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TIBET - mit dem höchsten Zug der Welt 1, 2


Gogolo am 16 Nov 2008 00:25:09

oṃ maṇi padme huṃ
ॐ मणिपद्मे हूँ

Unser Weltreisemobil – Gogolobil - ist leider noch nicht gebaut (aber fest in fortgeschrittenem Planungsstadium) und wir machen deshalb in der Zwischenzeit weitere Fernreisen, damit das Fernweh nicht zu groß wird. Aus diesem Grunde ist dieser Bericht im Forum doch etwas außergewöhnlich, da er nichts mit dem WoMo direkt zu tun hat. Allerdings haben wir in Lhasa einen Bus von Rotel-Tours aus Passau entdeckt – also müsste Tibet auch mit dem WoMo zu schaffen sein (die Rotelianer sind von Nepal aus nach Tibet über einen ca. 5000m hohen Pass eingereist.

Nachdem aber so viele wunderbare Reiseberichte hier veröffentlicht wurden, möchte ich auch mal gerne einen hier einstellen. Auch haben Jeff und Gitte auch ihren schönen Bericht über Indien und Nepal hier veröffentlicht und mich dadurch inspiriert, es ebenfalls zu tun. Und vielleicht interessiert es doch den Eine(n) oder Andere(n) von Euch.


So, und jetzt der versprochene Bericht in Raten:

08.10.2008 Flug nach Peking

Abflug von München um 14:55 Uhr nach Frankfurt und Weiterflug um 17:20 Uhr nach Peking. Es ist ein langweiliger Nachtflug mit der Lufthansa, wir versuchen zu schlafen, was aber nicht wirklich gelingt. Die reine Flugzeit beträgt etwas 10 Stunden.


09.10.2008 Ankunft in Peking (Beijing)

Ankunft um 08:30 Uhr. Der chinesische Reiseleiter begrüßt uns und nimmt uns mit in seine Welt. Nach einer kurzen Erfrischungspause folgt anschließend eine Stadtrundfahrt in Beijing mit Besuch des Tiananmen-platzes und der „Verbotenen Stadt“. Es sind überraschend viel chinesische Touristen unterwegs, und die Schlange zum Mao-Mausoleum ist endlos.

Um 21.30 Uhr Abfahrt mit dem Schlafzug nach Lhasa. Die Wartehalle in Peking für den Zug nach Lhasa ist proppenvoll. Der Zug selbst ist relativ modern ausgestattet, in den Kabinen befinden sich an den Kopfenden der Betten (4-Bett-Schlafwagen = 1.Klasse) Anschlüsse für eine evtl. Sauerstoffversorgung. Je Wagon sind zwei Toiletten (eine europäisch als Sitztoilette, die andere ist ein Steh-WC).

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Gogolo am 16 Nov 2008 00:31:11

10.10.08 Im welthöchsten Zug nach Tibet

Der Tag wird im Zug verbracht. Entlang der atemberaubenden Strecke durch den Permafrostboden und ewiges Eis genießen wir pektakuläre Ausblicke auf die schnee- und eisbedeckten Berge Tibets und steigen an einigen Bahnhöfen aus. Leider ist kein Halt am höchsten Bahnhof der Welt (5.068m) vorgesehen. Die – natürlich chinesischen - Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) werden im Restaurantzug eingenommen. Für einige beginnt jetzt der Kampf mit den Stäbchen…

Gogolo am 16 Nov 2008 00:35:37

Jetzt habe ich es endlich geschafft, die bilder in der richtigen Reihenfolge einzustellen...


11.10.08 Im Zug – Ankunft in Lhasa auf dem Dach der Welt

Diese Tagesetappe mit dem Zug, der uns von Golmund nach Lhasa bringt, zählt zu den spektakulärsten und höchstgelegenen Bahnstrecken der Welt. Ein Großteil der Eisenbahnstrecke, die erst im Jahre 2006 fertig gestellt wurde, wird von gigantischen Brückenpfeilern getragen, die schwindelerregende Ausblicke ermöglichen.

Gegen 21:00 Uhr Ankunft in Lhasa (übersetzt: „Heilige Stätte“), die Hauptstadt des autonomen Gebiets Tibet. Lhasa ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum sowie der Verkehrsknotenpunkt Tibets. Mit einer mehr als 1.300 Jahre alten Geschichte ist Lhasa eine alte Kulturstadt. Da sie rd. 3700m hoch über dem Meeresspiegel liegt, beträgt die Sonnenscheindauer im Jahr mehr als 3.000 Stunden. Sie heißt deshalb auch „Stadt des Sonnenlichts“

Fahrt zum Hotel Tianhai, Check-In und Abendessen

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Gogolo am 16 Nov 2008 00:49:30

12.10.2008 Besichtigungen in Lhasa – die berühmtesten Klöster Tibets

Ab jetzt heißt die Begrüßung auf tibetisch „Tashi delek“ und bedeutet in der Übersetzung "Möge es dir wohlergehen".

Unser Ausflug führt uns in die Umgebung von Lhasa und wir besichtigen zunächst das Sera-Kloster, und das Drepung-Kloster, die als Universitäten der Ausbildung der Mönche dienten. Sera wurde 1419 gegründet , Drepung ist das zweitälteste Kloster und war vor der chinesischen Besetzung mit mehr als 10.000 Mönchen das größte seiner Art. Beide Anlagen liegen unweit der Stadt Lhasa und bilden so große Einheiten, dass man sie auch als Klösterstädte bezeichnen könnte. Nur ca. einen Kilometer weiter östlich befindet sich das Kloster Nechung, dessen Medium Ende des 17.Jh. zum sogenannten Staatsorakel ernannt wurde.

Gogolo am 16 Nov 2008 00:53:05

Bevor es zum Hotel zurückgeht fahren wir noch zum Tempel der weißen Tara und sehen den Potala zum ersten mal im Abendlicht.



Für heute ist jetzt mal Schluss mit dem Bericht - bald, wahrscheinlich morgen, geht es weiter

Habe die Ehre

Gogolo

Beduin am 16 Nov 2008 07:59:20

Das war eine richtig gute Idee von dir :)
Freue mich schon auf die Fortsetzung

Gogolo am 16 Nov 2008 10:58:30

13.10.2008 Besichtigungen in Lhasa – der Potala

Besichtigung des Potala Palastes, Jokhang-Kloster und der Barhkor Straße

Die erste Station des Tages ist die gewaltige Winterresidenz des Dalai Lamas, der Potala-Palast, der sich über 130m über der tibetischen Hauptstadt erhebt. Er wurde unter dem 5. Dalai Lama von 1617-1682 errichtet und erstreckt sich in Ost-West-Richtung auf ca. 350m und in Nord-Süd-Richtung auf weitere 300m. In der Anlage verteilen sich auf 13 Stockwerken 999 Räume. Seit 1994 steht der „Historische-Potala-Palast“ als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Zu dem Ensemble zählen neben dem Potala-Palast auch der Sommerpalast Norbulingka sowie der Jokhang-Tempel, den wir anschließend besuchen. Es ist schon sehr beeindruckend, den Potala zu sehen und zu besichtigen. Allerdings haben die Chinesen alle Hinweise und Bilder des derzeitigen 14. Dalai Lama entfernt (nicht nur im Potala, sondern in ganz Tibet!).

Dafür steht unten am Eingang des Potalas der große rote Allradbus von Rotel aus Passau. Mit dem Fahrer habe ich mich noch unterhalten, wie man mit dem eigenen Fahrzeug nach Tibet kommt. Das ist aber gar nicht so einfach, denn ab der chinesischen Grenze ist die ständige Begleitung durch einen chinesischen Offiziellen Pflicht – und die Chinesen lassen sich das viel Geld kosten (wie viel genau habe ich nicht in Erfahrung bringen können). Auch unsere Reiseleiter sind Chinesen, sie vertreten politisch die korrekte chinesische Linie. Ein Kontakt zu der tibetischen Bevölkerung scheitert nicht nur an der Sprachbarriere und den nur rudimentär vorhandenen Englisch-Kenntnissen sondern auch am allgegenwärtigen Militär.

Noch ein paar Sätze zur chinesischen Okkupation von Tibet. Seit dem Einmarsch der Chinesen in Tibet im Jahre 1950 und dem Tibetaufstand 1959 ist in dem Land viel Zeit vergangen. Sicherlich wurde im Zuge der „Kulturrevolution“ auch wahnsinnig und unsinnig viel im Lande zerstört. Aber was ich auf der anderen Seite feststellen konnte ist, dass die Chinesen auch sehr viel für das Land getan haben. So wurden einige der zerstörten Klöster wieder aufgebaut, neue und gute Straßen durchziehen jetzt das Land und auch für die Tibeter wurden sehr viele – wenngleich einfache – Häuser gebaut. Auch die Wasserversorgung wird immer besser. In Lhasa sind mittlerweile 4-6-spurige Straßen gebaut und die Chinesen haben in der Geschäftswelt die Oberhand gewonnen. Meine persönliche Einschätzung: das Rad der Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen, dafür wurde auch zuviel an Geld investiert. Auch wollen wohl die Mehrheit der Tibeter nicht mehr in das Mittelalter unter der Führung des Buddhismus zurück, denn es geht ihnen jetzt besser und sie sind in ihrer Religionsausübung nicht eingeschränkt. Andererseits haben die Chinesen wohl noch ziemliche Angst vor einem Aufstand, denn ständig patrolliert das Militär in der Stadt und an den neuralgischen Punkten sind Militärstützpunkte errichtet. Ein Wort an die Friedensaktivisten, welche die Rückkehr zu den alten Verhältnissen vor 1950 und die Parole „Free Tibet“ verbreiten: m.E. haben diese Leute keine oder wenig Ahnung von den tatsächlichen Verhältnissen in Tibet. Tibet ist vergleichbar mit Südtirol, wo sich die Italiener ebenso etabliert haben wie hier die Chinesen – der Prozess ist wohl unumkehrbar!

Gogolo am 16 Nov 2008 11:06:37

Weitere Bilder vom Potala, der heute kein Kloster, sondern nur noch ein Museum ist.

Gogolo am 16 Nov 2008 11:11:42

Die unmittelbare Umgebung des Potalas:

Gogolo am 16 Nov 2008 11:25:48

Immer noch der 13.10.2008 in Lhasa

Der älteste Tempel Tibets ist der „Jokhang“, das höchste Ziel der Pilgerreise eines jeden lamaistischen Buddhisten und das Nationalheiligtum Tibets. Der Baustil ist eine Verschmelzung chinesischer, tibetischer und indischer Baukünste. Im inneren des Tempels herrscht striktes Fotografierverbot und wird auch scharf kontrolliert. Außerdem lässt das Licht keine guten Fotos zu.

Nach Fertigstellung des Tempels blühte die Barkhor-Straße – eine ringförmig um den Tempel verlaufende Marktstraße – allmählich auf und entwickelte sich zugleich zu einem Pilgerweg und florierendem Markt mit einer Länge von 500m. Wir gehen mit den Pilgern im Uhrzeigersinn über die Straße. Beim kaufen ist feilschen angesagt. Immer wieder sind Pilger zu beobachten , die ihren Pilgerweg mit der Länge ihres Körpers durch ständige Niederwerfungen abmessen. Bilder, die ich sonst nur aus dem Fernseher kenne. Ich bin berührt und beeindruckt von der Frömmigkeit der Tibeter.

Gogolo am 16 Nov 2008 11:46:52

14.10.2008 Besichtigungen im Umland von Lhasa – Sommerpalast Norbulinka

Den Höhepunkt des heutigen Tages bildet der Besuch des Sommerpalastes Norbulinka, auf tibetisch „Garten des Lieblings“. Mit einer Fläche von 36 Hektar war dies der Kurort des 7. Dalai Lama (Sommerresidenz des Dalai Lamas). Nach 200 Jahren beständiger Erweiterung und Benutzung ist der Norbulinka zum großen tibetischen Palastgarten geworden. Im Park befinden sich neben den Palästen heilende Quellen, mehrere Pavillons und ein kleiner Zoo.

Der Ganden-Tempel liegt östlich von Lhasa in der 60km entfernten Kreisstadt Dagze. Er gehört zu den drei größten Tempeln Tibets. Der Name Ganden bedeutet „nach Glück strebend und genügsam“. Die Fahrt nach Ganden führt am Schluss über eine steile und enge Serpentinenstraße bis auf knapp 4000m. Der einst wunderschön hoch am Hang gelegene Komplex wurde während der chinesischen „Kulturrevolution“ beinahe komplett zerstört, da die dortigen Mönche seit jeher nicht unbedingt als staatstreu zu bezeichnen sind. Von den 200 Gebäuden sind allerdings seit den achtziger Jahren nahezu 100 wieder originalgetreu rekonstruiert worden.

Alle Klöster, die wir in Tibet besuchen gehören zum buddhistischen Gelbmützenorden. Die Anhänger der Gelug-Schule werden auch als Gelbmützen (nach der Farbe der Mützen, die sie bei Einweihungen tragen) oder Gelugpa bezeichnet. Das nominelle Oberhaupt der Gelug-Schule ist der Ganden Tripa. Weitere bedeutende religiöse Autoritäten sind der Dalai Lama und der Panchen Lama. Die Gelugpa Schule wird auch als die Schule der Tugendhaften bezeichnet und geht aus der Lehrdarlegung des großen Reformators Tsongkhapa (1357–1419) hervor. Er vertrat die Ideale der Kadampa-Schule und strich die Bedeutung der Vinayaregeln heraus. Deshalb legen die Gelug auf Mönchsdisziplin und Zölibat großen Wert.

Gogolo am 16 Nov 2008 11:56:35

Fotos vom Ganden-Kloster. Wie üblich - auch hier sind keine Fotos vom inneren des Klosters erlaubt.

Die Rumtreiber am 16 Nov 2008 12:18:14

Hallo Gogolo,
da habt Ihr eine phantstische Reise gemacht.
Die Fotos sprechen Bände. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.
Wie seit Ihr mit der Höhe klargekommen?

"Tashi delek".

JEFF und GITTE am 16 Nov 2008 13:08:29

Hallo Gogolo,

toller Bericht und unglaubliche Fotos.
Danke dafür.

Ein Freund von uns hat Tibet und Indien vor 2 Jahren mit einem
LKW-Reisemobil gemacht.
Er ist über St. Petersburg nach Russland rein, dann Richtung China
und über Tibet und Nepal nach Indien.

Ich habe einen Film darüber. Einfach Wahnsinn.
Der chinesische Offizier, in diesem Fall war ein netter Typ.
Deine Frage nach dem Preis: € 600 pro Tag.

Er wurde mit von der Gruppe (3 Reisemobile) bezahlt und schlief in einem
Zelt. Versorgung auch durch die Gruppe.

8.10.2008! Dann waren wir ja am gleichem Tag Richtung Osten unterwegs.

Jeff

EDIT: Und ich denke schon, dass solche Reiseberichte hier hinein gehören.
Ich denke, wir beide haben diese Reise insbesondere gemacht, um zu
erkunden, wie wir solche Länder auch mit dem Reisemobil bereisen können. Damit sind wir doch echte Forums-Pioniere ...

Anne42 am 16 Nov 2008 15:38:38

natürlich gehören solche Reiseberichte hier in dieses Forum, dadurch erfahren doch alle hier viel über Land und Leute, und manch einer fährt dann vielleicht mit dem Womo auch hin, auch wenn das schwierig ist. :daumen2:

esskaa am 16 Nov 2008 16:06:00

DANKE für die Bilder

Gogolo am 16 Nov 2008 16:26:51

So, dann will ich zwischendurch mal antworten.

@Die Rumtreiber

wir persönlich hatten keinerlei Schwierigkeiten mit der Höhe, auch nicht auf den 5000er Pässen. Allerdings waren in der Gruppe (die Gruppe hatte 18 Personen) zwei Leute (einer männlich, Ende 70 Jahre, die andere weiblich, um 30 Jahre), die Anzeichen zeigten, dass sie mit der Höhe nicht zurecht kamen. Aber dafür gabe es Sauerstoffflaschen zu kaufen, die dann von den beiden geschnüffelt werden konnten.


@Jeff und Gitte

Danke für die Info. Also wenn sich da ein paar Wohnmobilisten zusammen täten....dann wären auch die 600€/Tag wohl machbar. Das WoMo sollte allerdings schon Allrad haben und nicht unter 150PS



So, aber jetzt geht es wieder weiter mit Text und Bild!


15.10.2008 Fahrt nach Gyantse

Heute ist es Zeit, sich zwischenzeitlich von Lhasa zu verabschieden, denn wir kommen nach ein paar Tagen Aufenthalt im weiteren Tibet wieder zurück. Wir werfen noch einen letzten Blick zurück auf den Potala-Palast, der im morgendlichen Licht erstrahlt. Das Tagesziel für heute heißt Gyantse. Auf der Fahrt dorthin überqueren wir auf guten Straßen den Khamba-La (La=Pass) und den über 5000m hohen Karo La. Stangen mit den bunten Gebetsfahnen und aufgeschichteten Steinpyramiden markieren die höchsten Stellen der Pässe. Die Stadt Gyantse erreichen wir am frühen Nachmittag; sie ist durch ein großes Felsmassiv in zwei Teile geschnitten. Gyantse liegt 264km südwestlich von Lhasa und war im 15. Jh. ein kleines Königreich (ähnlich wie das Gebiet von „Mustang“ in Nepal, in dem ich schon eine Trekkingtour gemacht habe). Die Gemeinde Gyantse, die 4040m hoch in Südtibet liegt, zählt zu den historischen Kulturstädten auf Staatsebene. Unterwegs halten wir noch auf einen Fotostop am Yamdrok Tso-See. Wir übernachten im Hotel Gyantse.

JEFF und GITTE am 16 Nov 2008 16:37:17

WWWWwwwwwwoooooohhhhhhh ..., das sind L*A*N*D*S*C*H*A*F*T*E*N,
irgendwie nicht von dieser Welt ...

Mehr Fotos bitte ... !

Gogolo am 16 Nov 2008 16:39:11

Immer noch 15.10.2008


Wenn wir unterwegs sind, essen wir immer eine Kleinigkeit in einer an der Straße gelegenen Gaststätte so auch auf dem Weg nach Gyantse. Aus diesem Grunde hier eine kurze Ausführung zur tibetischen Küche:

Die tibetische Küche hat viele Gemeinsamkeiten mit den benachbarten Ländern wie Bhutan und Nepal und ist geprägt von den Produkten des Landes, welches mit seinen rauhen klimatischen Bedingungen die Möglichkeiten der Landwirtschaft einschränkt. Der allgegenwärtige salzige Buttertee (=schwarzer Tee mit Salz und ranziger Yakbutter) deckt etwa den Flüssigkeitsbedarf auf physiologisch vernünftige Weise, denn neben der Flüssigkeit werden dem Körper noch Salz und Energie in form dieser Yakbutter zugeführt. Basis der Küche bilden Fleisch- und Milchprodukte (Yak – sehr leckeres, zartes Fleisch! - und Dzo , Schafe, Ziegen) sowie Gerste, Hirse, Hülsenfrüchte und verschiedene Gemüsesorten. Getrunken werden hauptsächlich Buttertee oder indischer Chai, Milchprodukte wie Sauermilch und Joghurt sowie Gerstenwein und Hirsebier. Als Essbesteck werden in den Städten vor allem Essstäbchen verwendet, andernorts ist es üblich mit dem Löffel oder dem Messer zu essen. Viele Speisen wie Momos oder festes Tsampa werden aber auch mit der Hand gegessen. Die einfachste tibetische Mahlzeit die nicht nur als Reiseproviant dient sondern auch zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit gegessen wird, ist Tsampa, ein Vollkornmehl aus gerösteter Gerste, das nur mehr mit heißem Buttertee angerührt werden muss. Je nach persönlicher Vorliebe oder Gelegenheit wird Tsampa zu einer Teigkugel geformt oder als Brei verzehrt. Auch Dörrfleisch findet seit jeher reichlich Verwendung. Zusammen mit Buttertee und Tsampa bildet es die bevorzugte Nahrungsgrundlage der Nomaden auf dem tibetischen Hochplateau. Das für die Touristen angebotene Frühstück in den Hotels ist – sagen wir es so: gewöhnungsbedürftig.

Ein Problem ist das Wasser. Auch im Hotel ist es nicht ratsam, Leitungswasser zu trinken, sondern es ist empfehlenswert, billiges Wasser in versiegelten Plastikflaschen zu kaufen und nur dieses zum Zähne putzen und trinken zu verwenden. Wir machen es so und haben auf der ganzen Reise keinerlei Probleme mit „Montezumas Rache“. Wir freuen uns schon, wenn wir zu Hause wieder unbesorgt das Wasser aus der Leitung verwenden können.

Restaurants gibt es sowohl auf dem Lande als auch in Lhasa genügend. Das Niveau in den Speisehotels ist dagegen sehr gut; allerdings kann man ein chinesisches Essen im Ursprungsland nicht mit dem Chinesen bei uns um die Ecke in Deutschland vergleichen. Aber eine Kneipe, wo man am Abend noch ein Bierchen oder Weinchen trinken kann sind sehr selten. Cafes im unseren Sinne sind nahezu unbekannt, allerdings ist nahe unserem Hotel in Lhasa ein ganz modernes, neues Cafe. Wir besuchen es natürlich und stellen fest, dass das Bedienungspersonal nur chinesisch oder tibetisch spricht; die englische Sprache ist unbekannt. Gott sie Dank haben sie im Cafe eine „Speisekarte“ in der die Sachen sowohl mit Bild und Schrift (chinesisch, tibetisch und englisch) bezeichnet sind. Zu meinem größten Erstaunen wird auf der Karte auch ein „blue mountain cafe“ angeboten. Für tibetische Verhältnisse zwar zu einem horrenden Preis, aber eine Tasse dieses herrlichen Getränks gönnen wir uns schon.


@Jeff - es kommen noch mehr Fotos, lass mir bitte noch etwas Zeit

JEFF und GITTE am 16 Nov 2008 16:41:37

... darf ich mal ein Foto in Deinen Bericht einschieben.
TIBETANISCHE FLAGGE, eine wohl der farbenfrohsten der
Welt.
Sie weht über unserem Grundstück, am Edersee.

Jeff

Gogolo am 16 Nov 2008 16:49:36

Jeff, das hast du gut gemacht.

Wenn ich allerdings in Peking oder in Tibet mit dieser Flagge herumgelaufen wäre, dann könnte jetzt die deutsche Botschaft Verhandlungen über meine Freilassung aus einem chinesischen Gefängnis führen....


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 16 Nov 2008 17:05:35

Gogolo,
Du weißt, daß Du damit zB mir auch eine ganz besonders große Freude machst, diese Bilder und Deinen Bericht hier zu veröffentlichen. Tibet ist, seitdem ich als Kind "7 Jahre in Tibet" gelesen habe (wir haben und horten das handsigniert, mein Vater war Anfang der 60er mal auf einem Lese-Vortrag von Heinrich Harrer), fasziniert mich dieses Land, natürlich auch in meiner (späteren) Leidenschaft als Bergwanderer und Bergsteiger. Auch ist mir sonnenklar, daß die Chinesen nun ihr so schändlich erobertes Land versuchen gut zu behandeln - sprich zu vermarkten - die Art und Weise ihrer "Besatzung" kann man aber einfach nicht ignorieren. Naja, kann man bei den Amerikanern und wasweißichbeiwelchennoch ja auch nicht ...
Es gibt in der Tat mittlerweile sehr viele gutsituierte Chinesen, die sich diese spektakuläre, ich wage zu behaupten, mit der Anden-Bahn zusammen, zählt sie jetzt zu den spektakulärsten Bahntrassen der Erde überhaupt (wohingegen die Transsib doch wohl zumeist nur durch öde Taiga verläuft) leisten können. zählt.
ÜBRIGENS: Stichwort Rotel-Tours - seitdem ich von einer ehemaligen Reiseleiterin bei Rotel-Tours ausgebildet wurde, die damit auch in Tibet, durch die Sahara, Südamerika und auf der Seidenstraße war, denke ich über diese "fahrenden Särge" wie viele sie nennen, ganz anders. Eigentlich ist das tatsächlich ein Super-Konzept, solche Ziele auch zB Einzelreisenden zu ermöglichen. Aber das nur am Rand.
Ich "FRESSE" Deinen Bericht schier auf !!
DANK DIR HERZLICHST !!!!!

Ausderasche am 16 Nov 2008 17:26:41

Ja, echt Klasse Bericht! Wo sich die Forumsmitglieder so rumtreiben....
Die Strassen sehen doch eigentlich auf den Fotos gut aus. Warum also 4 Radantrieb? Wo ein Bus hinkommt, kommen wir doch auch hin! Oder?


Frank

JEFF und GITTE am 16 Nov 2008 17:49:43

@ Frank,

... wenn wir mit unseren Teilen Indien oder Nepal machen würden,
hätten sie anschliessend nur noch Schrottwert.
Allrad ist nicht zwingend, wenn man nicht in der Regenzeit fährt und auf
den Straßen bleibt.

Die Schönheiten dieser Landschaften, so sicher auch Tibet, würde
ich eher auf Nebenstrecken erkunden wollen.
Und dass, überleben unsere Hightechschränke auf Rädern sicherlich nicht,
sehr wohl aber ein stabiler Allrad.

Wie schon geschrieben, habe ich einen einstündigen Film über so eine
Tour eines Freundes.
Da geht es richtig in den Schlamm.

Vielleicht sollte ich mal versuchen den zu kopieren und zur Verfügung
zu stellen.

Jeff

@ >Gogolo<: Dann dürfte ich dort bestimmt auch nicht mein T_Shirt
mit der Aufschrift "FREE TIBET" tragen ... :D

Gogolo am 16 Nov 2008 18:18:48

Allrad ist notwendig, wenn über Nepal oder Buthan nach Tibet eingereist wird, da dort diese Pass-Straßen nicht geteert sind und ein kleiner Monsun-Regenschauer diese Straßen in schmierige Lehmpisten verwandelt. Dort fahren keine normalen Busse mehr, sondern maximal Jeeps und LKWs. Außerdem ist in dieser Höhe nicht ausgeschlossen, dass sich der Regen schnell in Schnee verwandelt. Schau dir mal die Bilder an, die ich am anfang meiner Berichte von den Straßen mit den LKWs aus dem fahrenden Zug gemacht habe...


@Jeff - mit einem Free-Tibet-T-Shirt bist du schnell das Zielobjekt des dortigen Geheimdienstes und Militärs. Ich habe mir sagen lassen, das die Verhörmethoden und die Gefängnisse nicht so prickelnd sein sollen.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 16 Nov 2008 18:43:18

16.10.2008 Besichtigungen in Gyantse und Weiterfahrt nach Shigatse

Gyantse ist eine kleine Stadt zwischen Lhasa und Shigatse, wo der traditionell tibetische Lebensstil – soweit möglich – noch gepflegt wird. Wir besuchen das Palchoe-Kloster, welches die Stadt auf eine ähnliche Weise wie der Potala-Palast in Lhasa überragt, und die größte Stupa Tibets, die Kumbum Stupa („Pagode der 10.000 Buddhas“). Ferner besichtigen wir die alte Stadt Gyantse und fahren anschließend ca. 90km weiter nach Shigatse. Die zweitgrößte Stadt Tibets erhebt sich noch höher in den klaren Himmel als Lhasa. Shigatse liegt in 3.810m Höhe auf dem tibetischen Plateau inmitten einer zerklüfteten Berglandschaf, umgeben von Gletschern und Wasserfällen.

Gogolo am 16 Nov 2008 18:52:11

Immer noch am 16.10.2008 - Bilder insbesondere aus der Altstadt von Gyantse

Gogolo am 16 Nov 2008 21:04:01

Immer noch 16.10.2008


Unterwegs sehen wir auf dem Lande tibetische Bauern bei ihrer Feldarbeit, was hier Handarbeit bedeutet. Auch viele Kinder sind dort.

Wir übernachten in Shigatse im Hotel Shandong.


Straßenverkehr in Tibet. In den Städten habe ich außer den Ampeln nur die Regel getroffen: „wer zögert, der verliert“. Alles sehr chinesisch-chaotisch, aber unfallfrei, d.h. ich habe nichts dergleichen gesehen. Zu den Ampeln ist zu sagen, dass diese einen großen Sekundenzähler haben, wo man sieht, wie lange die derzeitige Ampelphase noch bis zum umschalten dauert (sehr praktisch – sollte auch bei uns eingeführt werden). Die Straßen in den Städten sind sehr breit und neu gebaut. Auch die Fernverbindungsstraßen auf dem Lande sind durchwegs als gut zu bezeichnen und haben fast europäischen Standard. Abseits dieser Straßen herrschen dann befestigte und staubige Lehmstraßen vor. Auch sind die Tibeter – besser gesagt die dortigen Chinesen – durchwegs mit dicken, großen Autos unterwegs. Der Sprit ist günstig und beträgt rund ein Drittel unserer Preise.

Gast am 17 Nov 2008 14:09:49

WOW, Gogolo,
ich bin BEGEISTERT!!! Toller Bericht und supertolle Fotos! Da will ich auch mal hin!
In Bhutan herrschte in den Tempeln auch striktes Fotografierverbot. Leider. Nur in einem winzig kleinen Tempel durften wir knipsten, da lichteten wir jede Kleinigkeit ab.
Wie lange durftet Ihr im Potalapalast bleiben? Stimmt es, dass der Aufenthalt dort auf eine gewisse Zeit begrenzt ist?
Vielen Dank für diesen tollen Bericht und den Fotos!
Lg
mirazu

Gast am 17 Nov 2008 14:22:43

JEFF und GITTE hat geschrieben:EDIT: Und ich denke schon, dass solche Reiseberichte hier hinein gehören.
Ich denke, wir beide haben diese Reise insbesondere gemacht, um zu
erkunden, wie wir solche Länder auch mit dem Reisemobil bereisen können. Damit sind wir doch echte Forums-Pioniere ...


Absolut. :daumen2:

fetzi am 17 Nov 2008 14:30:28

Beeindruckend !! Vielen Dank.

JEFF und GITTE am 17 Nov 2008 15:34:00

Hallo Gogolo,

Gitte und ich sind von den Fotos begeistert.

Gitte fragt an, wer der Reiseveranstalter war, ob Du damit
sehr, gut oder einfach nur zufrieden warst und was die Reise
gekostet hat.

Wenn Du das nicht öffentlich machen möchtest, dann schick doch bitte
eine PM.

Unsere Indien + Nepalreise war mit der GEBECO.
Indien war super organisiert, die Hotels, bis auf eines, aller erste
Sahne.
Nepal war weniger gut organisiert und die Hotels eher so im 3-4
Sternebereich, wenn wir deutsche Kategorien anwenden.
Die Reise betrug 17 Tage und beinhaltete 6 Inlandsflüge und
3 internationale Flüge.
Insgesamt würden wir die Note 3-plus erteilen.

Jeff

Gogolo am 17 Nov 2008 16:01:53

So, jetzt will ich zwischendurch mal antworten, bevor es heute Abend wieder mit einigen Bildern weiter geht.

@ALLE

Danke für das Lob


@mirazu

Von einer zeitlichen Beschränkung im Potala haben wir nichts mitbekommen. Wir waren ca. 2 Stunden drin. Allerdings sind nicht alle Räume öffentlich zur Besichtigung freigegeben. Und in den meistfrequentierten Räumen drängten auch noch die Tibeter nach, die die Butterteelampen mit mitgebrachter Yakbutter auffüllen wollten - stellenweise war schon etwas Gedränge. Darüber hinaus hat unser Führer sehr interessante Ausführungen (natürlich aus chinsesischer Sicht) gemacht und da wollte ich auch nicht hintenbleiben. Außerdem war nach dem betreten des inneren Potalas Fotografierverbot. Als ich einmal die Kamera zückte, war SOFORT ein Wächter da, der mich auf das Verbot hinwies.


@Jeff und Gitte

Es ist sehr schwierig, Karten für den Zug nach Lhasa in der 1. Klasse (4-Bett-Abteil!!!!) zu erhalten - auch für die Reiseveranstalter. Unser Reiseveranstalter war wehwehwehPunktEberhardtStrichTravelPunktDe. Am besten, du lässt dir einen Katalog schicken, dort sind dann die Einzelheiten - auch die Preise, die ich hier nicht offen posten möchte. Ich kann nur sagen, ich fand es als gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Zur Zufriedenheit: abgesehen von dem Hotel in Lhasa waren wir gut bis sehr gut untergebracht (immer gute 3-4 Sterne Landeskategorie). Betreut wurden wir von einer deutschen Reiseleiterin, die ab Frankfurt mit dabei war, von einem chinesischen Reiseleiter, der die Gruppe von Peking bis Peking 24Std/Tag begleitete und einem weiteren chinesischen Reiseleiter, dessen Spezialgebiet nur Tibet war. Die Rundreise fand in einem nagelneuen klimatisierten Bus statt. Was ich nicht so gut fand, dass es der Organisation offensichtlich nicht möglich war, betende Mönche in den Klöstern zu sehen bzw. bei einer kleinen Umdisponierung hätten wir ein Tempelfest im Kloster Ganden besuchen können. Vielleicht war das aber auch von Seiten der Mönchen nicht gewollt, dass da plötzlich eine Horde Touristen hereinstürmt und ihre Andacht stört. Insgesamt möchte ich der Reise eine glatte "2" - also gut - vergeben.


Mit GEBECO war ich in Myanmar und Kambodscha - war da sehr zufrieden und würde auch hier eine glatte "2" geben.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 17 Nov 2008 20:46:21

Jetzt nehme ich Euch wieder ein Stück weit auf meine Reise mit:


17.10.2008 Besichtigungen in Shigatse - Tashilhunpo-Kloster

Heute besuchen wir das berühmte Tashilhunpo-Kloster am Fuße des Nyima-Berges in der Vorstadt von Shigatse. Es wurde 1447 unter der Leitung des ersten Dalai Lamas gegründet und ursprünglich zu Ehren des Dalai Lamas errichtet. Die allgegenwärtige Atmosphäre der früheren Zeiten findet ihren Höhepunkt in der großen Versammlungshalle mit ihren 48 Säulen, die bis zu 2.000 Mönchen Platz bietet. Zum Abschluss des Rundganges im Kloster sehen wir die aus 11.000kg Kupfer und 229kg Gold gefertigte, größte Buddha-Statue Tibets. Diese mehr als 26m hohe, 1914 errichtete Statue symbolisiert den Maitreya, den Buddha der Zukunft. Für Fotoaufnahmen von dieser Buddha-Statue werden über 15€ verlangt – ich zahle und verzichte auf Videoaufnahmen denn Video kostet 160€!.

Wir übernachten nochmals in Shigatse.


Chinesen und Tibeter kann man schon von den Gesichtszügen her einfach unterscheiden. Der Chinese hat ein mehr vollflächiges Gesicht und schaut meistens sehr ernst. Der Tibeter hingegen hat offene Gesichtszüge und lächelt stes zurück wenn man selbst ein freundliches Gesicht macht oder ein „Tashi delek“ sagt. Die älteren Tibeter geben gerne das „Tashi delek“ zurück und strecken dabei manchmal nach altem Brauch noch die Zunge heraus. Das ist aber nicht so wie bei uns gemeint, sondern bedeutet in Tibet: schau her, ich habe keine bösen Gedanken und Wort im Mund.

Gast am 17 Nov 2008 20:48:57

Kleine Erläuterung am Rand - China ist eines der Länder auf der Welt (von denen es auch etliche in Europa gibt), die auf einer inländischen Reiseleitung bestehen. Gebeco - obwohl unter dem Dach der TUI firmierend - ist für hohe Qualität seiner Reisedurchführungen bekannt.
Dass mal das eine oder andere Hotel evtl. nicht europäischen Standards entspricht, liegt in der Natur der Sache.

Ansonsten - Gogolo - ich persönlich bin sehr an einer Fortsetzung interessiert und gespannt ...

Gogolo am 17 Nov 2008 20:54:24

Weitere Bilder aus dem Kloster Tashilhunpo.


Im Kloster kaufen wir uns je ein kleines, von den Mönchen gefertigtes Amulett, das Glück bringen soll. Wir hoffen es wenigstens....

Gogolo am 17 Nov 2008 21:15:41

18.10.2008 Rückfahrt nach Lhasa

Nach dem Frühstück fahren wir zurück nach Lhasa und genießen den restlichen Tag mit viel Zeit in der tibetischen Hauptstadt. In vielen Märkten lasse ich noch Geld da um Mitbringsel einzukaufen. Oft fällt der Blick auf den Potala, der wirklich beeindruckend schön ist. Besonders gerührt haben mich wieder die vielen tibetischen Pilger in der Stadt, die ihren Pilgerweg durch Niederwerfung mit der Länge ihres Körpers abmessen.

Wir übernachten nochmals in Lhasa im Hotel Tianhai.

Zum Abschluss noch ein paar Informationen über den Tod in Tibet. Die Tibeter kennen vier Bestattungszeremonien: die Erdbestattung, die Wasserbestattung, die Feuerbestattung und die so genannte Himmelsbestattung. Ihr werdet Euch jetzt fragen: was ist die Himmelsbestattung? Die Himmelsbestattung ist bis heute in Tibet am meisten verbreitet. Der Leichnam wird einige Tage im Haus symbolisch mit Essen versorgt. In dieser Zeit von 3-5 Tagen wird dem Toten von einem Lama aus dem Tibetischen Buch der Toten vorgelesen, um die Seele des Toten zum Verlassen des Körpers zu bewegen. Am Tag der Bestattung wird der Leichnam nach einer letzten Beschwörung des Lamas noch vor Sonnenaufgang zum Bestattungsplatz gebracht. Dort wird der Körper von den Leichenbestattern, den Ragyapas, zerstückelt und an die – zuvor mit dem Rauch von brennenden Wachholderzweigen angelockten Geier verfüttert. Diese tragen den Verstorbenen ins Bardo, einen Zustand zwischen dem Tod und der Wiedergeburt. Diese Art der Bestattung ist auf den Mangel von Brennholz, sowie den im Winter gefrorenen Boden zurückzuführen. Klar dürfte sein, dass man so eine Himmelsbestattung (wir haben einige Hügel gesehen, wo der Rauch aufging und die Geier einschwebten) nicht fotografiert - der Anstand und die Pietät verbietet das.



Die folgenden Bilder sind jetzt ein Sammelsurium von verschiedenen Eindrücken:

Gogolo am 17 Nov 2008 21:20:28

19.10.2008 Rückflug nach Beijing (Peking)

15:55 Uhr Abflug von Lhasa nach Beijing, 21:30 Uhr Ankunft in Beijing, Abendessen und Übernachtung im Hotel Henan Plaza in Beijing



20.10.2008 Rückflug nach München

13:10 Uhr Abflug ab Beijing

17:45 Uhr Ankunft in München



Ich hoffe, Euch hat mein Bericht und die Bilder gefallen und ich habe Euch auf meine Reise in dieser Art „mitnehmen“ können – auch wenn es keine WoMo-Reise war.



Habe die Ehre. Euch allen ein herzliches "Tashi delek" (möge es dir/euch wohlergehen)

Gogolo



Und jetzt als Abschlussbild mein absolutes Lieblingsbild:

Gast am 17 Nov 2008 21:32:09

Reiseraten - welche sind das - rechts die Ama Dablam und links der Everest ?? Nein, gell ...

Gogolo am 17 Nov 2008 21:48:21

Nein, das ist ein Ausblick vom Ganden-Kloster auf unkannte 4000er-Hügel. Und für dieses Bild habe ich tief in Yak-Scheisse treten müssen um an den Standort mit diesem Bildausschnitt zu kommen... Aber es ist doch gut geworden - oder?


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 17 Nov 2008 21:52:49

Super ist es geworden, und es war mir ehrlich gesagt auhc zuwenig Schnee für die 8000er drauf. naja, war ja nur ein spiel ...
Ansonsten - nach wie vor - klasse Bericht! DANK DIR !!!!!

Anne42 am 17 Nov 2008 23:03:14

ein wunderbarer Bericht und ich werde " sieben Jahre Tibet " jetzt nach vielen, vielen Jahren noch mal lesen, in meiner Jugend habe ich es verschlungen!

Stefan-Claudia am 17 Nov 2008 23:45:59

Gogolo

nur drei Worte:

Habe die Ehre !

Tipsel am 18 Nov 2008 01:53:20

Tibet war immer mein Traum, bis vor 25 Jahren. Damals hatte ich ein unschönes Flugerlebnis und mit anderen Träumen war auch dieser Traum für mich gestorben. Aber so kamen wir zum Womo :D

Danke für den Bericht und die Bilder.

Lancelot am 18 Nov 2008 10:20:02

Eine traumhaft exotische Reise, ein superschöner Bericht mit eindrucksvollen Fotos ... vielen Dank für´s "mitnehmen" und Deine Berichterstattung :!:

:daumen2:

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