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Van Life extrem in UK


UweHD am 02 Jun 2025 07:38:15

Moderation:Dein Thema wurde in eine andere Kategorie verschoben, da es nicht korrekt platziert war.
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Hat schon mal jemand von diesem Straßenrand-Trailerpark gehört? Interessant, dass am Straßenrand dauercampen in England offenbar legal ist.
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Tinduck am 02 Jun 2025 13:16:37

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil - im Artikel steht, dass das Stehen dort eigentlich nur für 5 Tage legal ist ('Five Day Rule').

Diese Regel wurde aber von der Kreisverwaltung nicht durchgesetzt. Was die 'Protect the Downs'-Initiative jetzt erwirken will.

Nach meiner Auffassung geht es da aber weniger um das, was landläufig mit 'Van Life' umschrieben wird. Das ist eher ein illegaler Trailer Park, in dem Leute landen, die sich (in den meisten Fällen) nichts anderes leisten können oder (seltener) wollen.

Schade, wenn sowas entsteht und dann so weit eskaliert. Aber immer noch ne Stufe besser als die Zeltstädte mit den Fentanyl-Abhängigen in den USA.

Da sollte sich die Verwaltung/Regierung mal fragen, was sie falsch machen, wenn sich so viele Obdachlose ansammeln, von denen offensichtlich eher die Minderheit das als favorisierten Lebensentwurf feiert.

bis denn,

Uwe

hampshire am 02 Jun 2025 14:16:48

UweHD hat geschrieben:Hat schon mal jemand von diesem Straßenrand-Trailerpark gehört? Interessant, dass am Straßenrand dauercampen in England offenbar legal ist.

"Legal" ist ein schwieriger Begriff in diesem Zusammenhang. An einigen Orten in England sind die Wohnpreise derart in die Höhe geschossen, dass nicht wenige Menschen sich diesen Lebensstil nicht zu ihrem Vergnügen aussuchen, sondern geradezu dort hineingedrängt werden. Bristol hat reagiert um an einem Ort zumindest etwas Infrastruktur für die Versorgung zu schaffen. Diese armutsinduzierte Wohnform gibt es ebenfalls rund um London, Oxford, Leeds und anderen Städten.
Im Süden gibt es ein paar Orte, an denen sich Armuts mit Lifestyle etwas mischt, etwa um Brighton, Exeter oder Totnes.
Auf ein "legal" würde ich da nicht schließen - und Artikel aus der "Sun" begegne ich mit derselben Vorsicht wie Artikeln aus der "Bild".

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UweHD am 02 Jun 2025 14:39:09

Tinduck hat geschrieben:Wer lesen kann, ist klar im Vorteil - im Artikel steht, dass das Stehen dort eigentlich nur für 5 Tage legal ist ('Five Day Rule').
Diese Regel wurde aber von der Kreisverwaltung nicht durchgesetzt. Was die 'Protect the Downs'-Initiative jetzt erwirken will.

Ich habe den Artikel durchaus gelesen und habe sogar ein Mininalverständnis vom angelsächsischem Rechtssystem :) Und wenn so ein Straßenrand-Camping dort 100% illegal wäre, dann würden die Anwohner keine Initiative und keine Unterschriftensammlung benötigen sondern lediglich eine simple Klage vor dem Verwaltungsgericht. Die Kreisverwaltung müsste dann umgehend tätig werden, ohne wenn und aber.

However, ich fand diesen Artikel eigentlich vor dem Hintergrund interessant, dass mittlerweile fast überall in Europa die Luft für den geneigten Freisteher immer dünner wird und die Polizei nicht lange fackelt, um geltendes Recht durchzusetzen. Das scheint dann zumindest in manchen Gegenden Großbritanniens noch etwas lockerer gesehen zu werden.
Natürlich ist das hier geschilderte kein "Van Life", den Titel hatte ich nur als augenzwinkernden Aufhänger gewählt. Das hier ist die UK-Version eines illegalen Trailerparks von sozial abgehängten oder anderweitig aus dem Raster gefallenen Personen. Aber auch das steht ja in dem Artikel :)

(BTW: Den "Wer lesen kann..." -Spruch mag ich nicht, der klingt ziemlich herablassend. Aber bei dir bin ich mir eigentlich sicher, dass du das so nicht gemeint hast)

UweHD am 02 Jun 2025 14:48:27

hampshire hat geschrieben: ..."Legal" ist ein schwieriger Begriff in diesem Zusammenhang. An einigen Orten in England sind die Wohnpreise derart in die Höhe geschossen, dass nicht wenige Menschen sich diesen Lebensstil nicht zu ihrem Vergnügen aussuchen, sondern geradezu dort hineingedrängt werden....

Die Gründe für die Entstehung dieses Trailerpark sind schon klar. Ich fand allerdings den Umgang der dortigen Behörden mit dem Thema bemerkenswert. Versuche mal, irgendwo in einem deutschen (holländischen, österreichischen, schweizerischen, italienischen, ...) Stadtpark deinen Wohnwagen an die Straße zu stellen, weil du gerade deinen Job verloren hast und deine Wohnung gepfändet wurde. Du stehst da mit Sicherheit keine drei Tage. Und der Polizei sind deine Beweggründe, dort zu campieren, ernüchternd egal.

Und: Klar, die "Sun" ist ein Revolverblatt. Die grundlegende Situation in dem Stadtpark scheint aber wohl eine reale Tatsache zu sein.

hampshire am 02 Jun 2025 15:24:00

UweHD hat geschrieben:dann würden die Anwohner keine Initiative und keine Unterschriftensammlung benötigen sondern lediglich eine simple Klage vor dem Verwaltungsgericht. Die Kreisverwaltung müsste dann umgehend tätig werden, ohne wenn und aber.

In der Abwägung spielt die Not der Menschen eine entscheidende Rolle. An der Abwägung zwischen Eigentumsinteressen, öffentlichem Interesse und Menschenrechten scheitern in England viele Anwohner daran die unfreiwilligen Nachbarn wieder los zu werden.

UweHD hat geschrieben:Ich fand allerdings den Umgang der dortigen Behörden mit dem Thema bemerkenswert. Versuche mal, irgendwo in einem deutschen (holländischen, österreichischen, schweizerischen, italienischen, ...) Stadtpark deinen Wohnwagen an die Straße zu stellen, weil du gerade deinen Job verloren hast und deine Wohnung gepfändet wurde.

Der Umgang ist regional ausgesprochen unterschiedlich und die Kompetenz liegt in den Verwaltungsbezirken.
Es gibt durchaus erfolgte Räumungen, auch in Bristol gab es in den vergangenen Jahren Räumungsaktionen. Derzeit wohnen dort annähernd 700 Menschen an 2 Straßen. Das ist schon etwas anderes als ein paar Vans zu verjagen.

Tinduck am 02 Jun 2025 15:42:05

UweHD hat geschrieben:
(BTW: Den "Wer lesen kann..." -Spruch mag ich nicht, der klingt ziemlich herablassend. Aber bei dir bin ich mir eigentlich sicher, dass du das so nicht gemeint hast)


In der Tat nicht, sorry wenn das barsch rüberkam.

Aber die Geschichte mit der Klage ist laut Artikel ja auch beabsichtigt, allerdings spielen da auch noch andere Dinge eine Rolle, was Max ja schon angesprochen hat.

Klagen ist einfach, Recht bekommen eher nicht, deshalb wird jetzt über FB und die Sun der 'Boden vorbereitet'. Allein das Argument 'Die Asozialen verschandeln die Landschaft' zieht heutzutage nicht mehr, wenn es um soziale Probleme und nicht um ausufernden Tourismus geht.

Wenn der Bezirk clever wäre, würde er irgendwo an weniger störender Stelle eine Wiese ausweisen, Dixi-Klos aufstellen und damit das Problem erstmal adressieren (Straße wieder frei) und dann an einer langfristigen Lösung arbeiten.

Wenn man sowas legal betreibt, kann man auch viel besser eventuelle Auswüchse (Drogendealer, Müllhalden) verhindern.

bis denn,

Uwe

UweHD am 02 Jun 2025 15:52:16

Tinduck hat geschrieben: ...Wenn der Bezirk clever wäre, würde er irgendwo an weniger störender Stelle eine Wiese ausweisen, Dixi-Klos aufstellen und damit das Problem erstmal adressieren (Straße wieder frei) und dann an einer langfristigen Lösung arbeiten.

Vermutlich wollte sich die Stadt das Thema Trailerpark nicht langfristig ans Bein binden und ist dem selbstorganisierten Campinggeschehen zunächst mit der Vogel Strauß Taktik begegnet. Und jetzt scheuen sie aus den genannten Gründen eine rigorose Räumung. Interessant, wie das da weitergehen wird.

hampshire am 02 Jun 2025 15:58:45

Tinduck"
Wenn der Bezirk clever wäre, würde er irgendwo an weniger störender Stelle eine Wiese ausweisen, Dixi-Klos aufstellen und damit das Problem erstmal adressieren (Straße wieder frei) und dann an einer langfristigen Lösung arbeiten.
[/quote]
Die Situation ist wirklich filmreif. Die Verwaltung selbst muss ja ungeheuerliche Auflagen erfüllen um so etwas zu dürfen. Da scheitern sie am Streit mit Anwohnern und in England auch ganz stark an Umweltauflagen. Bristol versucht das seit 2022 in die Wege zu leiten und scheitert daran.
[quote="UweHD hat geschrieben:
Interessant, wie das da weitergehen wird.

ja, total. Es zeigt sich ja auch was in einem eigentlich reichen Land passieren kann, wenn die sozialen Sicherungssysteme zu löchrig sind.

UweHD am 02 Jun 2025 16:12:29

hampshire hat geschrieben: ...In der Abwägung spielt die Not der Menschen eine entscheidende Rolle. An der Abwägung zwischen Eigentumsinteressen, öffentlichem Interesse und Menschenrechten scheitern in England viele Anwohner daran die unfreiwilligen Nachbarn wieder los zu werden....

Vermutlich hast du das genau richtig erkannt.
Ist wohl eingeschränkt vergleichbar mit den Zeltstädten in San Francisco. Legal sind die natürlich auch nicht, aber die Behörden lassen die obdachlosen Junkies gewähren, obwohl der Protest der Anwohner gewaltig ist. Ich kenne ein paar Leute aus San Francisco, und die sind durchweg "not amused" darüber, dass sie vor ihrem Multi-Mio$ Apartment über weggeworfene Einwegspritzen stolpern. Viele ziehen weg.

Tinduck am 02 Jun 2025 16:27:39

hampshire hat geschrieben:ja, total. Es zeigt sich ja auch was in einem eigentlich reichen Land passieren kann, wenn die sozialen Sicherungssysteme zu löchrig sind.


Das stimmt. Wobei das ja anscheinend in den letzten Jahren zunimmt.

Vielleicht sind auch nicht die Sicherungssysteme zu löchrig, sondern der 'Drang nach unten' zu groß für die bestehenden Systeme, die sich in der Vergangenheit eigentlich schon bewährt haben...

Will sagen, wenn man gesellschaftlich akzeptiert, dass immer größere Teile der Bevölkerung selbst mit Job unter die Armutsgrenze rutschen (während die Top 1% nicht mehr mit dem Geldzählen nachkommen), muss man sich nicht wundern, wenn die Sozialsysteme überfordert sind. Die werden nämlich auch nicht von den steuervermeidenden Großverdienern finanziert, sondern von denen, die immer weniger Geld zur Verfügung haben --> Link

Da kommt wieder der Kekse-Witz ins Spiel.

Ein Vorstandsvorsitzender, ein Arbeiter und ein Asylant sitzen an einem Tisch mit 10 Keksen darauf.

Der Vorstandsvorsitzende nimmt sich 9 Kekse und flüstert zum Arbeiter: 'Pass auf, der will deinen Keks haben'.

Danke an Max, der mir den wieder ins Gedächtnis gerufen hat.

bis denn,

Uwe

kunibertk am 02 Jun 2025 16:58:08

Tinduck hat geschrieben:Wer lesen kann, ist klar im Vorteil - im Artikel steht, dass das Stehen dort eigentlich nur für 5 Tage legal ist ('Five Day Rule').


Es ist von fünf Stunden die Rede.

In Deutschland gibt es auch ein paar Stellen, an denen Obdachlose, die ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen besitzen, toleriert werden. Die werden nicht öffentlich bekannt gemacht aber ich denke die Einheimischen in den Großstädten kennen die. Ich glaube aber, dass da das Ordnungsamt oder die Polizei häufiger mal nach dem Rechten schauen.

Elgeba am 02 Jun 2025 21:12:55

Schlimm genug, dass es so weit kommen musste, der sch...Brexit hat diesem Land fast das Genick gebrochen,die Gerichtsvollzieher kommen kaum noch nach.
Wenn ich da an England in früheren Zeiten denke....

Gruß Bernd

kunibertk am 03 Jun 2025 17:11:11

Elgeba hat geschrieben:Schlimm genug, dass es so weit kommen musste, der sch...Brexit hat diesem Land fast das Genick gebrochen,die Gerichtsvollzieher kommen kaum noch nach.
Wenn ich da an England in früheren Zeiten denke....


Es gab früher auch schon schlechte Zeiten in UK - ich habe 1991 ein Semester dort verbracht und da war eine üble Wirtschaftskrise. Man hatte den Eindruck, dass die Schwankungen in UK zwischen fetten und mageren Jahren viel stärker ausgeprägt waren als bei uns oder z.B. in Frankreich. In der Thatcher-Zeit war die Substanz verschlissen worden, John Major habe ich als relativ ineffektive Flachpfeife in Erinnerung (kann aber sein dass die Briten das anders sehen), ein paar Jahre später unter Tony Blair gab es wieder einen Boom. Ein Kommilitone, der 1991 einen sehr guten Master gemacht hat, war froh, einen Arbeitsplatz zu bekommen bei dem er mehr als 1000 Pfund verdient hat (ca. 3000DM - in Deutschland (W) waren damals 5000DM für den ersten Job nach dem Diplom üblich). Die meisten hatten Sorgen, überhaupt etwas zu bekommen.

Allerdings war es zumindest damals so, dass das Gegenstück zur Arbeitslosenversicherung bzw. Sozialhilfe in jedem Fall die Wohnung weiterbezahlt hat, sofern die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit "angemessen" war. Das waren nicht "60% vom Netto" sondern "alle laufenden Verpflichtungen, aus denen man nicht herauskommt, plus Festbetrag pro Person", und der Festbetrag war ziemlich niedrig. Der Schutz der Wohnung war stärker als in Deutschland. Es gab damals Leute, die ihre Wohnung zwar hätten bezahlen können, aber dann nur noch sehr wenig zum leben hatten, und die sich z.B. in Höhlen, alten Bergwerken o.ä. eingenistet hatten. Vermutlich auch Wohnwagen / Wohnmobilen.

hampshire am 03 Jun 2025 17:59:15

kunibertk hat geschrieben:In der Thatcher-Zeit war die Substanz verschlissen worden

Das stimmt, gibt aber ein sehr schiefes Bild.Thatcher hatte die langfristige Vision von England als dem führenden Finanzplatz in Europa. Sie dachte dabei bis weit in die 2000er hinein und prognostizierte, dass langfristig Produktion in einem Land mit hohem Standard und hohen Gehältern nicht wettbewerbsfähig sein würde. Dafür hat sie in Kauf genommen, dass in der Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften die Industrie, der sie eh keine Zukunft zutraute früher als geplant zugrunde ging.
Sie war Zeitlich noch vor Reagan eine der ersten modernen Turbo-Kapitalist/Innen an der Spitze eines Landes (freier Markt, geringe Steuern, geringe Regulierung) . Wie es im ungezügelten Kapitalismus eben so ist, gibt es enorme Gewinner und enorme Verlierer. Verschlechtert sich die Gesamtsituation, steigt die Anzahl der Verlierer überproportional, während die Top Gewinner weiter profitieren.
Das sieht man in England gerade sehr gut - auch an den Straßen mit den Vans derer, die woanders nicht mehr leben können.

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