Salut Eric,
klar das geht auch. Gérardmer liegt ja sozusagen spiegelbildlich zu Munster, von der Schlucht aus betrachtet. Die Radtouren muss man entsprechend umkrempeln. Von dort aus rückt auch der Ballon d'Alsace in Reichweite. Wenn du über La Bresse und den Col d'Oderen nach Bussang fährst, kommst du sogar zur Moselquelle.
Für ein bisschen Bootfahren ist das Gebiet natürlich ideal. Campingplätze gibt es reichlich an beiden Seen. Die am Lac de Longemer kannst du dir auf dieser Karte ansehen:
--> Link
Die Karte ist aber nicht komplett, denn am Lac de Gérardmer gibt es auch welche, sogar einen ***. Die Plätze liegen erfreulicherweise eher an der Südseite der Seen. Gegenüber ist es wegen der Nationalstraße recht laut.
Eigene Erfahrungen habe ich mit den Plätzen nicht. In der Saison ist da - wie meist an Seen - ein ganz schöner Rummel; in deiner Reisezeit aber wohl noch erträglich.
Wenn du die Eingeborenen beeindrucken willst, kannst du sie mit der korrekten Aussprache des Ortsnamens überraschen: Gérardmer wird nämlich (abgesehen davon, dass man das 'd' nicht spricht) hinten 'mé' und nicht 'määr' gesprochen.
Wenn du mit dem Rad unterwegs bist, könntest du auch etwas für unseren nationalen Ruf tun. Wir Deutschen gelten nämlich jenseits des Rheins als stur und unfreundlich. Wir sind das gewiss nicht mehr als andere, aber sie haben diesen Eindruck. Meiner Ansicht nach liegt das daran, dass wir in der Regel nicht grüßen und auch nicht "pardon" sagen, wenn wir jemanden stören. Also bitte: für alle Radfahrer ein "bonjour" bereit halten. Wenn man unterwegs einzelnen Menschen begegnet, macht sich ein "Bonjour, Monsieur" oder "Bonjour, Madame" besonders gut.
Ich finde besonders auffällig, dass französische Frauen, wenn sie einem (einzelnen) Mann begegnen, nicht wegschauen oder so tun, als sähen sie einen nicht. Nein, sie blicken freundlich und grüßen (zurück). Das gibt es zwar auch in einigen anderen Ländern, bei uns aber eher nicht. Grüßte man sie nicht, würde das als sehr unhöflich angesehen.
Auch so gesehen: Reisen bildet. Vor allem, wenn es sich nicht nur im Auto, im Supermarkt, auf Stellplätzen und bei touristischen Highlights abspielt.
A+