --> Link und besichtigt.
Danach direkt zum
Geburtshaus --> Link
Damit war der Mozart erst mal abgehakt. Reicht dann auch. Der Hype ist wirklich enorm. Nichts gegen die Leistung des Mannes, aber man kann alles übertreiben. Naja, von irgendwas müssen die Leute hier ja auch leben (später mehr).
Und wenn wir gerade dabei sind. Mozartkugeln haben wir keine mitgenommen. Lustigerweise verlangen alle Anbieter (es gibt ja die Originalen und die Echten) 1,80 EUR pro Kugel. Der 5er Pack ist dann aber teurer als 5 einzelne. Nee, so besonders sind die auch nicht.
Wir sind dann lieber zur Stiftsbäckerei hinter dem Dom gebummelt und haben uns ein Rosinenbrötchen gegönnt. --> Link Interessant anzuschauen.
Danach über den Friedhof St. Peter --> Link zur Festungsbahn und hoch zur
Festung Hohensalzburg --> Link
Schöne Burganlage mit sehr schönen Ausblicken auf Salzburg und die Berge, wenn sie denn nicht von Wolken verdeckt gewesen wären ☹. Netter, kurzweiliger Spaziergang durch die Burg.
Im Anschluss ging es zu Fuß nach unten, in einige Kirchen gelunzt und Einkehr im
Cafe Tomaselli --> Link
Toller Kaffeehausflair mit sehr freundlichen Bedienungen und leckersten Mehlspeisen.
Dann aber über die Salzach zum Startpunkt der
Free Walking Tour --> Link
Die Tour dauerte etwa 1,5-2 Stunden und war sehr informativ. Ich mag das Format und nutze es, wo immer es geht. Letztendlich zahle ich im Normalfall genau so viel wie bei einer „offiziellen“ Tour. Fühlt sich aber besser an, wenn man freiwillig zahlt
Nach der Tour waren wir im
Domquartier --> Link
Ziemlich viel Museum und „Alte Meister“. Mir fehlt da ein wenig der intellektuelle Zugang. Die Räume waren auch ähnlich wie in anderen Schlössern, die ich schon besucht hatte. Interessant war allerdings der Weg über die Orgelempore im Dom. Einfach mal ne andere Perspektive.
Der Dom --> Link musste natürlich auch im Programm sein.
Kostet übrigens trotz Salzburg Card einen kleinen Obulus. Aber wenn man Kirchen mag, sollte man auch drinnen gewesen sein.
Danach noch mal ein Kaffee im
Cafe Glockenspiel --> Link
Nicht ganz so stylish und instagrammable wie die anderen Cafés, aber ganz OK für einen kleinen Snack.
Zum Abendessen ging es ins
Wirtshaus Elefant --> Link
Sehr gut besucht, wir mussten ins Obergeschoss, was nicht ganz so urig ist, aber auch hier lecker Essen und Bier, freundliche Bedienung, etwas höherpreisig als das Zipfer, aber passt schon, wir sind ja auch in einer Tourihochburg und die Qualität war in Ordnung.
Der dritte Tag startete erst mal wieder mit einem Aufwachkaffee im Womo, dann aber direkt zum:
Afro Cafe --> Link
Sehr hipsterlike, aber auch sehr leckere Sachen dort. Hummus und Linsen und Spicy Chai zum Frühstück. Lohnt sich, wenn auch etwas teurer. Auf jeden Fall reservieren!! Wir hatten Glück, dass wir einen freien Tisch für zwei bekommen haben.
Weil wir schon an der Ecke waren gleich mal mit dem Aufzug den Mönchsberg hoch --> Link
Kurzer Spaziergang mit Blick auf Salzburg und anschließend Besuch des:
Museums der Moderne --> Link
Kontrastprogramm zum Domquartier, war etwas interessanter als die alten Ölgemälde, aber so richtig geflasht war ich nicht.
Danach noch mal Spaziergang durch die Stadt und -Besuch der Katakomben --> Link bei St. Peter.
Nicht ganz so spektakulär wie erwartet.
Zum Abschluss ging es nochmal über die Salzach zum
Cafe Habakuk --> Link
Tatsächlich das Café das dem Klischee des österreichischen/Wiener Kaffeehauses am nächsten kommt. Aber nur von der Einrichtung. Die Bedienungen waren supernett und freundlich.
Disclaimer: Ich habe keine schlechte Erfahrungen mit den Bedienungen in den Kaffeehäusern in Wien gemacht. Aber die haben dort tatsächlich eine etwas spröde Art (Wiener Schmäh), aber das gehört halt dazu. Wir wurden in Wien auch immer sehr gut bewirtet. In Salzburg war man aber eben auch zum Spaßen aufgelegt.
Ich hatte einen Topfenstrudel mit Vanillesoße: Zum Reinlegen köstlich.
Meine Frau hatte die Salzburger Nockerl --> Link.
Bei der Bestellung wird man darauf hingewiesen, dass es etwa 20 Minuten dauert, da die frisch zubereitet werden. Das Warten lohnt sich. Wirklich lecker und eine große Portion, die locker für zwei Personen reicht. Die Nockerl sind ein süßes Eiersoufflé, also quasi ein sehr luftiges, süßes Rührei. Im Habakuk auf Preiselbeeren serviert. Wie gesagt, sehr lecker, aber eine ganze Portion wäre mir zuviel Ei gewesen.
Nachdem wir also das letzte „Must Do“ abgehakt hatten besuchten wir noch den naheliegenden:
Friedhof St. Sebastian --> Link
Um die Reise mit Mozart abzuschließen. Dort befindet sich nämlich das Familiengrab der Mozarts.
Naja, eigentlich ist es nur ein Showgrab. Denn wie bei den Mozartkugeln steht zwar Mozart drauf, aber es ist keiner drin (den Spruch habe ich geklaut, weil er mir so gut gefiel).
Irgendwann wurde halt der Mozartkult in Salzburg gestartet, um den Tourismus anzukurbeln und dann musste eben auch ein Grab her. Mozart selbst wurde ja in Wien beerdigt, aber auch dort gibt es nur Gedenksteine, weil niemand weiß wo er wirklich liegt. Und der Rest der Familie wurde eben auch an anderen Orten beerdigt, weil man damals noch nicht wusste, dass es einmal einen solchen Hype um den Wolferl geben würde.
Macht aber nix. Der Friedhof ist schön (wenn man Friedhöfe mag, wie ich). Eine Oase der Stille mitten in der Stadt. Und ein pompöses Mausoleum für Wolf Dietrich in der Mitte. Das war der Fürsterzbischof, der dafür gesorgt hat, dass Salzburg so barock und pompös daherkommt.
Tja und dann ging es auch schon wieder mit dem Bus 21 zurück zum Womo und ab nach Hause. Eine Übernachtung in Augsburg mit Besuch des Ratskellers --> Link. Gelungener, genussreicher Abschluss unseres Kurzurlaubs.
Fazit:
Das verlängerte Wochenende hat sich wirklich gelohnt. Auf Grund der Erwartung, dass das Wetter richtig mies werden würde, hatten wir vielleicht am Ende besonders viel Spaß und Freude. Sicherlich wären Sonnenschein und 20 Grad angenehmer gewesen, aber dann hätte es womöglich auch mehr Gedränge gegeben.
Salzburg ist eigentlich ideal für ein verlängertes Wochenende. Gerade so viel zu sehen um ein Wochenende zu füllen. Muss ich nochmal hin? Nicht unbedingt, aber für einen Zwischenstopp ist es sicherlich allemal gut. Wer Kunst und Kultur mag, hält es sicherlich auch etwas länger auf. Insbesondere, wenn man eine Aufführung bei den Festspielen besucht.

