Hier ist unser Reisebericht von unserer Kroatienreise. Diesen Bericht stelle ich auch in meinem Blog ein. Bilder dauern noch etwas, werden aber in den naechsten Tagen eingestellt.
Kroatienreise im Zeitraum vom 28.09.07 bis 11.10.2007
Vorwort:
Nach längeren Überlegungen haben wir uns dazu Entschlossen, eine Reise nach Kroatien durchzuführen. Hauptgrund war eigentlich die Tatsache, dass ich meiner Frau das wunderschöne Land zeigen wollte aber auch die bessere Wetterlage war durchaus mitentscheidend für unser Urlaubsziel, da das Frühjahr und der Sommer 2007 sehr durchwachsen war und nicht unseren Wettervorstellungen entsprach.
Im Vorfeld wurde wie schon bei der letzten Reise, das Wohnmobilforum auf brauchbare Tipps und Informationen durchforstet. Dabei fielen insbesondere die Berichte von Jeff und Gitte auf. Im weiteren Verlauf der Forschungen nahmen wir Kontakt zu dem Mitglied „fredl-block“ auf, da dieser zum gleichen Zeitraum nach Kroatien fahren wollte. Es folgten mehrere Telefonate; ein anberaumtes Treffen in Karlsruhe konnte jedoch aus beiderseitigen Gesundheitsproblemen nicht mehr durchgeführt werden; es wurden aber Telefonnummern ausgetauscht mit dem Versprechen, sich unterwegs doch mal zu treffen. Dazu später im Reiseverlauf mehr…
Reiseverlauf:
28.09.07
Unsere zweite Reise mit dem neuen Wohnmobil begann nach einer fast einwöchigen Vorbereitungsphase am 28.09.07. An diesem Freitag starteten wir bei absolut trüben Wetter und fuhren über die A 61 Richtung Süden. Der Verkehr zeigte sich an diesem Freitag bereits in den frühen Vormittagsstunden sehr launisch. Insbesondere der Berufskraftverkehr ist sehr stark und behindert ein zügiges Vorankommen. Es war eigentlich geplant, eine erste Übernachtung hinter München im Raum Chiemsee vorzunehmen. Aufgrund der Verkehrslage haben wir jedoch unser Vorhaben abgebrochen und sind in SULZEMOOS von der Autobahn gefahren. Bei dem ortsansässigen Wohnmobilhändler stehen wir auf einem kostenlosen Stellplatz und genießen am Abend eine heiße Suppe. Wir gehen früh schlafen, da die Fahrt doch sehr geschlaucht hat.
29.09.07
Heute sind wir früh aufgestanden, schnelles Frühstück und um 08:00 Uhr haben wir den Motor gestartet. Um München sind wir dann zügig weggekommen. Kurz vor der Österreichischen Grenze ein kurzer Stopp an einer Raststätte und die GoBox gekauft, mit 120 Euro aufgeladen und innerlich den Wunsch verspürt, die Oesis auf der Transitroute zu besch…. Meine bessere Hälfte spürte mein Ansinnen und riet jedoch davon ab. So haben wir dann tapfer die GoBox an der Scheibe belassen und die ständigen Piepstöne mit dem ein oder anderen bösen Kommentar bedacht. Ich dachte, dass Raubrittertum ist seid dem Ende des Mittelalters ausgestorben. Die Oesis haben es aber wohl wieder neu belebt…
Das Tanken an der Autobahn werden wir in Zukunft auch nicht mehr machen. Allerorts nur Abzocke und die Oesis wundern sich, dass die Wohnmobilfahrer nicht gut auf sie zu sprechen sind.
Abends kommen wir in Senj an. Dort hatte sich auch unser Bekannter aus dem Wohnmobilforum auf einem kleinen privaten Platz südlich von Senj hingestellt. Da die Zufahrt zu diesem Stellplatz jedoch abenteuerlich steil und eng war, entschieden wir uns, von diesem Stellplatz Abstand zu nehmen und sind zurück bis nach Sibinj. Dort haben wir uns auf einen netten kleinen Campingplatz gestellt, dessen Stellflächen terrassenfoermig angelegt wurden. Die Sanitäranlagen sind sehr einfach, jedoch recht sauber. Der Platz ist nur wenig frequentiert und liegt leider direkt an der stark frequentierten Magistrale. Hier bleiben wir zwei Tage und genießen die ersten warmen Tage am Meer.
30.09.07
Wir schnappen unsere Räder und fahren die sechs Kilometer nach Senj. Die stark befahrene Strecke hat es in sich. Es sind nicht die Autos, sondern das heftige Streckenprofil, das Susanne zu schaffen macht. Heute lernt sie den richtigen Umgang mit ihrer Gangschaltung. Für mich ist das Streckenprofil interessant und ich könnte stundenlang an der Küste entlang fahren. – Irgendwann werde ich den Wunsch mal umsetzen und mit dem Rad die Küste entlangfahren, während meine Holde unser WoMo bewegt.
In Senj schauen wir uns in aller Ruhe um und finden so allerlei Kleinode und interessante Ecken. Schließlich landen wir wieder am Hafen und setzen uns für einen Kaffee vor ein Restaurant und genießen die Sonne sowie den sonntäglichen Trubel um uns herum.
Am späten Nachmittag entschließen wir uns, die Wassertemperatur der Adria zu testen und gehen schwimmen. Das Wasser ist zwar etwas kühl aber nach einer Eingewöhnungszeit sehr angenehm.
Kosten für zwei Übernachtungen incl. Strom, Ver- und Entsorgung: 30,00 Euro.
01.10.07
Weiterfahrt über die Berge und die neue Autobahn A1 nach Zadar. Wir fahren zunächst an Zadar vorbei in Richtung Nin und halten auf dem Autocamp Peros. Dieser CP ist in unserem Buch von Campingcheque vermerkt. Der Platz verfügt über sehr saubere und neue Sanitäreinrichtungen. Insgesamt jedoch wirkt der Platz etwas ungepflegt. Vom nahen Strand sind wir enttäuscht, da kaum vorhanden und die direkte Umgebung am Strand des kleinen Ortes an gute alte Ostblockzeiten erinnert, obwohl hier viele schicke Neubauten entstehen, bzw. mittlerweile fertig gestellt sind.
Auf dem Platz stehen einige WoMo. Ein sehr nettes Ehepaar entpuppt sich als die „Pfotentiere“. Wir unterhalten uns angeregt und sie können uns ein paar gute Tipps mit auf den Weg geben. Somit haben wir unser erstes Mini-Forumtreffen. Ich bin mal gespannt, wen wir noch so unterwegs treffen werden.
Am Nachmittag unternehmen wir eine Radtour nach Nin. Nin ist ein sehr alter Ort, der jedoch einen sehr netten pittoresken Eindruck vermittelt und auf einer Landzunge liegt. Den Ort betritt man über eine kleine Brücke, die direkt am Stadttor endet. In Nin steht die kleinste Kathedrale der Welt. Ausgrabungen um die Kirch herum zeugen von einer alten, bewegten Zeit. Die Kirche ist leider leer aber ist die einzige Kirche, die wir in Kroatien offen vorfinden, bzw. ohne Eintrittsgeld betreten können. Am kleinen Marktplatz legen wir eine Pause ein und trinken einen leckeren Cappuccino für nicht einmal umgerechnet 2,00 Euro. Was für Preise….
02.10.07
Heute unternehmen wir einen Tagesausflug nach Zadar. Wir fahren mit dem Bus. Zadar hat eine nette historische Altstadt, die wir kreuz und quer erkunden. Die Altstadt erinnert uns ein wenig an St. Malo.
Auf unseren Reisen besichtigen wir immer gerne Kirchen. Einerseits, um die sakralen Bauten zu bestaunen und andererseits, um eine Kerze für unsere Angehörigen und für den positiven Reiseverlauf aufzustellen. Die Kroaten haben aber etwas dagegen und wollen ernsthaft Geld von uns haben. Das habe ich noch nie erlebt, dass man für den Kirchenbesuch Geld bezahlen soll. Andere Gotteshäuser sind leider abgeschlossen. Wir weigern uns, Kirchenmaut zu zahlen und trollen uns. Dann bekommen unsere Angehörigen diesmal keine Kerze aufgestellt. – Schade –
Also gehen wir auf den Fischmarkt und besuchen den großen Bauernmarkt. Dabei probieren wir uns durch die örtlichen Spezialitäten und kaufen für die nächsten Tage Obst und Gemüse ein.
Später trinken wir unseren obligatorischen Kaffee an der Promenade, geraten leider an einen unfreundlichen Kellner, der dann bei der Bezahlung eben leer ausgeht.
Auf der Rückfahrt ist der Bus rappelvoll mit Schülern. Wir haben selten so disziplinierte Schüler erlebt. In Deutschland wäre aus dem Bus ein vierrädriges Inferno gemacht worden.
Fazit unseres Ausfluges: Zadar ist ganz nett aber letztendlich keine Wiederholung wert, da es deutlich nettere Flecken an der Küste gibt und der Ort insgesamt etwas ungepflegt wirkte.
Am Abend nehmen wir nochmals telefonischen Kontakt mit Thomas und Bina (fredl-block) auf und verabreden uns für den nächsten Tag in Vodice. Die beiden sind dort nach einer abenteuerlichen Fahrt auf einem netten CP gelandet.
03.10.07
Zunächst fahren wir nach Vodice und treffen dort Thomas und Bina. Die Begrüßung ist sehr herzlich und offen, obwohl wir uns ja hier zum ersten Mal in unserem Leben sehen. Nach kurzem Ratschlag wird beschlossen, gemeinsam nach Trogir zu fahren. Dort landen wir auf dem Camp Rozac, auf der kleinen Insel Ciovo, die Trogir vorgelagert und mit einer Brücke verbunden ist. Wir stellen uns dort an den rechten Rand des Platzes, gegenüber der Werft und hoffen auf einen ruhigen Abend und einer ruhigen Nacht.
04.10.07
Wir stehen recht früh auf und stellen noch vor dem Frühstück fest, dass auf der gegenüber liegenden Seite ein Däne abreist. Obwohl der Frühstückstisch schon gedeckt ist, werden im Schweinsgalopp die WoMos umgestellt. Nun stehen wir an dem kleinen Strandabschnitt des CP. Zufrieden über den Coup genießen wir gemeinsam das Frühstück.
Später fahren wir mit unseren Rädern nach Trogir. Dieser Ort entpuppt sich als wirklich nettes Kleinod. Ich kann die UNESCO schon verstehen, dass dieser Ort unter Schutz gestellt wurde. Wir finden nach einigen Anläufen den Fischmarkt und kaufen riesige Thunfischsteaks, die abends durch Thomas auf dem Schwenkgrill zubereitet werden, nachdem die Steaks eine liebevolle Behandlung mit Kräutern etc. durch Bina erfahren haben. Für die Küchenspezialisten sei gesagt, dass der Thunfisch in astreiner Sushimi-Qualität war. Da hätte man auch einen leckeren rohen japanischen Snack draus machen können.
Unsere beiden Bekanntschaften aus dem WoMo-Forum entpuppen sich immer mehr als wirklich nette und liebe Leute, die man sehr gerne um sich hat.
05.10.07
Nach einer unruhigen Nacht werden zunächst Mücken gejagt. Woher die Mistviecher kommen, ist mir ein Rätsel, da wir doch vor Fenster und Türen entsprechende Abwehrgitter haben. Nach dem Frühstück gehen wir in den kleinen Ort, den Berg hinauf zur Kirche. Diese ist leider – wie soll es auch anders sein – verschlossen. Der Weg war fast umsonst – aber nicht vergebens.
Später wirft Thomas seine Angeln aus, leider hat er kein Glück und wir machen uns langsam Sorgen um unser Abendessen.
Am Abend grillen wir nochmals. Der Grillmeister Thomas zelebriert seine Grillkünste mit Spiesschen, Cevapcici und Würstchen und wir genießen…
06.10.07
Das Wetter ist umgeschlagen. Ein kleines Tiefdruckgebiet hat sich über Nacht herangeschlichen. Es regnet teilweise bis zum frühen Nachmittag. Dann kommt wieder die Sonne heraus. Wir fahren nochmals mit den Rädern nach Trogir und kaufen erneut auf dem Markt Obst und Gemüse ein.
Am Abend gehen wir gemeinsam mit Thomas und Bina in einer kleinen netten Konoba essen und feiern Abschied. Das Essen ist qualitativ nicht schlecht, nur die Fischsuppe von Thomas entpuppt sich als absoluter Flop und hätte auch als Hühnerbrühe durchaus eine Chance bekommen können.
07.10.07
Heute trennen sich unsere Wege wieder. Thomas und Bina fahren in Richtung Heimat und wollen auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp bei den Wasserfällen einlegen.
Wir entscheiden uns für die Insel Murter und stellen uns auf den großen CP Jezera Lovisca. Der riesige CP hat u.a. auch Appartements und ist terrassenfoermig um eine Bucht angelegt. Es sind kaum noch Gäste vor Ort, da der CP am kommenden Wochenende schließt.
Nach der Ankunft machen wir einen ausgedehnten Spaziergang nach Tisno. Im Ort begleiten uns eine ganze Weile zwei streunende Hunde. Die beiden Kerle haben schon was und für eine kurze Zeit überlegen wir, ob wir zumindest einen „retten“. Wir bleiben aber realistisch und der treublickende Streuner wird nicht nach Deutschland reisen. Das Wetter ist nicht wirklich gut. Es stürmt ganz ordentlich aber zum Glück bleibt es trocken.
08.10.07
Wir haben schönstes Wetter und entschließen uns mit dem Fahrrad die Insel Murter abzufahren. Auf netten Nebenstrecken fahren wir zunächst nach Bettina und später nach Murter. Meine Frau kauft in einem Supermarkt Katzenfutter, da auf dem Campingplatz eine Horde Katzen wohnt. Die Mini-Tiger machen alle einen gut genährten und gepflegten Eindruck aber die Tierliebe siegt mal wieder. So werden also in den nächsten Tagen die Raubtiere gefüttert und meine Frau würde am liebsten eine Horde kleiner Katzen direkt mitnehmen. Glücklicherweise siegt die Vernunft und die Katzen bleiben letztendlich in Kroatien. Hoffentlich geht es ihnen auch im Winter ohne die Gäste des CP gut.
Am Abend gehen wir in Tisno essen. Wir entscheiden uns für das Restaurant, in dem die Einheimischen sitzen und haben wirklich Glück. Das Essen ist sehr gut. Es gibt eine gemischte Vorspeisenplatte und anschließend eine Fischplatte, die alle Vorstellungen übersteigt. Eine Dorade wandert später ins „Doggybag“ und wird später verspeist.
09.10.07
Wir frühstücken ganz gemütlich. Da ein kalter Wind aufzieht und eine erneute Wetterverschlechterung droht, entschließen wir uns einen Tag früher als geplant abzureisen. Die Katzen werden letztmalig gefüttert, das Wohnmobil entsorgt und fahren über die neue Autobahn in Richtung Rijeka. Dort verfahren wir uns trotz Navi und Landkarte und benötigen drei Anläufe, um den Weg Richtung Slowenien zu treffen.
Wir fahren weiter in Richtung Österreich, fahren durch den Karawankentunnel und auf österreichische Seite an der ersten Ausfahrt raus und fahren nach Rosegg. Dort stellen wir uns auf einen kleinen WoMo-Stellplatz am Landgasthof. Das Essen ist lecker und reichhaltig, das Bier o.k. Allerdings werden uns für den Stellplatz 11,00 Euro incl. Strom berechnet. Einen Rabatt gibt es nicht, obwohl wir im Landgasthof gegessen haben. Dies finde ich dann doch etwas übertrieben und teuer. Dennoch, hier haben wir gut geschlafen, da totenstille im Ort herrschte.
10.10.07
Nach einem guten Frühstück fahren wir weiter in Richtung Heimat. Bis auf Chiemsee lief es auch gut. Dann setzte der totale Wahnsinn ein und ich danke Gott, dass wir noch leben. Ich weiß nicht, was die Berufskraftfahrer an diesem Morgen gefrühstückt oder geraucht haben. Auf jeden Fall sind wir irgendwie Freiwild und insbesondere die LKW-Fahrer benehmen sich wie die Wutz. Ob die schon mal überlegt haben, dass die auch nur ein Leben haben? Mir platzt auf jeden Fall irgendwann der Kragen und will am liebsten zurück nach Kroatien. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir endlich Wertheim und machen halt am Wertheim Village und übernachten auf dem Stellplatz des Expocenters.
11.10.07
Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir gegen Mittag unsere Heimat. Eine schöne Reise geht zu Ende.
Statistik:
Wir sind auf dieser Reise ca. 3200 km gefahren.
Zu den Kosten sei gesagt, dass der teuerste Posten in unserem Reisebuget die Tankstopps sowie die Mautgebühren waren.
Maut in Österreich betrug 110 Euro; 55 Euro je Strecke incl. Tunnel.
Die Maut in Slowenien kann fast vernachlässigt werden
Die Maut in Kroatien war da schon deutlich mehr. Dafür hat man jedoch eine neue und gut ausgebaute Autobahn mit einer geringen Verkehrsdichte bekommen.
Fazit unserer Reise:
Dies war unsere zweite längere Reise mit unserem WoMo. Wieder haben wir eine Menge dazugelernt. Ich muss deutlich ruhiger werden auf den Transitabschnitten und die Zeitspanne der Etappen großzügiger planen, damit wir nicht unter Zeitdruck geraten. Ich vergesse einfach noch zu häufig, dass wir ja unser Bett und die Küche spazieren fahren und somit ja keine Not hinsichtlich der Übernachtung aufkommen kann.
Kroatien hat uns sehr gut gefallen. Die Menschen sind uns immer sehr freundlich und offen begegnet. Von den Kosten ist Kroatien auch noch ein attraktives Reiseland und glücklicherweise noch weit von anderen hochpreisigen Urlaubsregionen entfernt. Hoffentlich bleibt dies noch eine Weile so, da wir mit Sicherheit wieder nach Kroatien fahren werden. Dann sollen auch Dubrovnik und die Makarska-Riviera auf dem Programm stehen.
Viele Gruesse aus der Eifel,
Gregor und Susanne

