Hallo Gemeinde,
anlässlich einer Anfrage von lucy habe ich die daraus entstehenden Tipps zum Anlass genommen, um einen eigenen Beitrag zu schreiben.
Er könnte auch lauten: Castellane - die Liebe meines Lebens.
Ich weiß nicht, ob es euch auch schon einmal so ging - man kommt irgendwo hin, und fühlt sich spontan wohl, geradezu wie zuhause.
Wir haben erstmals 1989 vom "Canyon du Verdon" gehört und gelesen, und haben uns entschlossen, dorthin zu fahren.
Über die alte Bundesstraße RN 75 / 85 sind wir - teilweise auf der "Route Napoléon" - von Besancon an durch das Jura nach Grenoble und von dort aus über Sisteron und Digne nach Castellane gefahren.
Ich nehme an, daß diese Routenvorschläge aus einem Reiseführer stammten, jedenfalls kamen wir auf dem Weg zum Canyon durch Castellane. Damals schon mit dem Wohnmobil fahrend, bevorzugten wir natürlich ortsnahe Campingplätze - an Wohnmobil-Stellplätze war noch nicht zu denken. Wir fuhren durch Castellane, bogen in der Ortsmitte rechts ab - und standen quasi vor dem ersten Campingplatz.
Kurz entschlossen blieben wir auf dem kleinen, ehemaligen Bauernhof, der sich "Camping Frédéric Mistral" nannte nach dem berühmten provencalischen Heimatdichter, und daraus wurde eben diese Liebe unseres Lebens. Monsieur und Madame Lion bewirtschafteten mit Leib, Seele und viel persönlichem Einsatz diesen Platz, und fortan gehörten wir zu ihren Stammgästen. Ich erinnere mich heute noch an diesen glühendheißen Frühsommer, in dem ich Monsieur Lion erstmals bei der Arbeit bewunderte (bezw. was er darunter verstand). Von morgens früh bis abends spät sah ich ihn stets mit einer Gauloise im Mundwinkel. Als kleingewachsener, braungebrannter, typischer Südfranzose trug er ausschließlich Rollkragenpullis !!!. Sein Zugeständnis an höhere Temperaturen - also ab 35 Grad - war, daß er die Ärmel aufrollte. Morgens pflegte er Rasen zu mähen - für die paar Ar des naturbelassenen Obstgartens, unter denen ganzjährig Camper aus aller Herren Länder verwöhnt wurden, brauchte er mindestens eine Woche. Auch das tägliche Entleeren seiner 15 - 20 Mülleimer beanspruchte ihn für mindestens 2- 3 Stunden. Es gab keinen Gast, ob langjähiger Besucher oder Neuling, für den er nicht einige bis viele Worte erübrigte. also, um es kurz zu machen, wer Gast auf "Frédéric Mistral" war, wurde in den Kreis der Familie aufgenommen. Zu unserem großen Bedauern verstarb diese Seele des Hauses vor drei Jahren nach mehreren schweren Schlaganfällen.
So, ich habe euch über Gebühr mit meinem Gelaber aufgehalten, nun sollen Bilder folgen. Ergötzt euch daran, besucht Castellane, ihr werdet es nicht bereuen.
Da die Bildzahl begrent ist, füge ich Teil II und III hinzu
Euer donalfredo
von meinen französischen Freunden kurz und knackig
Alfred Alfred genannt...

