Hallo zusammen,
zunächst ein kleines Vorwort zu uns, damit Ihr uns besser "einschätzen" könnt.
Seit vielen Jahren lieben wir das mobile Urlaubsleben. Mit unserem derzeitigen Womo sind wir in den letzten 3 Jahren auch ziemlich rundgereist. Italien (Adria und ligurisches Meer, sprich Vendig, Rom und Toskana), Frankreich Mittelmeer bis Spanien, Nordspanien und Portugal Atlantik und Algarve, quer durch ganz Deutschland, im Herbst immer Norddeutschland (von Greetsiel bis Hamburg), über Ostern immer Atlantik (Bretagne bis in den Süden). Mit all diesen "Vorbelastungen" sind wir am 18.02.04 Richtung Rügen gefahren. Über Hannover (Start war Aachen) ging es weiter bis Waren/Müritz. In der pm bekannten Gärtnerei waren wir die einzigen Gäste. Der Stellplatz war sauber, zentral und (da alleine) ruhig. Derzeit werden die Sanitäranlagen neu gebaut. Der Ort für eine Zwischenübernachtung zu empfehlen. Allerdings muß in der Hauptsaison der "Teufel" los sein. Total überlaufen, selbst der Platzinhaber empfahl uns dann nicht ohne Anmeldung zu kommen. Es ist für uns nur all zu gut vorstellbar, dass sich dann dort alle auf die Füße treten.
Danach ging es weiter über Stralsund nach Rügen. Erste Station war BINZ.
Binz ist eine touristische Ferienstadt mit vielen Hotels. Wir finden es weniger für die mobilen Reisenden geeignet. Der Stellplatz, an der Tankstelle vor dem Ort, einfach miserabel. Ein PKW Parkplatz mit abgtrennten Womoteil. Notdürftig Strom, an der Hauptstraße direkt neben einer Tankstelle. Wie unromantisch. Eine kurze Fahrt bis ins benachbarte Putgarten-Lauterbach brachte auch nichts. Dort im Hafen war es noch "ungemütlicher". Wir räumen an dieser Stelle ausdrücklich ein, dass es im Winter ohnehin nicht überall glänzt (man muß Abstriche machen).
Abends noch Sellin mit der berühmten Brücke angesehen. Sellin ist ein absoluter Nobel-Hotelort (auch wenn sich die Hotels ins Landschaftsbild anpassen). Brücke mit Restaurant gigantisch, wert für ein Foto (gute Kamera für Nachtaufnahme ohne Blitz erforderlich). Am nächsten Tag weiter zum "Kreidefelsen" (über Sassnaitz). Unsere Vorstellung von der Inselrundfahrt ging ab hier erst mal ins Enttäuschte. Keine romantischen Küstenstrassen, stark befahrene Verbindungsstrassen (um diese Jahreszeit!) ohne jeglichen Flair. Die Straße endete ca. 3,3 Kilometer vor dem berühmten Kreidefelsen auf einem Großparkplatz(Hagen). Sicherlich tut ein Fußmarsch (für Fußkranke geht ein Bus) gut, aber wollten wir dies?????
O.k., Foto von allen Seiten und weiter zum Kap Arkona. Hier bietet sich das gleiche Bild, Ende an einem Großparkplatz, danach mit Bimmelbahn oder zu Fuß weiter im Gänsemarsch. Eine Übernachtung wäre am Großparkplatz Kreidefelsen (Hagen) möglich gewesen, dies mußte aber nicht sein.
Der so oft gepriesene Stellplatz von Luigi ist total runtergekommen und derzeit geschlossen. Wie man uns berichtete ist "Luigi" vor 2 Jahren verstorben.
Gott sei Dank kam dann ein echter Lichtblick ins bis dahin recht triste Rügen (obschon das Wetter mit blauem Himmel bei - 1 Grad nur so lockte). In Dranske fanden wir doch noch mit unserem Womo einen Zugang zum Meer. Endlich Wasser! Und auch ein paar Meter Sandstrand (sonst nur in Binz und Sellin gesehen)! Wo? Auf einem Campingplatz! Aber echt gut. Toll angelegt, sehr sauber, super freundlich, zweckmäßig und fast alle Plätze mit Meerblick. Auf dem Campingplatz "Ostseeblick" hat Familie Jahnke ein kleines Paradies aufgebaut. Gratulation und Achtung von uns zu diesem familiären kleinen Platz! Der Preis? Zwei Erwachsene mit Hund, Reisemobil und Strom 15 Euro pro Nacht. Und dazu dieser Ausblick. So lieben wir es und sind es vom Atlantik gewohnt.
Die Rückreise ging über Wittower (Überfahrt mit Fähre) ins Landesinnere bis Kluis, Neuenkirchen, Liddow dort wo der Film-Seehund "Robbie" seine Filmheimat hat. Weiter ging die Fahrt über die Halbinsel Ummanz (unbedeutend) über Stralsund wieder auf´s "Festland". Die letzte Nacht verbrachten wir am Steinhuder-Meer, wegen der doch großen Entfernung bis Aachen.
Sicherlich bemerken Sie, dass wir in diesem winterlichen Kurzurlaub zu keinen Rügen-Fans geworden sind. Uns fehlte einfach der Flair, das Besondere, das Urige, das Natürliche, die Küstenstraßen und auch die romantische Stellplätzen mit Meerblick. Dies suchen und erwarten wir aber, denn dafür haben wir unser Womo und lieben dieses Leben.
Rein profilaktisch bitten wir alle Rügen-Fans diesen Bericht als unsere eigene Meinung zu respektieren. Wir sind sicher, dass sich nun viele positive Wortmeldung daraus ergeben, aber dies war unser Eindruck.
Liebe aus Aachen
Peter Z. mit Familie

