eigentlich hätte hier gar nichts und dafür im Großbritannien-Forum ein Schottland-Reisebericht stehen sollen…aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Da man uns an der Fähre Dünkirchen-Dover nicht mit unserem Hund nach England lassen wollte, da es ein Problem mit dem Mikrochip gab, kehrten wir drei Wochen vor Start dieser Tour unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurück. Hier wollten wir alles von unserem Tierarzt richten lassen, aber da ein Unglück selten allein kommt, stürzte ich am Samstag morgen und fiel genau auf meinen Oberkiefer, was mir den Verlust einer Krone und eine Fraktur der beiden oberen Schneidezähne einbrachte. Damit hatte sich der erneute Fahrtantritt erledigt. Zum Glück konnten wir beide unseren Urlaub um 3 Wochen verschieben, so das nun der 29.08.2008 als neuer Reisetermin fest stand, sofern von meinen Zahnärzten das Okay kommen würde. Das wurde buchstäblich am letzten Tag erteilt. Wir hatten inzwischen durch mehrmaliges Nachlesen festgestellt, dass sich das Mikrochip-Problem nicht so einfach lösen lies und haben kurzerhand die komplette Reiseplanung umgeschmissen und Skandinavien, insbesondere Finnland, ins Auge gefasst.
Wir entschieden uns für die Anreise über die Vogelfluglinie ( Puttgarden - Rodby und Helsingor - Helsingborg und dann die schwedische Ostküste entlang. Wir wollten vom Norden Finnlands in den Süden und über die Aland - Inseln zurück.
Freitag, 29.08.2008
Versehen mit diversen Medikamenten für alle Zahneventualitäten ging es nach der Arbeit um 15.45 Uhr in Gelsenkirchen los.
Wir kamen gut durch, bis auf einen Stau in Hamburg und erreichten Puttgarden um 21.45 Uhr, konnten direkt auf die Fähre durchfahren und verließen diese um ca. 22.30 Uhr in Rödby wieder, freuten uns, das alles so gut geklappt hatte und beschlossen, die 180 km bis Helsingör noch zurückzulegen und vielleicht auch noch überzusetzen.
Der Entschluß hielt genau 20 km, dann gab es einen lauten Knall und die Batterieanzeige sprang an. Unser Keilriemen hatte sich verabschiedet. Somit endete die Fahrt auf einem Rastplatz kurz hinter Rödby, da wir ja in der Dunkelheit eh nichts mehr ausrichten konnten.
Samstag, 30.08.2008
Leider hatte sich auch am Morgen nichts an der Tatsache des verschwundenen Keilriemens geändert.
Da leider bei unserem Fiat nicht nur die Lichtmaschine sondern auch die Wasserpumpe von dem Keilriemen angetrieben wird, war natürlich auch an eine weitere Fahrt nicht mehr zu denken.
Mit einer Notlösung kämpften wir uns bis ins 4 km entfernte Maribo vor, nur um festzustellen, dass wir erstens nirgendwo einen Keilriemen herbekamen und zweitens auch in Dänemark die Werkstätten samstags geschlossen sind.
Wozu ist man also mit einem Euro-Schutzbrief versehen. Der Griff ging zum Telefon und die Pannenhilfe wurde aktiviert. Zum Glück kannte sich der Abschleppwagen-Fahrer, den man uns schickte, in Maribo gut aus. So lotste er uns ein paar hundert Meter zu einer kleinen Autowerkstatt, statt uns zurück bis nach Nakskov zu schleppen. Hier mussten wir zwar auch bis Montag warten, aber wir hatten einen ruhigen Stellplatz mit Strom im Hof der Werkstatt. Das Wochenende verbrachten wir also nun ungeplant in Maribo,
das sich als ganz nettes Städtchen entpuppte.
Trotzdem waren wir schon wieder ziemlich angenervt.
Montag, 01.09.2008
Direkt zu Arbeitsbeginn um 8.00 rollte man unsere Möhre auf die Bühne und machte sie wieder startklar.
Wir nutzten die Zeit für ein paar kleine Einkäufe und konnten um
10.00 Uhr endlich weiter Richtung Norden düsen.
Bereits am Wochenende hatten wir dann die Tour geändert und den geplanten Abstecher bis nach Kirkenes aus dem Programm gestrichen. Die Fahrt am heutigen Tag führte uns über die ereignislose E4
bis in die Nähe von Uppsala.
Wir verbrachten die Nacht an einem Badesee in Björklinge.
Dienstag, 02.09.2008
Irgendwie konnten wir beide nicht lange schlafen und so waren wir um 7.30 Uhr schon wieder auf der Piste.
Die Rennstrecke gen Norden kommen wir gut voran, hier wird kräftig gebaut, bald kann man bestimmt schnurgerade bis Haparanda düsen. Nach einer verlängerten Mittagspause erreichten wir gegen 20.30 Uhr Pitea. Hier wollten wir die Nacht an einem Stellplatz am Pite-Älv verbringen.
Mitten in der Nacht hatten wir jedoch dann mal die Idee, das Krankenhaus von Pitea zu besuchen, da Peters Kreislauf plötzlich so gar nicht mehr mitspielen wollte. Zum Glück war aber nichts Ernsthaftes feststellbar, außer eines ziemlich hohen Blutdrucks.
Das bekamen die jungen Damen, die Peter umsorgten, jedoch schnell in den Griff und so konnten wir gegen 4.00 Uhr zu unserem Stellplatz zurückkehren. Der Rest der Nacht war jedoch irgendwie unruhig.
Mittwoch, 03.09.2008
Am Morgen ging es Peter nach einem kleinen Spaziergang auch wieder relativ gut und wir beschlossen, weiterzufahren.
Nach gut zwei Stunden fahrt begegnete uns die erste Elchfamilie, die ein Stück entfernt an einem See stand. Leider konnte man nicht zum fotografieren anhalten.
Gegen Mittag erreichten wir die finnische Grenze, stellten artig unsere Uhr eine Stunde vor, und setzten die Fahrt nun durch Orte fort, die kein Mensch wirklich aussprechen kann.
Wir stoppten nochmal für einen Einkauf und erreichten unser Tagesziel, den Pallastunturii Nationalpark so gegen 16.00 Uhr.
Auf dem großen Parkplatz unterhalb des Hotels standen wir ganz einsam und verlassen in einer Ecke. Da das Wetter noch schön war, gab es noch eine kurze Runde durch die gut markierten Wanderwege des Nationalparks.
Infos über den Park bekommt man im NP-Center, das sich beim Hotel befindet. Laut dem Womo-Führer soll man dort auch gut essen können, wir haben das allerdings nicht getestet.
Donnerstag, 04.09.2008
Eigentlich wollten wir heute morgen dann noch eine Tour durch den Nationalpark machen, aber dieser präsentierte sich in dichtem Nebel. Außerdem mussten wir unser Fenster wieder neu abdichten. Unsere alte Reparatur mit ein wenig Dichtmasse und gutem Tape hatte ihren Geist aufgegeben und wir hatten nach dem Regen in der Nacht leichten Wassereinbruch im Wohnbereich. Irgendwie sind wir vom Pech verfolgt, hoffentlich geht das nicht so weiter.
Da der Nebel sich immer noch nicht verzogen hatte, als unsere Reparaturarbeit beendet war, setzten wir unsere Fahrt nach Inari fort. Die 955 erweist sich nach kurzem Täuschungsmanöver auf guten 90 km als wahre Marterstrecke mit Schlaglöchern und Schlammstrecke ohne Asphalt. Fahrern neuerer Wohnmobile ist das sicher nicht zu empfehlen, selbst bei unserer Möhre tat uns jeder Huckel weh. (Hätte man vorher den Reiseführer richtig gelesen, hätte mans gewußt)
Ab Pokko ist die Straße wieder gut und man kann die Aussicht über die grenzenlose Weite der Moor- und Heidelandschaft genießen, sollte aber immer ein Auge auf freilaufende Rentiere haben.
Für die 250 km bis nach Inari brauchen wir so gut 4,5 Stunden und erreichen am frühen Nachmittag den eingeplanten Campingplatz mit toller Aussicht auf den See. Es gibt noch eine Runde durch die nicht sehr schöne Stadt, die aber irgendwie trotzdem ihren Charme besitzt.
Gegen Abend kommt nochmal die Sonne raus,
und wir testen unser neu erstandenes Schlauchboot.
Freitag, 05.09.2008
Nach dem Frückstück klart der Himmel auf, wie für uns gemalt, denn wir wollten heute zur Pielpajärvie-Wildmarkkirche laufen.
Die Kirche wurde 1760 eingeweiht und ist nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Sie befindet sich an einem heiligen Platz der Sámi und lag früher in ihrem Siedlungsgebiet. Als 1876 die heutige Gemeinde Inari gegründet wurde, blieb die Kirche verlassen zurück und wurde nie umgebaut oder verändert.
Von Inari aus sind das ca. 7 – 8 km dorthin, die ersten 2,5 entlang einer wenig befahrenen Straße und vom Parkplatz aus den Rest durch den Wald.
Für den Weg sollte man gut zu Fuß sein und unbedingt Wanderschuhe tragen, denn es geht die ganze Zeit über Wurzeln und durch Findlingsfelder. Wenn man sich zwischendurch mal Zeit nimmt, sich auf die Landschaft, statt auf den Weg zu konzentrieren, erwarten einen wunderbare Aussichten über die Seen-Landschaft. Im Wald ist es stellenweise so still, das das eigene Atmen überlaut stört. Für den ersten Tag ist diese Strecke schon eine ordentliche Partie und wir erreichten irgendwann schon ziemlich abgekämpft die Kirche.
Ein Gotteshaus mitten in der Wildnis hat schon was.
Die herrliche alte Holzkirche kann man betreten, es ist allerdings recht duster darinnen, da die Fensterläden zu sind.
Das Innere ist schlicht aber trotzdem beeindruckend und es gibt ein Gästebuch, in dem man sich verewigen kann.
Nach kurzer Rast treten wir den Rückweg an und erreichen gute 5 Stunden später wieder völlig abgekämpft unser Wohnmobil.
Vielleicht hätten wir doch bis zum Parkplatz fahren sollen.
Die Wanderung zu dieser Kirche ist aber wegen der wunderschönen Landschaft und der meiner Meinung nach beeindruckenden Kirche auf jeden Fall lohnenswert, wenn man hier schon mal vorbeikommt.
So, bald gehts weiter :D
Wer nicht warten kann, der muß unsere HP besuchen, da kann man schon weiterlesen
Maxi

