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Monteriggioni, Kleinod in der Toskana!


LowCostDriver am 27 Aug 2009 19:45:49

Es ist schon etwas länger her, als ich im Januar 2008 hier im Forum für die besten Tipps und Tricks für eine Reise nach Italien, genauer in die Toskana, gefragt hab.

Sehr viele Tipps sind gekommen und wir haben im März 2008 eine traumhafte Reise durch die Toskana erlebt. :flower:

Unser vollständiges Reisetagebuch hierzu findet sich wie immer auf transitfrei.de, genauer hier: --> Link

In loser Reihenfolge (wir arbeiten selber noch daran), möchte ich aber von besonders schönen Orten dieser Reise auch hier im Forum berichten und fange daher mit einem ganz besonderen Ziel an, welches wir dank des Forums überhaupt erst angesteuert haben.

Aus unserem 2008er Hilfe-Thread möchte ich eine meiner Fragen zitieren, die ich der damaligen versammelten Mannschaft gestellt habe, sie lautete:
LowCostDriver hat geschrieben:Fangfrage.
Stellt euch vor: Wenn es einen Ort gibt, der die Schönheit einer natürlichen Toskana auf einen Schlag einfängt und man sich bei einem Stückchen Pannetonne mit Eiskaffee auf einer im Sonnenuntergang rötlich getauchten Terrasse in einem verträumten Bergdörfchen dem „Dolce Vita“ hingeben kann.
Es ist warm, ein leichter warmer Wind weht über die Dächer hinweg.
Wo im Hintergrund irgendwo in der Ferne ein Hund bellt, eine Vespa vorbei tuckert und Mama Miracolli die leckersten Pasta zaubert und einem der Duft frischem Basilikums mit Mozzarella und Tomate in die Nase steigt.
Wenn ihr nur an diese Sache denkt und ihr schlagartig die Augen öffnet: In welchem Ort seid ihr dann?


Eine von vielen Antworten wirkte nunmal so überzeugend, dass wir zu Monteriggioni nicht nein sagen konnten...

Rider hat geschrieben:@ LCD
Antwort auf deine Fangfrage:
JAAAAA......genau in Moteriggioni und wenn du es noch genauer wissen willst, im Ristorante "Il Pozzo" !!!! :D :razz: 8)


Der Vollständigkeit halber findet sich meine damalige Fragerunde an die Italienexperten hier: --> Link

Nun, wir waren in Monteriggioni und ich möchte euch hier aus unserem Reisetagebuch unsere Erlebnisse und Eindrücke eines verträumten toskanischen Dörfchens berichten:

(Auszug aus unserem Reisebericht, 6ter Tag in der Toskana, vom 19. März 2008):

Die Zufahrt nach Monteriggioni ist total einfach, es gibt faktisch nur einen Weg.
Kommt man wie wir südwärts von Siena auf der SR 2 gefahren, muss man nur einmal rechts auf die „Strada die Monteriggioni“ abbiegen.
Kurz darauf erreicht man bei N 43.388723° / E 11.224701° einen sehr großen öffentlich zugänglichen Parkplatz, der gleichzeitig auch als semi-offizieller Wohnmobilstellplatz fungiert. Zumindest gibt es kein Verbotsschild...
Der Parkplatz ist mehr ein größeres sandiges Areal, der hintere Teil hat zusätzlich einige nicht parzellierte Wiesenflächen zu bieten.
Man steht besonders im hinteren Teil (zumindest aktuell in der Nebensaison) sehr ruhig, die wenigen Womos dort haben sehr viel Raum um sich herum frei und die Besatzungen sitzen verträumt draußen in der toskanischen Sonne.
Für uns aber ist klar, dass wir heute Nacht wohl nicht hierbleiben werden und so machen wir uns lieber daran das Städtchen zu entdecken und danach nach einem Campingplatz zu suchen.
Doch vor der Stadtbesichtigung hat die Toskana erneut eine Herausforderung gestellt, die durchaus bei einer Weltmeisterschaft fürs Treppensteigen eine ernsthaft in Erwägung zu ziehende Lokalität darstellt.
Denn auch hier, wie in eigentlich fast allen bislang besuchten Städten, liegt der Ortskern erneut auf einer Anhöhe, die eben über besagte Treppen bestiegen werden muss.
Puh!
Für Besucher mit dem PKW sieht es da schon etwas besser aus, denn neben dem Großparkplatz hier unten befindet sich etwa 300 Meter weiter auf der Zufahrtsstraße ein weiterer Parkplatz, allerdings ist die Zufahrt zu diesem für Wohnmobile, Wohnwagen, LKW und Busse nicht zugelassen.
Aber was solls, ein wenig Bewegung wird uns schon nicht schaden und so kraxeln wir die Treppen in Richtung der imposanten Stadtmauer und den eindrucksvollen Türmen hinauf…


Ein wenig erinnert mich die Szenerie an Roman Polanskis Film „Die neun Pforten“ mit Johnny Depp in der Hauptrolle.
Das in Frankreich angesiedelte „Château de Puivert“, welches im Film als finaler Schauplatz dient, sieht dem aktuellen Blick auf Stadtmauer und Turm sehr ähnlich.

Durch dieses Tor müssen wir durch. Fast wirkt es wie eine Filmkulisse...
Oben angekommen und durch das Tor geschritten müssen wir schon wieder unsere Meinung revidieren!
Hatten wir gestern zum Besuch des anschaulichen Raddas noch behauptet, dass Radda das Örtchen Greve in Chianti als typisches toskanisches Städtchen ablöst, löst nun wiederum Monteriggioni Radda ab und belegt als „authentisches verschlafenes toskanisches Dörfchen“ bislang den Platz 1!!
Auch hier fällt uns als erstes auf, wie sehr doch die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Dies ist jedoch zum großen Teil dem Umstand geschuldet, dass hier kein fremdes Auto hinauf fahren kann.
Entsprechend autofrei bietet sich Monteriggioni an.
Auch die Häuschen sehen so aus, als habe man sie irgendwann im 13. Jahrhundert errichtet und seit dem ist hier nichts mehr dran gemacht oder verändert worden.
Die Stadtgeschichte jedenfalls erzählt von kaum etwas außergewöhnlichem.
Einzig zwei erfolglose Belagerungen im 13. und 16. Jahrhundert durch die Florentiner werden erwähnt, wobei die Stadt dann allerdings 1554 durch Verrat eingenommen wurde.
Oh-Mann, 3 Jahrhunderte und das ist alles, was die Stadt vorweisen kann.
Hier bekommt der Begriff „Verschlafen“ eine völlig neue Bedeutung…
Aber sonst ist das Dörfchen auf dem Berg „Monte Ala“ sehr beschaulich, was eigentlich ein Garant für einen richtigen Touristenmagnet sein sollte.

Nichts desto trotz ist vom typischen Touristenansturm nicht viel zu sehen, obgleich sich hier schon einige Souvenirläden eingefunden haben.
Neben Tonsachen, Stoffen, Postkarten, Wanderstöcken, Steinen und Stofftieren können auch allerlei Militariarepliken wie Waffen und Rüstungen aus dem Mittelalter erworben werden.
Vom zentralen Platz mit Brunnen in der Mitte gehen einige wenige Gassen ab, die allerdings nicht weit reichen können, denn Monteriggioni ist, so verrät es das Luftbild aus dem Reiseführer, ein rundum geschlossenes Dorf mit kompletter Stadtmauerumrandung. Und dies scheint, so bemerkt es Anja, wohl das "typische toskanische" zu sein.
Gleich hier auf dem zentralen Platz befindet sich übrigens auch das Restaurant „Il Pozzo“, welches uns im Forum als mögliches Feinschmeckerziel empfohlen wurde.
Ein kurzer Blick auf die Karte droht zwar empfindliche Löcher in die Reisekasse zu reißen, aber wir würden es schon riskieren.
Leider kommen Speis und Trank nicht mit unserem Magen zusammen, denn das Restaurant öffnet erst um 19:45 Uhr, wir haben gerade mal halb 5.
Auch im Reiseführer, den wir mittlerweile konsultiert haben, wird das Restaurant empfohlen, allerdings wird dort sogar darauf hingewiesen, dass man wohl reservieren muss.
Oh- weia, darauf waren wir mal gar nicht vorbereitet.
Was nun? Warten, bis das Restaurant öffnet und dann vielleicht Pech haben?
Wir entschließen uns das Il Pozzo nicht zu besuchen und stattdessen die Besichtigung der Stadt aufzunehmen und so spazieren wir weiter über den zentralen Marktplatz zur Dorfkirche.

Die Tür der Kirche ist zu unserer Überraschung geöffnet und so werfen wir einen Blick in das Gotteshaus.
Auch hier finden sich, wie im Kloster Badia a Coltibuono, einige Statuen, aber hier haben sie wenigstens keinen surreal wirkenden Heiligenschein aus Neon.
Alles in allem wirkt die Kirche sehr einfach und zweckmäßig, obgleich ich sicher bin, dass die Mauern dieses Hauses eine weit mehr interessante Geschichte über die Stadt zu berichten hätten, als der schmale Toskana- Reiseführer es tut.
Auch würde mich nicht wundern, wenn es hier vielleicht eine geheime Grabkammer gäbe, ein verstecktes Mausoleum mit einem Stück des wahren Kreuze Christi, dem echten Leichentuch von Turin oder gar dem heiligen Gral höchstselbst.
Diese kleine Dorfkirche hätte auf jeden Fall das Zeug dazu…
Anja tippt sich an die Stirn, als ich neuerlich von der Gralstheorie und meinen wohlmöglich hier in dieser Kirche entdeckten Spuren berichte und so verlassen wir die kleine Dorfkirche, ohne auch nur einen losen Stein gedrückt oder eine Bodenplatte gelöst zu haben.
Schade…

Wir stromern durch einige Nebengassen und verlassen den zentralen Marktplatz und damit die wenigen anderen Touristen, die sich hier eingefunden haben.
Allerdings kommen wir wegen der bereits erwähnten Dorftummauerung nicht besonders weit und schon bald stehen wir in einer Sackgasse.
Das macht die Sache natürlich übersichtlich und so können wir nach und nach einige weitere Gassen abschlendern und schauen, was wir darin vorfinden.
Gleich hinter der nächsten Ecke wartet ein neuer Souvenirladen mit seiner Auslage auf.
Da wir fast alleine hier sind, unterziehen wir das Angebot einem kritischeren Blick.
Auch hier finden sich wieder allerlei Ritterrüstungen und Waffen, sollte sich also gleich eine Raum-/zeitverzerrung auftun, können wir flugs Helm und Rüstung anlegen und würden 500 Jahre früher wahrscheinlich nichtmals auffallen… ;-)
Obwohl, vielleicht doch…
Denn der „Kennerblick“ erkennt sofort einige Rüstungsstücke, welche nicht so recht hier her passen, besonders der Helm von Brad Pitt in „Troja“ sticht mir dabei ins Auge.
Oder ist es der von Kirk Douglas aus „Spartacus“?

Wir erforschen noch einige weitere Seitengassen und spazieren bis zu unserem Eingangstor gegenüberliegenden Stadttor, wo wir einen steilen Hang bergab gehen könnten. Da wir diesen aber auch wieder hinauf klettern müssten, verzichten wir auf einen "Extra-Runde" und drehen am kleinen Tor wieder um.

Im großen und ganzen ist wirklich im Zentrum mit Dorfkirche, Brunnen den Souvenirläden und den beiden Restaurants das Hauptgeschehen im Ort zu 95% zu bestaunen und zu entdecken und ich kann mir vorstellen, dass insbesondere abends das Ambiente in dieser rustikalen und sicherlich diffus beleuchteten Stadt mit einem Glässchen Wein und einem Schinken auf der Terrasse des "Il Pozzo" total geil sein muss.
Und so verlockend diese Alternative auch ist, für eine weitere Nacht auf einem Stellplatz vor den Toren der Stadt sind wir nicht wirklich aufgestellt. Zu unsicher ist mir das mit der Batterie, dem Klotank und eine Dusche würde mir morgen früh noch viel mehr fehlen, als es heute morgen der Fall war. Es nützt nichts, wir brauchen heute Abend einen CP...



Gern wären auch wir über Nacht geblieben und hätten im Il Pozzo gespeist, aber wir hatten in Radda gerade unsere erste Freistehernacht seit dem verhängnisvollen Einbruch in unser Mietmobil 2006 hinter uns. Das war schon ein mutiger Schritt damals und psychologisch auch nicht ganz einfach :!:
Und so war ich natürlich auch ein Stück weit froh, dass wir an diesem Abend dann wieder einen Campingplatz angesteuert haben, was unter mehrheitlichem Einsatz der CampingCard (damals für 14,- € / Nacht) nicht wirklich teuer war.

Den Stellplatz in Monteriggioni hab ich übrigens der Datenbank hinzu gefügt, ich bin sicher der ein oder andere kann den Tipp gebrauchen:
--> Link

Lieben
Björn

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Gogolo am 27 Aug 2009 23:28:55

Ja, der Ort ist sehr faszinierend, wir waren schon mehrfach dort. Wir werden dieses Jahr Weihnachten und Sylvester in der Toskana, Umbrien und Marken verbringen und mit Sicherheit auch Monteriggioni für 1-2 Tage besuchen. Zu dieser Zeit werden dann sicher keine oder nur sehr wenige Touristen dort sein.


Habe die Ehre

Gogolo

f.k. am 28 Aug 2009 10:30:09

Ja, ein malerisches Örtchen und ... wunderbaren Fasan vom offenen Feuer im "Il Pozzo"

Muss da unbedingt mal wieder hin.

,
Florian.

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farmerj am 28 Aug 2009 12:08:54

Hallo Björn,

sieht ja klasse aus......muss ich mir für unsere nächste Toskana-Tour nächstes Jahr vormerken.

Ward ihr auch in Montecatini Alto ??
Ist ein ebenso malerisches schönes Örtchen in der Toskana.

forchh am 15 Okt 2009 14:32:17

Hallo,

wir standen letzte Woche auch auf diesem Parkplatz und uns hat der Ort echt begeistert. Übernachten dort ruhig und ohne Probleme - ingesamt 4 WoMo's. Der Platz ist mittlerweile allerdings komplett geschottert.

Wir sind mehr zufällig dort gelandet, ist aber auf jeden Fall eine direkte Ansteuerung wert, zumal auch Siena und San Gimignano nicht weit sind. Nach Siena sind es ca. 10-12 km, die man sicher auch mit dem Roller zurücklegen kann, denn die Übernachtungsmöglichkeiten dort sind ja recht kostspielig.


Franziska

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