In Ischia Porto auf Ischia angekommen, suchten wir zunächst unseren CP auf um da „einzuziehen“ ... und da geht´s schon los: DEN finde ich nicht mehr, leider ... wir standen auf einem CP in Ischia (Stadt) direkt am Wasser mit eigenem Strand, der ganzjährig geöffnet hatte, heute finde ich nur den CP Paluba, der aber ca. 1000m vom Wasser weg sein soll, siehe DA:
--> Link , der aber ebenfalls ganzjährig geöffnet ist.
Eine Alternative für direkt am Strand und ganzjährig offen wäre Camping Mirage in Barano (ca. 8 km von Ischia Stadt) DA:
--> Link
Mit dem Wetter haben wir Glück, es ist sehr sonnig und warm, tagsüber reicht ein T-shirt, erst gegen Abend wird´s kühler und ein zusätzlicher Pulli ist gefragt. In der Nacht allerdings wird es schon relativ kalt, so um die 5° schätze ich, die
Heizung macht und aber gemütlich warm. Wir haben die ganze Zeit keinen einzigen Tropfen Regen abgekriegt, was aber ungewöhnlich sein soll ... in der Regel ist mit kurzen Schauern um diese Jahreszeit zu rechnen.
Aktivitäten auf der Insel:
Baden: selbst im Winter dank der warmen/heißen Quellen im Meer möglich. Es gibt mehrere Strände, an denen diese Quellen vorkommen. Bitte vorsichtig sein: einige sind wirklich so heiß, dass man sich verbrühen kann. Beim schwimmen im Meer sucht man sich möglichst die Nähe einer heißen/warmen Quelle, wärmt sich da richtig auf und macht sich auf die Suche durchs (kalte) Meerwasser nach der nächsten ... der warm/kalt Effekt hat wirklich was. Oder im Flachwasserbereich eine warme/heiße Quelle suchen und durch „zufächeln“ von kaltem Meerwasser eine subjektiv angenehme Temperatur einstellen.
Thermalquellen: in vielen Hotelanlagen möglich, wir haben da einfach mal gefragt, ob wir – gegen Bezahlung natürlich – auch rein dürfen, war keinerlei Problem. Ob´s wirklich hilft ... keine Ahnung ... aber tut dem Körper gut und geschlafen haben wir danach wie ein Stein ..
Wandern: toll, um diese Jahreszeit ideal, nie zu heiß, sonnig, einen link zu mehreren Wanderwegen habe ich schon oben gepostet. Ein Muß ist eine Wanderung auf den Monte Epomeo, den höchsten Berg der Insel (so um die 800 Meter), möglichst bei klarem Wetter.
Biken: auch auf den beschriebenen Wanderwegen (um die Jahreszeit sind da fast keine hiker unterwegs), außerdem ist die ganze Insel nur 40 km² groß und lässt sich problemlos an einem Tag umrunden. Besonders gut hat es uns da im Inneren der Insel gefallen, das (damals zumindest) noch ziemlich unberührt vom Tourismus war.
Essen und Trinken: die Spezialität der Insel ist Kaninchen (Coniglio) in vielfältiger Zubereitung, mir hat´s am besten „a la cacciatore“ (nach Jägerart) mit angebratenem Speck und Paprika geschmeckt. Typisches Beispiel: auf dem Gipfel des Monte Epomeo ist eine kleine Trattoria, eigentlich mehr so eine Art bewirtschaftete Schutzhütte, wir dort rein als einzige Gäste und gefragt, was es denn zu essen gibt: es gab nur ein Gericht, besagtes „coniglio a la cacciatore“ mit Polenta, serviert in einer großen Pfanne direkt auf den Tisch, dazu 4 Teller und 4 mal Besteck ... und jeder konnte sich aus der Pfanne bedienen. Weil es für 4 Erwachsene fast ein bisserl wenig war, wurden wir gefragt, ob´s noch eine Nachspeise sein darf ... die Wirtin hatte gerade „Profiterole“ (kleine Windbeutel mit Puddingfüllung und Schokoüberzug) gemacht ... hmm, man hätte mich da „wegprügeln“ müssen ... und als quasi Entschuldigung dafür, weil es „nicht so viel war“ kam nach dem Espresso die Hausflasche mit Grappa auf den Tisch ... zur Verdauung halt, ohne Berechnung, jeder nimmt sich ein Schlückchen und gibt die Flasche wieder zurück ... so war´s früher üblich in Italien (seufz), heutzutage wird dieser gute Brauch nur noch sehr selten praktiziert.
Weinbauern gibt´s reichlich und fast auf jedem Hügel steht irgendwo ein Schild: einfach rein dort und fragen, probieren – manchmal bei größeren auf mit Brotzeit, dann gegen Bezahlung – und wenn´s schmeckt: kaufen und mitnehmen .. Tipp: wir hatten da einen 5 Liter (Lebensmittel-) Plastikkanister dabei, weil Flaschen dort (in den kleinen Weingütern) ein Problem sein können. Ich habe dort wirklich gute (nix überkandideltes, Hauswein halt) ... und leider auch einen der scheußlichsten Weine jemals getrunken. Letzterer kam direkt aus dem (offensichtlich frisch geschwefelten) Holzfaß und schmeckte NUR nach Schwefel, bereits nach dem Probierglas (hab meins in einem unbeobachteten Augenblick diskret entsorgt) waren die Geschmacksnerven auf der Zunge total hinüber ... hat Minuten gedauert, bis wir da mit was passenderem diese wieder beruhigt hatten ...
Viele der kleinen Weinbauern brennen auch eigenen Grappa, der selbstredend ebenfalls probiert werden muß (obwohl ich Grappa eigentlich nur aus „medizinischen Gründen“ trinke), da gibt´s auch die ganze Bandbreite von „rasser Teufel“ bis hin zu „samtweicher Edler“ .
Limoncello, ein angenehm säuerlicher Likör ist ebenfalls eine Spezialität dort und wird (gern auch hausgemacht) sowohl vor, als auch nach dem Essen getrunken.
Weihnachtstage: in Italien ist Weihnachten mehr ein Familienfest, am 24. wird am Abend groß in der Familie getafelt (da sind keine Kneipen auf), am 25. ähnlich, am 26. ist schon wieder alles vorbei. Absolut sehenswert sind die Krippen, meist handgemacht und uralt, da haben ganze Generationen hingebastelt und immer wieder erweitert. Überall gibt´s „Panetone“, ein ziemlich süßer (ja sogar papp-süß) Trockenkuchen, der z.B. auch zum Wein gereicht wird ... das ist jetzt nicht sooo mein Fall. Viele haben Urlaub bis 6. Januar (machen die „ponte“, die Brücke), die zuhause bleiben gehen gern in Lokale (die daher Hochbetrieb mit Einheimischen haben).
Sylvester: wird da gefeiert wie bei uns, laut, fröhlich, singend und tanzend – überall gibt´s Veranstaltungen mit und ohne Essen, wir hatten uns da einfach dazu gesetzt (hatten aber reserviert – man weiß ja nicht) und mitgefeiert, war ein tolles Fest. Angeblich (hab das nicht nachkontrolliert) trägt man an diesem Abend (beide Geschlechter) rote Unterwäsche als Glücksbringer fürs ganze Jahr ... UND: um Mitternacht wird entweder Geschirr zerschlagen (wie bei uns am Polterabend) oder vereinzelt auch Feuerwerk gezündet und das neue Jahr begrüßt, alles liegt sich in den Armen und wünscht: „Auguri“ (Alles Gute)
Fazit: uns hat´s damals sehr gut gefallen und eigentlich hatten wir uns vorgenommen, das mal zu wiederholen ... hat leider bis heute nicht geklappt, es gibt ja noch soooo viel anderes anzuschauen und zu erleben. Wer noch nicht dort war ... ich kann´s nur empfehlen.