schimanski am 23 Mai 2009 14:24:01 Ich wollte ich einfach mal an dem "bürokratischen" Prozess des Wohnmobilimportes in Portugal teilhaben lassen.
Wie ich ja schon in meiner Vorstellung erwähnt habe, habe ich vor ca. 3 Monaten in Deutschland ein altes aber schönes WoMo gekauft. Bin 2,5 Tage nach Hause / an die Algarve gefahren und habe weitere 2 Tage später die Entscheidung gefällt, den Import an ein Servicebüro zu übergeben.
Und das war ein großer Fehler !!!!
In Portugal muss jedes Fahrzeug, für das keine EU-Übereinstimmungserklärung erstellt werden kann eine "Numero de homolagcao" beim Importeur in Lissabon besorgt werden. Dies ist eigentlich kein Problem: Formular ausgefüllt und nach 1-2 Wochen kommen die Papiere zurück.
Nun, nach 3 Wochen wurde ich langsam stutzig und frage beim Service Büro nach. "Die Papiere müssten in ungefähr 1 Woche ankommen" war die Antwort. Nach zwei weiteren Wochen bekomme ich folgende Aussage zu hören: "Die Papiere sind angekommen, aber leider fehlerhaft. Ich muss diese neu beantragen". Hmmmm. Na das fängt ja prima an, aber ich gebe Suzi noch eine Chance.
Wochen später habe ich Probleme Suzi telefonisch zu erreichen. Kein Rückruf. Nichts. Das Firmenschild am Büro ist verschwunden. Ich beginne "etwas" nervös zu werden.
Ein Anruf in Lissabon bestätigt, das der Antrag erst 2 Monate nach meiner Beauftragung eingegangen ist, aber die nötige Bearbeitungsgebühr NIE.
Da ich bereits 350,00 EUR angezahlt habe, platz mir der Kragen. Ich fahre direkt zum Servicebüro. Alles dunkel aber durch die Scheibe erkennen ich Suzi. Normalerweise bringt mich relativ wenig aus der Ruhe, aber als sie mich weiterhin anlügt, verlange ich mein Geld zurück und beende unser Vertragsverhältnis.
Sie sagt, sie hätte die Bearbeitungsgebühr per Post überwiesen und wird mich abends anrufen. Abends kommt die SMS aber ich traue dem Braten nicht mehr. Nach einer Woche ist das Geld immer noch nicht in Lissabon und ich schicke den Betrag selber hin, da ich endlich meine Papiere haben möchte.
Die Bearbeiter in Lissabon sind sehr nett, haben vollstes Verstandnis und in der nächsten Woche soll ich endlich die Papiere bekommen, damit ich den Rest des Imports selber durchführen kann.
Fazit bis jetzt:
350,00 EUR angezahlt - Mal sehen, wann ich die wiederbekommen
100,00 EUR nach Lissabon geschickt. Sind gut angelegt
3 Monate unnötige Wartezeit - Jeder überflüssige Monat kostet mich 40,00 EUR Steuern in Deutschland - zum Vergleich 48,00 EUR pro Jahr in Portugal
Mal sehen, was noch alles passiert :roll:
schimanski am 06 Jun 2009 08:59:54 Vor zwei Tagen habe ich doch tatsächlich mein Geld zurückbekommen. Kerstin und ich haben erst einmal drei Kreuze gemacht. Denn das ist nun wirklich nicht üblich, da Suzi in so einigen Zahlungsschwierigkeiten steckt.
Naja. Mund abwischen, weitermachen. 8)
Gestern morgen ging es dann zur IPO (Port. TÜV). Termin war bereits vorher vereinbart. 10:40 Uhr. Angekommen eine endlos lange Schlange, aber wir hatten ja unseren Termin..... Dachten wir.
Nach einer Stunde Wartezeit gesellten sich Monika und Ihr Mann zu uns. Beide ebenfalls mit einem WoMo, allerdings bereits mit port. Kennzeichen.
So kommen wir ins plaudern und Monika erzählt mir, daß sich das Importieren eines WoMo nicht lohnen würde. "Vor 5 Jahren haben wir unser deutsches WoMo verkauft. Der Käufer - ein Portugiese - erzählt uns, daß er 5000,00 € Einfuhrzoll bezahlen müsste und hat dementsprechend den Preis gedrückt".
Ich werde sofort stutzig, denn der Einfuhrzoll für WoMo lag vor Jahren weit unter dem Jetzigen. So zwischen 150,00 € und 250,00 €.
Nun sind wir aber endlich an der Reihe. Rein in die Halle. Der Prüfer scheint keine große Lust zu haben. Blinker, Licht, Bremsen, alles soweit ok. Dann geht es an den Innenraum. Wir setzen uns gemütlich auf die Bank. Ich wollte schon Fragen, ob ich uns einen Kaffee zubereiten soll :D
da fragt mich der Prüfer wieviele Sitze das Fahrzeug denn hätte. Ich antworte "6", aber Suzi hatte in den Papieren aus Lissabon leider "4" angegeben. "Kein Problem" sagt er und ändert die 4 in eine 6.
Nun ab auf die Grube und die Motornummer suchen. Da hatte ich ja schon ein bisschen Vorarbeit geleistet und mich selber unter den Wagen gelegt. Nachdem ich den Rost damals beseitigt hatte, kam das Nümmerchen auch zum Vorschein. Leider viel die Taschenlampe des Prüfers immer wieder aus :? , sodaß das Ganze etwas länger dauerte. Aber schlußendlich war alles klar und
Wir haben TÜV :gut:
Nur Monika hatte nicht soviel Glück. Ihr WoMo wog mehr (500 kg), als in den Papieren angegeben war. Das war ein riesen Problem, denn Sie hatte den Wagen wohl das erste mal über den TÜV gebracht. Monika sollte sich doch bitte mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Hoffentlich ist da damals beim Import mal nichts schiefgelaufen.
Wir hatten aber noch einen Behördengang vor uns und sind nach Faro zur IMTT gefahren. Hier wird unser WoMo als Neueinfuhr klassifziert. Alle wichtigen Papiere habe ich dortgelassen, aber als die gute Frau den original Fahrzeugbrief und -schein in ein gefaltetes Blatt Papier legte :roll: , habe ich ihr besser Kopien angeboten. Wie ich Ihr erklärte, sind das besitzdefinierende Dokument in Deutschland.
Geschafft! Es war ein langer Vormittag aber nun kann es weitergehen. Warten auf den Anruf der IMTT.
Bin gespannt, wann das passieren wird...
Gast am 06 Jun 2009 10:04:01 Hallo Schimanski
das ist hier in Spanien doch ziemlich ähnlich, nur kommt hier noch ein Sachverständiger, der quasi die Daten aus dem deutschen Brief in ein spanisches Formular überträgt, was dann wiederum beim TÜV (ITV) vorgelegt werden muß.
Und guck an, da war mein Womo auf einmal 20 cm kürzer :D . Das viel den ITV- Heinis auf, also musste ein neues Zertifikat erstellt werden. Ich rief den Sachverständigen an, der kam direkt zum Tüv, und alles war geregelt.
Aber ansonsten klappte eigentlich alles problemlos.
schimanski am 15 Aug 2009 18:42:49 Nun hat es ja doch nicht so lange gedauert, wie ich erst gedacht und von vielen hier an der Algarve gehört habe. Insgesamt nach ca. 2,5 Monaten harter bürokratischer Laufarbeit, von einem Amt in Faro zum nächsten (Zoll, IMTT, etc.) einigen Formularen, unangenehmen Fragen vom Zoll "Warum importieren Sie Ihr WoMo denn erst jetzt?" und endlosen Fußmärschen durch Faro, habe ich es endlich geschafft.
Mein schönes deutsches WoMo ist nun hier in Portugal offiziell zugelassen.
Und um Euch ein bisschen neidisch zu machen:
Die Steuern in Deutschland betrugen 450,00 €/Jahr und ratet mal was ich hier in Portugal nun bezahle????
48,00 €/Jahr :D
Im September geht es ab ins Douro Tal für 2 Wochen mit unseren drei Hunden. Na das wird ein Abenteuer :womobus:
LowCostDriver am 15 Aug 2009 18:51:32 Super!
:gut:
Hat mich gefreut deinen Erfahrungsbericht durchzuschmöckern. Schön geschrieben!
gejo am 07 Mai 2010 13:43:42 Hallo Schimanski,
nett deinen Bericht zu lesen.
Aber was hat nun die Einfuhr in Portugal gekostet?
Jo
trebla am 07 Mai 2010 14:05:41 schimanski hat geschrieben:Nun hat es ja doch nicht so lange gedauert, wie ich erst gedacht und von vielen hier an der Algarve gehört habe. Insgesamt nach ca. 2,5 Monaten harter bürokratischer Laufarbeit, von einem Amt in Faro zum nächsten (Zoll, IMTT, etc.) einigen Formularen, unangenehmen Fragen vom Zoll "Warum importieren Sie Ihr WoMo denn erst jetzt?" und endlosen Fußmärschen durch Faro, habe ich es endlich geschafft.
Mein schönes deutsches WoMo ist nun hier in Portugal offiziell zugelassen.
Und um Euch ein bisschen neidisch zu machen:
Die Steuern in Deutschland betrugen 450,00 €/Jahr und ratet mal was ich hier in Portugal nun bezahle????
48,00 €/Jahr :D
Im September geht es ab ins Douro Tal für 2 Wochen mit unseren drei Hunden. Na das wird ein Abenteuer :womobus:
Deswegen sind in Portugal die Staatskassen auch blank! Die Steuern werden wir demnächst mitbezahlen!
landmeitli am 02 Apr 2011 22:03:08 Meine Eltern sind Portuguisen, in 2005 sind Sie zurück nach Portugal!!! Auto, Wohnwagen, Anhänger und Roller :!: das ganze hat eine Campanie erledigt und es hat super geklappt. Leider ist so das sobald ein Ausländer bzw ein Auswanderer kommt, sehen die Einheimischen nur EUROS, da muss man sehr gut aufpassen. Ich erlebe es jedes Jahr.
Aber sehr gute Bericht und viel erfolg in Portugal.
Gast am 02 Apr 2011 22:59:21 Ich kenne auch einige die nach Portugal gezogen sind, dem Wetter wegen und den Steuern wegen. So viel ich weiß´muss man lediglich mehr als 6 Monate dort verbringen um dort Steuerpflichtig zu sein !?
@ schimanski Der www Link zu Deiner Homepage geht übrigens nicht.
Darf ich annehmen das Du Portogisisch sprichst ?
|
|