Hier also ein kleiner Reisebericht über unsere Herbstferien auf Sardinien.
Eigentlich wollten wir, wie im letzten Jahr nach Gruisson Plage fahren.
Da die Ferien jedoch in diesem Jahr recht spät sind, dachten wir uns, dass es auf Sardinien noch wärmer sein wird. Vor allem das Wasser.
Zumal die Wetteraussichten für das Languedoc-Roussillon nicht wirklich prickelnd waren.
So haben wir kurzfristig über das Internet eine Fähre gebucht und waren sehr gespannt auf die Insel.
Ich war zwar schon auf Sardinien, aber das war Mitte der 80er mit Rucksack und über den Daumen.
Am Freitag den 09.10. ging es dann los.
Die Kinder kamen aus der Schule und wir schafften es tatsächlich um 15.15 Uhr vom Hof.
"Fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn ..."
So gegen 1 Uhr nachts machten wir auf einem Autohof vor Basel Station.
Um 7 Uhr ging es dann weiter.
Die Schweiz empfing uns, wie uns Deutschland entlassen hatte:
Nass und kalt.
Am Gotthard hatten wir dann richtig Glück.
Riesenstau ... ok, der war nicht das Glück.
Es war jedenfall absehbar, dass es mindestens eine Stunde bis zur Einfahrt in den Tunnel dauern würde.
Also, ab auf die rechte Spur Richtung Passtraße und zügig an allen vorbei.
Und dann ergab es sich, dass kurz vor der Abfahrt, also unmittelbar vor der Tunneleinfahrt, ein PKW auf unserer Spur liegen geblieben war.
Und da mussten wir halt nochmal auf die rechte Tunnelspur ... haben wir uns einmal angeschaut, gegrinst - high five - und sind dann dort geblieben.
Der Rest der Fahrt war dann recht ereignislos.
Mailand eine Verkehrschaos - in die Gegenrichtung und in der Toskana bisweilen keine 200m Sicht.
Wie ist die Toskana?
Grau!
So um ca. 17.30 Uhr waren wir dann in Livorno.
Fähre sollte um 22.00 ablegen, einchecken ab 20.30.
Da CoB zu dieser Jahreszeit nicht angeboten wird, hatten wir eine 4er Außenkabine reserviert.
Alles problemlos, bis auf den Hund.
Da stand so ein Rezeptionstyp, vierschrötig und bis an die Ohrläppchen tätowiert und ließ doch einfach keine Hunde vorbei ...
Naja, Eva und die Kinder in die Kabine, ich und Kimmy aufs Oberdeck.
Für mich Bier, für den Hund Gänsewein.
Beim Ablegen lieferte und das Wetter noch ein Spektakel der besonderen Art.
Gewitter, aber so nah, dass mir unsere jüngere Tochter - immerhin doch 8J. - schreiend in die Arme rannte.
Und ich gebe zu, so ganz wohl habe ich mich auch nicht gefühlt.
Meine Frau hat dann noch einen Schleichweg ausgemacht und so mußte ich nicht die Nacht samt Hund an Deck verbringen.
Etwas später hat der Vierschrot allerdings dann auch seinen Posten verlassen.
5 Uhr Morgens kam dann der allgemeine Weckruf ... gähn!
Aber immerhin, die Kabine war geräumig, Klo und Dusche sauber.
So um 7 waren wir dann von der Fähre runter.
Raus aus dem Hafen und erstmal Panini und eine Straßenkarte von Sardinien gekauft.
In Golfo Aranci sollte es einen SP geben. Mhhh, scusi signora, äh, area di sosta?
No!
Ok, aber einen schönen Platz zum Frühstücken fanden wir:
Und jetzt?
Irgendjemand auf der Fähre hatte was von einem schönen CP in Palau erzählt.
Genau, da schaun wir mal. Erstmal Urlaub.
Platz gefunden, für gut befunden und außerhalb der Saison nix los.
Direkt neben uns, ein nettes deutsches Ehepaar mit 7jähriger Tochter. Dass paßte unseren Mädels gut und die Eltern paßten gut zu uns ... oder umgekehrt.
In der Sonne waren es bestimmt noch 30°C und das Wasser hatte satte 24.
Badetag!
Sitzen, lesen, genießen ... so darf es weitergehen.
Irgenwann waren die Mädels dann im Bett und wir haben mit unseren Nachbarn noch tüchtig geklönt ... 3 Uhr, oder so ...
Und irgendwie dachte ich noch so bei mir, die Wolken über Korsika sehn nicht gut aus, hol mal die Markise rein.
Bingo: Mistrale!
(Da sieht man die Wolkenberge in der Ferne)
Die Sonne schien zwar am nächsten Morgen, aber es hat so richtig gekachelt.
Also, Frühstücken, packen, weiterfahren.
Wenn man schon nicht aus dem WoMo kann, dann kann man auch was von der Insel sehen.
Außerdem hofften wir, dass es weiter unten an der Ostküste vielleicht nicht so heftig ist.
Bis Siniscola sind wir Autobahn gefahren und dann runter, vielleicht findet sich ja was.
Gefunden hat sich Wind.
In Santa Lucia haben wir dann erstmal Mittag gemacht und im Windschatten des Womos ging es auch - so grade ...
Jeder ißt,
wo er ist:
Was wir hier schon festgestellt hatten, Sardinien ist in der Nebensaison völlig easy.
Ein Stückchen weiter hätten wir direkt an einem Pinienwald unmittelbar am Wasser stehen können - zur Hauptsaison einfach undenkbar.
Leider kei V/E-Möglichkeit weit und breit.
Und bei vier Personen ist so eine Cassette innerhalb eines Tages ... nun gut, lassen wir das.
Achja, auch der CP in Palau, 4 Personen incl. Hund und Womo 27€, da mag man nicht meckern.
Im wteiteren Verlauf unseres Urlaubs wurde dann folgende Konversation zum running gag:
"Und jetzt stell dir das in der Hauptsaison vor!"
"Oh bitte nicht!"
Weiter ging es dann die Küste entlang Richtung Orosei. Da sich die Berge allerdings recht nah ans Meer wagen, ging es auf schmaler Straße eher einen Alpinen Kurs entlang.
Dazu ein Wind, dass ich manchmal dachte:"Park das Womo mit der Nase in den Wind, trink Dir nen Bier, bau Adrenalin ab und fahr morgen weiter!"
Oberhalb von Orosei befinden sich Marmorbrüche. Teile des Golfo die Orosei waren von einer Marmorstaubfahne verhangen.
Hinter Orosei ging es dann richtig in die Berge bis auf 1200m.




