kunibertk am 22 Mär 2026 14:30:23
Um den Thread zu beenden will ich mal die Auflösung posten:
Das Fenster wäre in Deutschland über Knaus oder z.B. Reimo bestellbar gewesen, aber kein Versand nach Tunesien und mit mehreren Wochen Lieferzeit (2 Wochen bei Knaus, 4 Wochen bei Reimo).
Bei einem Dometic-Service-Betrieb, über den wir schon Ersatzteile für andere Dometic-Komponenten bekommen haben, war die Scheibe nicht zu bekommen, von dort haben wir aber eine Hotline-Nummer bei Dometic-Deutschland bekommen, die wir zumindest auf der Dometic-Webseite nicht gefunden haben. Über diese Hotline war das Fenster mit angeblich 2-3 Tagen Lieferzeit innerdeutsch lieferbar. Nach Klärung weiterer Fragen mit DHL und mit unserer Versicherung haben wir das Fenster am Freitag, 6.3., bestelllt. Caveat: die Mitarbeiterin hatte angekündigt, dass der Ersatzteilverkauf an Endkunden voraussichtlich bald eingestellt würde, zu der Zeit aber noch möglich war. Am 7.3. war das Fenster bei Angehörigen in Deutschland.
Wir haben einen Expressversand bei DHL Express mit Abholung beauftragt, für Privatpersonen geht das über die Frontends mydhl+ oder ShipNow, die beide etwas unterschiedlich sind, aber vermutlich zum selben Ergebnis führen. Wir haben ein paar "Probeaufträge" in beiden Frontends gemacht und uns dann für mydhl+ entschieden. Man muss die Größe des Pakets, das Gewicht, den Zolltarifcode, das Herstellungsland und den Wert des Gegenstands kennen. Diese Daten haben wir von Dometic bekommen, Größe und Gewicht allerdings über eine andere Hotline (Versandabteilung). Der Wert ist der Rechnungsbetrag. Dometic nennt einen EU-Zolltarifcode, für Tunesien braucht man davon die ersten sechs Stellen, das scheint ein internationaler Standard zu sein.
Die Zolldokumentation muss man in einem Formular im DHL-Webfrontend eingeben. Für Gegenstände über 1000 EUR Wert wären noch weitere Zolldokumente nötig geworden, damit habe ich nicht auseinandergesetzt. Im Prozess musste ich eine Grafikdatei mit meiner Unterschrift hochladen (für die Proforma-Rechnung). Wir konnten den Versand komplett mit Kreditkarte bezahlen, von DHL bekamen wir dann ein PDF mit auszudruckenden Seiten. Davon gehört eine auf das Paket, der Rest wird dem Boten bei der Abholung mitgegeben. Für Tunesien waren es insgesamt fünf Seiten, weil Tunesien drei Kopien der Proforma-Rechnung haben will. Drucken und Kleben muss natürlich der Angehörige in Deutschland. Für manche Destinationen kann man wohl statt der Papierausdrucke auch QR-Codes bekommen, die dem Boten bei der Abholung dann lediglich gezeigt werden, für Tunesien geht das aber nicht.
Das Paket wurde am Montag, 9.3. abgeholt. Im Lauf des Dienstag ist es in Tunis angekommen. Hier endet leider die Sendungsverfolgung. Als Adressaten hatte ich mich selbst auf einem Campingplatz in Tozeur angegeben. Am Donnerstag 12.3. bekam ich einen Anruf von Rapid Poste (ich habe eine tunesische SIM ...) dass ein Paket für mich angekommen sei und ich es doch bitte selber bis 13:00 abholen möge. Es waren noch 64 Dinar Einfuhrabgaben zu bezahlen.
In der Summe hat es also sechs Tage gedauert von der Bestellung bis zur Auslieferung des Fensters. Teuer war das Ganze, aber die Versicherung hat -unverbindlich- zugesagt, die Versandkosten zu übernehmen. Die Reparatur bei einer Knaus-Werkstatt in Deutschland wäre allerdings kaum günstiger gewesen.