Tag 069 / 05.11.2007 / ca. 100 km / Etna und Acrireale
ONLINE-KOSTEN, … EIN PAAR WORTE IN EIGENER SACHE …
Die Rechnungen für die letzten 2 Monate sind da und lesen sich nicht spaßig.
Um den Reisebericht ONLINE zu stellen, zahlen wir inzwischen rund € 180 pro Monat. Das ist eine Menge Holz.
Ende November 2007 läuft die Vodafon-Karte ab und wir wollen diese, bei diesen Kosten nicht mehr verlängern.
Ergo: 1. Wird es ab Ende diesen Monats keinen täglichen Bericht mehr geben können, zumal man hier in Italien nur und ausschließlich gesicherte Netzwerke vorfindet.
Aber …, wir können so Sizilien noch vollends abschließen, denn wir stehen ja heute schon in Acireale.
Ergo 2. Werden wir alle 14 Tage bis 3 Wochen in einem Internetcafe den Bericht fortführen. Das ist zwar nicht so aktuell, aber der einzige vernünftige Weg den Reisebericht fortzusetzen.
Fotos! Wir werden in Kürze wieder an Beduin (INA) eine Foto-CD senden, so dass der Bericht quasi auch auf Bildern fliegt und bessere Eindrücke ermöglicht.
Wir bitten um Verständnis!
SIZILIEN, IN 14 TAGEN
3 Wochen Urlaub? Eine Woche für Hin- und Rückfahrt und 14 Tage für Sizilien.
4 Wochen Urlaub? Eine Woche mehr Zeit lassen oder im Inland noch Enna und Corleone ansteuern.
Nachdem wir nun Sizilien zweimal intensiv bereist haben, würden wir, aus unserer Sicht und Erlebnissen, einen Reisemobilisten, der 14 Tage bis drei Wochen Zeit hat, die folgenden Ziele empfehlen.
Dabei steht das Reisen, das Erleben von Landschaften und interessanten Zielen, klar Vordergrund.
UMRUNDUNG IM, ODER ENTGEGENGESETZT DES UHRZEIGERSINNS?
Diese Frage stellt sich gleich nach der Ankunft.
Wir würden empfehlen dem Wetter die Entscheidung zu überlassen.
Sind die Wetterverhältnisse klar, Sonne und Weitsicht herrschen vor, dann auf jeden Fall den Uhrzeigersinn wählen, um alle Wetterrisiken zum Besuch des Etna`s, auszuschließen.
Ziel 1: Taormina, 1 Tag
SP: Giardina Naxos, Viale Stracina 22
Unsere Bewertung: 4 Sterne für die Stadt und die Ausgrabungen
Ziel 2: Der Vulkan Etna, 2 Tage
3.370 Meter hoch, bietet sich von Messina kommend die Rundfahrt Etna Nord hoch und Etna Süd herunter an.
SP: Rifugio Sapienza mit Versorgung auf rund 2.000 m Höhe.
Unsere Bewertung: 5 Sterne für Natur und Vulkan
Ziel 3: Siracusa: Insel Ortigia, 1 Tag
SP: Siracusa, Paracheggio von Platen mit V&E
Unsere Bewertung: 3-4 Sterne für die Insel Ortigia (Barockstädtchen)
Ziel 4: Noto, 1 Tag
SP: 3 SPs sind ausgeschildert, oder 35 km zur Marina di Modica, Piazza Donatella
Unsere Bewertung: 4 Sterne für die Altstadt von Noto (Barockstadt)
Ziel 5: Ereclea Minoa ( … und Tal der Tempel bei Agricento), 1 Tag
SP: Parkplatz vor den Ausgrabungen auf den Kreidefelsen, oder der Beschilderung Hafen folgen.
Unsere Bewertung: 3-4 Sterne für Natur
Ziel 6: Seliunte und Segesta, Auf der Durchreise von Südwest nach Nord besuchen.
Unsere Bewertung: 3-4 Sterne für Geschichte und die Akropolis
Ziel 7: Erice, 1 Tag
SP oben in 700 Metern Höhe, vor Erice ausgeschildert.
Unsere Bewertung: 4 Sterne für die mittelalterliche Stadt auf dem Berg
Ziel 8: San Vito lo Capo unterhalb des Monte Cofano, 2 Tage
SP: Unterhalb des Monte Cofano
Halbzeit der Tour und eine gute Möglichkeit am Meer auszuspannen.
Unsere Bewertung: 3-4 Sterne für Landschaft und Natur (Berge und Meer)
Ziel 9: Palermo und Monreale, 2-3 Tage
SP: Campingplatz aufsuchen und Bus für Stadtbesuch wählen.
Unsere Bewertung: 5 Sterne für die Altstadt Palermos und Monreale.
Ziel 10: Cefalu, 1 Tag
SP: Östlicher Stadteingang, hinunter zum Hafen fahren und dort stehen.
Bitte keinen Versuch unternehmen Cefalu durchfahren zu wollen.
Unsere Bewertung: 3-4 Sterne für das Altstädtchen
Ziel 11: Tindari, Durchreise
SP: Unterhalb des Klosters, allerdings € 3,00 pro Stunde.
Unsere Bewertung: 3 Sterne für Natur, Ausblick und Kloster der schwarzen Madonna
Ziel 12: Milazo, 1 Tag
SP: Hafen zu Liparischen Inseln versuchen. Je nach Betrieb!
Unsere Bewertung: 3 Sterne für Natur und Blick auf die Liparischen Inseln
Weitere Beschreibungen zu den Zielen können diesem Thread entnommen werden.
Der Link zu den Fotos führen zu der Diashow und somit zu den Zielen.
AUF DEM ETNA: WIE SIE SEHEN, SEHEN SIE NICHTS …
9:00 Uhr in Siracus, 18 Grad, bewölkt, es sieht nach Regen aus.
Wir starten das Hotel und rollen Richtung Etna.
Das ist zwar, bei diesen Wetteraussichten, kein erstklassiger 1-A-Plan für diesen Tag, , aber, wir wollen versuchen, vielleicht doch ein paar Fotos schießen zu können.
Kann ja sein, dass die Wolkendecke doch noch aufreist.
Wir umfahren den Großstadtmoloch der Industriemetropole Catania (500.000 Einwohner), deren Ausdehnungen gewaltig sind.
Erreichen Nicolosi und beginnen kurz danach mit dem Aufstieg des Hotels über die zahlreichen Serpentinen (17 km).
Der Asphalt ist erstklassig und es gibt auch eine ganze Menge Parkbuchten, um die Aussicht bei einem Stopp genießen zu können, doch … leider … Sichtweite meist 100 Meter, selten mehr.
Nach 20 km hinter Nicolosi und gut einer Stunde regelrechter Bergtrödelfahrt, vorbei an in Lava versunkenen Häusern und einem Kirchlein, erreichen wir das Rifugio Sapienza in 1.910 Metern Höhe.
Auf der Fahrt können von Lava überflutete Häuser und ein Kirchlein gesehen werden.
ZUM GIPFEL DES ETNA …
Jeglicher Betrieb per Seilbahn und Jeep zum Gipfel zu gelangen werden jeweils Ende Oktober vollends eingestellt.
Es beginnt zu nieseln und mit der Aussicht ist es eine totale Fehlanzeige.
Wie schon geschrieben, es war ein Versuch.
4 Grad sind es hier oben und der Stellplatz für rund 40 Reisemobile gehört völlig uns alleine. (Gekennzeichnete Parkbuchten mit Strom und Wasser beim Refugio Sapienza)
DER ETNA
Die Geschichte des Vulkans reicht 600.000 Jahre zurück, so die Wissenschaft.
Es war am Ende des Zeitalters des Quartärs als der Etna aus dem Ionischen Meer erstmals, als Insel quasi vor dem Festland, in der heutigen Bucht von Catania, emporstieg und sich durch Lavaergüsse ausweitete.
Höhe 3.340 Meter über N.N.
Durchmesser 44 km, Vulkanfuß 400 Kilometer.
Letzter, wesentlicher Ausbruch 2001, in der Gegend um Silvestri, in 2.500 m. Höhe.
Hauptkrater ist der Crateri Sommitali, in 3.3.40 m. Höhe. Es gibt drei Nebenkrater.
Stationen für Exkursionen: Rifugio Sapienza (Ost), Piano Provenzana (Nord).
Auffahrt Ost: Sehr steinige Ausblick, nur Moose und wenige Büsche. Schwarzes Lavagestein entlang der Straße.
Abfahrt Nord: Lavagestein und viel Lavasand mit schwarzer Lavestaub auf dem zahlreiche Gräser, Büsche und Bäume wachsen.
Zur Zeit ist Herbst hier oben, die Bäume tragen noch ihr buntes Laub.
Wir wandern ein wenig durch den Nebel, stehen auch direkt am Krater Sylvestri, den wir aber nicht einsehen können.
Wir erleben auch, wie wichtig es ist, sich hier, bei diesem Wetter vernünftig zu orientieren.
Denn als wir losgingen konnten wir sehr kurz noch einmal die Küste sehen und nun umgibt uns eine undurchsichtige Nebelsuppe mit quasi null Metern Sichtweite.
Da könnte man sich sehr schnell verlaufen.
Also, das bringt alles nichts hier oben, wollen wir bleiben? Wollen wir fahren?
Wir entscheiden uns dem regnerischen Tag noch etwas Positives abzugewinnen und steuern einen CP mit Waschmaschine in Acireale an.
So können wir die Berge an Wäsche waschen.
Am 12. November fliegt ja unsere Tochter für ein paar Tage in Catania ein und wir hoffen die Tour Etna, dann bei besserem Wetter, noch einmal machen zu können.
CP „La Timpa“ IN ACIREALE …
Anschrift: Acireale, Via Santa Maria La Scala 25. 3-Sterne-Platz.
Sehr schön auf Lavaklippen gelegen mit weit reichender Aussicht auf das Ionische Meer und einen Teil der Zyklopen.
Schwimmingpool und jede Menge Terrassen und Badebuchten.
Nun stehen wir nach schwieriger Anfahrt auf diesem Campingplatze, ca. 50 Meter hoch auf den schwarzen Lavaklippen und schauen auf einen Teil der Zyklopenküste, mit den Felsmassiven, die auf dem Meer ragen.
Sollte nun der Etna spucken und die Erde wackeln, sind wir wahrscheinlich die ersten, die über die viel zitierte Klippe springen, so nah stehen wir daran.
Von den zahlreichen Aussichtsplattformen zum Meer hin, können wir uns eine aussuchen.
Auch würde uns ein Aufzug, durch das schwarze Gestein, die 50 Meter hinunter zur Küste befördern. Aber, da wird uns eher klaustrophobisch und wir verzichten.
Natürlich kann man auch die Stufen nehmen.
ACIREALE …
160 Meter hohe Lava-Stelküste. Das Zentrum der Stadt ist ein Barockjuwel, ähnlich Noto.
In Acitrezza (Nachbarort) befindet sich ein Normannen-Kastell auf schwarzem Lavafelsen.
Wie könnte es anders sein, es beginnt auch hier an zu regnen.
Bei diesem Wetter, über schon so viele Tage, gleiten wir vielleicht bald in eine Winterdepression ab.
Tag 070 / 06.11.2007 / ca. 0 km / … auf dem CP La Timpa, in Acireale
9:00 Uhr, die achte Waschmaschine wird gerade befüllt.
Wir sind die einzigen Gäste auf dem CP und von unseren eigenen Wäscheleinen vollends umzingelt.
Gegen 10:00 Uhr hupt es und der Bäcker kommt mit frischem Brot und Brötchen vorbei.
Wir kaufen drei Brötchen und überlassen ihm das Wechselgeld von 20 Cent, worauf er uns eine handvoll Zitronen schenkt.
Gitte badet derweil eine vielleicht 4-6 Wochen junge Babykatze, die offensichtlich in frischen Beton gefallen war und dadurch von der Mutter abgestoßen wurde.
Nach dem Vollbad kümmert sich die Mutter wieder liebevoll um die Kleine.
Das Wetter ist durchwachsen, etwas mehr Sonne als Wolken.
Es gibt nichts zu berichten heute.

