So – ich habe es ja erst „groß“ angekündigt und dann doch nichts mehr über unsere kleine Reise geschrieben. Einzige Ausrede: die ganzen Hochzeitsvorbereitungen….. 8)
Nochmal zur Erinnerung: wir haben ja Donnerstag ABENDS unser Wohnmobil abgeholt, ein bißchen gereinigt, eingerichtet und gefeiert. Genau an diesem Abend meldet sich also Renés Onkel – man(n) kommt ins Gespräch und schnell steht fest: morgen Abend geht’s auf einen Campingplatz am Wisseler See. Der liebe Onkel (der an dem Tag frei hat und in Ruhe hin fährt) reserviert uns einen Platz neben sich. Und dann wird gegrillt.
Ich bin schon etwas skeptisch „JA, aber wir müssen doch noch das Badezimmer putzen, haben noch nichts eingekauft, haben den Katzenfutterautomat noch nicht ausprobiert und überhaupt!!!“
Ich werde besänftig René meint, er erledigt dass dann alles nach der Arbeit (er hat Freitags früher frei) und dann könnten wir doch Abends schon los…. Naja…. So in Feierlaune habe ich dann mal leichtsinnig zugesagt ;-)
Freitag ca. 17:45
Ich komme nach hause – das Womo steht vor der Tür und mein Zukünftiger steht im Inneren. Er war wohl vorher noch beim Pollmeier Zubehör kaufen (Wasserhahn für das Badezimmer, Befestigungsstange für den Fahrradträger und noch was)… passt aber nicht. Komisch – so ins Blaue rein kaufen funktioniert doch sonst immer so gut … grrrrr. Mein Aufgabengebiet verlagert sich nun in Richtung Wohnung: Klamotten packen, das Nötigste für die „Küche“ zusammensuchen und diesen seltsamen Katzenfutter-Automat befüllen. Sicherheitshalber bitte ich doch meine Mutter zwischendurch mal nachzusehen, ob sich die Deckel wirklich öffnen :wink:
In mir steigt so langsam die Hektik auf „Das ist doch Wahnsinn! Wir sind überhaupt nicht vernünftig vorbereitet! Wir haben fast gar keine Lebensmittel im Haus (völlig verplant)… das gibt doch Keinen! Sollen wir nicht lieber morgen Früh fahren???“ Nein – der Platz ist ja reserviert… und netterweise dürfen wir auch mit Verspätung auf den Platz fahren!!! Ach ja: es regnet in Strömen während wir das Womo bepacken. Hatte ich schon erwähnt, dass meine Laune mehr und mehr Richtung Keller bzw. Tiefgarage sauste? Aber das Argument „dann haben wir ZWEI Nächte in dem neuen Wohnmobil – lohnt sich doch viel mehr“ hat mich zum Durchhalten bewogen.
Wir steigen also ein (ich bin Beifahrer) und fahren los. Die Stimmung ist, sagen wir mal „gedrückt“ :-)
Ich muss diese Aufregung erstmal verarbeiten und habe ehrlich gesagt etwas Schiss vor der ERSTEN Autobahnfahrt. Packt das Womo die 130 Kilometer???? Oh je… ob das gut geht…und wir haben bestimmt die Hälfte vergessen…. Oh je ohje….
Nach den ersten Kilometern auf der Autobahn löst sich dann die Stimmung wieder (und die Wut in meinem Bauch)… das Mobil fährt und fährt …. Wir sind direkt in einer anderen Welt! Ist natürlich alles noch sehr ungewohnt- man muss sich erst an die Windempfindlichkeit und die Breite und die Lenkradschaltung und und und gewöhnen. Aber es geht und es wird von Kilometer zu Kilometer besser! (Jetzt bin ich froh, dass ich meinem Freund nicht an den Kragen gegangen bin…aber immer dieses Chaos!!!!)
Nach einer verpassten Autobahnabfahrt und einer etwas verwirrten Fahrt mitten durch Kalkar finden wir dann doch noch den Campingplatz. Wir kriechen durch die Gassen des Platzes und sind mächtig stolz. Hoch erhobenem Hauptes sitzen wir (etwas schaukelnd) im Fahrerhaus – wir fühlen uns wie die Könige, die ihr Lager beziehen! (auch wenn das Schwachsinn ist) Die Kinder und anderen Camper (also das Fußvolk *haha*) machen uns Platz und wir gurken zu unserem Stellplatz. Der gute Onkel erwartet uns schon und weist uns ein – sie haben bereits gegessen (mittlerweile ist es 21:30 Uhr), aber das verzeihen wir. Ich glaube, ich bin in Zeitlupe ausgestiegen um jede Sekunde zu genießen!
Übrigens war hier von Regen und Sauwetter nix zu sehen – wenn das mal kein Zeichen ist.
Wir schließen also unser Womo an den Strom (was nur dank Adapter vom Onkel geht – ja wir sind super vorbereitet) und drehen die Gasflaschen für den Kühlschrank auf, welcher ja leer ist und somit prima mit Bier gefüllt werden kann ;-) Dann noch schnell die Stühle und den Tisch vom Dach geholt und schon steht einem gemütlichem Abend nix im Weg! Dank Gasgrill werden wir dann auch noch schnell satt – was für ein Glück! Das Urlaubsgefühl hat uns vollends ergriffen – vergessen sind die Spannungen von zuhause! Wir blicken im Laufe des Abends ( und eigentlich auch des ganzen Wochenendes) immer wieder zu unserem Nasenbär und stellen fest „der gehört tatsächlich uns“!
Tja was soll ich sagen – der Rest des Wochenendes bleibt unheimlich schön! Wir haben sogar richtig Sonne und können am See echtes Sonnenbaden praktizieren. Der Platz ist übrigens sehr gepflegt – keinerlei Ekel bei Benutzung der Sanitäranlagen … Wir haben übrigens noch nicht im Womo geduscht – wenn wir das schon mit bezahlen, dann schonen wir „unser Badezimmer“ noch ein bißchen.
Dank der zwei Nächte konnten wir auch einmal im Alkhoven und einmal auf der zusammengebauten Liegefläche im Wohnraum schlafen. Mir ist der Alkhoven irgendwie lieber…weniger Arbeit und morgens kann ich schön das Fenster öffnen und das Treiben des erwachenden Campingplatzes beobachten – das habe ich schon als Kind geliebt :D
Zurück bin ich dann gefahren – tapfer und glücklich! Wenn man sich dran gewöhnt hat, geht es eigentlich und ich stelle fest: 90-100 km/h ist die beste Reisegeschwindigkeit überhaupt! Viel entspannter…vor allem wenn man weiß, dass man einfach nicht schneller fahren KANN! Wir kurbeln die Fenster runter, drehen die Musik an und genießen!!!!
Der Kurzurlaub ist leider schon zu Ende – aber das war Erholung pur – die Camperwelt tut einfach gut!
Wir haben übrigens hinter der Rückwand-Verkleidung unseres unteren Küchenschrankes eine Stelle entdeckt, die uns verdächtig weich erscheint. Herzlichen Glückwunsch – hätte mich auch irgendwie gewundert, wenn wir nirgendwo so etwas entdecken :? :) Werden aber vor den Flitterwochen definitiv keinen Komplettausbau planen – wir genießen erstmal, dass alles fährt und widmen uns den kleineren „Schönheitskorrekturen“. In der Winterpause wollen wir uns das mal genauer ansehen!
Jetzt steht demnächst erstmal eine gründliche Außenreinigung an, um die Vergilbung an den Kunsstoffen zu bekämpfen. Dann etwas Rost am Kotflügel entfernen, den richtigen Hahn fürs Badezimmer besorgen (einfach aus Wohlfühlgründen) und eine kleine Undichtigkeit am Gummiring (Vermutung) des Toiletten-Tanks beheben. Aber – unsere Freude ist ungebremst! Dass wir uns hier ein neues Hobby, welches nicht nur das Reisen betrifft, angelacht haben, war ja klar!
Letztes Wochenende hatten wir die erste „Party-Übernachtung“ in einem ruhigen Wohngebiet bei Freunden – hat auch wunderbar geklappt – was wir jetzt an Taxigeld sparen!!!!! :razz:
So – jetzt habe ich definitiv genug geschrieben!!!!!!!!
Hier noch zwei/drei Bilder unserer ersten "Prüfung" :-)

