froschtreter am 22 Dez 2007 20:53:46 Hallo WoMo-Freunde,
ich habe noch einen halb vollen Tank mit Diesel vom September. Nun wollte ich gestern meinen Ducato 2.8 JTD bei -7 Grad starten und es ging gar nichts. Ich vermute, dass der Diesel sulzig ist. Was kann ich tun, damit ich losfahren kann?
Wäre super, wenn mir einer einen guten Tipp hätte...
Herzlichst
Bernd
Felix On The Road am 22 Dez 2007 21:39:04 Hallo,
ich hatte vor Jahren auch mal so ein Problem im Diesel-Pkw.
Der Kraftstoff im Tank ist das kleinste Problem.
Hier hilft das Zumischen von Benzin .
Schätze die Restmenge im Tank und gib im Verhältnis 1:20
Benzin zu.
das Problem sind die Kraftstoffleitungen
und der Kraftstofffilter.
Ich glaube nicht,
das der Filter zu erwärmen ist,
daher würde ich diesen austauschen.
Bei manchen Motoren ( ich glaube nur die älteren) gibt es dazu eine kleine Handpumpe zum Entlüften und auch damit auch zum frischen Sprit heranzupumpen. Evt. mal im Handbuch nachlesen,
was im Falle des Tankleerfahrens zu tun ist.
Vielleicht kann man die Kraftstoffleitungen vom Tank an
mit Kompressen aus heissen Wassertüchern erwärmen,
ich glaube aber nicht , das es klappt.
Schöne aus Kiel
Felix
MichaelW am 23 Dez 2007 01:14:47 Hallo,
bei den Common-Rail Motoren wäre ich wegen der Pumpen Schmierung vorsichtig mit dem Zumischen von Benzin. Ansonsten wird wirklich schwierig, wenn nicht zufällig eine Halle in der Nähe ist, wo man das Teil "auftauen" könnte. Viel Erfolg !
jonathan am 23 Dez 2007 09:47:51 Hatte ich auch vor Jahren-in Italien Sommerdiesel getankt, nach frostiger Nacht in der Schweiz diesel eingefroren. Da gibt es nur eines: Fahrzeug in geheizte Halle Schleppen oder auf warme Temperaturen warten.
Danach ganz schnell Winterdiesel nachkippen-bei den modernen Dieseln wäre ich auch mit Benzin sehr vorsichtig.
Werner
seklatt am 23 Dez 2007 10:25:46 Hallo
Ich hatte das Problem im Winter auch mal, allerdings beim Transit.Da der Tank auch halbvoll war und lange gestanden, hat sich Kondenswasser im leeren Bereich des Tankes gebildet und da das Wasser schwerer ist als Diesel wurde von der Pumpe zu erst angesogen.Der Transit hat für den Fall den Wasserabscheider den man leeren muss.
Ob so was auch bei Ducato gibt weiss ich leider nicht, wenn nicht einfach den Kraftstoffschlauch abziehen, etwas in ein Behälter ablaufen lassen so das nur reine Diesel da ist.
Seit dem stelle ich den Wagen immer voll getankt ab wenn ich lange Zeit nicht fahren will.
sedat
herrhausk am 23 Dez 2007 10:25:52 Hallo,
im Sommerdiesel ist ein höherer Paraffinanteil.
Bei niedrigen Temperaturen fällt das Paraffin aus und setzt den Kraftstofffilter zu.
Also mit Heizgebläse den Filter, die Kraftstoffleitungen usw. erwärmen.
Es gibt spezielle Dieselzusätze die du in den Tank schütten kannst um ein erneutes ausfallen des Paraffins zu verhindern.
Wenn du die nicht bekommen kannst, geht das auch mit Benzin, dann würde ich aber wegen der verminderten Schmierung 2Takt-Oel in Verhältnis 1:100 (bezogen auf den Tankinhalt) beimischen.
viel Erfolg, Heinz
Gast am 23 Dez 2007 10:26:35 einzige Chance: warten auf wärmeres Wetter (bei uns regnet es schon) oder in eine warme Halle schleppen. Danach kann es sein, dass der Dieselfilter gewechselt werden muss, da er zusitzt.
Bitte bei modernen Common-Rail Motoren kein Benzin beimengen - die Einspritzpumpen werden dann nicht mehr geschmiert, es entstehen Späne, die sich im Motor verteilen und einen kapitalen Motorschaden nachsichziehen.
NaviGer am 23 Dez 2007 11:20:25 Hallo,
einzige Chance: warten auf wärmeres Wetter (bei uns regnet es schon) oder in eine warme Halle schleppen. Danach kann es sein, dass der Dieselfilter gewechselt werden muss, da er zusitzt.
Den Filter unbedingt wechseln. Ich hatte das Spiel schon mal gehabt: Ohne Filterwechsel ging beim nächsten Frost wieder nichts mehr. Der Filter setzt sich, wie ABE schrieb, teilweise mit den Paraffinrückständen zu.
Bergbewohner1 am 23 Dez 2007 14:55:46 ABE hat geschrieben: Bitte bei modernen Common-Rail Motoren kein Benzin beimengen - die Einspritzpumpen werden dann nicht mehr geschmiert, es entstehen Späne, die sich im Motor verteilen und einen kapitalen Motorschaden nachsichziehen.
Naja Späne düften nicht in den Motor kommen, da die Pumpe ja nicht mit Ölkreislauf verbunden ist, aber ansonnsten, schon geringe Mengen Benzin im C R-Diesel führt zur Zerstöhrung der Hochdruckpumpe.
Gast am 23 Dez 2007 18:55:07 @Waldtroll,
wenn Diesel durch die Pumpen in den Motor gelangt, werden auch Späne der Pumpe bei Zerstörung logischerweise in den Motor gelangen, oder? :gruebel:
Und Späne im Brennraum haben halt einen zerstörerischen Effekt.
Ansonsten frag doch mal eine Werkstatt...
VW gibt für einen solchen Fall einen Motorschaden bis ca. 6500,-€ an.
RG Regalbau am 23 Dez 2007 20:25:04 Ob die Späne in den Brennraum gelangen, ist fraglich.
Da die Hochdruckventile in der Commonrailpumpe sehr kleine Durchmesser in den Ventilsitzen haben.Schlimmer wirken die Späne im Druckregel, oder Volumenregelventil. Dort können sich die Späne zwischen Ventilkugel und Ventilsitz einarbeiten, oder sich festsetzen.
Das Ergebnis sind dann Ventile die bei voller Bestromung nicht mehr Dichthalten und eine Interne Leckage aufweisen.
Dadurch läuft das ganze System nicht mehr Richtig.
Bitte nicht falsch verstehen, es tritt kein Kraftstoff ins Freie aus.
Ebenso die Injektoren, die nach dem Rail das Diesel in den Brennraum zerstäuben haben Bohringen im 1/10 mm Bereich. Diese können verstopfen.
Und wir reden momentan von Drücken bis 2000 bar.
Woher ich das weiß:
Ich arbeite bei einem renomierten Automobilzulieferer im Bereich Dieseltechnik Commmonrail.
Es sind schon Drücke in LKW Motoren mittels Commonrailtechnik von 2500 Bar möglich.
Die ganze Fertigung dieser Komponenten findet in Reinräumen statt.
Restschmutzspezifikationen von einer max. Schmutzpartikelgröße von 30µ sind keine Seltenheit.
So frohes Fest, ich hab erst mal Urlaub.
hartmut49 am 24 Dez 2007 08:43:47 Hallo,
mir hat mal ein Schmierölvertreter, eines großen Konzernes gesagt, daß Petroleum zum wintertauglichmachen , von Sommerdiesel geeigneter ist, als Benzin.
Petroleum sei sogar nützlich, für Pumpe, und vor Allem, für die Düsen.
Bei einem unvermeidbaren Start mit Sommerdiesel, bei Minustemperaturen,wärme ich immer den Filter, und die Zuleitungen, mit der Heißluftpistole an.
Der Filter ist die empfinlichste Stelle, beim Dieselsystem bei ungeeigneten
Sommerdiesel
Wenn der zu sitzt, geht, nichts mehr. Das habe ich, oft genung, mit gemacht.!
An Alle, ein frohes Weinachsfest, ein glückliches, und vor Allem ein gesundes neues Jahr.!
Hartmut
spleiss53 am 24 Dez 2007 15:22:49 Zwischenfrage an die Experten unter euch: warum wir eigentlich der sogenannte "Winterdiesel" nicht das ganze Jahr verwendet?
RG Regalbau am 24 Dez 2007 16:18:28 Hallo Spleiss53,
beim Winterdiesel wir ein Bestandteil beigemischt, welcher verhindert, das das Diesel sulzig wird oder gar gefriert.
Das kostet den Hersteller natürlich was.
Im Sommer spart er sich die Zusätze einfach.
hartmut49 am 25 Dez 2007 09:45:24 Frohe Weihnachten, an Alle,
Sommerdiesel, ist nach Aussage o. b. Vertreter der Ölindustrie,
wirkungsreicher. ( bessere Ausbeute)
,
Hartmut
spleiss53 am 25 Dez 2007 09:52:13 Danke smeagol und Hartmut 49 - wieder was gelernt!
McLouis-Frank am 25 Dez 2007 11:21:57 Schöne Weihnachten wünsche ich allen Lesern.
Also jetzt mal was von mir.
Bei den modernen Dieselmotoren kein Benzin zumischen, ich verwende Diesel-Fließ-Fit von Liqui Moly, mische ich bei der vorletzten Tankfüllung vor dem Winter schon zu, und vor der Einwinterung fülle ich den Tank noch mal bis an den Stehkragen, natürlich mir Sommerdiesel, da ja im Okt. noch nichts anderes verfügbar ist. Von Nov. bis März gönne ich ja meinem 2,3 Ltr. Jtd Ruhe. Im Januar lasse ich gewöhnlich den Motor mal ne halbe Stunde laufen, bis die Betriebstemp. erreicht ist, meist mache ich bei dieser Gelegenheit gleich noch den Ölwechsel mit, wenn das Öl einmal so warm ist, das es restlos rausläuft. Außerdem fülle ich vor dem Winter auch noch Diesel Antibakteriell von Liqui-Moly auf, denn mancher Filterverstopfer ist auf Bakterienkulturen zurückzuführen.
Ciao und viele weihnachtliche ,
Frank.
oldi am 25 Dez 2007 12:47:50 hallo
das von frank genannte mittel ist das einzige wahre zur vorbeugung.
habe das zeug immer vor jeder norwegen winterfahrt eingefüllt, denn in den bergen hat man schnell mehr als -20 grad.
ist auch unbedenklich für common rail motore, denn es basiert auf den gleichen mitteln die von den mineralölgesellschaften dem diesel zugegeben werden.
vorteil ist das man es selbst besser dosieren kann.
erhältlich in jedem guten kfz-zubehörhandel.
gruß peter
froschtreter am 02 Jan 2008 12:44:02 Die vielen Antworten zeigen mirl, dass das hier einfach ein super Forum ist und ich möchte mich herzlich bei allen Autoren bedanken.
Ich hatte keine Möglichkeit, mich in eine geheizte Halle schleppen zu lassen. Zum Glück durfte ich aber Strom von einem Nachbarn des Grundstücks, auf welchem mein WoMo steht, anzapfen. Und zum Glück war der Tank nur halb voll.
So habe ich erst mit Kanistern 30l Winter-Diesel nachgetankt.
Ich habe dann bei ca. 10 Grad minus zur Wärmedämmung den Motorraum mit alten Wolldecken bis zum Boden behangen und ein Heißluftgebläse aus dem Heimwerkerbereich (sieht aus wie ein Fön, nur mit ordentlich Hitze) von unten schräg nach oben in den Motorraum blasen lassen. Nach etwa 2 Stunden war der Motorraum schön durchgewärmt.
Die Starterbatterie hatte nach zwei Stunden auch etwas mehr Power, so dass ich nach 5 Versuchen letztendlich starten konnte. Damit war der Weihnachtsurlaub gerettet.
Ich wünsche allen ein gutes Neues - liebe
Bernd
Bergbewohner1 am 02 Jan 2008 18:22:42 Hartmut 49 hat geschrieben:Hallo, mir hat mal ein Schmierölvertreter, eines großen Konzernes gesagt, daß Petroleum zum wintertauglichmachen , von Sommerdiesel geeigneter ist, als Benzin. Petroleum sei sogar nützlich, für Pumpe, und vor Allem, für die Düsen.
An Alle, ein frohes Weinachsfest, ein glückliches, und vor Allem ein gesundes neues Jahr.!
Hartmut
Dieser Vetreter hat sicher noch eine Motorenwerkstatt. Petroleum wird zum reinigen von Metallteilen verwendet und davon wird Metall bei längerem einwirken von jeglichen Fetten befreit und würde jede Schmierung verlieren. Warum ich das so genau weiß. mein Großvater hatte eine Strumpffabrik mit Flachkulierwirkmaschinen, da wurden die Platinenstücke mit Petroleum gereinigt und mußten dann sofort wieder geölt werden, ansonsten war die Maschine nur noch was für den Schrott.
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