Wir fahren immer am Sonntag (auch in diesem Jahr am kommenden Sonntag) los nach Schweden mit der Fähre Rostock-Trelleborg. Am Sonntag, weil da in D praktisch keine LKWs fahren. Dann fährt man entspannter und es gibt weniger Staus. Wir übernachten im Hanse-Center Bentwisch und buchen von dort aus die Fährverbindung per Handy oder Laptop. Achtung: Eine Buchung bei einem Menschen ist nicht mehr möglich. Nach der Bezahlung bei der Buchung bekommt man einen Code, den man bei der Einfahrt ins Hafengelände an einer Schranke eingeben muss. So gegen Mittag startet unser Schiff gewöhnlich. Am Sonntag Abend weiß man in D gewöhnlich nicht, wann man ankommt und wenn man die gebuchte Fähre nicht schafft, verfällt der Fährpreis. Außerdem ist der Fährpreis am
Wochenende am teuersten. Am billigsten sind die Preise von Di bis Do, aber so lange wollen wir nicht warten. In der Vergangenheit fuhren Schiffe von zwei Reedereien, am Tag so ungefähr 6 bis 7 Stück insgesamt (TT-Line und Stena-Line). Je nach Linie und Schiff dauert die reine Überfahrt ca. 6 bis 7 Stunden. Man kann auf dem Schiff relativ preiswert warm essen, aber das Essen muss schon bei der Buchung der Fähre bestellt werden. Spontan geht da nichts. So eine Schifffahrt ist nichts für hektische Zeitgenossen, denn diese Fährschiffe tuckern nur sehr langsam übers Meer. Beispiel: Bei der Rückreise sieht man den Kühlturm des Rostocker Kraftwerkes schon 3 h vor der Ankunft.
Manche schippern auch über Nacht und buchen eine Kabine, um ausgeschlafen anzukommen.
Unsere Rückreise findet dann in 6 Wochen statt. Das ist dann schon in der Hauptsaison und die Fährpreise sind bis zu 100 % teurer.
Warum Bentwisch (am Stadtrand von Rostock)?
Das Einkaufszentrum hat einen riesigen Parkplatz, von dem ein Teil für übernachtende LKWs vorgesehen ist. Die LKWs sind uns aber zu laut, da bei Kühl-LKWs die ganze Nacht die Klimaanlage des Aufbaus läuft und deshalb muss deren Motor laufen.
Aber auch etwas entfernt vom LKW-Stellplatz ist mehr als genug Platz für Womos. Früh kaufen wir noch einmal im Kaufland ein, z.B. Backwaren und tanken noch einmal voll.
Von dort aus ist es nicht mehr weit zum Fährhafen.
Am Abend kommt dann unser Fährschiff in Trelleborg an und wir übernachten am Stadtrand. So haben wir es in den letzten Jahren gemacht. Wir fahren immer rund um die Sommersonnenwende nach Schweden oder Norwegen. Gründe: Da sind die Tage an längsten, es ist insbesondere zur Sommersonnenwende kulturell viel los, es ist noch keine Ferienzeit (beginnt meist um den 1. Juli), die Mückenplage ist noch nicht so schlimm und die Gebirgspässe öffnen meist erst in der Zeit vom 10. ... 15. Juni.
Schweden hat wie Finnland unzählige Seen und Moore, aber nennenswerte Mückenplagen beginnen erst 1 bis 2 Wochen vor der Rückfahrt pünktlich zu Ferienbeginn. Im Hochsommer und Frühherbst nimmt dann die Mückenbelastung mit jeder Woche zu, aber dann sind wir bereits wieder zurück. Unangenehmer als die Mücken sind die Zecken. Man sollte deshalb bei Wanderungen nicht kurze Hosen tragen. Eine Impfung gegen FSME ist empfehlenswert. Neuerdings übertragen die Zecken in Skandinavien und im Baltikum eine neue Krankheit, von der die allermeisten Ärzte noch nie etwas gehört haben. Bei meiner Frau hatte sie nach einem dortigen Zeckenstich eine Allergie gegen Innereien von Rind und Schwein eingefangen, z.B. Leber, Leberwurst, Leberkäse, Nierchen u.v.m. Aber Schweine- und Rindfleisch und Produkte daraus sind nicht betroffen.