Bei uns macht meine Frau die Planung. Sicher ist es softwaremäßig nicht perfekt, aber es hat immer gut geklappt.
Dazu wurden verwendet:
- Autoatlas des betreffenden Landes mit höchstmöglicher Auflösung
- umfangreiches Potential an Wanderkarten (mit Wanderparkplätzen), Tourismusinformationen, Stellplatzdaten, Ver- und Entsorgungspunkte usw.- angefordert und zugeschickt von den örtlichen Tourismusinformationen, pro Urlaub ca. 5 bis 10 cm hoher Stapel, besonders gut und umfangreich aus Franken, Hessen, Spanien und Schweden
- 4 ... 6 Reiseführer und Bildbände aus der betreffenden Region aus der Stadtbibliothek ( im Winter noch nicht ausgeliehen)
- google maps
- google street
- Konversionssoftware zur Einpflege der POIs in das Navi
- Ecxel
- Internet
Wozu der Autoatlas: Zur Übersicht und späteren Verknüpfung der POIs zu einer Route. Zum Erkennen des Straßenniveaus (unser
Womo kommt sehr gut auf roten Straßen durch, oft auch bei gelben Straßen. Bei weißen Straßen ist Vorsicht geboten, da oft sehr eng und bei Stichstraßen an Ende manchmal ohne Wendemöglichkeit. Hier Abfahren kritischer Stellen mit google street.
Zunächst werden interessante Ziele aus Reiseführern, Bildbänden, Tourismusinformationen und aus dem Internet in google maps und parallel in Excel notiert. In Excel stehen z.B. Region, Ort, Zielobjekt, Parkmöglichkeit, GPS-Daten und weitere Infos, z.B. Öffnungszeiten, Entfernung zum örtlichen Ziel, bei größeren Städten ÖPNV zum Stadtzentrum. In einem 6 -wöchigen Urlaub kommen so ungefähr 300 ... 350 POI zusammen (siehe Anhang Südschweden). Erfahrungsgemäß fallen dann in der Praxis ca. 20 ... 25 % der Ziele flach, da z.B. geschlossen, keine Parkmöglichkeit, ungeeignetes Wetter, Überfüllung usw..
Mit Hilfe des Autoatlas und google maps werden diese POIs manuell zu einer Route verbunden - mit möglichst wenigem hin und her und kreuzen. Wir verzichten meist auf Ziele an weißen Straßen bzw. fahren diese Strecken erst einmal mit google Street ab, da nicht alle weiße Straßen für ein großes
Wohnmobil zu empfehlen. Bei größeren Städten suchen wir mehrere Park- und Übernachtungsmöhlichkeiten, da in der Praxis diese oft zugeparkt. Die generelle Eignung wird mit google street ermittelt. Oft sind größere Einkaufszentren am Stadtrand, Sportzentren (außer Sa) und Freibäder (nicht bei Badewetter) zum Parken möglich. In manchen Ländern und Regionen gibt es kommunale Wohnmobilstellplätze, die zentrumsnah sind und die man auch in der Hauptsaison nicht vorbuchen muss, z.B. Spanien, Franken, Hessen).
Entsprechend der geplanten Fahrtroute werden die Zeilen in der Excel-Datei in die richtige Reihenfolge verschoben und danach die Excel-Datei als POIs in das Navi-System konvertiert und ins Navi im Womo geladen. Bei der Fahrt kommen im Navi die POI in der richtigen Reihenfolge.
Was kaum planbar ist, ist vie viele POIs man am Tag tatsächlich schafft. Das planen wir pro Reisetag spontan und mit täglichen Fahrtende an einer möglichen Übernachtungsstelle, z.B. kommunale Stellplätze, Wanderparkplätze usw.. Entsprechend der Füllmenge der Toilettenboxen suchen wir an der täglichen Strecke nach Ver- und Entsorgungspunkten.
Achtung: Insbesondere in Italien, Südfrankreich und ähnlichen Regionen sollte man ein Navi mit Eingabe der Womodaten haben, da es viele Brücken und Tunnel auch an roten Straßen (Nationalstraßen, Staatsstraßen) gibt, die für unser Womo zu niedrig sind.
Diese Planungsmethode ist zwar sehr aufwändig, aber mit dieser kann man sehr viel mehr Sehenswürdigkeiten sehen als mit einer groben Planung bzw. als bei spontaner Fahrt. Oft sind wir das einzige Womo an einem POI.
Etwas sorgfältiger sollte man in Urlaubszeiten und an örtlichen Feiertagen planen, da in diesen Zeiten Park- und Übernachtungsstellen oft zugeparkt und Sehenwürdigkeiten überlaufen sind. Das gilt insbesondere in Frankreich und in Schweden an Ost- und Nordsee. Solche Ziele sollte man in Vor- oder Nachsaison einplanen.