Tja, ich weiß nicht was mich getrieben hat. Normalerweise meide ich doch Städte wie der Teufel das Weihwasser. (Paris macht da eine Ausnahme-aber Paris ist ja auch in Frankreich eine Ausnahme)
Und das ich mir ausgerechnet nach dem beschaulichen, so herrlich mittelalterlichen Bergerac nun Bordeaux angetan habe werde ich wohl nie ganz verstehen.
Die Anfahrt war ganz leicht und am Ufer der Garonne ist reichlich Parkraum- auch zum übernachten. Die Fassaden der Häuser wirken alle sauber zur Garonne hin.
Doch blickt man dahinter ist alles Schmutz! Die Wände rußig und schwarz und nur die Vorzeigehotels bieten einigermaßen das was man von einer solchen Großstadt erwartet.
Ich spare mir Beschreibungen. Ich habe, außer dem "Place de Quinconces" vielleicht, nichts sehenswertes an Bordeaux gefunden.
Möglich das andere das anders empfunden haben.
Ich mag Bordeaux nicht!
Um dem ganzen Tag noch die Krone aufzusetzen hegte ich den Wunsch an diesem Abend am Atlantik zu stehen.
Auch Essig! Ich durchquerte die gesamte Gironde und streifte das Medoc ohne auch nur eine einzige Traube geschweige denn den Atlantik gesehen zu haben.
Ich schob an diesem Abend so richtig einen dicken Hals.
Als es dämmerte waren wir vielleicht noch 2 km vom Meer weg. Wir fanden einen einsamen Womo-Platz mitten im Wald, der wohl in der Saison auch noch Geld kostet. Immerhin gab es eine Entsorgung dort und wir konnten unsere Frischwasservorräte auffrischen.
Und das Abendmahl bestand aus Muscheln! Das und der Wein ließen den Tag noch einigermaßen versöhnlich ausklingen.
Das Dorf, in dessen Nähe wir übernachteten hieß Bombannes und lag in der westlichen Gironde.

