alsace am 26 Feb 2005 15:29:49 Abreisetag, Freitag
Nach der Arbeit verstaute ich die restlichen Sachen im Bus - in der Zeit lief Jens mit den Hunden noch eine Runde – und dann um 14.00 Uhr ging es im Nieselregen endlich los Richtung Westen. Wir fuhren über Altkirch – Belfort und die N 19 bis Bar sur Aube, dort machten wir einen Abstecher über Montier en Der an den Lac du Der, um dort zu übernachten. Die ganze Fahrt war der Scheibenwischer im Dauereinsatz, aber verkehrsmässig lief es sehr gut, trotz Freitag Nachmittag. Der Tachostand zeigte am Tagesziel genau 330 km. Nach einer Runde mit den Hunden und einem kurzen Nachtessen gingen wir dann schlafen. Nachts wurde der Bus ganz ordentlich vom Wind durchgeschüttelt und der Regen trommelte weiter aufs Dach.
Samstag
Am nächsten Morgen erwartete uns ein grauer Tag. Am See waren einige Kraniche zu sehen und etliche Schwärme zogen Richtung Felder. Nach dem Frühstück gings dann zurück über Montier en Der, dabei sahen wir Felder voller Kraniche, es war schon ein toller Anblick – trotz Regen. Über die N 960 fuhren wir dann an Troyes vorbei ( eine sehr schöne Stadt, die wir bei unserem letzten Bretagne Besuch schon besichtigt hatten), weiter über Sens – Fontainebleu ( auf der Strecke Felder voller Kiebitze, das müssen tausende gewesen sein) – Etampes. Mittags legten wir einen Spaziergang ein, auf dem wir uns ganz spontan entschlossen einen Umweg über die Normandie zu machen, das Meer lockte. Weiter gings über Chartres (wunderschöne sehenswerte Kathedrale aus dem 12 Jahrhundert) – Dreux – Evreux – Lisieux (hier thront eine wunderschöne Kirche im Rundbau über der Stadt) – Caen – Courseulles sur Mer. Dort fanden wir einen wunderschönen freien Stellplatz auf einer Wiese direkt hinter den Dünen, so dass wir beschlossen für heute Schluss zu machen und hier zu übernachten. Die Schranke in 2,20 m war für den Bus kein Hindernis ( so hat der Bus doch noch seine guten Seiten). Vor der Schranke ist aber noch ein grosser geteerter Parkplatz ohne Verbotsschilder mit einem Picknickplatz direkt daneben. Das dunkle Grau des Himmels war im Laufe des Tages immer heller geworden, bei unserer Ankunft schien sogar die Sonne, aber der Wind war sehr stürmisch. Nach einem langen Dünenspaziergang, es war natürlich Ebbe, grillten wir auf der windstillen Seite des Buses. Mit einem von daheim mitgebrachten roten Fasswein liessen wir den Tag gemütlich ausklingen, jetzt im Bus, weil wieder Regen eingesetzt hatte, der auch die ganze Nacht anhielt.
Flywolf am 26 Feb 2005 15:43:40 Klasse, mach weiter so!
Aber vielleicht noch ein Tipp. Während deiner Abwesenheit hat Dirk dem Forum ein Fotoalbum spendiert. Du findest es ganz oben neben der Userkarte. Dort kannst du noch Fotos reinstellen, die du in deinem Bericht nicht mehr unterbringen kannst.
Wolf
alsace am 26 Feb 2005 15:45:41 Sonntag
Beim Frühstücken beobachteten wir eine Gruppe von Jägern und Treibern mit ihren Hunden, die Einzelheiten für die nachfolgende Wildschweinjagd besprachen. Aber bevor es damit los ging, waren wir schon wieder unterwegs gen Westen, immer an der Küste lang. Überall begegneten uns Hinweise auf den D-Day und bei der Fahrt an der Omaha Beach vorbei, beschlich einem schon irgendwie ein beklemmendes Gefühl. Wir folgten der Küste bis Carentan, dort fuhren wir dann quer rüber bis Lessay und ab dort gings dann über die Route de la baie und Route du Cote in Richtung Mont Saint Michel. Kurz vor dem Mte. St. Michel sahen wir wieder einen tollen freien Stellplatz am Pointe de Roche Torin, völlig einsam und mit einem wunderschönen Ausblick auf den Michel, inmitten eines endlosen Watts. Das Wetter hatte an diesem Tag über Regen, Hagel und Sonne alles geboten und natürlich den sehr stürmischen Wind. Aber wozu hat man eine Standheizung, im Bus wars eng, aber gemütlich. Auf der Suche nach einer einigermassen windstillen Stelle fanden wir auch eine kleine Einbuchtung im Hügel, passend genau für den Bus. Leider war der Untergrund etwas sehr aufgeweicht dort, ein probeweiser Wegfahrversuch misslang kläglich. Aber nur ruhig bleiben, wir wollten ja erst am nächsten Tag weiter. Den Hunden machte der Sturm nichts aus, sie tobten ausgelassen auf der Wiese vor dem Bus.
alsace am 26 Feb 2005 16:04:50 Montag
Nach dem Aufwachen, kein Sturm mehr, nur noch starker Wind und dafür Vogelgezwitscher. So steht man gerne auf! Nach dem Frühstück und dem Morgenlauf mit den Hunden, ein neuer Startversuch – negativ. Aber ein paar Handvoll Split gesammelt und unter die Vorderräder geschmissen, ich sass am Steuer, Jens hat geschoben und siehe da, es ging. Nochmal Glück gehabt! Unser Ziel: Mont Saint Michel zum 1. Mal , im Sommer damals war uns einfach zu viel los. Aber nun waren wir fast alleine dort. Parkplatz so gut wie leer, die Gassen ebenso. So konnten wir den Berg in aller Ruhe erkunden. Die Hunde haben solange das Auto „bewacht“. Anschliessend fuhren wir nach Dol de Bretagne und schauten uns den lt. WOMO Führer grössten Menhir der Bretagne an, den Menhir de Champ Dolent. Schon beeindruckend, wie die das früher geschafft haben, solche Steine aufzustellen. Und weiter gings, zurück ans Meer, auf der Route de la Baie am Pointe de Guerin vorbei Richtung St. Malo, das wir am nächsten Morgen anschauen wollten. Dabei begegneten uns immer wieder Räumfahrzeuge, die hier statt Schnee Sand von der Strasse schoben. Bei der Ile du Guesclin lud uns ein schöner grosser Stellplatz (leider nur für Fahrzeuge unter 2,20 m) zum Bleiben und Übernachten ein. Durch einen hohen Wall gegen das Meer war der Platz sogar windgeschützt. Und wieder erwanderten wir den dortigen Klippenweg, jede Biegung eröffnete neue Ausblicke. Auf der kleinen Insel gegenüber von unserem Stellplatz stand ein grösseres Haus von einer Mauer umgeben. Bei Ebbe hätte man rüber laufen können, aber zu der Zeit patroullierten auf der Mauer riesige Hunde. Aber das Watt war gross genug, so dass unsere 2 Hunde trotzdem einen ausgiebigen Abendlauf hatten.
alsace am 26 Feb 2005 16:13:05 @ Wolf
danke für dein Lob, aber haben die Bilder nicht eine zu schlechte Qualität fürs Album? Ich kriegs sie aber leider nicht besser hin. Sind von der Digi her ( hat nur 2 Megapixel) sehr gross im Ursprung, zwischen 400 und 1000 MB.
Karin
alsace am 26 Feb 2005 16:20:47 Dienstag
Dieser Tag begann stürmisch, aber sonnig. Nach dem Frühstück und dem Morgenlauf gings nach St. Malo. Wir parkten direkt an der Stadtmauer und auch hier waren wir fast alleine in der Stadt. Überall waren sie am umbauen, viele Läden waren noch geschlossen. Anschliessend umrundeten wir das Cap Frehel mit mehreren Zwischenstopps zum Schauen und Fotografieren. Über Erquy und le Val André erreichten wir eine kleine Strasse an der Küste. Kurz vor dem Dorf la Cotentin führte eine Stichstrasse zu einem idyllischen Stellplatz direkt am Meer – ohne Verbotsschilder und ohne Schranke – und mit Sicht rüber nach St. Brieuc. Hier blieben wir. Nach unserer obligatorischen Klippenwanderung erkundeten wir den Strand direkt am Stellplatz, das Meer zog sich zurück und es kamen zahlreiche Muschel- und Austernbänke zum Vorschein. Muscheln zum Abendessen hatten wir schon eingekauft, aber als Vorspeise ein paar Austern liessen wir uns nicht entgehen. Nachmittags kamen viele Einheimische mit Brechstangen, Hammer und Meisel und sonstigen Geräten, um sich mit Meeresfrüchten einzudecken.
alsace am 26 Feb 2005 16:27:04 Mittwoch
Nach dem Aufwachen war der Wind weniger, dafür der Tag grau. Später umfuhren wir St. Brieuc und kamen dann über Tréguier nach Pors Scaff. Hier fanden wir wunderschöne Felsformationen, der Wanderweg war fast auf Wasserhöhe. Ein Stellplatz war auch da, sogar mit Picknickbänken, ohne Schranke, aber mit einem Nachtverbot für WOMO’s. Abends liefen wir dann übers Watt auf eine nahe gelegene kleine Insel, anschliessend wurde der Grill angeschmissen und der Abend klang bei Glühwein gemütlich im Bus aus.
Donnerstag
Am Morgen sangen die Vögel, es war windstill, aber leichter Nieselregen hatte eingesetzt. Egal, weiter gings die Küste entlang über Perros Guirec – Trégastel Plage in Richtung Lannion. Unterwegs besuchten wir den Menhir St. Uzec, das in Nähe liegende gallische Dorf war leider geschlossen. Weiter gings bis kurz vor Locquirec. Wir folgten einer Stichstrasse Richtung Meer und sahen mehrere Stellplätze in verschiedenen Höhen überm Meer, alle ohne Beschränkung. Wir fuhren bis auf den untersten direkt am Wasser. Mittags kam dann auch die Sonne wieder zum Vorschein und es wurde sogar richtig warm, so dass wir uns den ganzen Nachmittag draussen aufhalten konnten. Gegen Abend war das Watt dann wieder riesig und wir genossen es über den festen Sand zu laufen. An diesem Abend wollten wir essen gehen, also alles eingepackt und auf die Suche gefahren. Im Ort war nur eine Pizzeria geöffnet, aber danach war uns dann doch nicht. Also weiter, überall war zu. Zuletzt landeten wir in Morlaix, dort fanden wir dann ein offenes Fischrestaurant fast unter dem Viadukt. Nach einem sehr guten Essen gings dann auf Schlafplatzsuche. Ein paar Dörfer weiter fanden wir einen Sportplatz, auf dem dazu gehörigen Parkplatz war genug Platz für uns.
alsace am 26 Feb 2005 16:38:33 Hier noch ein Bild vom freien Stellplatz Pors Scaff
alsace am 26 Feb 2005 16:54:31 Freitag
Nach dem Aufwachen schauten wir erst mal auf der Karte, wo wir überhaupt gelandet waren. Da es in der Nähe von Plougonven war, das wir sowieso an diesem Tag besuchen wollten, bzw. den Pfarrbezirk dort, war die vorabendliche Rundfahrt ja doch nicht so verkehrt gewesen. Der Pfarrbezirk mit dem Calvaire ist wirklich sehenswert dort, leider regnete es wieder. Aber Richtung Meer war der Himmel viel heller und da es unser letzter Tag war, zog es uns wieder ans Wasser. Wir fuhren zurück nach Locquirec, von dort setzten wir die Fahrt an der Küste fort, am Pointe de Primel vorbei bis Diben. Dort fuhren wir die Stichstrasse zum Pointe Diben. Am Endpunkt war ein grösserer Platz , das sollte unser letzter Stellplatz in der Bretagne für diesen Urlaub sein – keine Verbotsschilder. Natürlich erwanderten wir auch hier den Klippenweg, erst in der einen und abends in der anderen Richtung. Und auch hier schien ab Mittags die Sonne.
Der letzte Tag am Atlantik, da wurde man schon schwermütig.
Samstag - Heimreise
Um 4.00 Uhr klingelte der Wecker, nach einem kurzen Frühstück gings los Richtung Heimat. Der Himmel war klar und es war windstill, sicher wäre hier wieder ein wunderschöner Tag geworden. Bis Le Mans benutzten wir die Autobahn, den Rest fuhren wir Nationalstrassen ( Orleans – Montargis – Auxerre – Chatillon sur Seine – Langres – Vesoul – Belfort – Altkirch ). Ab Orleans herrschte Schneegestöber, zum Glück ist in Frankreich der Strassendienst fast so schnell wie das Wetter, so fanden wir doch überall ordentliche Strassenverhältnisse vor. Nach 12 Stunden und genau 1000 km kamen wir gut zu Hause an.
Und am nächsten Tag war der Bus abends wieder bereit für alle Fälle.
frebeka am 26 Feb 2005 17:38:42 Hallo alsace,
toller Bericht und ebenso tolle Bilder. :)
Ja das ist schon lange her, als wir 2-3 mal im Jahr in Frankreich Urlaub machten, irgendwas hatte am Schluss nichts mehr gepasst.
Es kommt bestimmt die Zeit, dann heisst es auch bei uns wieder ab nach Frankreich, mal sehn :?:
Klausca am 26 Feb 2005 18:39:55 hallo alsace
dufter reisebericht, kann man lust bekommen! frage :
wieviele Km haste dabei abgefahren ?
klaus :roll:
Gast am 26 Feb 2005 20:24:37 Hallo alsace,
toller Bericht mit klasse Fotos. :razz:
Nur schade, dass man so wenig Urlaub hat. :cry:
Aber in ein paar Monaten geht es wieder auf Tour. :D :D
MichaelW am 26 Feb 2005 21:19:32 Prima Bericht und Fotos, danke :!: da kribbelt es doch wieder im "Gasfuss", ich könnte auch glatt mal wieder in die Richtung aufbrechen.....habe heute mal heimlich über den Routenplaner gerechnet, wie weit das ist......leider für eine Woche für uns zu weit :cry: :cry: :cry:, aber bei soviel Bretagne hier im Forum wird man noch verrückt danach :) :) :wink:
alsace am 26 Feb 2005 22:06:36 @ Klaus, so wild war das gar nicht mit den km, würde sagen ca. 2500, wir haben unterwegs versehentlich mal den km Zähler auf 0 gestellt.
Wir sind, ausser am Abreisetag und auf dem Heimweg, jeden Tag höchstens bis Mittag gefahren. Da war also genug Zeit zum Erholen.
Vor 4 Jahren im Sommer sind wir in 2 Wochen die gesamte Küste bis St. Nazaire abgefahren, aber da wars ja auch hell bis 23.00 Uhr und man konnte schon ab und zu bis 16.00 fahren.
Karin
Frank-A521 am 27 Feb 2005 01:40:49 Schöner Bericht und Fotos, irgend wie bekomme ich immer mehr Lust auf die Bretagne wenn ich die ganzen Berichte hier lese :D
Frank
Gast am 27 Feb 2005 19:14:26 Neidlos schöne Bilder und guter Bericht
eva b. am 28 Feb 2005 10:29:23 Hallo Karin,
vielen Dank für den schönen Bericht. Eine Reise in die Bretagene lohnt sich anscheinend zu jeder Jahreszeit. Ihr habt ja grosses Glück, dass Ihr "gleich um die Ecke" wohnt.
alsace am 28 Feb 2005 20:35:27 ja, die Bretagne ist auch im Winter zu empfehlen. Und grad die Wanderungen auf den Klippenwegen und übers Watt sind auch für unsere 2 Hunde ein tolles Ferienerlebnis.
schöne
Karin
Kater58 am 01 Mär 2005 09:43:48 Schön mal wieder Bilder aus der Bretagne und der Normandie zu sehen. Macht Lust auf hinfahren. Ist schon ne Weile her, daß wir in der Normandie waren. Klasse Reisebericht.
Danke.
alsace am 01 Mär 2005 16:14:32 hab grad noch ein paar Bilder, die hier nicht Platz hatten ins Fotoalbum
gestellt.
Schöne Karin
Gast am 02 Mär 2005 07:41:17 Noch mehr schöne Bilder. Habt ihr die Muscheln auch gegessen oder nur angesehen? :D :zustimm:
alsace am 02 Mär 2005 20:02:39 die Muscheln auf dem Bild haben wir nur angesehen, sie waren doch noch recht klein, da haben wir welche gekaufr. Aber Austern (da hab ich leider kein Bild) hat Jens geerntet und die haben wir auch gegessen.
Karin
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