Ulrike M. am 01 Mai 2008 08:43:34
Guten Morgen,
Also ich muss hier ganz deutlich Petra widersprechen. Gerade der Südwesten und Westen der USA ist für das WoMo herrlich. Wir haben auch PKW-Urlaube in den USA verbracht, zuletzt einen kombinierten PKW-WoMo-Urlaub (zuerst PKW, dann WoMo) und ich kann nur sagen: „Beides probiert, kein Vergleich!“
Bei der Fahrzeugübergabe solltest du sehr genau sein (falls es der Vermieter nicht von sich aus ist). Lass jeden Schaden dokumentieren, damit nicht am Ende der Fahrt du dafür zur Kasse gebeten wirst. Ob du dir das von den Vermietern angebotene Ausstattungspaket (Bettwäsche, Geschirr) nimmst, bleibt dir überlassen. Wir stellten bei unserem letzten Urlaub fest, dass wir das nicht mehr tun würden. Wir würden uns im nächsten WalMart mit dem Nötigen eindecken und hätten dann genau das, was wir wollen und nicht ein paar schwindlige Becher und eine Decke aus Kunststoff…
Wir haben uns entweder auf privaten Campingplätzen der KOA-Kette
--> Link aufgehalten, von denen wir Katalog und Rabattkarte hatten oder aber waren wir auf den Campgrounds der National Parks, State Parks oder National Forests. KOA-Plätze haben alles: Full hook-up (also Wasser- und Abwasseranschluss auf dem Stellplatz, Strom), bei den Parks findet man die Ver- und Entsorgungsstelle in der Regel irgendwo auf dem Gelände. Amerikanische WoMo haben immer einen Fäkaltank: man entleert zuerst diesen und spült dann mit dem Grauwasser nach. Trinkwasser ist in der Regel in diesen Regionen stark chloriert. Zum Trinken und Kochen muss man daher unbedingt Wasser aus dem Supermarkt kaufen.
Als Kartenmaterial habe ich den Rand Mc Nally Straßenatlas, den es auch bei uns im Hallwag-Verlag gibt. Zudem gibt es an den Autobahnen in den USA an den Grenzen große Raststätten mit Touristeninformationen, wo man sich mit einer Gratis-Karte des Staates eindecken kann.
Einkaufen ist kein Problem. Jeder Supermarkt hat große Parkplätze, auch jedes Restaurant, womit ein Essen unterwegs durchaus möglich wäre. Ob du essen gehen willst oder lieber selbst kochst, liegt bei dir, wir zogen zweiteres vor.
In fünf bis sechs Wochen hast du massig Zeit für diese Route. Was mich allerdings bedenklich macht, ist die frühe Reisezeit im März. Hier wird noch manches unter einer winterlichen Schneedecke liegen, vielleicht sogar nicht einmal zugänglich sein.
In L.A. wirst du die erste Nacht ohnehin im Hotel verbringen müssen, am nächsten Tag kannst du dann das Fahrzeug holen. Ich würde mir die Stadt und ihre Umgebung eher bei der Rückkehr ansehen, denn da solltest du ohnehin mit ein paar Tagen Puffer sein.
Du wirst L.A. vermutlich Richtung Tucson auf der Interstate 10, dem I-10, verlassen. Nach Palm Springs führt diese am Joshua Tree National Park vorbei (
--> Link), der ganzjährig geöffnet ist und auch Campingplätze hat. Im Februar und März blühen diese eigenwillig gebauten Joshua Trees weiß, was sehr schön sein soll.
Organ Pipe Cactus National Monument in Arizona an der Grenze zu Mexico (
--> Link) dürfte um diese Jahreszeit auch sehr schön sein. Wir waren wegen der unerträglichen Hitze im Sommer nicht dort. Auch dieser Park ist ganzjährig geöffnet.
In und um Tucson erwarten dich u.a.:
Das Pima Air Museum
Der Flugzeugfriedhof
Der Saguaro National Park
Tombstone Courthouse State Historic Park (
--> Link)
Von Tucson geht es dann über Phoenix nach Flagstaff. Unweit des I-17 ist das Montezuma Castle National Monument, eine Felsenbehausung der Indianischen Ureinwohner (
--> Link) – sehenswert!
Von Flagstaff aus würde ich erst noch nach Osten (ca. 100 Meilen) zum Petrified Forest National Park mit seinen tollen versteinerten Baumstämmen. An der Strecke liegt auch der Meteor Crater, ein Meteoriten-Einschlagskrater von beachtlichem Ausmaß. Nördlich von Flagstaff liegt an der Straße 89 das Sunset Crater Volcano National Monument. Hier gab es vor ca. 1000 Jahren einen Vulkanausbruch. Heute sieht man, wie sich die Natur auf der schwarzen Lava ihren Lebensbereich zurückerkämpft.
Nun geht es wahrscheinlich zum Grand Canyon, wobei mir persönlich die Nordseite besser gefällt als die Südseite. Allerdings ist um diese Jahreszeit nur der Süden offen.
Vom Grand Canyon würde ich über die Straße 89 (tolle Wüstenlandschaft) via Page nach Kanab und weiter zum Bryce Canyon fahren (
--> Link). Weiters liegt der Zion National Park (
--> Link) auf der Strecke nach Las Vegas.
Zu Las Vegas wurde hier ja schon geschrieben. Meine Sache ist diese Stadt nicht. Ich mag weder Glücksspiel noch die Scheinwelt, die dort geboten wird.
Auf deinem Weiteren Weg wirst du wohl durch das Death Valley fahren. Ich war dort noch nie, weil die Durchfahrt im Sommer problematisch und daher von den Vermietern untersagt ist.
(Etwa an der Kreuzung des I-40 mit dem I-15 gibt es eine Geisterstadt, die Ghost Town of Calico:
--> Link. Hier wurde um 1900 nach Silber gebuddelt.)
Die wesentlichen Bereiche des Sequioa National Park (
--> Link) und Yosemite National Park (
--> Link) sind zu „deiner Zeit“ noch wegen des Schnees geschlossen.
In San Francisco waren wir in Petaluma nördlich der Stadt auf dem KOA-Campingplatz. Hier haben wir um wenig Geld einen PKW gemietet und sind in die Stadt. Außerdem ist auch das Weinland sehr hübsch, die Küste fasziniert. Den besten Ausblick auf die Golden Gate Bridge hat man, wenn man von Norden kommend vor der Brücke auf den Parkplatz der Golden Gate National Recreation Area fährt.
Nach Süden fährst du dann am besten Auf dem wunderschönen „scenic“ Highway 1 an der Pazifikküste.
L.A. – hier hatten wir auf dem Campingplatz eine Stadttour gebucht, was ich nur jedem empfehlen kann. Diese dauerte einen ganzen Tag und war jeden Cent wert. Für weitere zwei Tage hatten wir uns auch hier spottgünstig einen PKW gemietet.
Was hab ich vergessen? Wahrscheinlich viel. Frag einfach!
Beste ,
Uli