Boozhil am 14 Apr 2025 16:15:32 Hallo zusammen, ich schaue mir gerade die Elektrik unseres 84er Mercedes T1 in der Marco-Polo-Ausführung an. Es handelt sich vorerst um die Versorgerbatterie, die sich unter der hinteren Rückbank befindet. Auf dem ersten Bild ist eine Vorrichtung für zwei Torpedo-Sicherungen zu sehen. Vorrichtung schon gebrochen. Das einzelne obere Kabel führt zum Pluspol der Batterie. Wo könnten denn die beiden anderen Kabel hinführen? Leider ist das nur sehr schwer nachzuverfolgen. Ist das die Absicherung für die gesamte Versorgerbatterie und somit auch für alle Verbraucher, die dran hängen?
Auf dem zweiten Bild ist das Ladegerät der Versorgerbatterie zu sehen. Auch hier leuchtet mir nicht alles ganz ein. Der Eurostecker führt vom Ladegerät in die Steckdose. Ich schätze, dass damit die Verbindung zur Außensteckdose (Landstrom) hergestellt wird? Rotes und braunes Kabel dann vom Ladegerät zum Plus- und Minuspol der Versorgerbatterie.
Vielen Dank für eure Hilfe!
TrigonSP am 14 Apr 2025 21:17:39 Das sieht so ziemlich alles original aus*. Scherz beiseite. Aber wie soll man Dir da helfen. Wo gehen die beiden anderen Kabel hin, nunja ich denke so ein kleiner Kurs in Elektrik --> Link wäre mal nicht schlecht. Was für Gerätschaften befinden sich dann noch in dem Fahrzeug, gibt es da vielleicht auch einen Kasten der viele Sicherungen hat ? Ich denke da braucht es einfach ein paar mehr an Informationen zu der Geschichte, wie Du überhaupt an das Fahrzeug gekommen bist, was funktioniert dann überhaupt oder was funktioniert nicht und und und ... *Hier könnte eventuell Ironie auch im Spiel sein. Gruß Uwe
Boozhil am 14 Apr 2025 22:52:13 Tatsächlich haben wir da noch nicht so viel herumexperimentiert. Ich würde das alles nur gerne (halbwegs) verstehen. So wie ich den Schaltplan verstehe, geht eine Kabel zum Heizgerät (nicht mehr vorhanden, daher irrelevant) und das andere Kabel geht vom Ladegerät zum Pluspol der Batterie. Ich würde daher nur dieses Kabel absichern wollen. Wenn ich das richtig verstehe, wenn diese Sicherung dann rausspringt, dann sind auch alle Verbraucher auf der Zweitbatterie lahmgelegt? Ampere der Sicherung dann gemäß dem Kabelquerschnitt wählen?
Hannus am 15 Apr 2025 08:49:54 Stell doch mal ein paar Bilder von den Relais, dem Ladegerät und dem Bedienteil hier rein. Und der Schaltplan währe natürlich auch nicht schlecht.
TrigonSP am 15 Apr 2025 09:34:23 Boozhil hat geschrieben:...Ich würde daher nur dieses Kabel absichern wollen. Wenn ich das richtig verstehe, wenn diese Sicherung dann rausspringt, dann sind auch alle Verbraucher auf der Zweitbatterie lahmgelegt? Ampere der Sicherung dann gemäß dem Kabelquerschnitt wählen?
Das scheint dann die Hauptsicherung zu sein und Ja, dann sind alle Verbraucher die danach kommen ohne Spannung bzw. Strom. Wenn es die Hauptsicherung wirklich ist, dann die Sicherung erstmal nicht vielleicht nach Kabelstärke dimensioneren, sondern nach der Summe der Einzelverbraucher. Das Kabel wäre mir erstmal egal, es sei denn es stellt sich heraus, das es zu klein dimensioniert ist. Mal ein kleines Rechenbeispiel nur als Beispiel. Beleuchtung insgesamt 50 W, das geteilt durch 12V würde ne 5A Sicherung sein, Wasserpumpe 100 W, das geteilt durch 12V ergäbe eine 10A Sicherung, das heißt mehr wie 15 Ampere brauchst Du erstmal nicht verbauen. Für mich sind das in erster Linie Gerätesicherungen und nicht Leitungssicherungen, auch wenn ich das hier schon desöfteren mal gelesen habe. Gruß Uwe
rkopka am 15 Apr 2025 11:29:05 TrigonSP hat geschrieben:Beleuchtung insgesamt 50 W, das geteilt durch 12V würde ne 5A Sicherung sein, Wasserpumpe 100 W, das geteilt durch 12V ergäbe eine 10A Sicherung, das heißt mehr wie 15 Ampere brauchst Du erstmal nicht verbauen. Für mich sind das in erster Linie Gerätesicherungen und nicht Leitungssicherungen, auch wenn ich das hier schon desöfteren mal gelesen habe.
Es sollten immer Leitungssicherungen sein. Was soll bei der Beleuchtung am Gerät geschützt werden ? Die Wasserpumpe kann geschützt werden, macht das aber meistens selber. Durch die langen Kabel und kleinen Schalter steigt der Strom selbst blockiert nicht in den Himmel (selber ausprobiert). Außerdem merkt man ja, daß sich nichts tut. Wichtiger ist, daß der Strom unterbrochen wird, wenn die Lampe einen Kurzschluß hat, damit nicht das aufheizende Kabel das Womo abfackelt. Der Geräteschutz kann in manchen Fällen auch gegeben sein, ist aber sekundär, da der Überstrom fast immer durch schlechte Isolierung oder ein schon defektes Gerät ausgelöst wird. Daher hat man die Sicherungen auch immer möglichst nah an der Quelle (Batterie), damit das ganze Kabel geschützt ist. RK
UweHD am 15 Apr 2025 12:28:26 Der Mobitronic Lader sieht mir nicht nach Bj. 1984 aus. Vermutlich ist der schon nachträglich installiert worden, wenn das Auto bereits Vorbesitzer hatte(?) Generell würde ich bei einem 40 Jahre alten Mobil nicht davon ausgehen, dass die elektrische Anlage noch original ist - es sei denn, ich hätte den Wagen neu gekauft und niemals Hand angelegt. Von daher hilft vermutlich auch ein Stromlaufplan (wer hat so etwas bei dem Alter noch?) nicht viel weiter. Hier kann man eigentlich nur die Leitungen verfolgen und durchmessen - sehr kompliziert sieht das ganze ja nicht aus, wenn ich ehrlich bin.
TrigonSP am 15 Apr 2025 12:43:11 rkopka hat geschrieben:Es sollten immer Leitungssicherungen sein. Was soll bei der Beleuchtung am Gerät geschützt werden ? ... Daher hat man die Sicherungen auch immer möglichst nah an der Quelle (Batterie), damit das ganze Kabel geschützt ist.
RK
Sorry, der erste Satz ist leider meines Erachtens in diesem Zusammenhang falsch. Beispiel, bei meinem waren im Wohnbereich original 5x10W =50W Halogenlämchen verbaut und mit einer 15A Sicherung, die schon alleine 180 W aushält abgesichert und ein 1mm² Kabel. Die habe ich ersetzt durch 5 x 2W und und eine 5A Sicherung eingebaut, weil mehr brauche ich in diesem Kabelstrang nicht und das Kabel/Leitung ist immer noch geschützt. Die Größe der Sicherung sollte sich und ich habe es oben schon mal geschrieben bei richtiger Kabeldimensionierung immer doch erstmal nach der Last richten und nicht nach der Kabeldicke, die in diesem Strang verlegt worden ist. Und auch bei der Hauptsicherung, da brauche ich auch nicht mehr wie ich insgesamt als Einzellasten der Stränge habe, auch wenn das Kabel mehr könnte, warum? Gegenfrage ich brauche 30A auf der Verbraucherseite, das Kabel könnte 70A was baust Du für eine Sicherung ein? Wir könnten uns auf 50A einigen und trotzdem wäre sie noch überdimensioniert, würde aber das Kabel besser schützen, wie eine 70A. Mein Motto, klein ist nicht so schlimm, wie zu groß. Klar was soll an einer tadellosen und funktionieren Beleuchtung geschützt werden. Nichts erstmal, erst wenn natürlich ein Kurzschluß durch was auch immer Überlast, dann soll die Sicherung ansprechen und wenn ich diese Sicherung in eine Leitung einbaue, dann kann ich sie auch Leitungssicherung nennen. und ne Sicherung bleibt ne Sicherung, egal was für ein Wort ich davor setze, Kfz Sicherung, Stecksicherung, Schmelzsicherung, Geräteschutzsicherung (GS oder G), Torpedosicherungen, Blocksicherung, Streifensicherung, Schraubsicherung etc eine Leitungssicherung vielleicht auch --> LinkUnd klare Zustimmung, die Sicherungen kommen immer in die Nähe von der Quelle. Gruß Uwe
rkopka am 15 Apr 2025 14:26:18 rkopka hat geschrieben:Es sollten immer Leitungssicherungen sein. Was soll bei der Beleuchtung am Gerät geschützt werden ?
TrigonSP hat geschrieben:Sorry, der erste Satz ist leider meines Erachtens in diesem Zusammenhang falsch. Beispiel, bei meinem waren im Wohnbereich original 5x10W =50W Halogenlämchen verbaut und mit einer 15A Sicherung, die schon alleine 180 W aushält abgesichert
und ein 1mm² Kabel. Die habe ich ersetzt durch 5 x 2W und und eine 5A Sicherung eingebaut, weil mehr brauche ich in diesem Kabelstrang nicht und das Kabel/Leitung ist immer noch geschützt.
Dann war bei 1mm2 (laut den Tabellen) die Sicherung an sich falsch gewählt, weil man eher 10A findet. Kleiner kann man immer gehen. Ich sage nicht, daß man immer das Maximum des Kabels absichern soll, sondern daß das Maximum der Absicherung durch das Kabel bestimmt wird. Die Größe der Sicherung sollte sich und ich habe es oben schon mal geschrieben bei richtiger Kabeldimensionierung immer doch erstmal nach der Last richten und nicht nach der Kabeldicke, die in diesem Strang verlegt worden ist.
Genau das ist der Punkt. Wenn ich das Kabel berücksichtige, kann ich immer niedriger gehen mit der Absicherung. Die Last muß ich dabei nicht berücksichtigen (es muß halt reichen), kann es aber. Klar was soll an einer tadellosen und funktionieren Beleuchtung geschützt werden. Nichts erstmal, erst wenn natürlich ein Kurzschluß durch was auch immer Überlast, dann soll die Sicherung ansprechen und wenn ich diese Sicherung in eine Leitung einbaue, dann kann ich sie auch Leitungssicherung nennen.
Jede Sicherung ist irgendwo in einer Leitung. Ich finde den Unterschied wichtig, weil dann Und klare Zustimmung, die Sicherungen kommen immer in die Nähe von der Quelle.
relevant wird. Sonst baut jemand einfach eine Sicherung direkt vor dem Gerät ein oder vertraut darauf, daß die Sicherungen im WR reichen, die aber nicht das Kabel schützen. Daher immer erstmal vom Kabel ausgehen, dann kann man kleiner werden. Allerdings sollte man auch nicht beliebig weit runter gehen, weil die Sicherungen in der Nähe ihres Nennwerts recht heiß werden und dann zu Schäden an der Sicherung und dem Halter führen können. Ich hatte schon Sicherungen, die gehalten haben, aber fast mit dem Halter zu einem Block verschmolzen waren - Betrieb am Nennwert und Sonneneinstrahlung. RK
TrigonSP am 15 Apr 2025 15:54:56 rkopka hat geschrieben:... Dann war bei 1mm2 (laut den Tabellen) die Sicherung an sich falsch gewählt, weil man eher 10A findet.
Ja, je nach Kabelrechner waren die 1mm² bei 2m Länge schon recht knapp dimensioniert, aber bei 12,8 V sind die 50W ja auch nur noch 3,91A :mrgreen: rkopka hat geschrieben:Kleiner kann man immer gehen. Ich sage nicht, daß man immer das Maximum des Kabels absichern soll, sondern daß das Maximum der Absicherung durch das Kabel bestimmt wird.
rkopka hat geschrieben:Genau das ist der Punkt. Wenn ich das Kabel berücksichtige, kann ich immer niedriger gehen mit der Absicherung. Die Last muß ich dabei nicht berücksichtigen (es muß halt reichen), kann es aber.
Die beiden Sätze muss ich erstmal verstehen, eventuell war etwas anderes gemeint. Aber stimme Dir zu, das jeder Kabelbrand blöd ist. Gruß Uwe
rkopka am 15 Apr 2025 16:18:36 TrigonSP hat geschrieben:Die beiden Sätze muss ich erstmal verstehen, eventuell war etwas anderes gemeint. Aber stimme Dir zu, das jeder Kabelbrand blöd ist.
Die Sicherung wird durch zwei Werte bestimmt. Das Kabel gibt den maximalen Wert an, den man nehmen darf. Die Last bestimmt den minimalen. Allerdings nicht direkt. Klar die Sicherung sollte nicht durchbrennen. Aber wegen Erwärmung sollte man schon mal etwas höher gehen. Bei manchen Lasten gibts noch einen Einschaltstromstoß, der sich aber nur bei flinken Sicherungen auswirkt. Außerdem gibt es Kreise, wo die Last einfach unbekannt ist (Steckdosen). Oder man läßt Spielraum, wenn eine Birne mal etwas heller werden soll oder wenn noch etwas zusätzliches angeschlossen wird oder ein Gerät getauscht wird. Beim Licht (Halogen->LED) ist der Strom eher weniger geworden, wenn man umrüstet. Deshalb wird man aber nicht die Sicherungen tauschen. Man kann die Sicherung nach der Last wählen, aber immer erst, wenn man sich beim Kabel sicher ist. RK
TrigonSP am 15 Apr 2025 16:27:21 Ja gerne, max. was das Kabel überhaupt kann, minimal von mir aus mit etwas Reserve was an Last dranhängt. Boozhil hat geschrieben:... Ampere der Sicherung dann gemäß dem Kabelquerschnitt wählen?
und zum Thema zurück, das Ladegerät hat max. 15A, dann würde eine 20A Sicherung dafür eigentlich ausreichend sein. lg Uwe
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